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Jüdisches Volksblatt · 1900-03-02 · 9 (2.3.1900) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1900)
Issue
9 (2.3.1900)
Date
1900-03-02
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 9 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 2. Mürz 1900 Seite 3 den Henbnndcln. Sie möchten die Stimmen der Wiener Abgeordneten nicht verlieren, aber noch weniger gerne das Wohlwollen der Regierung, das sie für den Leitomischler Nachtwächter dringend zu brauche» scheinen. Da suchen sie denn einen Ausweg und „berathen". Bei dem Umstande, als die Regierung die steifen Nacken der Herren sehr wohl kennt, wird sie das Nachdenken nicht viel nützen; aber es ist doch immerhin für die Wiener Abgeordneten ein Trost, ihren Leuten sagen zu können: unsere Herren College» denken noch nach. Darüber wird allerdings der März vergehen, die Wahlen werden herankommen, die Christlich-Socialen werden die neuen Majoritäts-Eroberer; dann aber sind die Fortschrittler sicher fertig mit der Berathung und werden der horchenden Wählerschaft ihre Meinung sagen —■ „nach reiflicher Ueberlegung. . ." Vor kaum acht Tagen wurde im „Jüdischen Volksblatt" der Broschüre des Dr. R o s e n m a n n Erwähnung gethan und auf die erfreuliche Erscheinung hingewiesen, dass zum erstenmale ein Rabbiner offen das nationale Judenthum predigt. Heute liegt ein Gegenstück vor: die Predigt eines Rabbiners gegen das nationale I u d e n t h u m. Dr. L ö w e n st e i n hat in Frankfurt einen Vortrag gehalten, in welchem er der „Messianischen Schwärmerei" den Text las. Von Bar-Kochba bis auf die heutige Judenbewegullg zählt Dr. L ö w e n ste i n alle Beispiele auf, welche für die „Nutzlosigkeit" einer idealistischen Freiheitsbewegung angeführt werden können, und zieht aus seinem Rück- und Ueberbtick folgenden geistreichen Schluss: „Alle diese geschichtlichen Thatsachen belehren uns, welche traurigen Erscheinungen die Messias-Schwärmereien zur Folge hatten. Wohl ist es unsere unerschütterliche Ueberzeugung, dass die Worte unserer Propheten sich früher oder später verwirklichen werden und dass der Gesalbte des Ewigen kommen wird und kommen muss; (!) die Zeit seines Erscheinens aber müssen wir geduldig dem Ermessen des Allgütigeu überlassen; (!) wir dürfen ihm nicht vorgreifen und mit menschlichen Händen das Erlösungswerk beschleunigen. (!) Und aus diesem Grunde ist auch die moderne Schwärmerei unter dem Namen Zionismus zu verwerfen. (!) Würden die Verfechter desselben nur von der Bestrebung beseelt sein, den armen und vertriebenen Juden eine hilfreiche Hand zu bieten und für deren Unterkunft zu sorgen, dann hätte der Zionismus eine Berechtigung, wiewohl es sich nicht ableugnen lässt, dass zur Verbesserung und Milderung der Lage so vieler Hilfsbedürftiger Palästina nur äußerst wenig beitragen kann. Da aber die zionistische Propaganda einem ganz anderen Ziele zusteuert, nänllich ein National-Judenthum und womöglich auf religionsloser Basis zu gründen, so muss vor dieser Bewegung wie vor jeder anderen messianischen Schwärmerei gewarnt werden.