Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1899)
- Issue
- 42 (1.12.1899)
- Date
- 1899-12-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2432763-2432764-2432806--0367-2433939- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 42 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt I. December 1899 Seite 3 über die Richtung, die wir gehen wollen, uns entscheiden. In diejenigen aber, die uns in den Sumpf hereinführten, können wir nicht das Bertra neu sehen, dass sie uns hinausführen. An die Führer müssen die Geführten glauben können. Tie Alten und wir Jungen, das sind zwei verschiedene Welten. Für uns Junge sind die Seforim nicht todte Zeugen längstvergangener Tage, sondern lebendige Gesetze. Für uns ist das Judenthum nicht abseits des schaffenden Lebens, es ist ui-s das Leben selbst. Tie alten Führer können unsere Fiüirer nicht sein. Sie könnten uns wohl, indem sie unserer Liebe zum Jndenthnm Achtung zollen, unterstützen in unserem Bestreben, auf den rechten Weg, den des Judenthums, zu gelangen. Achtung für uns! Was sahen wir bis heute davon bei unsere» Großen und Mächtigen? Den Nationalismus bekämpfen sie ernster und nachhaltiger als den Antisemitismus. DieRitualmordtrruden Schneiders werden vom Parlamente ernster genommen, als das Thema von der Einführung der hebräischen Sprache unter den österreichischen Juden, von unseren „Führern". Für eine Volks organifativn haben sie, wie richtig gesagt wurde, nur Hvhngelächter, für jüdische Politiker, denen eine jüdische Gemeinde mehr ist als ein tvdtes Berwalningsvbject, tiefste Feindschaft. Eine in Moloch opfern sie alles: der Erhaltung ihrer Macht. Nie können solche Juden unsere Führer sein, die nicht in der ruhmreichen Vergangenheit ihres Volkes wurzeln, die kein Gefühl für seine Zukunft habe». Individuen, die der bare, blanke Ausdruck ihrer jämmerlichen Gegenwart sind. Knapp vor dem Eintritte in das öffentliche Leben steht heute eine Generation, die die Assimilation nur soweit kennen gelernt hat, um sie für sich zu verwerfen. Eine Generation, die insoferne ganze Menschen stellen wird, als es ihr ernster, durch nichts zu beirrender Wille ist, jüdisch zu sein. Die Zukunft Judas ist seine Jugend. Und deswegen müssen die Führer der Organisation auch die Führer der Jugend sein. Ihre Herzen müssen jung sein und ihr Gemüth dem Pesthauche der Assimilation wrderstauden haben. Die Heizen und Gemülher unserer bisherigen Führer sind ihm langst, längst erlegen. Ihr Reich ist das Grab, unseres das Leben. Sie könne»! unsere Führer nicht sein, denn wir streben rum Leben. Jecheskol ScUocluuu*. Die MokkaLräer-Feirr im Sofierrsrraie. (Original-Bericht des „Jüdischen Volksblatt".) Noch niemals hat eine so imposante und begeisterte jüdische Versammlung in den Mauern Wiens staltgefunden, als es anlässlich dieses historischen national-religiösen Festes gejtern der Fall war. Die einmüthige frohe Stimmung und Freudigkeit zeugte sich besonders bei gemeinsamen Gesängen und m der jauchzenden Zustimmung bei den bedeutendsten Stellen der Festrede. Schon diese Rede allein bildet ein Ereignis und dürfte sicherlich der nationalen Bewegung viele Anhänger gewonnen haben — ja selbst die Gegner mussten den Ernst und Eifer für die gute Sache respecticren. Unter den fröhlichen Weisen