Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1899)
- Issue
- 37 (27.10.1899)
- Date
- 1899-10-27
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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N.nv 4 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 27. Del,ober 1899 Nr. 37 Der Einsender hat noch eines vergessen: Es wäre auch deshalb an der Zeit jüdische Abgeordnete zu wählen, weil der jetzige Polenclnb iin Reichscathc, der lediglich die Macht frage im Auge hat, ganz unbeschadet der nationalen Interessen seiner Wähler, ganz einfach zur Regierung in Opposition tritt, ohne darnach zu fragen, ob das auch den Inden paßt Die Juden in Galizien haben kein Interesse an solch einer Opposition und schon darum mäßen sie sich gegen die Wahlen in den Polenclnb anflehnen. Die Red. Brünn. (Zn den E x c e s s e n.) Holleschan und Wsetin und in langer Reibe die anderen Jndengemeinden Mährens sind jetzt berühmt geworden. Wir schämen uns, für das Kronland noch weitere Details zu berichten und hoffen, dass die czechischeu Demonstranten gegen die Sprachen- Verordnungen bei den Gerichten für die damit in cansalem aber nicht tragischem Zusammenhänge stehenden Rohheiten gegen die Inden bald den verdienten Lohn finden, sei das Uctheil nun in deutscher oder czechischer Sprache. Prag. (Zn den Judenverfolgungen in Böhmen.) Einzelheiten ans der traurigen vergangenen Woche zn berichten, tvelche ein Schandmal in der Geschichte der Menschheit und besonders Oesterreichs bedeutet, wäre wohl verspätet. Tie Tagesblätter haben leider täglich die aufregenden Neuigkeiten in die Welt posauuen müssen, und wir wollen hier nicht eine lange Liste der rohen Gewaltthätigkeiten, welche noch immer nicht abgeschlossen ist, bringen oder uns auch nur der geringeren Mühe unterziehen, nur die Orte zn nennen, wo keine Ausschreitungen gegen die dort wohnenden Inden begangen wurden. Was wir bezwecken, ist, uns über Ursachen und Wirkung der Bewegung anszusprechen, denn wir können nicht ruhig mitansehen, dass unser Volk als Prügelknabe und nur als solcher behandelt wird. Es war den Deutschen nicht recht, als die Inden ins czechische Lager Übergiengen, den Czechen nicht, als sie mit den Deutschen giengen. Das, wäre begreiflich. Aber auch bei der Partei, welcher die Inden gerade eine unentbehrliche Stutze abgaben, wurden sie stets mit Undank j ÖaiI5eu gelohnt. Wir sollten ans der Vergangenheit lernen und sehen, war. Wie der Johannesbarger Corre,pondent des .Manchester dass wir ebenso wie die Deutschen und Czechen, ein B-'lk! ® ^a r^ u<< ^"wm Blatte berichtet, sind die Ursache de? bilden müssen, daö seine Rechte mit Kraft zn wahren weiß, uicht etwa Engländer, sondern nur ein Häuflein stritten. Nun hat aber eine polizeiliche Untersuchung (es ist in Bayern verboten, ohne polizeiliche Erlaubnis Sammlungen zn veranstalten) die Thatsache zutage gefördert, dass t h a ts ä ch l i ch weit und breit unter den Inden B a y e r n s Geldsa nt m lungen z u g n n st c n des D r e y f n s v o r g e n o m men w o r d e n s e i e n. Das ist N'ieder ein echtes Jndenstück. Für den Feind Deutschlands, Dreysns, sammeln deutsche Inden, weil ihnen der Jude näher steht als Deutschland. Gibt zn denken!" Jawohl, gibt zu denken, nämlich ob nicht gegenwärtig der berühinte Carl und seine verschleierte Dame, die den Dreyfns-Feind Qncsnah de Beanrepaire in Paris so schön hineingelegt haben, jetzt die antisemitische Presse Deutschlands als Arbeitsgebiet erkoren haben. Berlin. Dass selbst antisemitische Zeitungen in Deutschland