(!)" Ein Patentjude, dieser Dr. L ö w e n st e i n, nicht wahr? Das Prototyp jenes heuchelnden Pfaffenthums, das — in jeder Confeffion — die „geistige Einfalt" als ultima ratio des echten Glaubensbekenntnisses hinstellt und diese als Punzierung des wahren, reinen Glaubens von seinen Anhängern fordert. „Es nützt ja alles nichts," sagt Dr. L ö w e n st e i n, mit anderen Worten, „betet nur fleißig, duldet fromm, und das Uebrige überlasst dem Messias, der wird schon kommen!" Bliebe der Herr Rabbiner bei dieser frohen Mahnung, man könnte es noch hingehen lassen. Unser aufgewachtes Nationalgefühl muss sich mit solchen Hirn- und geistlosen Beschwichtigungsphrasen in aller Ruhe abfinden. Man lacht darüber und arbeitet rüstig weiter, indem man die Das sind wohl keine Typen der jüdischen Frau aus alter Zeit. Ein anderesmal besuchte ich einen Bekannten, welcher in der „Karaitengasse" wohnte. Die karartische Wirtin des Hauses, neugierig ob des Besuches, kam mit einer Ausrede herein. Sie war schlicht und rein gekleidet, schlank gewachsen, auf dem Kopfe ein Tüchel tragend, um nicht entblößten Haares zu gehen. Ich ließ mich in ein Gespräch ein; natürlich befragte ich sie über religiöse Gebräuche. Ich erfuhr, dass sie am Freitag abends Lichter zünden, dnfs sie am Eabbath sich des Feuers nicht bedienen, selben auch durch sonstige Arbeit nicht entweihen rc. rc. „Und Sie, Frau Wirtin, beten am Sabbathk" „Ja, selbstverständlich!" „Verstehen Sie auch die hebräischen Gebete?" „Das nicht, aber ich bete, der liebe Gott versteht ja alles. Uebrigens ist bei uns sämmtlich wie bei Euch, sind wir doch auch Juden," schloss sie. Als ich nach ihrer Entfernung meinem Bekannten die Ansicht äußerte, dass diese Worte mir ihre sich bewusste Zugehörigkeit zum jüdischen Volke bekunden, was allerdings sehr schön ist, bemerkte seine Frau: „Das ist ein Wolf im Schafspelze, sie brüstet sich, religiös zu sein, steht aber Samstag vor Tagesanbruch auf, um ungesehen sämmtliche verbotenen Arbeiten zu verrichten." Ich wandte ein, dass jeder sich selbst mit seinem Gotte abfinden kann; aber schon, wenn sie stolz ihre Gebräuche zu hüten vorgibt, ist das ein schlagender Beweis ihres FesthaltenS am Karaitenthum. „Ja," lachte die Frau meines Freundes auf, „wenn fie dagegen mit dem Nachbar Jan plaudert, dann sagt sie: „Wir find keine Juden, wir essen Fleisch mit Milch zusammen, wir besitzen keine zweierlei Gefäße, unsere Religion ist fast gerade wie die Eurige." „Nun, Herr Karaitenforscher?" lachte auch mein Freund. (Schluss folgt.) Schmätzer seitwärts stehen lässt. Aber das Gift, da» solche Eiferer ausspritzen, ist gefährlich. Die „moderne Schwärmerei" unter dem Namen „Zionismus" zusammenfassen und sie panschaliter mit dem Urtheil „zu verwerfen" abthun, das ist eine Infamie, die sich eine volksthümliche Bewegung nicht gefallen lassen darf. Noch dazu von Leuten, die sich offenbar nicht einmal über die Grnndzüge der Bewegung klar sind. Wie könnte Dr. L ö w e n st e i n, wenn er sich auch nur flüchtig mit dieser Bewegung im Judenthm befasst hätte, die Dennnciation ausstoßen: der Zionismus wolle ein National-Judenthum auf religionsloser Basis gründen? Er muss doch wissen, dass z. B. die Colonisations- Zionisten ihre leistenden Mitglieder aus den frömmsten Judenfamilien der ganzen Welt recrutieren. Will Doctor Löwen st ein vielleicht einen Dr. Hildesheimer verdächtigen, er strebe einem religionslosen Jndenthum zu? Die Sorte Juden bleibt eben eingeschachtelt in ihre Vorurtheile, wie die Made in ihrem Fett, thut jede sie aus ihrer frommen Beschaulichkeit aufscheuchende Idee mit der Phrase ab: „Ich kenne deine Gründe nicht, missbillige sie aber" und schleudert ungesehen den Bannstrahl gegen alles, was dem blinden Fanatismus sich nicht unterwirft. Wenn so wie dieser Herr