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Jüdisches Volksblatt · 1900-02-23 · 8 (23.2.1900) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1900)
Issue
8 (23.2.1900)
Date
1900-02-23
Page
Seite 4 (sequence 6)
Language
German
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Seit« 4 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 22. Februar 1000 Nr. 8 Paris. (Eine Auszeichnung.) Dr. Alexander M a r m o r e k auS Wien, der Chef des P a st e u r'schen Laboratoriums in Paris, ist, wie mau von dort berichtet, zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden. Dr. M a r m o r e k ist ein Wiener, der Sohn eines hiesigen Arztes. Paris. (M i l i t n r i 3 nt n 3 u n d A n t i f c tit i t i m u s.) Die Verhandlungen in dem Verleumd n n g s- P r o c e s s e, den der Wachtmeister des Chasseur-Regimentes von Epinal, de Solan ge s, gegen die „Anrore" angestrengt, haben vorgestern ein zahlreiches Publicum in den Schwurgerichtssaal des Pariser Jnstizpalastes gelockt und gaben zu heftigen Kundgebungen gegen den Militarismus und A n t isemitismus Veranlassung. Es handelt sich bei der Sache um die Klagen der Mutter des in Epernay kurze Zeit nach seinem Eintritte in das dortige Chasseur-Regiment unter furchtbaren Qualen verstorbenen jüdischen Soldaten B e r n a r d aus Paris, die von den revisionistischen Blättern veröffentlicht und commentiert wurden, und durch die der Wachtmeister de Solanges beschuldigt wurde, au Vernarb in unmenschlicher Weise seinen antisemitischen Hass ausgelassen und indirect den Tod des unglücklichen jungen Mannes herbeigeführt zu haben, indem er denselben zum Dienste zwang, obgleich er einen gefährlichen Hnsschlag erhalten hatte und sich kaum aufrecht zu erhalten vermochte. Beruard war von seinem Wachtmeister von Anfang an schlecht behandelt und mit allen möglichen Schimpfnamen der antisemitischen Hetzblätter, wre „Sale youpin! (Schmutziger Judenjunge), Dreyfns!" belegt worden. Gegen Ende November erhielt Beruard in Gegenwart des Lieutenants de B r 6 m o n d d ' A r s einen Hnsschlag vor die Brust; er wurde darauf nur zu einer Massage in das Spital geschickt, aber nicht vom Dienste befreit, obgleich sein Befinden sich zusehends verschlimmerte. Als dann Beruard eines Tages erklärte, es sei ihm unmöglich, die verlangten Hebungen zu machen, und halb ohnmächtig zusammensank, rüttelte ihn Solange auf und rief: „Vorwärts, Ioupin! Du wirst vielleicht dabei crepieren, aber Du musst auf's Pferd!" Beruard gehorchte. Die Folgen lassen sich denken. Am 2. December wurde er von einer Lungenentzündung erfasst, der er bald erlag. Die unglückliche Mutter des zu Tode Gemarterten strengte sofort bei dem Oberstlieutenant des Regimentes, in dem ihr Sohn diente, gegen Solange Klage an und machte zugleich mehrreen Blättern Mittheilung von der Sache. Die militärische Untersuchung führte zur Freisprechung des Wachtmeisters, was die antimllitärische Presse, voran die „Anrore", zu noch heftigeren Angriffen auf den Wachtmeister veranlagte, so dass dieser beschloss, durch eine Verleumdungsklage gegen die „Aurore" seine Unschuld zu beweisen. In der Verhandlung hielt Frau Beruard auf Grund von Briefen ihres Sohnes entschieden an ihren Aussagen fest, während der Wachtmeister sich auf das freisprechende Urtheil seiner Vorgesetzten berufen konnte, das keinen Zusammenhang zwischen dem Verhalten des Wachtmeisters und der tödlichen Lungenentzüdung Bernards zu finden vermochte. Aber