der Musikkapelle des 25. Jiisauteric-Negimenrs vollzog sich der Einzug der Gäste. Um 9 Uhr war drohe Saal übervoll. Tr. Weisel begrüßte die zahlreich Erschienenen mit dem Rückblicke auf jene düstere Zeit, in der man sich schäinte, Jude zu sein, ein jüdisches Blatt zu lesen, jüdische Feste zu feiern. Der jüdische Nativnallsmus bade das Verdienst, da gründlich Wandel geschaffen zu haben; er hoffe und wünsche, dass die heutige „Darum gräm' ich mich uicht. seh' ich Euch nun sterben, Klage nicht, hör' ich den Herbitwind stöhnen. Nicht für mich habt Ihr geblüht zur Sommerszeit, Meinen Kummer habt Ihr nicht gelindert und mein Leid — Jede Klage mag in mir verstnnnnen! — Welkt! — Ich Hab' für Euch nicht Thräuen, schöne Blumen!" Und seine nationalen Lieder? Sie geben Zeugnis von seiner innigen Liebe zu seinem Volke, sie sind voll Kraft und Schönheit, wie diese Lyrik überhaupt. Ein echter Dichter seines Volkes — wie ans dessen sangreicher Trauer doch immer ein Ton der Hoffnung spricht auf eine bessere Zeit und Zukunft der Menschen überhaupt — so beseelt auch ihn — den Sänger — der Glaube an eine neue und herrliche Zukunft des Judenthums. „Bist Du airch von Leiden müd' Wein' nicht! Tn bist nicht verloren. Sei getrost, mein Volk, getrost! Wieder hat Dich Gott erkoren! Hörst D»? Durch die Wolken zieht Engelreine Melodie, Süße Seraphharmorlie. — Hörst Du schon das neue Lied? Wieder wird der Oelbaum grünen,' Glänzen »vird die Apfelsiu', Wieder wird Dein Gott Dich Wecker» Und wird bringen Dich dahin. Nach der langen Wanderschaft Sollst D»» athmen da mit Lust, Und in Deinem heil'geu Land' Hebt Dir edler Stolz die Brust. Grausam u»»d mit bitter'»»» Spott, Wird Dich nie»na»rd mehr vertreiben, Gut irnd ruhig, wie dereinst, Wirst Di» in der Heimat bleiben. — Schreite rüstig nur die Pfade Nach dem alten Vaterland, Dort flanlilit noch ein Lebensstilike An der eingefall'iien Wand!" jüdische Feier zur nationalen Befestigung möglichst beitragen »verde. Hierauf sang Obercantor B a »i e r mit feinem Tempelchor unter Lörvi t s Leitung zur Jntrvduction ein deutsches Lied. Sodann folgte das Entzünden der Menorah nebst Vortrag der Segenssprüche und Gesänge. Herr?) o r k - S t e i n e r ergriff hierauf das Wort zur Festrede. Wir leben in einer Zeit der Revision und Secession, alte Begriffe erleiden eine vollständige Umwert»mg und Umwandlung, die alten Bande lösen sich. Das treibt die Gleichgesinnten zur Sammllmg um den Entscheidungskampf um die Herrschaft der Zukunft gerüstet zu erwarten. Auch für das Judenthmn ist eine Zeit der Revision und Saunulung gekommen, und dies geschehe unter dem Zeichen der nationalen Einigung. Redner gibt sodann eine Inhaltsbestimmung der Begriffe Hellenismus und Nazarenerthum. Die Ansicht, dass das biblische Jndenthnm ebenfalls asketisch ist, fei falsch. Tie Bibel gebietet bloß seelische Vertiefung, doch keine Entsagung. Wohl hat sich später durch die mittelalterlichen Verfolgungen das jüdische Gemüth verdüstert, aus diese»»» Zustande ist das Entstehe»» des Ghetto zu erklären, der Jude zog sich zurück, betrogen und enttäuscht in feiner Hoffnung, verdüstert, verstört, misshand-'lt, in seinem besseren Gefühle verletzt, bedroht in seiner Sicherheit, verarint und verfolgt. Sv musste er 6 Tage lang im Schmutze des Lebens