Dr. L ö w e n st e i n, ein Schüler der zweiten Classe spricht, niuss man es seinem Unverstände zugute halten. Ein akademisch gebildeter Mensch, der sich noch dazu ans der bevorzugten Kaste der Berufenen zu sein dünkt, dem darf man solch eine blinde Anmaßung nicht ruhig hingehen lassen. Da liegt eine Wurzel jenes Nebels, das ein so großer Theil der Judenschaft, der nationale n Judenschaft, so bitter beklagt: dass die Rabbiner n.icht mehr Führer ihres Volkes sind. Solche Rabbiner, wie Doctor L ö w e n st e i n, können ein ganzes Volk zur Empörung gegen das jüdische Priesterthum ausrufen, und ihrethalben müssen daun die vielen leiden, die sich mit warmen; Herzen zu ihrem Volke bekennen und nichts sehnlicher wünschen, als dass die Nation wieder ihren eigenen Tempel ausrichte. Schwelgend in den schönen Phrasen und in dem aus verstaubten Folianten zusammengesuchten Wissen, sprechen solche Leute Uriheile aus, die sie nicht einmal zu begründen versuchen, werfen die graue Vergangenheit unter die Gegenwart und sagen, wie jener Schlaue bei der Theilung, das alles sei einerlei. O nein, verehrter Herr Dr. L ö w e n st e i n! Die heutige Bewegung ist keine messianische Schwärmerei. Wir warten nicht mehr darauf, dass irgendeiner irgendwoher komme und uns ins Gelobte Land führe. Wir haben uns selbst aufgemacht, um uns einen gemeinsamen Besitz zu schaffen: ein einiges Volksthum! Wir wollen keinen Aufruhr entfachen und keine Empörung, wir wollen nur den jüdischen Geist wecken und ihn in den Dienst unseres Volksthums stellen. Wir wollen alle Juden, die solche Rabbiner, wie Sie, Herr Dr. L ö w e n st e i n, e n t j u d e t haben, wieder zu u n s e r e m V o l k s t h u m zurückführen, wir wollen ein Judenthum, ein echtes, gläubiges Judenthum aufrichten, dasseinenMessias in sich hat! Vielleicht. Herr Dr. L ö w e n st e i n, verstehen Sie jetzt, was unsere große Volksbewegung will! Fines. Wien. (Ein neues Judenblatt,) das sich »Jüdische Volksstimme" nennt, erscheint seit 1. Februar in Brünn. Das Blatt, das als Centralorgan der jüdischen Arbeiter und Handelsangestellten auftritt, führt sich mit den ersten Nummern sehr vortheilhaft ein; die entschiedene nationale Sprache und die Reichhaltigkeit des Inhaltes verdienen jede Förderung. Wien. (Die Familie Königswarter.) Ueber die bekannte sprichwörtliche Bezeichnung „Fürther Narronim" und über die aus Fürth stammende Familie Königswarter schreibt Ludwig Bamberger in seinen soeben veröffentlichten „Erinnerungen": „Die Dynastie der Königswarter stammt aus Fürth in Bayern, einer der ältesten und fruchtbarsten Judengemeinden Deutschlands, nur etwa von Worms darin übertroffen. Unter ihren Glaubensgenossen standen von langer Zeit her gerade, die Eingeborenen dieser zwei ältesten Gemeinden im Rufe, ein starkes Contingent närrischer Käuze zu liefern, was vielleicht durch eine gewisse, aus der überschießenden Geistesfülle des abgesonderten und eigenartigen Zusammenlebens herausgewachsene Originalität zu erklären ist. „Fürther Narren" und „Wormser Narren" waren im Jargon der Synagoge sprichwörtlich. Das war aber durchaus kein Symptom untergeordneter Veranlagung. Im Gegentüeil wies es auf eine geistige Ueppigkeit hin, die durch die Abnormität der bürgerlichen Stellung zu grotesken Auswüchsen treiben konnte. Wenn es wahr gewesen sein sollte, dass die Gemeinden von Fürth und Worms ein besonders starkes Contingent solcher Figuren stellten, so muss doch ergänzend