Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1899)
- Issue
- 37 (27.10.1899)
- Date
- 1899-10-27
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2432763-2432764-2432801--0332-2433879- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 37 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 27. October 1809 Seite 0 Eigenthlun beschädigt. Der Unwille der Ezechen kehrte sich gegen alle Inden, gleichwohl, ob sie nun bei der letzten Gemeinderathswahl deutsch oder czechisch wählten. Einem Prerauer Juden, der es stets mit den Czechen gehalten und sich nicht wenig darauf einbildete, wurden z w e iu n d z io a n z i g Fensterscheiben zertrümmert. Der Unwille der Slaven steigerte sich ailch zu barbarischer G r a u s a m k e i t. Ein altes Ehepaar wurde mit 12 Uhr nachts durch Steinwürfe au? dem Schlafe geweckt, an dein Hausthore wurde gerüttelt, und dass diese den Axtschlägen nicht nachgab, ist nur ihrem eisernen Beschlag zu verdanken. fragt das Blatt, „wird in Oesterreich so viel geplündert und demoliert?" und antwortet darauf, dass unsere Landbevölkerung unter allgemeiner Verelendung leidet und die Judcnhetzcn nichts anderes sind als die Folgen des unerträglichen socialen Druckes, der auf der Bevölkerung lastet. Damitmag die„Arb.-Ztg." zum Theile recht haben; allerdings müsste sie ergänzend hinznsügen, dass zum großen Theile die Hetze, ivelche in die nicht intelligenten Massen hineingetragcn wird, die directe Ursache der Excesse ist, und dass die Indolenz der politischen Parteien — auch der Socialdemokratie — gegenüber diesen Judenhctzen das Nebel soweit gezeitigt hat. Mas soll man auch vom Pöbel verlangen, wenn die Crürne der „Arb.-Ztg." in demselben Artikel, welcher die Greuel an den Mährend der Demolierungsarbeiten hörte man Schimpf- und Fluchworte auf die Juden. „Ihr verfluchter; Juden, wartet nur, Euer Blnt wird mir so in Strömen fließen müssen." Erwähnenswert scheint auch die Episode des Herrn M. U. Dr. Z. aus Prerau zu sein. Dr. Z., eine allgemein bei den Juden, Czechen und Deutschen, ob seiner Humanität geachtete Person, schien vor jedem Angriffe sicher zu sein. Nicht nur, dass er politisch indifferent war, schien für seine persönliche Sicherheit zu sprechen, sorrdern auch noch der Umstand, dass er durch seine aufopfernde ärztliche Praxis überall gerne gesehen wurde. Auch diesmal zeigte es sich wieder, dass der allgemeine Judenhass stärker ist, als eine persönliche Vorliebe. Die Wohnung des Herrn D r. Z. gehört zu den an: st ürksten h e r g e n o m m e n e n, über ein Kilo schwere Steine zertrümmerten seine Einrichtung. Die elektrische Leitung, die seine Privatwohnung mit dem Ordinationszimmer verbindet, wurde zerrissen. Dr. Z. musste sich um zwei Uhr nachts aus seinem Heim vor seinen ihn achtenden Mitbürgern in den Garten, der sich seinem Hause anschließt, flüchten. Dr. Z., der sein Wohlwollen auf diese Weise belohnt sah, fasste noch in diesem Augenblicke den Entschluss, Prerau zu verlassen, seinen Wohnsitz daselbst aufzugeben, wo er jahrelang gewirkt hatte. In der Frühe des nächsten Tages reiste er mit seiner Familie nach Olmütz. Dass ein solcher Abschied nicht thränenlos vor sich gehen kann, ist wohl selbstverständlich. Welche Lehre daraus zu ziehen ist, dürfte wohl nicht schwer fallen. Dass am Tage daraus einige alte Weiber ihrem geliebtenDoctor Thränen