einsehen, dass mit der Nitnalmordlüge in Deutschland kein Geschäft zn machen ist, beweist das Beispiel der agrarischantisernitischen „Deutschen Tageszeitung", die am 21. October schreibt: „Zum Polnaer Mordprocesse beruft sich die Mische Presse auf die Urtheile katholischer und evangelischer Theologen, j nach denen die Beschuldigung, dass das I n d e n t h n m E h r i st e n b l n t zu rituellem Z w e ck e v e r w e nd e, durchaus unbegründet sein soll. Das ist gewiss richtig. Es wird keine rituelle Vorschrift des Jndenthnms geben, in der die Verwendung von Christenblnt empfohlen oder vorgeschrieben ivird. Deshalb glauben wir an r i t n e l l e B l n tm o r d e in der eigentlichen Bedeutung des Wortes nicht — auch jetzt n a ch dem Polnaer Processe nicht. Wenn das Jttdenthum sich gegen das Märchen des sogenannten Ritualniordes wehrt, wird ihm kein Mensch das verdenken." Es ist ein erfreuliches Zeichen, wie weit die stete Aufklärungsarbeit doch die deutsche Oessentlichkeit unterrichtet hat, dass selbst ein so jndenfeindliches Blatt, wie die „Deutsche Tageszeitung", darauf verzichtet, mit dem Ritnalmorde Jndenhetze zu machen. London. (Der Krieg gegen Transvaal wegen der Juden.) Jetzt weiß man wenigstens, dass die Aufregung der Weit über Englands schmähliches Vorgehen unnöthig für die jüdischen Angelegenheiten bewahrt, war mehrmals Präsident der jüdischen Gemeinde in Mailand und steht noch heute an der Spitze einiger jüdischer Wohlthätigkeitsvereine. Manchester. Auch unsere große Fabriksstadt wird nächstens einen jüdischen Lordmayor haben. Dr. Dreyfns, der den Bezirk Bradford Ward im Stadtrathe vertritt, hat die besten Chancen, zum obersten Bürgermeister gewählt zn lverden. New-Aork. Abermals sind neue Synagogenbanten zn berichten. In Fremont, Ohio, hat sich eine jüdische Gemeinde gebildet, die den Grundstein zu einer Synagoge gelegt hat, desgleichen in Glen Corse, L. I. Die neue Synagoge in El Paso wurde am 6. September mit großer Feierlichkeit eingelveiht. Dabei nahmen die Prediger der Methodisten, Episcopalisten und Presbyterianer theil an der Feier. Satt Francisco. In wie großer Zahl die Juden als Freiwillige in dem amerikanischen Heere bteiterr, konnten wir wieder einmal am Bersöhnnngsfeste sehen. Das 27. New-Uorker Regiment ist auf dem Wege nach den Philippinen in unserem Hafen, und nicht weniger als 50 Soldaten aus diesem Regimente nahmen am Gottesdienste am Jomkippnr theil. Um diese Ziffer recht zn würdigen, muss man sich vergegenwärtigen, dass dieses Regiment im ganzen nur 600 Mann Bestand zählt, also fast 10°/o Juden hat. inüyeu, daö feine Rechte bevor wir, uns, wie gegenwärtig, isoliert und unorganisiert, dem Wütheu der Feinde ausgesetzt sehen. Heute wollen weder die Deutschen, noch die Czechen daran denken, dass es die Juden waren, welche sie bis zur Spitze ihrer Macht eniporgehoben haben, und heute, wo sich die beiden todfeindlichen Nationen, ans wirtschaftlichen Gründen schon, außerstande sehen, das verhetzte Volk zn einer vernunftgemäßen Friedfertigkeit abzuwiegelu, wo sie die Möglichkeit verloren haben, die Massen gegen die eigene lügnerische Politik zn führen, wo sie uni ihre bedrohten Mandate zittern, wirst man dem feingekleideten und deni schnapstrinkenden Mob den Juden vor. Und im Taumel der einmal erweckten Raubthiergelüste sollen sie nun die jahrelange Feindschaft vergessen. Das dürfen wir uns nicht ruhig gefalle« lassen. Wir haben hier nicht nur Leben und Besitz zu retten, sondern wir müssen auch zeigen, dass wir eine Nation sind, die im öffentlichen