Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1899)
- Issue
- 37 (27.10.1899)
- Date
- 1899-10-27
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. :>7 Jiiflisclies Voiksbinü 27. Oclobor 1890 SpHp 7 \Yi' i<. I-Yr;; u;>; -elche jenen Oeljrcit als cutfr Art Recictivn pcflcit sie noch Dichter Eingmig verschaffen, endlich eine m.s h.ii. /.ngener ^eit überkommene Sucht nach Anlehnung in i: i)ci.beiiicit anßnstehenden Machtfactor haben es mit sich gebracht, dass jener Zrocess, auf den Marx itub seine Jünger ihre Heilslehre innen, der sber mir dein Jndenllmm nichts gemein hat und einen fremdartigen, entstellenden Ing in dasselbe bringt, auch ms einen großen P-rcentsatz unserer Volksgenossen sich erstreckte. )as ist eine furchtbare Gefahr, die unserem Bolksthnme droht [mib der alle, die ein selbstbewusstes Jndenthnm wollen, kräftig entgegenarbeiten müssen. Wo,zu haben wir denn unsere schwer erkaufte und so siegreich beivührte Tradition ans religiösem, lethischem, politischem, socialem und wirtschaftlichem Gebiete stets wie ein Kleinod gehütet, wenn wir jetzt angesichts der lfvrtschreitenden Atomisierung der Massen bei den übrigen »Völkern sie nicht geradezu als ein Pallaoinm unserer Eigenart, innseres nnberwüstlichen Nationalcharakters betrachten nnd mit ganz besonderer Treue an ihr hängen? Alle Völker, welche im Alterthnm eine Nolle gespielt [fjnbeit, sind zugrunde gerichtet, nicht nur politisch und wirtschaftlich, sondern auch physisch nnd ethisch, denn die Ethnographen haben alle Mühe, ihre Spuren in den heutigen Generationen zu entdecken. Nur das Volksthum der Inden ist intact geblieben und hat die Jahrtausende überdauert. Das ist eine ganz außergewöhnliche Erscheinung, die ihre tiefe Ursache haben muss. Die imponderable Kraft, .die dem jüdischen Volke innewohnt und es gestählt hat gegen der Zeiten Flucht, liegt einzig und allein in der unauslöschlichen Tradition, deren wir uns nie entäußern dürfen, die wir niemals vergessen dürfen, um nicht ins Proletariat zu versinken. Wir Inden sind ein Volk des Mittelstandes, unsere sociale und ökonomische Politik ist nicht die des Großcapitalismus und auch nicht die des Proletariats, sondern sie ist vorgezeichnet von unserem großen Vvlkslehrer, der sich niemals überlebt haben rvird. Das ist die Nationalv k o n o m i e d e s I u d e n t h ll ni s! Jeden Donnerstag, 7 Uhr abends, findet ein derartiger Discnssionsabend statt, an welchem die P. T. Bereinsmitglieder in freier, ungezwungener Weise über die politischen Tagesfragen, wie über Bereinsangelegenheiten discutieren können. Die Mitglieder werden ersucht, diese Abende fleißig zu besuchen und auch eventuell F r e u i! b c n n d Bekannte m i t z n b r i n g e n. Ab nnd zu werden auch an diesen Abenden Vorträge hervorragender Männer über verschiedene tvissenschaftliche Themata stattsinden, zu denen den Mitgliedern, sotvie den von ihnen eingeführt.'N Gästen selbstverständlich der Eintritt freisteht.?®$ef Schuch II., Obere Donaustrasse 47 (vis-a-vis der AiigavIiMibrilrki'). Vier nsue Seifert-RillaMs mit Präcisionsinanünells. -fr- Täglich neöFfnat bis 3 Uhr früh, -fr- Sapanerte Spielzimmer. — Vorzügliche Erfrischungen. irr.cjam «umwv,* "-er; maa—i jwwmiwwhij iwim irmiin riMtfrumn1 Eingesendet. An die Wiener Juderrschaft! Das neue Schuljahr hat begonnen nnd mit ihm die Sorge rnancher Eltern, einen tüchtigen und richtigen Lehrer zu finden, dem sie mit ruhigem Gewissen den Privatunterricht ihrer Kinder anvertrauen können. Unsere Zeit ist ernst, die Wiener Schnlverhältnisse sind weder für die jüdischen. Kinder, noch für die jüdischen Lehrer angenehm und erfreulich. Den jüdischen provisorischen und definitiven Unterlehrern, die durch 4, 5, 6, ja 10 und 14 Jahre im Dienste der Commune Wien stehen, wird das Avancement gesperrt, sie werden unerbitterlich präteriert. Diese der jüdischen Lehrerschaft Wiens zugefügte sociale und ökonomische Schädigung soll die bemittelte Judenschaft unserer Stadt dadurch — wenn auch nur theilweise — wett zu machen versuchen, dass sie die Nebeneiukünfte durch Privatunterricht nicht dentschnationalen oder gar