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Jüdisches Volksblatt · 1900-02-09 · 6 (9.2.1900) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1900)
Issue
6 (9.2.1900)
Date
1900-02-09
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 6 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 9. Februar 1900 Seite ii der Sonntagsruhe zur Verhandlung. Die Handelskammer hatte die Petition befürwortet. Da erhob sich Gemeinderath Professor P i e n t a k und hielt eine Brandrede gegen die Juden, welche mit den Worten schloss: „Die Juden müssen begreifen, dass sie in einem christlichen und nicht in einem jüdischen Staate leben." Die Petition wurde abgelehnt. — Ob auch jetzt die Juden ohne B a d e n i und ohne H o r o w i tz die Wahl P i e n t a k s unterstützen werden, ist fraglich. Die jüdische Predigt. Es ist eine ebenso merkwürdige als räthselhafte Erscheinung, dass in einer Zeit, da das jüdische Bewusstsein allentpalben erwacht und nie geahnten Umfang annimmt, gerade die jüdische Kanzel es ist, welche noch immer nicht in dem Maße an der jüdisch-nationalen Bewegung theilnimmt, wie sie dazu in erster Linie berufen wäre. Wenn sie nicht gerade, wie in vielen ihrer älteren Vertreter, an welchen! die nationale Bewegung gänzlich unvorbereitet wie eine Sturzwelle heranbrauste, die Thatsache, dass wir eine Nation sind, ablengnet, um den weit bequemeren Missionsgedauken an deren Stelle zu propagieren, so glaubt die jüdische Kanzel, zumindest durch Umgehung des nationalen Gedankens dem „Frieden" gedient zu haben. Das dem nicht so ist, erfahren die Herren Prediger gerechterweise an sich selbst. Denn verfolgt man die Sitzungsberichte der verschiedenen Rabbinerverbäude innerhalb und auch außerhalb Oesterreichs, so muss es einem unwillkürlich auffallen, dass die Erörterung und Berathung der Frage nach der Hebung des Standes einen unverhältnismäßig breiten Raum doch einnimmt. Zweifellos erweist dies, von Einzelheiten — wie dem Vorkommnisse, dass ein Gemeinderepräsentant die Glaubwürdigkeit des ersten Rabbiners einer der größteü Gemeinden des Continents öffentlich in Frage ziehen darf — ganz abgesehen, dass das Ansehen des Rabbinerstandes ebenso dringend einer Besserung bedürftig ist als andererseits der Weg, den die Kanzel — denn diese vermittelt doch den Verkehr zwischen der Gemeinde und ihrem Seelsorger — bisher ein geschlagen hat. nicht geeignet ist, eine Standeshebung herbeizuführen. Vielmehr dürfte die Hebung des Rabbinerstandes nur möglich und zu erhoffen sein, wenn eine wirkliche innige und intmie Berührung der Kanzel mit dem Volke eingreist, wenn das Denken, Fühlen und Wollen des jüdischen Volkes nicht wie bisher unbeachtet bleibt, sondern wenn ihm volle Würdigung durch die Kanzel zutheil wird; wenn der Prediger auf die nationalen Bedürfnisse des jüdischen Volkes eingeht, von ihnen wenigstens in gleicher Weise wie seine Gemeinde durchdrungen ist. Dann dürfte es ihm wohl nicht schwer werden, der richtige Dolmetscher der Gedanken und Gefühle seiner Zuhörer zu werden. Wenn schon ein Bolksthum, das wie daunserige in mannigfacher Weise schwer zu kämpfen hat, um nur die allerbescherdensten Existenzbedingungen sich zu sichern, einem jeden Einzelnen sein Stück nationaler Arbeit zuweist, so sollte doch der jüdische Prediger, will er seiner Aufgabe, Gott und seinem Volke zu dienen, gerecht werden, den größten, schwierigsten, aber auch segenvollsten Arbeitstheil für sich reclamieren. Dass es dann an der dankbaren Achtung seines Standes nicht fehlen wird, nicht fehlen kann, ist ebenso klar, wie die