Leben Rücksicht und Achtung verdient, mit der mau rechnen muss, die man nicht opfern darf, wenn dieses Oesterreich nicht ganz abwirtschaften soll. Falkettütt. (Pfaffen-Fanatis in u s.) Wie ans Schlackenwerth gemeldet '.vird, haben die dortigen Katholiken eine glänzende Probe katholischer Unduldsamkeit abgelegt. Dr. Anton E i s e n k o l b hatte durch seine Bemühungen durchgesetzt, dass in Schlackenwerth nach einer Panse von 207 Jahren wieder einmal ein protestantischer Gottesdienst abgehalten werde. Nun setzten die Katholiken alles daran, den Gottesdienst zn Hintertreiben. Zuerst sollte der Saal, der hierzu bestimmt war, ailsgemietet werden; als das nicht gelang, versuchte man es mit anonymen Drohbriefen. Aber das nützte ebensowenig, wie die Einschüchterung der beiden Herren, welche das Harmonium leihen, resp. darauf während der Eeremonie spielen sollten. Der Gottesdienst wurde dennoch abgehalten. Da brauchen wir Juden uns bald über nichts mehr zn wundern. Krakau. (Zur Polnaer As faire.) In einer Versammlung wurde beschlossen, den Krakauer Neichsrathsabgeordneten Dr. Weigel und Dr. S ok o l v w s ki, welche die Interpellation Dr. B y k ilnd Dr. N a p P a p o r t in Sachen der Polnaer Asfaire unterschrieben haben, das Misstrauen auszuzusprechen und sie zur Riederlegung des Mandates ausznfordern. Die Herren werden das Minoritätsvotum wohl anshalten können. Budapest. (U e b e r t r i t t z tt ru K a t h v l i c i s IN u s.) Ter ungarische Rabbiner Dr. P. Tis in au hat sich dem Vernehmen nach nach Rom begeben, uni zn Allerheiligen zum Katholicismus überzntreten und Mitglied des Ordens der Franziskaner zu werden. Auch seine Schwester, eine Aerztiu in Mostar, soll am gleichen Tage in einem Nonnenkloster, in welchem sie schon weilt, getauft werden. Berlin. Die hiesige antisemitische „Deutsche Reform" schreibt in ihrer Nr. 43 vom 22. October: „Dreyfns- Samnllnttgen in Deutschland. ES wurde von der Jndenpressc bestritten, dass die Glaubensgenossen in Deutschland und anderen Ländern große Summen gesammelt hätten, um für die Wiederaufnahme des Dreysus-Processes Stimmung zu machen. Da passiert den deutschen Stammesgenossen des französischen Capitüns jetzt ein kleines Unglück. Antisemitische Blätter hatten mitgetheilr, dass die „Alliance Israelite“ in Müncheil und zahlreichen anderen Städten Gelder für das Dreyftis-Syndicat gesammelt hätte. Ties wurde von dem Vvrsitzendenden des Münchener Zweigvereilies der „Alliance Israelite“ Dr. M erzfelder in einer Berichtigung be- Jnden, natürlich deutscher und russischer Inden, tvelche englische Nationalität angenommen, ihre Abstammung aber hinter schlecht anglrsierten Namen zn schlecht verborgen haben. Und diese paar reichen Inden sind gar nicht einmal mehr dort, sondern haben sich und ihr Geld rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Jetzt begreifen wir tvenigstens, warum die deutsch, nationalen Antisemiten Oesterreichs für die Boeren sammeln. London. Unter den nach Afrika gesendeten Militärs befinden sich eine ganze Anzahl von jüdischen Soldaten. Der „Jewisli Ghronicle“ veröffentlicht eine Liste von solchen, die bereits verschifft sind und zählt dabei ans: Major E. F. L e v e r) o n von den Royal Engineers, Capitän E. S. Goldschmidt vom Welsh-Regimente, Lieutenants H. I. Stern vom 13. Hnsaren-Regimente und F. G. C a n n o t vom Geueralstabe, sowie 57 Gemeine und Unterofficiere. Diese letzteren vertheilen sich ans alle Waffengattungen und Regimenter, sogar unter den Schotten und der Garde finden sich jüdische