gesagt werden, dass der eigenthümliche Typus, welcher hier unter der Bezeichnung des Närrischen auftritt, eine menschliche Spielart umschließt, die so ausgesprochen viel häufiger unter Juden als unter anderen Volksgattungen vorkommt. Sie charakterisiert sich nämlich durch eine gewisse Komik, Beimischung des selbstgefällig Komischen, die sich im übrigen mit allen Segnungen des Geistes und des Herzens zusammenfinden kann. — Die Familie Königswarter war durch bedeutende Finanzgrößen in den meisten Hauptstädten des Festlandes vertreten, in Paris, Frankfurt, Amsterdam, Wien. In Paris hatten es noch drei Vettern des Leopold jeder zu besonderen Stellungen gebracht, Einer, Heinrich, ward Gesandter des Herzogs Ernst von Coburg, zur Zeit, als dieser ein gern gesehener Gast in den Tuileren war und seine Oper unter deren Auspicien aufführen ließ. Ohne Zweifel stand er dem der Finanzknnst oft bedürftigen Herzog mit seinem sachverständigen Rathe nützlich zur Seite. Ein anderer, Max mit Namen, hatte sich dem Stern Louis Napoleons anvertraut, als derselbe noch Präsidentschafts- Candidat war, und soll zur Financierung des Staatsstreiches seinen Beitrag geliefert haben. Als einer der ergebensten Ponapartisten erhielt er einen Sitz in der Deputiertenkammer. Kurz vor dem Kriege ward er auch noch zum Baron de l'Empire gemacht. Endlich ein dritter, Louis, von der holländischen Linie, wurde, als er noch in Amsterdam wohnte, wegen einer juristischen preisgekrönten Abhandlung Correspondent des Institutes, siedelte bald nach Paris über und lebte da als reicher Rentner im Abglanze seiner akademischen Wurde. Alle waren geschickte, brave und kluge Leute, aber jeder, wie man sagen könnte, mit seiner besonderen Pose. Als der Bedeutendste von allen galt Moritz in Wien, kaiserlich königliche österreichischer Baron, der auch bei weitem die meisten Millionen von allen hinterließ." Wien. (Ephraim ® einarb.) Der rühmlichst bekannte Orientreisende und Bibliograph Herr Ephraim D e i n a r d aus New-Pork weilt seit einiger Zeit hier, um Material für seine die Geschichte und Bücherei der Juden ergänzenden Arbeiten zu sammeln. Bekanntlich hat Herr Deinard schon früher die Resultate seiner mehrjährigen Reisen in der Levante, Krim, Kaukasus, Griechenland, Syrien und Aegypten in mehreren Schriften und erst voriges Jahr im „Jalkut Amerika" die Verhältnisse der jüdischen Congregationen in Amerika veröffentlicht, in welchen Werken jeder jüdische Geschichtsforscher gar manchen schätzenswerten, für die Eulturforschung höchst interessanten Aufschluss findet. Der gelehrte Bibliograph beabsichtigt von hier aus auch nach Ungarn, Mähren, Russland und der Türkei zu gehen, wo iu Archiven und Bibliotheken noch sehr viele, bisher unbekannt gebliebene Geschichtsquellen vorhanden liegen. Herr Deinard, welcher durch die amerikanischen Behörden und englische Universitäten beglaubigt ist, erwirbt auch anlässlich seiner Reise im Privatwege alte, seltene, auf Geschichte und Culturzustände älterer Zeit bezughabende literarische und artistische Einzelwerke, Monographien, handschriftliche Urkunden, Jncunabeln rc. und wohnt II., Rernbrandtstraße Nr. 30. — 88 — Wien. (Auszeichnung.) Die Protectoriu der isr. Taubstummenanstalt in Wien, Frau Anuica B e u v e n i st i, wurde vom Kaiser durch die Verleihung des Goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone ausgezeichnet. Frau B e n v e n i st i ist auch Vorsteherin der israelitischen