wühlen, feinen Hunger zu stillen, ein Stück Weißbrot für den Sabbath zu erringen. Redner schildert in glühenden Worten die Poesie des SabbathS, an dem Vie große jüdische Lebensfre>lde durchbricht und sich der Geist vom Elend des Exils befreit, .Kein Licht verlöscht unter der Herrschaft der Prinzessin Sabbath, nur die Fenster wären verhängt, damit kein neidischer Gaffer störe. Die Sabbathruhe erhält uns die Kraft des Lebens, auch jetzt sei über ilils die große Sabbathruhe gekommen, die Fenster sind verhängt, draußen tobe die missgünstige Menge, aber hier seien wir in brüderlicher Liebe verein', ntemanb störe nns, niemand verlmrge, dass wir uns verleugnen. Eine große Zeit sei für nns gekommen, wir haben nns selbst gefunden, damit zugleich unsere Brüder. Die uns für Phan:asten halten, wissen nicht, dass Sabbath ist in uns, während sie in Wochentagen wandeln. Wie haben die Fenster verhängt, dieweil es Sabbath ist, mau möge unbesorgt fein, »vir werden keine Lichter verlöschen, kein finsteres Ghetto gründen, wir stehen mitten in der Woche der Liederweihe, in der Erinnerung: Hirnoeg mit der Klage! Ein großer Held hat gestritten, ein großer Sieg war errungen, es war einmal und es kann wieder so geschehen. Zum Thcile sei das Wunder schon vollbracht, es sei eine Einigung des Judenvvlkes zu bemerken unter dem Banner Davids, der Schlachtruf heißt: Jirda Maccabi! Die Devise lautet: Freudigkeit und Liebe! (Lauter Beifall.) Nachdem noch Herr Deiner gesprochen, rcciticrte Herr Hofburgschauspieler Löwe in.gewohnter glänzender Weise den „Psalm" vor» Leo Rafaels. Tosender Beifall durchbrauste nach diesem glühenden Gedichte den riesigen Saal. — Nach einer kurzen Rede Dr. Herzls sang Frl. Spitz, von Herrn Wolf accvmpagniert. mit reizender Stimme einige Lieder. Damit schloss der vfsicielle Theil der Feier. Hierauf begann der Tanz, der zur Zeit, da diese Zeilen geschrieben werden, noch fröhlich fortdauert. Wien. (Zur La n dt a g s w a h l.) Eine Gegenü b e r st e l l n u g der letzte»» L a n d t a g s »v a b l (4. November 1896) und den letzten R e i ch s r a l h s »v a h l e n der Städtecurie (21. März 1807) mit der letzten Mariahilfer Wahl ist nicht uninteressant. 1891. 1897 1899 . . 5232 5339 6150 . . 3200 3363 4374 . . 2119 2366 2438 841 802 . . — 53 273 . 12 — 801 Danach waren: Berechtigte Wähler . . . Stimmen abgegeben . . Hiervon entfielen: Ans die Christlich-Socialen Ans die Liberalen . . . Auf die Deutschnationalen Auf die Socialdemokcaten Unter den 801 socialdemokratischen Stimmen sollen gutem Vernehmen nach gegen 500 jüdische Stimmen sein. Snaz. (C h a n u k n f e i e r.) Wie alljährlich, gab es auch Heuer in unserer Gemeinde eine scköne Chanukafeier, die von der Gemeinde veranstaltet wurde. Sonntag den 26. d. M. fand nachnlittags im Tempel ein Festgottesdienst statt, »vorauf im Saale der Cultusgemeinde die Channkabescherung vvrgeuonuuen »vurde. Es »vurdeu insgesammt 25 Kinder reichlich mit Kleidern für den Winter ausgerüstet. Mit einer schönen Ansprache unseres Rabbiners Dr. S. Ster n. in »velcher derselbe auf die Bedeutung des Chanukafestes in religiöser und nationaler Beziehung hinwies, schloss die Feier. Chtnmeiz. (Der Schutz der G e u b a r nt e v i e.) Berslvsfew>n Samstag war unsere Stadt der Schauplatz »vüster