Nothwendigkeit, die jüdische Predigt zu einem nationalen Institute zu machen, besser zu erheben. Sehen wir uns heute einmal unsere Kanzeln an, so werden wir uns gestehen müssen, dass außer dem Mangel an der grundlegenden Auffassung von der Aufgabe der jüdischen Predigt uoch in mancher anderen Weise arg gesündigt wird. Die meisten Predigten schwelgen in Schilderungen der Vergangenheit. Wenn wir schon das Leben unserer Patriarchen bis ins geringste Detail kennen, wenn wir jeden Seufzer auS Aegypten bis zum Ueberdrusse genau nachwimmern hören re., wird das beliebte Mittelalter hcrangezogen, alle Scheiterhaufen müssen herhalten, alle Torturmaschinen werden aus Kerker» mauern geholt, — um dann zum Schlüsse eine seichte Moral nach sich zu ziehen, die einem intelligenten Juden, dem sie doch Voraussetzung ist, schwerlich die gesuchte Erbauung und religiöse Uebung bringt. Nun noch die oft sehr, sehr eigenartige Technik! Wem wäre nicht schon die Variierung des Dichterwortes eingefallen: „Wo die Gedanken fehlen, da stellt zur rechten Zeit der Text sich ein!?" Eur weiterer Uebelstand ist die zu große Häufigkeit der Predigt. Bei der Großproduclion ist man auf Fabrikware angewiesen. Bei solcher Häufigkeit kann die Predigt unmöglich ein Bedürfnis sein. Und nur wenn sie dieses ist, ist sie von Segen. Beweis: Die leeren Bänke, trotz aller Mittelchen zur Hebung des Gottesdienstes. Alle Mittelchen helfen nichts. Es gibt eben nur ein Mittel, und das ist das wahre, innere Bedürfnis nach religiöser Erbauung. Würde man anstatt der häufigen Sabbathreden die Bedeutung der Feste, die durchwegs einen nationalen Charakter tragen, richtig würdigen, würde man bei den, namentlich in größeren Städten so häufigen Casualien der versammelten Gemeinde das reine Gottes wort an sein Gottes Volk verkünden, so hätte man entschieden mehr geleistet, als durch die häufigen Predigten, die dem Publicum das Predigthören so langsam abgewöhnen. Auch die so häufig beliebte Methode, auf der Kanzel Apologetik des Judenthums zu treiben, ist verfehlt. Die Kanzel hat sich an die Hörer zu richten. Und diesen gegenüber hat sowohl die Vertheidigung des Judenthums gegen seine äußeren Feinde, als auch die Beschimpfung der Antisemiten keinen Sinn. Weit niehr gehört an dessen Stelle die Betonung der Auserwähltheit unseres Stammes und die wohlberechtigte Apotheose unseres Bekenntnisses. Der vollen Würdigung unserer Vergangenheit jedoch — auf die wir mit Stolz hinzuweisen freilich nie ermüden dürfen — darf das Verständnis für den Geist der Jetztzeit, der gegenwärtigen Bedürfllisse unseres Volkes nicht bloß gleichgestellt, sondern es muss ihm vorgezogen werden. Diese sind es, die der jüdischen Predigt in allen Wandlungen des jüdischen Geisteslebens, sei es im Conservatismus oder in Zeiten oder Orten einer freireligiösen Schattierung, die Existenzberechtigung sichern und ihren Zweck außer Frage stellen. Will man die Predigt nur gelten lassen, weil sie wirklich religiös, moralisch macht, so ließe sich auf Grund der geringen praktischen Erfolge nach der Richtung hin über ihre Berechtigung rechten; nicht so aber, wenn sie, in vollem Verständnisse für die Bedürfnisse des jüdischen Volkes, Tagesfragen in ihren Beziehungen zu Juden und Judenthum berührt, wenn sie nebeu der Betonung des Religiös-Sittlichen die Wahrung alles S p e c i f i s ch - I ü d i s ch e n sich zur Aufgabe macht. Wenn wir nun noch einen Uebelstand ins Auge fassen, an dem die jüdische Predigt krankt, so dürften wir den Weg damit andeuten, der zum jüdischen Prediger, wie er sein soll, auf die Höhe