außerdem waren dem Wachtmeister von allen seinen Vorgesetzten und Kameraden so großartige Führungszeugnisse ansgestellt worden, dass man ihn für ein unschuldiges Opfer von Verleumdungen halten musste, umsomehr, als keiner seiner Dragoner je ettvas von Misshandlungen seines Kameraden Beruard bemerkt haben wollte. Es muss daher schon als ein Beweis stark erschütterter Ueberzeugung der Geschworenen betrachtet werden, dass sie trotz der Schürfe der Sprache der „Aurore" gegen de Solanges, sowie überhaupt gegen die in der Garnison von Epernay herrschenden Zustände, der angeklagten Partei mildernde Umstände zubilligten, so dass der Verfasser, Herr L h e r m i t t e und der Gerant der „Aurore", Herr Perreux, nur zu je 300 Francs Buße, einem Francs Schadenersatz und Veröffentlichung des Urtheilstenors in zehn Zeitungen verurtheilt wurden. Cherson. (Jüdische Artels.) Seit mehreren Jahren beschäftigt sich der bekannte russische Volkswirt Lew itzky mit der Organisierung der Bauern in Artels. Bei solch einem Artel bebauen die Bauern ihre Erde gemeinsam und vertheilen deren Erträgnis unter sich, nach Abzug der gemeinsamen Ausgaben und Spesen. Bekanntlich hat der Czar Nico laus I. im Gouvernement Cherson mehrere jüdische landwirtschaftliche Colonien gegründet. Seit der Zeit haben sich natürlich die Nachkommen der Colonisten stark vermehrt, so dass der ihren Vätern überlassene Boden, welcher an Ausdehnung nicht zugenommen, dagegen an Ertragsfähigkeit verloren hat, nicht mehr zu ihrer Ernährung hinreichte. Die Folge davon war, dass ein Theil dieser Colonisten sich von der Landwirtschaft ab- und dem Handel zuwandte. Dies nützten die Antisemiten, welche den Czarenthron umgeben, aus, um die Juden als zur gedeihlichen Arbeit unfähig darzustellen. Zum Glücke konnten aber die Liberalen der herrschenden Classe den Czaren auf die eigentliche Ursache, welche die jüdischen Colonisten zwingt, der Landwirtschaft zu entsagen, aufmerksam machen, und Czar Nico laus 11. beeilte sich, zu verfügen, dass den Colonisten weitere Erde zugewiesen werde, damit sie aus deren Ertrag ihre gesteigerten Bedürfnisse decken könnten. Die Colonisten wurden für die Landwirtschaft gerettet und L e w i tz k y organisierte einen Theil von ihnen in zwanzig Artels, welche zu den prosperierendsten derartigen Organisationen zählen. Jassy. (Die antisemitischen Krawalle.) Am 17. Februar sollte vor dem hiesigen Gerichte der Process derjenigen rumänischen Bürger und Studenten stattfinden, welche an den vorjährigen antisemitischen Krawallen als Arrangeure und Führer betheiligt waren. Aus der umfangreichen Anklageschrift, welche dem Untersuchungsrichter Oswald Tevdo reanu wirklich zur Ehre gereicht, weil in ihr ein in Rumänien ungewöhnlich freimüthiger und unabhängiger Ton angeschlagen tvird, sei Folgendes hervorgeh»ben: In Berlad hatte ein aus Studenten und Journalisten bestehendes Comite eine antisemitische Versammlung einberufen. Es betheiligten sich an derselben viele Einwohner der Vorstadt, der sogenannten Mahala, und einige Schüler des dortigen Gymnasiums unter der Führung gewisser Lehrer. Nach der Versammlung wollten sich die Besucher derselben unter Leitung 'des Comites an den Fenstern und Läden der Judenhäuser das Müthchen kühlen. Dieser Versuch prallte aber an der Böswilligkeit der Juden ab. Dsese setzten sich nämlich zur Wehr, und die antisemitischen Radaubrüder retirierten in einem Zustande, welcher zwar geeignet war, ihren Judenhass zu