Delttvilstrationen. der natürlich sofort seine Wirkmig that. Die feige Menge stob auseinander. Verwundet wurde natürlich niemand, verhaftet aber von alleit Demonstranten — einer. Das ist der Schutz der Gendarinerie für Juden. Chrndim. (I n d e n d e in o n st r tt f t o lt c n.) Man schreibt uns unterm 27. d. M.: Ans Ihre Anfrage rücksichtlich der gegen die Inden gerichteten Demonstrationen im benachbarten W c e l a k o v kann ich Ihnen mittheilen, dass es sich in diesem Falle »virklich mehr um eine einzelne Büberei, als um eine Demonstration handelte. Vorige Woche haben einige halbivüchsige Buben ihren: durch die Aufhebung der Spracheuvervrdnuugen verletzten Nationalgefühl dadurch Genugthuung z»t verschaffen geglaubt, indem sie einem unserer Glaubensgcnossen eii» Anslagesenster eimvarfen. Nach ihrer heldenmüthigen That ergriffen die mannhaften Bursche sofort die Flucht. In der Nacht versammelten sie sich jedoch »nieder und belvarfen die geschlossene Ladenthüre mit Steinen, entfernten sich jedoch mit möglichster Beschleunigung, als sich ein Wachmann blicken ließ. Allerdings ist es bezeichnend, dass inan bis heute noch keine Spur von der» Thäteru hat. Przibranr. (P o l n a e r Taktik.) In »vahrhaft scheußlicher Weise sind in den» benachbarten Mil in die Folgen der Pvlnaer Hetze zutage getreten. Man hat den Juden nicht die Feilster eiilgeschlageu. Aber a ch t Häuser, in denen Juden »vohnen, wurden in der Nacht vom 21. ans den 22. mit Blut b e s »t b e l1, zirm leuchtenden Wahrzeichen ezechischer Bildung und Humanität. Trotz allen Nachforschens ist es bislang nicht gelungen, die Namen der rohen Buben zu eruieren. Sie stehen offenbar unter dem geheimen' Schutze der ezechischen Bürgerschaft. Meran. (Professor Lazarus.) Die „N.F.Pr." rneldet: Kaiser Wilhelm sendete Herrn Pros. Lazarus anlässlich seines fünfzigjährigen Doctor-Jubilänms den Kronen- Orden dritter Classe. Das gemüthliche Heim des Gelehrten in der Billa Kikontban in U»lter-Mais ist festlich mit einlaufenden Gaben geschmückt. Lazarus, der eben einen dreirvöcheutlichen Katarrh überstanden, der ihrt zum erstenmale seit seinem langjährigen Hiersein zeitweilig ans Beit fesselte, cmpfieng dieser Tage die zahlreichen Gratulanten, die Mitglieder der Cnrvorstehnng, eine Deputation der Königswarter-Sliftung rc. Glückivunschtelegramme laufen schon seit einer Woche ein; es telegraphierten das Wiener Curatorium der Gesellschaft für Sammlung von Kunstrmd historischen Denkmälern des Judenthums, der Rector und der Senat der Berliner Universität, die dortige philosophische Facultät (Decan Schmidt) und die Wiener Festversammlung des Politischen Volksvereines. Frau Nahida R u t h, die Gemalin Lazarus', schenkte ihrem Manne ein Buch, das Sprüche und die schönsten Gedanken ans seinen sämmtlichen Werken enthält. Schriftsteller Bernhard M ii n z sendete seine über Lazarus verfasste Broschüre. Auch eine große Zahl von Briefen ist emgetroffen, mit deren Durchsicht der greise Gelehrte sich stillvergnügt beschäftigt, während durch die Fenster der herrliche Spätherbstsonnenschein in die trauliche Wohnung des Jubilars flutet. Lemberg. (Wie man Juden behandelt.) Trotzdem die jüdische Bevölkerung hier bedeutende Steuerlasten zu tragen hat und fast den dritten Theil zu den Gemeindesteuern