Soldaten, ebenso unter den Lanciers und Husaren, die nach Afrika abgegangeu sind. Auch unter den Freiwilligen ans den Colonien, die an dem südafrikanischen Kriege theilnehmen, befinden sich eine ganze Anzahl jüdischer Ofsiciere und Soldaten. So stehen bei den Natal Carabiniers die Lieutenants H. M. Landsberg. F. O. Stiebel und I. Abrah'ams und bei den Cap-Hochländern Lieutenant F. H. Golomens. Biele andere jüdische Soldaten und Ofsiciere mögen unter diesen Truppen stehen, ohne dass man davon weiß, denn bei dem englischen Militär fragt man nicht nach der Religion der Soldaten. Wenn man indessen auch nur die obengenannte Zahl von 4 Officieren und 57 Soldaten unseres Glaubens in Betracht zieht und bedenke, dass in England nur '/, Percent der Bevölkerung Jaden sind, so ist die Behelligung der Inden am englischen Heeresdienste umso bedeutsamer, als ja dieselbe bekanntlich hierzulande eine ganz freiwillige ist. London. Auf dem diesjährigen Congresse der englischen Kirche las der Decan von Worcester einen Aufsatz vor über „Die religiöse und sociale Lage der Juden in der Gegenwart". Der Vortrag war zwar bemerkenswert durch seinen wohlwollenden Ton, aber leider voller Jrrthümer über die Verhältnisse der Inden außerhalb Englands. Dies ist ein deutliches Beispiel, wie wenig man über die wirklichen Verhältnisse der Inden unterrichtet ist. So erklärte der Decan, in Russland gäbe es zwei Seelen von Juden, die Orthodoxen und die Chassidim, welche viel freier und liberaler seien, als jene. Niemand wird mehr darüber erstaunt fein, als die Chassidim selber, dass man sie als Liberale bezeichnet. Dagegen sprach der Decan seine Achtung vor den englischen Inden ans, die in religiöser Beziehung, in Rücksicht ans ihre Fürsorge für den Unterricht und vor allen Dingen in ihrer generösen Wohlthätigkeit ihre christlichen Mitbürger weit übertreffe». Es macht dein christlichen Geistlichen alle Ehre, dass er sv rückhaltslos die Vorzüge der Inden mierfeitut. Paris. In der kommenden Saison wird die Komische Oper ein neues Stück „Der polnische Jude" aufführe» von einem jungen Cvmporiisten, Camille Erlanger, der schon den großen Preis voll Rom davongetragen hat und zur Zeit Chordirectvr der Synagoge in der Rue des Tournelles ist. Mailand. Der berühmte Philologe Grazadio Jsaia A s c o l i feierte dieser Tage seinen 70. Geburtstag unter hohen Ehren. Auch vom König von Italien war ein sehr schmeichelhaftes Gratulativnc-schreiben eingelanfe». A s c o l i ist in Mailand geboren, lvv man ihm zn Ehren die Straße, in der er wohnt, nach ihm benannt hat. Seit 168!) ist Ascoli auch Senator von Italien, aber trotz der hohen Aemter und Die National-Oekonomie des Judenthums. Von Dr. E. H. (Schlussartikel.) Die Makkabäer-Bewegung hat. wie bekannt, mit der Pceisgebang der eigenen Bolsindividnalität gründlich aufgeräumt. Ich unterlasse die Darstellung dieser Epoche und übergehe auch die weitere wirtschaftliche Entwicklung unseres Volkes, denn es war nicht die Aufgabe dieser Ausführungen, Geschichte, auch nicht Wirtschaftsgeschichte zn erzählen. Mich leitete ein anderer Gedanke, dem geiviss nicht alle Actnalität abgesprochen werden wird. Wir Jnpen stehen nämlich auch heute wieder ans dem Punkte, wo eine wirtschaftlich-sociale Regeneration unserem Volksthum dringend noththnt. Und wie anders sollte diese Anffrischnng der socialen und materiellen Kräfte unseres Volkes vorgeiiommen werden als durch eine stärkere Betonung der Grundsätze, die der geniale Schöpfer unserer Gesetzgebung, der unser Volk zuerst national fühlen und