christlich-socialen Lehrern, sondern den jüdischen, unterdrückten Lehrern zuwendet. Eine Zuschrift an das Secretariat des „Jüdischen Volks- Vereines" (II./3, Haasgasse 8) genügt, um einen tüchtigen jüdischen Lehrer für den Hansunterricht zu erhalten. Ms den jüdischen Organisationen. (Der Indische Volksverein) eröffnet wieder die Reihe seiner Discussionsabende am 2. November n. 6. in seinem V e r e i n S l o c a l e, II., Haasgasse 8. Mittl-eilungen nm dem PMicrmr. > Der Herausgeber der „Wr. Nenigkeits-Corresp." Max! Ehrlich hat sich mit Fräulein Amalia Fuchs ans Znaim ' verlobt.! Dem bekannten Fleischhauermeister Gustav Hermann/ I., Schottenbastci 10, wurde von der Jury der Kochkunst- Ausstellung vom „blauen Kreuze" für vorzügliche Hochprima- Qnalität des ausgestellten Fleisches die „höchste Auszeichnung, das Ehrendiplom nnd die große Medaille mit der goldenen Palme" verliehen. (Von der Kochkunst-Ausstellung.) Die von der seit 30 Jahren in Prag bestehenden Firma Simon Berg ausgestellten Prager Selchwaren wurden durch die Verleihung der großen Medaille mit der goldenen Palme ausgezeichnet. Die Firma, die nach allen Ländern der Welt exportiert, besitzt nun seit April dieses Jahres in Wien (Innere Stadt, Franz Josefs-Quai Nr. 3) eine Niederlage, die lebhaft prosperiert: es scheint, als ob die weltberühmten Prager Selchwaren den Wiener ernstlich Eoncnrrenz machen wollen. (Siehe Inserat.) Versäumen Sie ja nicht -WW Leopold Bergers Restauration II/, Lilienbrunngasse 9 wöchentlich mindestens einmal zu besuchen. Seheil Sie sieh die Ausstellung in Getränken an, Qioiinon niüssen Sie über die Fülle und Reichhaltigkeit des für Olcllliit/il wenig Geld Gebotenen. . Sie nur die unübertroffenen liiere der weltberühmten Trinken NrnUi-rrlen fflllmlisohsr Pstrhräu, Orig, pilsnsr und vsggrhisr aus llrshgrs Brauerei. Qtärl/nn Sie sieh mit einem echten niedeiösterreichischen Wein Oldl Koll i/4 Riter von 9 kr. aufwärts. Kriyfkttsten. D. Fechter. Besten Dank. Leider unverwendbar. I. Springnt, M i l 0 v k a. Für die „Obrana Luda“ Dank. ' (S* Feuer. Dreyfns ist nicht getauft. Frl. Ella I. Leider unverwendbar. Vielleicht etwas anderes? E. Schwarz. Tr. Brief erhalten. Sendung leider wieder nicht verwendbar. Conereter Anlass und concreto Ausführung fehlt. Vielleicht machen Sie sich doch an das bewusste Thema? Nur Muth! Besten Gruß. . L. Kraus?. Unverwendbar. Sam. Kramer. Für uns leider nicht brauchbar. I. Hafner. Brief schon einmal abgegangen. Wir theilten Ihnen mit, dass die Sache unverwendbar sei und das Manuscript! bei uns erliegt. Versuch, X. Bez. Ein jüdisch-illustriertes Blatt, dem Sie das Bild einsenden könnten, existiert nicht. Vielleicht wenden Sie sich an die jüdischen Buchhandlungen Schlesinger, I., Seitenstettengasse, oder Lippe, II., Praterstraße. O. Nbeles. Die Skizze erscheint im heutigen Blatte. Vielleicht etwas Neues? Frl. Adda K. Sie meinen, wegen der Bemerkung in der „Fackel"? Was muthen Sie uns zu? Wir werden uns doch nicht mit diesem Literaturknäblein einlassen? Käfigeu. Ikee- Versandt-Haus KARL PERLES Wien, XVL, Grundsteingasse Nr. 61, offeriert: fl. 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November 1899, 7 Uhr abends, findet im Vereinslocale, I!., Haasgasse 8, ein freier Discussions-Abend statt, zu dom die VeroinsmitgUeder, sowie auch Gäste hüflichst eingeladen werden. Thema: Dia politisch« Lago dar Juden in Oesterreich. Die Vereinsleitung. WIIMflHi Prämiiert mit dar sllboruon Medaille. ERSTE PRABERl "iTO1SELCHWARENFABRIK mit Dampfbetrieb ——— smmm beug PRAG I WIEN Heinrichsgasse | XII., Schönbrunnerstr. 167 Wien, I., Franz Josephs-Qual 3 und Adlergasse 5. empfiehlt alle Sorteu seiner renommierten, anerkannt besten Selchwaren nach Prager Art erzeugt. (65) la. Mastochsenzungen, Rauchfleisch, sowie alle Sorten feinster Aufschnitte. Specialittit: „Italiener“ (Ugger-Würste). Preiscourante gratis und franco. von 11. 1.60, Plomben von 11, 1.— aufwärts. Zahnziehen 50 kr. Unter Garantie. XV., Marialiilferstrasse 166. Ordiniert von 1) bis 0 Uhr, Sonn und Foiortago bis 4 Uhr. 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