nachweinten, die sich an der Plünderung betheiligt haben mochten, ist umso bezeichnender, als im entscheidenden Momente — wie oben erwähnt — eine persönliche Vorliebe einem lang genährten Jnstincte weichen muss. Dass arische Lehrmädchen die Wohnung ihrer jüdischen Lehrfrau auch nicht achteten, wird jetzt niemanden wundern. In Krasna wurde der Tempel innen und außen stark beschädigt, sp dass er nicht wie ein Gotteshaus, sondern wie eine Ruine aussieht. So lässt sich die Reihe noch weiter fortsetzen. W e rd e n d i.e I u d e n n un e nd l i d) es lernen wol l en, d a s s; ein teutonisches Geberdenspiel oder ein p a n s l a v i s ch e s „Fühlen" ihre Zukunft n i . ch t retten kann? Werden unsere Stammesbrüder es einsehe n, dass wir selbst unsere nationale Politik betreiben müssen und fremde H i l f e u n s n i ch t f r o m men k a n n? Dadurch werden sich wohl d i e I u d e n nicht retten können, wenn sie i h r e S ch e i b e n a s s e c u r i e r e n l a s s e n.. Genehmigen Sie, geehrter Herr Redactenr rc. . M. R . . . d. Vom Tage. Die „Blntkügelchen" des Herrn Schneider. Wir erhalten von geschätzter Seite folgende Zuschrift: Die Herren Schneider und Gregor i g haben bekanntlich in der Interpellation, die sie an den Justizminister in der Angelegenheit Polncp gerichtet haben, von einer Sendung Kügelchen erzählt, die der Schächter K u rz w e i l in Goltsch- Jenikan an den Rabbiner Dr. Goldberger in Polna aufgegeben habe. Diele Sendung sei auf dem Postamte in Goltsch- Jenikan trotz ihrer wohlparfümierten Einhüllung verdächtig befunden und amtlich eröffnet, sodann vom Bezirksgerichte Hadern beschlagnahmt worden. So interessant diese Mittheilung war, da sie eine vielleicht weittragende wissenschaftliche Erfindung enthielt, nämlich eine neue Methode, Blut in Form von Kügelchen auszubewahren, so fehlt ihr nur eine Kleinigkeit. Sie ist nämlich nicht wahr. Die wissenschaftliche Welt muss sich noch etwas gedulden und kann vorläufig die Interpellation nur als Probe für die Phantasie und die Wahrheitsliebe der Schneider und Consorten verwerten. Lügen haben sonst sehr kurze Beine, in diesem Falle aber hat der Bureaukratismus dieselben etwas verlängerte Der Cultusvorstand in Goltsch-Jenikan hat nämlich bei dem dortigen Postamte, sowie bei dem k. k. Bezirksgerichte in Hadern um Berichtigung der Behauptung der Interpellanten angesucht, tu beiden Fällen aber ohne Erfolg. Der Postadministrator von Goltsch-Jenikan wandte sich telegraphisch an die Prager Postdireetion mit der Anfrage, ob er diese Berichtigung ansfertigen dürfe, erhielt aber den Bescheid, dass die Post zu derartigen amtlichen Berichtigungen n i ch t b e r e ch t i g t sei. Das Bezirksgericht in Hadern wies das Begehren ab mit der Motivierung, dass nur Kurzweil zu einem derartigen Verlangen berechtigt sei. So dürfen sich die unter dem Schutze der Immunität vorgebrachten Lügen lustig in der Welt herumtummeln, bis die verschiedenen Competenzfragen ihre Erledigung gefunden haben werden. Socialdemokratcn alö Erzieher. Die Judenkrawallo in Holleschau und Wsetin sind der „Arb.