denken gelehrt hat, in seinem unsterblichen Werke ausgesprochen hat? - Dass von einer unmittelbaren Uebertragnug der mosaischen Wirtschastsgesetze auf die heutigen social-ökonomischen Zustände unseres Volkes nicht die Rede sein kann, das ist ja jedem klar, der sich nicht in aussichtslosen Utopien ergehen, sondern praktische Socialpolitik treiben will. Aber ans dem unerschöpflichen Born der mosaischen Lehren im Zusammenhalte mit der vieltausendjährigen Erfahrung, ans die unser Volk znrückblickt, ergeben sich wertvolle Directiven für das Verhalten, welches das heutige Judenthnm ans nationalökvnomischem Gebiete an de» Tag legen soll. Wer reformieren will muss vor allem wissen, wo er die Schäden zn suchen hat, die er beseitigen will; er muss den Zuständen, die ihm ungesund erscheinen, bis auf den Grund gehen und wie ein richtiger Arzt den Krankheitserreger zn entfernen trachten. Was nun die nationalökonvmische Lage des Mischen Volkes in der Gegcmvart betrifft, so sind da hauptsächlich zwei Gefahren zn cvnstatieren, die immer drohender und bedenklicher ans das Judenthnm einstnrmen und denen es unbedingt ans dem Wege gehen muss, wenn es nicht selbst an seinem Untergänge arbeiten will. Und das ist der springende Punkt bei der Erwägung, wie die Verhältnisse des Jndenthnms sich in Zukunft gestalten sollen. Denn der — gewiss nicht wenigen — Feinde, die unserer nationalen Existenz von außen znsetze», werden wir uns mit Gottes und des unter eine Fahne gescharten jüdischen Volkes Hilfe wohl erwehren; diese stets wechselnden,aber immer vorhandenen Geg ner haben uns während zweier Jahrtausende nicht untergekriegt: sie werden es in Zukunft noch welliger. Aber der Feind im Innern darf uns nicht über den Kops wachsen! Die eine der beiden Gefahren, von denen ich gesprochen habe, ist die Verleugnung ihrer Nationalität seitens vieler der Bestsitnierten unseres Volkes. Das sind, ins Moderne übersetzt, dieselben Leute, die dem Autiochus Epiphcmes zuliebe ihr Volk vergaßen: ans engherzigem Classeuinteresse, aus falscher Scham über die jüdischen „Unarten", ans Liebedienerei gegenüber etlichen Großen, die ihnen zum Danke für den Bvlksverrath einen klingenden Titel oder ein Bändchen fürs Knopfloch verschaffen. Es ist ganz gleichgiltig, ob diese Leute auch noch den letzten Schritt thnu und sich ausdrücklich und feierlich von dem Glauben ihrer Väter lossagen — innerlich sind sie doch jedenfalls ihrem Volke entfremdet und für dasselbe verloren, auch wenn sie ans irgendlvelchen Gründen diesen Schritt unterlassen. Schließlich kann ja unser Volk dieser bedauernswerten Känze entrathen, ohne eine erhebliche Schwächung befürchten zn müssen: Das Gefährliche ihrer Art liegt aber darin, dass sie ansteckend wirken und bewusst oder unbewusst Nachahmer finden i» charakterlosen Strebern. Dem muss Eillhalt gethau werden, die Epidemie muss eingedämmt werden, und das ist eine der Aufgaben der nationalen Bewegung im Judenthnm! Die zweite, noch weit größere Gefahr, die der normale» Entwicklung und einer ersprießlichen Neuregelung der wirtschaftlichen und socialen Verhältnisse des jüdischen Volkes eutgegeustehen, ist die in erschreckendem Maße mn sich greifende» P r v l e t a r i s i e r u n g unserer Volksgenossen. Verderbliche utopistische Lehren, die, unserer Eigenart gänzlich fremd, von außen in einen Theil der Jndeuschaft hineingetragen werden, Ehren, die ihm zutheil wurden, hat er immer sein Interesse > missliche politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zustände, 'Nk-.rL *.vf,: ..WKKU'IBi