beitrügt, gelang es den 18 jüdischen Gemeinderäthen nicht, einem Inden den wolildotierten Posten eines Laternenanzünders beim löblichen Magistrate zu verschaffen; bei den großen Arbeiten der Wasserleitung und Erdarbeiten »vurde nicht ein einziger jüdischer Arbeiter beschäftigt. Natürlich hat das z»tr traurigen Folge, dass junge, kerngesunde Leute aus Mangel an Beschäftigung und Arbeit dem entrvürdigenden Bette! verfallen und sich um Unterstützung an unseren Cnltusvvrstand wenden, um ihren verhungernden Familien das trockene Brot zu verschaffen. Der Vorstand hat daher beschlossen, ihnen Beschäftigung als Holzhauer zu geben; es wurden ihnen die nöthigen Werkzeuge verabfolgt, und erhalten sie außer dem Hackerlvhne noch einen Zuschuss von 50 kr. per Klafter vom Vorstande. Freudig uiid »villig meldeten sich viele Juden zur Arbeit, und hatten »vir Gelegenheit zu sehen, »vie in unserem Waisenhause 18 jüdische Arbeiter 10 Klafter Holz rasch und geschickt verkleinerten und jeder von ihnen 1 fl. 50 kr. täglich verdiente. Da die hiesigen christlichen Holzhacken bezüglich des Preises rartelliert sind, nahmen sie unsere jüdischen Holzhacker in das Cartell auf, damit der Preis erhalten »verde. Es ist nur zu wünschen, dass unsere Glaubensgenossen, Vereine u»»d Gretsler diese ehrlichen Arbeiter beschäftigen sollen. Der Vorstand hat eine besondere Commission zmn Zwecke der Verschaffung vo>» Arbeiten für arbeitsfähige Glaubensgenossen eingesetzt, und ist zu hoffen, dass sich hunderte solcher arbeitenden Farnilien von ihrer ehrlichen Handarbeit ernähren können. Es ist aber auch die Pflicht nilserer jüdischen Geineinderäthe, dass sie im Magistrate sich für diese Arbeiter interessieren, mit» nicht, »vie es unlängst vvrgekommen, »vv es sich n»n die definitive Anstellung einer jüdischen Lehrerin handelte, 4 jüdische Gemei»»deräthe fehlten, denen die Schuld zuzuschreiben ist, dass „Hotel Liverpool" czechtsche 18 Sllmmeu auch Gendarmerie requiriert wordert, aber »vie gcrvöhnlich in ungenügender Anzahl. Nach der Bersainrnlung zog die Menge vor die dem Hotel gegenüber liegende Wirklvarenfabrik des I. R n c, wo auch die Gendarmerie postiert rvar, und begann unter Johlen »md Pfeifen die Fenster einzuschlagen. Die Gendarmen suchten die Leute auseinanderzutreibeu. aber ohne Erfolg. Der ganze Hanfe »nachte einfach Kehrt und zog ..»»ter dem Abbrüllen nationaler Lieder in die Stadt, die Gendarmerie hinterdrein. In der Stadt »vurdeu sodann unter den Rufen: „HülSner! Koscher! Schlachten! Pvlua!" rc. bei Juden ungefähr 100 Fensterscheibe»» eingeschlagen, ohne dass die Gendarmerie sich entschließen konnte, ernsthaft einznschreiten. Endlich »vurde auf die Menge ein Bajonnettangriff gemacht, Seetions- und Gemeinderathssitznng fehlen, da sehr vft bei Abstiinmungen den Ansschlag geben. Ausland Berlin. (Eine S »» b v e n t» v n.) D:e jüdische Gemeinde in W. (Provinz Hessen-Nassau) petitionierte beim Cultusministermm um eine Subvention zum Zwecke des Neubaues ihres Schulhauses. Diese Woche hat obgenannte Gemeinde eine Zuschrift erhalten, »vonach das Cultnsministerium von seinem Extra-O» dinarium 7500 Mark zum gedachten Ztvecke zu bewilligen sich veranlasst fand. Fast sämmtliche hiesigen Blätter sprechen ihm ihre Befriedigung über diesen Beschluss ans.