-Ztg." gcrade gut genug, um da mit die socialdemokratischen Thesen zu illustrieren. „Warum", Juden schildert, die Stelle einflicht: „Wie sich die Anwälte des „Judcnthums" über den Tod so vieler Menscken in dem Gedanken beruhigen, dass es sich um den Schutz jüdischen Eigenlhums gehandelt hat, und wie sie dabei nicht sehen wollen, dass der Judenhass keine bessere Nahrung erhalten kann, als eine Anschauung im Volke, dass den Inden zuliebe soviel Blut gcstossen sei, so stehen auch die nationalen Parteien dein Massacre, das das andere Volk betroffen hat, mit einer an Wohlwollen streifenden Gleichgiltigkeit gegenüber". Das heißt doch Dinge auf den Kopf stellen. Hebet den „Tod sovieler Menschen" kann sich die „Arb.-Ztg." nicht beruhigen, aber über die Austreibung von SCO Juden sehr leicht. Dagegen imputiert si<i anderen die Gleichgiltigkeit, die sie selber zeigt. Und warum? Nur weil sich die Leiter der „Arb.-Ztg." nix zu derkennen geben wollen. Angezeigter wäre es freilich zu sagen, dass die Greuel von Wsetin und ihre Opfer auf die Häupter jener fallen, welche nur mit Judenhass und Ehristenblut am Ruder zu bleiben vermögen; aber das läge nicht im Parteiinteresse, und die Parteibrille ist eben auch für die Socialdemokratie ein unentbehrliches Requisit. Zum Mädchenworde in Polna. (Eine Entgegnung.) Das „Deutsche Volksblalt" — beklagenswert die Deutschen und das Volk, in dessen Namen dieses Blatt spricht — das in der Polnaer Mordprocess-Frage die Fahne der Moral und der christlichen Liebe vorangetragen hat, beehrt mich in der letzten Dienstag-Sammlung seiner periodischen Gemeinheiten mit einer Anzahl Jnvectiven, indkm es die Aeußerungen des „Jüdischen Volksblatt" mit meiner Person identificiert und in hämischer Weise diese Aeußerungen für seine agitatorisch verhetzende Geschäftspraxis zu verwenden sucht. Wenn ich auch für die Wortwörtlichkeit der „Jüdischen Volksblatt"-Artikel ebensowenig die Verantwortung übernehmen kann, wie für die Verdrehungen des „Deutschen Volksblatt", so gebietet es doch schon der Reinlichkeitssinn, zu derartigen niedrigsten Produkten der modernen Journalistik, wie sie der Artikel des „D. V." präsentiert, nicht zu schweigen. Ich meine, dass es ebenso wenig eine Herabsetzung unserer Volksgenossen bedeutet, wenn wir uns mit einem jüdischen Blatte offen auseinandersetzen, als es die christlich-sociale Partei tangieren kann, wenn das „D. V." von dem Juden Bondy Geri chlssaal-Artikel bezieht; ich meine, dass es durchaus keine Herabsetzung der Prager Judenschaft bedeuten kann, wenn wir ihr die Ueberflüssigkeit einer christlich-czechischen Vertheidigung unseres Volkes vor Augen führen. Wenn die Lohnarbeiter des Herrn Vergani unter dem Einflüsse ihres redactionellen Mottos: caliunniare audacter semper aliquidhaeret“ also die Tendenz der „Jüdischen Volksblatt"- Artikel für ihre Zwecke benützen wollen, so muss man ihnen auf die Finger klopfen. Jawohl, es ist einfach unsinnig, die Interessenvertretung unseres Volkes anderen Nationen übertragen zu wollen, es ist mehr als das: es ist feig! Und darum hat das „Jüdische Volksblatt" meines Erachtens mit Recht dagegen seine Stimme erhoben, dass man ein christliches Tagblatt dazu berufen will, unsere Rechte zu vertreten. Selber müssen wir das thun. Dann wird man diese Vertheidigung wenigstens achten! Aehnlich verhält es sich mit der Stellung dieses Blattes zur Socialdemokratie. Weil das „Deutsche Volksblatt" und seine Hintermänner für die kommenden Gemeindewahlen den Popanz „Jude" mit allen Parteien in Verbindung bringen m u s s, von denen die Neuwahl unserer dermaligen Machthaber etwas zu fürchten