seiner Aufgabe führt. Wir meinen nämlich den Umstand, dass das Rabbinat und die jüdische Kanzel in der Regel durch eine Person vertreten ist. Diese Personalunion, die zwar historisch zu verstehen ist, obgleich sie an sich historisch nicht berechtigt ist, hat meistens zur Folge, dass durch die Vereinigung dieser beiden höchsten Lehrämter der jüdischen Gemeinde in einer Person gewöhnlich eine, oft aber auch beide leiden. Es ist nicht bloß ein Scherz, den man sich erzählt, dass bei einer strittigen Rabbinerwahl, bei welcher die eine Partei einen tüchtigen Rabbiner verlangte, die andere hingegen auf einem hervorragenden Prediger bestehen wollte, sie sich schließlich auf einen Candidaten einigten, der weder das eine noch das andere war. Darum erscheint es uns als berechtigte Forderung, abgesehen von dem Hinweise auf die historische Entwicklung des Judenthums, in welcher immer ein Moreh Zedek neben einem Maggid fungierte, den modernen „Rabbiner und Prediger" in einen „Rabbiner" und „Prediger" zu theilen. Warum sollte die Erscheinung, die uns auf allen Gebieten aller Wissenschaften begegnet, nämlich dass das Anwachsen und die Entwicklung derselben eine Specialisierung dringend gebietet, wenn anders die Wissenschaft selbst nicht zu Schaden kommen soll, warum soll diese Erscheinung nicht auch auf jüdisch-theologischem Gebiete berechtigt sein? In der That ist das Arbeitsfeld des Rabbiners von der wahren Thätigkeit des Predigers, der eine richtige Auffassung von seinem Berufe hat, wohl unterschieden, mindestens aber so wie die religionsgesetzliche Literatur von der midraschisch-ethischen. welche, wie die Erfahrung zeigt, beide mit gleicher Gründlichkeit und in genügender Vertiefung zu erfassen, fast unmöglich ist. Es gehört nur ein klein wenig Ehrlichkeit dazu, sich zu sagen, da der Wirkungskreis des modernen „Rabbiners" die Kanzel, der Trauhimmel und die Bahre sind, an welchen Stätten er eben „predigt", dass dieser Rabbiner eben ein „Prediger" ist, der gewiss seine Aufgabe in vollendetster Weise lösen wird, wenn er als solcher vorgebildet und ausgebildet ist. Andererseits wird die Entscheidung ritueller Fragen sicherlich nichts einbüßen, wenn sie dem Rabbiner, recte Prediger abgenommen und dem in der Jeschiwo ausgebildeten Moreh zedek in die Hände gegeben wird. Allerdings muss der j ü d i s ch e P r e d i g e r, der seiner Aufgabe gewachsen sein soll, als solcher auSgebildet werden. Die jüdische Homiletik, die specifische Heranbildung zum jüdischen Prediger, muss an den Lehranstalten, welche seine Erziehung übernehmen, Hauptgegenstand sein. Und unter jüdischer Homiletik ist nicht etwa, wie so oft bisher fälschlich, die Anwendung der allgemeinen Homiletik »uf die jüdische Religion zu verstehen, sondern die Verwertung des Midrasch, der Exegese, der Rhetorik und Aesthetik für die specifisch jüdische Homiletik. Und selbst die Ausbildung bedarf zu ihrer harmonischen Ergänzung einer tüchtigen, musterhaften, praktischen Kanzel. Diese jüdische Predigt ist es dann, welche auf den einfachen Mann aus dem Volke ebenso wie auf den Hochgebildeten wirken wird und wirken muss, sofern sie nicht dem, was die Volksseele berührt, aus dem Wege zu gehen sucht. Der jüdische Prediger in unserem Sinne wird kommen, er muss kommen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Wer die feinen Regungen einer Volksseele zu beobachten versteht, wird finden, dass sie sich immer noch ohne, ja selbst gegen ihre äußeren Vertreter Geltung zu verschaffen wussten. Selbst die Wissenschaft musste es erleben, dass gegen alle ihre Kritiken