steigern, sie aber nichtsdestoweniger belehrte, dass es derweile in Berlad mit dem „praktischen" Antisemitismus noch Zeit habe. Um sich au den Verlader Juden zu rächen, organisierte dasselbe Comite eine Versammlung in Jassy. Ein Aufruf erschien, welcher die Jassyer Bürger aufforderte, sich in großer Zahl am Versammlungsorte einzufiudeu, damit man würdig protestieren könne gegen die frechen Juden, welche in der alten Rumänenstadt Berlad es gewagt haben, sich an friedlich manifestierenden christlichen Bürgern zu vergreifen. Im Ausrufe wurden die Rumänen ersucht, ihre Häuser am Verfammlungstage zu beflaggen, gewissermassen als Zeichen, dass sie sich dem Proteste anschließen. Wie man sofort in Jassy wusste, hatte dieses Ersuchen den Zweck, die unbeflaggteu jüdischen Häuser kenntlich zu machen. Dennoch fand sich kein Jude, der durch Aufziehung der Flagge es versucht hätte, sich dem Schicksale seiner Connationalen zu entziehen. Die Versammlung war gut besucht, und die „Bürger" hatten sich mit Knüppeln und Steinen versehen. Mittlerweile hatte mau aber dem Comite die Nachricht hinterbracht, dass die jüdischen Arbeiter in den Judenvierteln sich zum Widerstande vorbereiten. Eingedenk der Verlader Prügel eilten die Comite-Mitgliedcr zur Polizei und erklärten, dass sie keine Verantwortung übernehmen für die Folgen der Versammlung, sondern um Verstärkung der Wache ersuchen. Die Polizei beeilte sich damit nicht, und nun erzählt die Anklageschrift, wie die Manifestanten das unbewohnte Geschäftsviertel durchzogen, die Läden erbrachen und ausraubten, allerdings auch da nicht ohne Widerstand. Die jüdischen Arbeiter hatten sich zum Schutze ihrer Familien kampfbereit gemacht, die heldenhaften Antisemiten hüteten sich aber, den betreffenden Straßen (Rothe Brücke, Lange Brücke rc.) auch nur nahe zu kommen. Unter großem Andrange begann der Process. Da einige der Zeugen nach America ausgewandert sind, andererseits aber die Vertheidigang die Vorrufung des Polizeipräfecteu, welcher mit Geld zur Organisation der Versammlung beigetragen hat, als Zeugen beantragte, dazu noch für alle Fälle das in Rumänien bewährte VerschleppnngSmittel der unvollständigen Prvcedur bereitgehalten wurde, musste das Gericht die Verhandlung vertagen. —yz. und Leopold N a tz l e r mit besonders gewähltem Programme, welcher sich ein Tanzkränzchen anreiht. Die Ballmusik besorgt C. W. Drescher, die Tänze arrangiert Herr Ferdinand R a t h n e r, Solotänzer an der Hofoper. Die Veranstaltungen dieses Frauenvereines erfreuen sich seit Jahren bereits ganz außerordentlicher Theilnahme und zählen zu den elegantesten und aniiniertesten Tanzfesten der Saison. Für das kommende Fest (Akademie und Tanzkrünzchen) werden die umfassendsten Vorbereitungen getroffen, und dürsten sich an diesem Abende alle Gönner und Freunde des Vereines einsinden, um zu dem humanen Zwecke, welchem das Neinerträgnis gewidmet ist, ihr Scherflein beitragen. In Beantwortung der eingelangten Anfragen erklären wir, dass die Aenderung der HeranSgeberschast unseres Blattes auf die krankheitshalber erfolgte Beurlaubung unseres Herausgebers znrürkzuführen ist. Mittheilungen aus dem Pulrlicum. (Eröffnung einer Restauration in der Brigittenau.) Der durch feine vorzügliche Küche bestbekannte Restaurateur Herr Bernhard K o h n (früher II. Bezirk, Staudingergasse l) hat am 15. Februar l. I. die früher vom Herrn Oscar P i t t r e i ch, II. Bezirk, Treustraße 12, geführte Restauration unter dem