hat, sucht es die Aeußerungen unseres Blattes als c o m p r o nr i t i e r e n d für die Socialdemokratie hinzustellen. DasGegentheil i st richtig. Insoweit die Socialdcmokratie trotz ihrer „allgemein menschlichen" Principien jedwede Vertheidigung der unmenschlich verhöhnten und misshandelten Juden ab lehnt, ist das Zeugnis dieses Blattes für sie das ehrendste. In jeder Nummer kann man es lesen, dass die Socialdemokratie ebenso erbärmlich ihre „freisinnigen, allgemein menschlichen" Pflichten erfüllt, wie die weiland liberale, oder wie sie jetzt heißt, die „fortschrittliche" Partei, wie die Polen und wie alle anderen Parteien, die ihr Christenthum, die Lehre von der Liebe zu allen Menschen, so ruhmredig herausflecken. Die Socialdemokratie ist ebenso antisemitisch, wie die christlich-sociale Partei, und wenn sie v o rsichtiger ist mit ihren national-politischen Glaubensbekenntnisse, so leitet sie dabei nur der Egoismus und die Scheu vor der Vergangenheit. Auch diese Scheu wird bald überwunden sein und dann wird von den beiden ebengenannten Parteien das Wort Heines gelten: „sie.... alle beide". Die paar jüdischen Führer der Socialdemokratie, die man heute noch gelten lässt, weil sie findige Köpfe sind, oder ihr Vermögen der Sache geopfert haben, wird man einfach über Bord werfen. Die Aeußerung gegen die Interpellanten vom Polenclub mag ja ein wenigungeschickt gewesen sein; ich hätte lieber gelesen, dass die Gesellschaft, die da unterschrieben hat, nicht gerade die passendste ist. Diese Verwechslung der Begriffe aber hat das „Deutsche Volksblatt" am allerwenigsten zur Verhetzung der Polen zu benützen; das Blatt, das noch vor einigen Tagen die unflätigsten Angriffe gegen die Interpellanten gerichtet hat. Es ist unsäglich traurig dass in dem ganzen Abgeordnetenhause, das über 400 „Volksvertreter" ausweist, nur die Schlachzizen und Nachkommen der Stancziken den Muth gefunden haben, gegen die unflätige Beschimpfung dex Juden Stellung zu nehmen. Traurig genug, dass diese Seite des hohen Hauses den „civilisierten" Dentschböhmen, den „freisinnigen" Jungczechen, den „programmatischmenschlichen" Socialdrmokraten und den „christlichen" feudalen und nichtfendalen Großgrundbesitzern und Volksparteilern die Pflichten der Menschlichkeit, der Civilisation und der christlichen Liebe predigen und ad oeulus demonstrieren müssten. Das sollte zweifellos mit der Aeußerung des „Jüdischen Volksblatt" gesagt sein und niemand wird etwas anderes hinausgelesen haben. Mithin war das Compliment des „Deutschen Volksblatt", ich hätte ihm aus der Seele geschrieben, nicht nur deplaciert und an die falsche Adresse gerichtet, sondern auch sehr überflüssig. Denn, wenn ich schon darüber hinweggehen will, dass sich das „Deutsche Volksblatt" eine Seele zueignet, die in seinen Enunciationen bislang nicht zu entdecken war, so muss ich mich doch dagegen verwahren, etwas aus diesem fragmentarischen Volksblattsutensil herausgeschrieben zu haben. Aus Kloaken pflege ich meine Gedanken nicht zu holen. Richard Rappaport. Inland. Mahierr irr Galizien. (Orig.