das Urtheil des Publicums recht behielt. Um mir nur ein Beispiel zu gestatten: So einmüthig und nachdrücklich in der Philosophie z. B. noch vor einem Jahrzehnt Friedrich Nietzsche abgelehnt wurde, so selbstverständlich ist es heute, dass niemand wissenschaftlich ernst zu nehmen ist, der nicht zu ihm Stellung nimmt. So dringen überall die berechtigten Gedanken und Gefühle der Volksseele ans Licht. Heil den Führern, wenn sie es als ihre Pflicht erachten, als Träger des Lichtes ihrem Volke voranzuziehen. Dr. R. F. Inland. Wien. (Zur Entscheidung über den Privat- G o t t e s d i e n st.) Wir erhalten folgende Zuschrift: Geehrte Redact,on! In Nr. 4 vom 26. Jänner d. I. ist unter der Ueberschrift „Eine wichtige Entscheidung betreffs Abhaltung von Privat-Gottesdienst" ein Bericht über die am 29. December v. I. vor dem Verwaltungsgerichtshofe durchgeführte Verhandlung über die Beschwerde des Hermann L e i t n e r und Consorten gegen das k. k. Cultusministerium in Sachen der Abhaltung eines Privat-Gottesdienstes enthalten. In diesem Berichte wird erwähnt, ich hätte in Ausführung der Beschwerde vor dem Verwaltungsgerichtshofe unter anderem bemerkt, das religiöse Gefühl der Orthodoxen sei auf das tiefste verletzt durch die Reformen im gottesdienstlichen Ceremoniel, welche mit der Aufstellung einer Orgel Hand in Hand giengen. Für die Strenggläubigen sei der Tempel dadurch geradezu eutiveiht. Dieser Passus in Ihrem Berichte entspricht nicht der Wahrheit. Ich habe in Ausführung der Beschwerde diesfalls allerdings hervorgehoben, dass es die orthodoxen Juden für religionsgesetzlich unziklässig halten, den Gottesdienst unter Benützung einer Orgel abzuhalten, dass aber ein Tempel durch Aufstellung einer Orgel entweiht würde, ist mir nie eingefallen zu behaupten, weder vor dem Verwaltungsgerichtshofe, noch sonst wo. Da diese unrichtige Wiedergabe meiner Ausführungen vor dem Verwaltungsgerichte geeignet ist, mich in den Ruf eines Finsterlings zu bringen, bitte ich, meiner vorstehenden Berichtigung in der nächsten Nummer Ihres geschätzten Blattes Raum geben zu wollen, und zeichne mich hochachtungsvoll Dr. Fischer. Wien. (Eine Versammlung.) Wir erhalten folgende Zuschrift: Löbliche Redaction! Mit Rücksicht auf die in Ihrem geschätzten Blatte unter Rubrik „Inland" enthaltene Mittheilung, als ob ich für ein Zusammengehen mit dein Jüdischen Vvlksvereine in politischen und wirtschaftlichen Fragen eingetreten wäre, erlaube ich mir im Interesse der Wahrheit dahin richtigznstellen, dass ich lediglich „von der Möglichkeit eines Zusammenwirkens in jüdischen Cultusangelegenheiten" gesprochen habe. Indem ich Sie höflichst bitte, von dieser meiner Richtigstellung in Ihrem geschätzten Blatte in der dieswöchentlichen Nummer Kenntnis nehmen zu wollen, zeichne ich hochachtend I. G ewitsch. — Wir können dieser Zuschrift nur die Bemerkung beifügen, dass uns der Bericht von vollständig vertrauenswürdiger Seite zugekommen war. Es dürfte sich also wohl um ein Missverständnis handeln. Wien. (Taktlosigkeit eines Bor st and smitgliedes derFünfHauser „ChewraKadischa h'.) Wir erhalten folgende Zuschrift: Geehrter Herr Redacteur! Auf privatem Wege erfuhr ich von der am Vorabend des 7. Adar im Tempel des XIV. Bezirkes abzuhaltenden Gedenkfeier für die in den letzten Jahren verstorbenen Mitglieder und der daran sich anschließenden „Chewra Sudeh", bei welcher mehrere Prediger sprechen würden. Einem Collegen, der zugleich Berichterstatter mehrerer jüdischer Blätter ist, wurde in Herlingers Restaurant ein so liebenswürdiger Empfang zutheil, dass