Titel Restauration zum „Goldenen Adler" eröffnet, und wird bestrebt sein, die P. T. Gäste durch Verabreichung von vorzüglichen Speisen, sowie Ausschank von Biersortcn aus den renommiertesten Brauereien und bester Naturweine bei mäßigen Preisen zufriedenzustellen. Abonnements für den Mittagstisch billigst. (Cafe Edison.) Wie wir erfahren, wird einer unserer Glaubensgenossen am 5. März in Floridsdorf, Franz Josef- Straße ein Kaffeehaus im eleganten Stile eröffnen. Seifert- Billard. Billard-Salon. Separierte? Spielzimmer. Aus den Organisationen. (Jüdischer Volksverein.) Mittwoch den 21. M. hielt Herr Dr. H. K a d i s ch einen Vortrag über „Die Inden und der Nationalitäten-Ausgleich in Oesterreich". Nach einem historischen Rückblicke auf unser ganzes Versaffnngsleben, welches Redner überhaupt für ein verfehltes hält, weil es weder centralistisch noch föderalistisch ist, kommt der Referent zur Conclusion, dass es kein anderes Mittel jetzt mehr zur Beruhigung der Völker gebe, als die vollständige nationale Autonomie, welche einem jeden in Oesterreich lebenden Volke die Garantie für die vollste Freiheit ihrer Culturentwicklung bietet. Da wäre es nun an der Zeit, meint Redner, dass auch die Juden sich erinner, dass sie ein Volk sind und dass auch die Juden ihr Geld und ihre Intelligenz nicht in den Dienst der anderen chauvinistischen Parteien, sondern zu Nutz und Frommen ihres eigenen Volkes verwenden, damit auch wir endlich als ein Volk die gleichen Rechte aller anderen Völker in Wirklichkeit und nicht nur am Papier erhalten. Diese Ausführungen fanden sehr lebhaften Beifall und da sich niemand mehr zum Worte gemeldet hat, wurde die Versammlung vom Vorsitzenden geschloffen. (Jüdischer Volksverein.) Mittwoch den 28. Februar l. I., 8 Uhr abends, findet in unserem Vereinslocale 2. Bezirk, Haasgaffe 8 (Untere Augartenstraße 19), ein freier Discussionsabend statt, zn dem sämmtliche Mitglieder und auch Gäste eingeladen werden. Tagesordnung : „W i r t s ch a f t su n d R echtste b en der Juden im X V I. und XVII. Iah rh u n d e r t." Referent Herr Isidor Bauch, mit anschließender freier Discussion. Die Mitglieder werden ersucht, sich au diesem Discussionsabende recht zahlreich zu beiheiligen und in ihren Bekanntenkreisen fleißig zu agitieren. Die Bereinsleitung. (Jüdische akademische Verbindung „Unitas") In dem am 20. v. M. stattgehabten Wahlconvent wurden für das Sommer- Semester 1900 gewählt: Präses: nrock. Gabriel Wolf; Vicepräses: ing. Gustav Qittner; Schriftführer: raed. Philipp Schönwald. (Einzelverein Leopoldstadt-Praterstrafte des Verbandes „Zion".) Der Verein veranstaltet am Sonntag den 25. Februar, '/ZO Uhr vormittags, im Saale des R e st a u r a n t „B ü r g e r h o f" (Hatsche k), U., Praterst r a ß e 00, eine öffentliche Versammlung, um zu den geplanten Wahlreformen der Cultusgemeinde Stellung zu nehmen. Tagesordnung : „Die Juden Wiens und ihre Vertreter in der Cultusgemeinde". Referent; Architekt Oscar Marmorek. (Verein „Tiferes Bachnrim".) Sonntag den 25. d. M. findet die Ul. ordentliche G e n e r a l v e r s a m m l u u g des humanitären Vereines „Tiferes B a ch u r i m" tut Clublocale Cafö Adria, II., Leopoldsgaffe Nr. 2ü, um ß Uhr abends statt. Gäste herzlichst tvillkoinmen. (Israelitischer Franen-Wohlthätigkeitsverei» im IV. und V. Bezirke.) Dieser eminent humanen Ztvecken dienettde Verein veranstaltet Heuer, und ztvar am I. Marz im großen Ballsaale des Etablissetuettts Rouacher zum