-Corr. des „Jüdischen Volksblatt".) Lemberg, im October. Die Zeiten ändern sich und mit ihnen — die Bedeutung der Wahlen. Der Wert derselben ist viel niedriger, die Bedeutung viel geringer und das Interesse viel schwächer geworden. Besonders in Galizien, ganz insbesondere aber bei uns Juden. Einst, da noch der Glaube herrschte, dass die Volksvertreter das Volk vertreten und jüdische Abgeordnete wirklich j ü d i s che seien, zur Zeit, da die Würde des Hauses noch nicht durch Scandale aller Art und durch Handlungsabmachungen nach dem Recept: „Nimm Dir was, so hast Du was" — selbst in den Augen der breiten Volksschichten so tief gesunken war, hatten die Wahlen für den Reichsrath noch ihre Bedeutung gehabt, eine Volksbewegung gleichsam hervorgerufen und ein allgemeines Interesse erweckt. Heute aber verhält sich das Volk bei uns zulande, besonders aber das jüdische, ganz apathisch und gleichgiltig dazu. Alles weiß, dass jeder Abgeordnete, Jude oder Christ, möge er uns noch so schöne Reden halten, möge er noch so viel versprechen und sich dazu verpflichten, möge sein Programm noch so liberal und human sein, dort in Wien immer ein Sclave des Clubs wird und auf den Ruf „Parteidiseiplin" hört. Und die besser denkenden Juden sagen sich: „Ob wir einen Polen katholischer oder einen mosaischer Confession wählen, es kommt ja auf eins hinaus." Wir stehen jetzt vor Ersatzwahlen. Die Städte Tarnopol und B i a l a wählen laut Erlass der Statthalterei am 27. November Abgeordnete für den Reichsrath. Die Städte T a r n o p o l und K o l o m e a wählen am 17. und 21. November Abgeordnete für den Landtag. In früheren Jahren erweckte eine derartige Wahlausschreibung bedeutendes Interesse. Tarnopol, _ Biala und Kolomea haben eine ausgesprochen jüdische Majorität und könnten ganz gut jüdische Abgeordnete erwählen. Ist wirklich kein jüdischer Candidat zu finden, der jüdisch bleiben wollte? Ist es wirklich nicht möglich, einen Candidaten ausfindig zu machen, der es begreift, dass außer den allgemeinen Landesinteressen auch jüdische vorhanden sind, die offen und ehrlich vertreten werden müssen? Märe eine jüdisch-politische Partei in Galizien da, wären die jüdischnationalen Juden im Lande — und deren gibt es zur Genüge — vereinigt und organisiert, dann könnte man allerdings schon einen derartigen Abgeordneten finden und alle jüdischen Stimmen auf diesen vereinigen! Dann hätten wir auch unser Landes-Wahlcomitö, und in Berücksichtigung der großen Zahl der jüdischen Wähler müsste es anerkannt und geachtet werden! Jetzt aber, da keine Verbindung, keine Organisation da ist, ist jede Stadt eine Welt für sich, sind die Juden selbst bald Polen, bald Ruthenen, nur nicht Juden in politischer Beziehung, jetzt wählen Tarnopol und Biala trotz ihrer jüdischen Majorität Polen in den Reichsrath, Kolomea wieder einen jüdischen Polen in den Reichsrath und einen katholischen Polen in den Landtag. Es ist noch zu verfrüht, ausführlich darüber zu sprechen. Die städtischen ComitöS sind noch nicht gebildet, auch Candidaten sind noch nicht nominiert. Ich werde Ihnen später ausführlich berichten. Jetzt will ich mich begnügen, den Eindruck wiederzugeben, den jede Wahlausschreibung bei uns im Lande auf uns Juden macht. In dieser Zeit suhlen wir mehr als je, wie sehr uns eine jüdisch-nationale Vereinigung noththut, wie uns eine jüdische Organisation fehlt, und wieviel Nutzen es uns bringen könnte, um wie vielmehr wir in den Augen der Polen und Ruthenen geachtet würden, wenn wir jüdische Abgeordnete in den Reichsratb schicken könnten. Aber das, was sein sollte, k a n n ja vielleicht noch kommen. Zu wünschen wäre es.