ihm schier die Lust vergieng, überhaupt seiner nicht immer ganz angenehmen Pflicht zu genügen und er es vorzog, seine Wissbegierde unbefriedigt zu lassen, um seiner Standesehre nichts vergeben zu müssen, weshalb ich Sie und die geneigten Leser Ihres geschätzten Blattes um gütige Nachsicht bitten muss. Hochachtungsvollst Ihr sehr ergebener Peregrinus. Wien. (Aus der Plenarsitzung des Cultusvorstandes vom 4. Februar 1900 unter dem Vorsitze des Präsidenten kais. RathHeinrich Kling er.) Im Einlaufe befinden sich eine Annahme-Erklärung des Herrn Adolf Singer, betreffend seine neuerliche Ernennung zum ständigen Obmanne für die Schiedsgerichte der israelitischen Cultusgemeinde und eine Annahme-Erklärung der Frau Jella Caro, betreffend ihre Berufung in das Ueberwachungscomitö für das isralitische Altersversorgungshaus; ferner eine Zuschrift des Curatoriums der israelitisch-theologischen Lehranstalt in Wien, betreffend die Neuconstituierung des Curatoriums; ein Dankschreiben der Frau Anniea Benvenisti für die ihr seitens des Vorstandes zugekommenen Gratulation anlässlich der ihr verliehenen Allerhöchsten Auszeichnung durch das Goldene Verdienstkreuz mit der Krone; schließlich ein Dankschreiben der Bethaus-Genoffenschaft in Atzgersdors-Liesing für die Förderung der dortigen religiösen Institutionen: An Spenden find eingelaufen: Von Herrn Julius M e n d l anlässlich der Verheiratung seines Sohnes für das israelitische Altersversorgungshaus 60 Kronen. Von dem Vereine zur Errichtung und Erhaltung der Ersten Wiener Suppen- und Theeanstalt anlässlich des ^.jährigen Bestandes dieser Anstalt 1400 Marken, lautend auf 700 Portionen Thee und 700 Portionen Brot. Von Herrn Carl G o l d st e i n als Zusteuer zum Haushalte der israelitischen Cultusgemeinde 20 Kronen. Von Frau Marie Donath zum Ankäufe von Werkzeugen für einen armen Handwerker 40 Kronen. Von Herrn A. M. Mosessohn Kleidungs- und Wäschestücke für arme jüdische Waisenkinder. Den Spendern wird der Dank votiert. Der Präsident theilt mit, dass das in der Plenarsitzung vom 27. December 1899 eingesetzte Statuteneomitö ein Subcomitö mit der Ausarbeitung eines Entwurfes der abgeänderten Gemeindestatuten betraut habe. Das Subeomit6 hat sein Elaborat sertiggestellt. Dasselbe wird nun im Statutencomitä in Berathung gezogen werden. Ueber Verleihung von Stiftungen referieren: Namens der II. Seetion Herr Dr. Markus Spitzer über die Adolf K o h n'sche Widmung für Talmud- und Bibelschüler mit sechs Plätzen ü 100 Kronen. Ueb,er die Dr. Jacob Goldenthal'sche Stiftung für Rabbinats- und Lehramts-Candidaten mit zwei Plätzen ü 94Kronen. Ueber die Abendbörse-Widmung für Rabbinats- und Lehramts-Candidaten mit einem Platze per 92 Kronen. Herr Dr. Maximilian Steiner über die Dr. Adolf S a ck'sche Stiftung für Techniker mit sechs Plätzen ü 600 Kronen. Namens der III. Seetion Herr Dr. Maximilian Steiner über die Ignaz und Rosalia Wölfische Krankenunterstützungs- Stiftung mit 4 Plätzen h 50 Kronen. Ueber die Rosalia Minz'sche Stiftung für Witwen mit 4 Plätzen ü 188 Kronen. Ueber die Lori Baumgarten-Stiftung für ^eine herzkranke Frau mit einem Platze per 36 Kronen. Herr Dr. Gustav K o h n über die Heinrich Ster n'sche Heiratsausstattungs-Stistung mit einem Platze per 256 Kronen. Herr Baurath v. Goldschmidt über die Frau Oberrabbiner Fanny Güdemann-Stiftung für Kranke weiblichen Geschlechtes mit zivei Plätzen ä 39 Kronen. Sämintliche Stiftnngsplätze werden conform den Sectionsanträgen verliehen. Ueber das vom Herrn Baurath v. Gold-

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