erstenmale seit seiner langjährigen Thätigkeit eine W o h l t h ä t i g k e i t s - A k a d e ttt t e unter Mitwirkung der Damen Fräulein Betty S t o j a n, Aliee H 6 l s e t) und Aurelie R e v y und der Herren Leopold K r a tu e r Hochgeehrte Redaction! Bezugnehmend auf die Berichtigung des Herrn G e w i t s ch zum Berichte in Ihrem geschätzten Blatte vom 0. d. M. unter „Bereinsversammlung im Cafe Orient, II., Praterstraße", erlaube ich mir auf den Bericht des streng zionistischen Organes „Die Welt" hiuzuweisen. Der Bericht lautet wörtlich: „Den Standpunkt, den die drei zionistischen Redner, Herr Gewitsch, P i e k a r s k i und Berliner entnahmen, ist folgender: In allen inneren Fragen, also Angelegenheit der Cultusgemeinde, Unterstützung jüdischer Handels- und Gewerbetreibender, Communalwahlen, wird die zionistische Partei die Bestrebungen des Jüdischen Volksvereines unterstützen." Politische Fragen sind von mir nicht angeregt, daher auch von Herrn Gewitsck nicht abgelehnt worden. Daraus sei zu ersehen, dass der von Ihnen gebrachte Bericht der Wahrheit vollkommen entspricht, und welche Motive Herrn G e w i t s ch bei seiner Berichtigung geleitet haben und noch dazu die ganze Wahrheit für sich in Anspruch zu nehmen, entzieht sich meiner Urthei.straft. Ich erkläre noch ferner, mit meinen Ausführungen einen außerordentlichen Beifall erzielt und die Befriedigung der ganzen Versammlung, bis auf einige extreme Zionisten vielleicht, gewonnen zu haben. Mit vorzüglicher Hochachtung Isidor Bauch. Zu dem „Eingesendet" in Nr. 6 dieses Blattes vom 6. Februar erhalten wir folgende Zuschrift: W i e u, 10. Februar 1000. Geehrter Herr N e d a c t e u r! Ich werde soeben aufmerksam gemacht auf ein iu Ihrem geschätzten Blatte vom 0. l. M. enthaltenes „Eingesendet". In demselben erzählt ein Herr Rosenrauch, er sei mit einem an mich gerichteten Begehren um Hilfeleistltng abgewiesen worden mit dem Bemerken, „es geschehe ihm recht, er hätte nicht Amerika verlassen sollen, er solle nur sammt seiner Familie auf der Straße schlafen". Dem gegenüber ersuche ich höflichst um Aufnahme folgender Berichtigung: Es ist entschieden unwahr, dass ich die obige, mir in den Mund gelegte Aeußerung oder auch nur eine ihr ähnliche gemacht habe. Wahr ist, dass ich das Begehren des Herrn Rosenrauch aus Gründen, welche ich ihm auch mittheilte, abgelehnt habe. Dasselbe war besonders dahin gerichtet, dass - so wie er sagte — nachdem er vor mehreren Monaten aus Chicago hierher gereist sei über Verlangen seiner Frau, welcher „das Klima in Amerika nicht gut that", und diese sich nunmehr erholt habe, ich durch Hilfeleistung und Intervention bei Corporatioueu, in deren Leitung ich mich befinde, ihm die Mittel verschaffen nröge, wieder mit seiner Familie nach Amerika znrückzukehren. Hochachtungsvoll D r. Alfred Ster n. Wir erhalten folgende Zuschrift: Löbliche Redactivu des „Iüdischeu Bolksblat t", W i e n. Mit Gegenwärtigem erlauben lvir uns, au Sie die Bitte tlm Veröffentlichung folgender Vereinsangelegenheit in Ihrem geschätzten Blatte zu richten: Seit einem Jahre hat sich hier ein Verein gegründet unter dem Namen Israelitischer Hilss- und Darlehens-Verein „I e s ch u a h". dessen Zweck es ist, kleinen Kaufleuten, Gewerbetreibenden, Lehrern israelitischer Cvnfession durch unverzinsliches Darlehen, rückzahlbar in kleinen Ratett, ihre Existenz zu erleichtern. Der Mitgliedsbeitrag be«

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