Volksküchen, um die sich dieselbe bedeutende Verdienste erworben hat. Prag. Den 26. Februar mobilisierten sämmtliche czechisch-jüdischen Vereine eine große, nach hunderten zählende Versammlung, welche in der „Typograficka Beseda" abgehalten wurde; Thema: Zionismus! Die Tendenzrede von Herrn Dr. B o n d y — verfasst vom Rabbiner B o n d y — gehalten, gieng von falschen Prämissen aus und gelangte auch zu ebensolchen Schlüffen. Was im Centralverein durch Anthropologie nicht bewiesen wurde, sollte hier durch Geschichte bewiesen werden; was dem Juden ureigen ist, wurde ihm von Juden abgesprocheu. Acht geschulte Redner, Doctoren, traten gegen den Zionismus auf; alles was die czechisch-jüdische Partei an Namen hat, wurde ins Feld geschickt. Der unvermeidliche Dr. Scharf, Dr. Reiner, wer kennt die Namen? All diese Größen wechselten ab in bunter Reihe; da sollte der „Jüdische Volksverein" aufkommen? Drei der Zionisten versuchten in dieser Versammlung, die auch sonst unruhig verlief, ihren Standpunkt auseinanderzusetzen; unvorbereitet, wie sie waren, war der Erfolg dennoch angemessen. Dnrchdringen mit ihren Ansichten konnten sie nicht, unter den gegebenen Umständen war das ausgeschlossen; was sie bewirkt haben, ist ein Erfolg. Sie zwangen alle hier vorhandenen Parteirichtungen, Stellung znm Zionismus zu nehmen. Bisher wurde er vornehm ignoriert, also ist das schon ein ungeahnter Erfolg. Prag, Gleichsam als grelle Illustration der in Ihrem geschätzten und für das Judenthum bestverdienten Blatte gegeschilderten desolaten Zustände unter den Juden wirkt der Verlauf des Discussionsabends eines großen jüdischen Vereines in Prag. Am 22. d. M. war im Centralverein Privatdocent Prof. W r n t e r n i tz bestrebt, anthropologisch zu beweisen, der Jude sei keine Nation, kein Volk, keine Rasse; er habe keine eigen«. Cultur, keine eigene Sprache, kein Land, daher ist es nicht möglich, sich vorzustellen, diese Masse Juden seien ein eigenes Volksganzes. Nach diesen Ausführungen dankte der Vorsitzende dem Vortragenden und bemerkte, der. Centralverein stehe vollständig auf demselben Standpunkte. Es sprach dann e in Zionist im gegentheiligen Sinne, darauf Herr Rabb. Kisch der Assimilation das Wort redete. Es sprachen noch zwei Doctoren, dann erbat sich Herr W e l t s ch das Wort, der ausführte, dass eine Bewegung, die so viele Anhänger im Sturme eroberte, etwas Großes sein müsse. Es könne die Aufgabe dieses Vereines nicht sein, solchen Bewegungen sich feindlich eutgegenzrtstellen, er rege deshalb an, es mögen nicht immer Gegner des Zionismus als officielle Redner hier sprechen und die Bertheidiguilg Laien überlassen werden, das sei ein ungleicher und ungerechter Kampf; es möge auch eine anerkannte Autorität auf diesem Gebiete zur Abhaltung eines Vortrages eingeladen werden. — Vederemo! Kladno. (Dr. Baxa — dur ch g e f al l e n.) Der aus der Polnaer Affaire bekannte czechisch-radicale antisemitische Dr^ Baxa ist bei der gestern stattgefundenen Stichwahl für das Reichsrathsmandat des Städtebezirkes Schlan-Kladno durchgefallen. Sein Gegencandidat Prof. Dr. Czlakowsky wurde gewählt. PrzemySl. (Verrohung der antisemitischen Jugend.) Die Gymnasiasten, welche mit Freikarten die Strecke befahren, übe» unter den Augen des Zugspersonals Roheiten, die man nicht für möglich halten sollte. Diese dummen Jungen rufen den einsteigenden Juden „Du" („Hier!") zu und

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