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Jüdisches Volksblatt · 1899-10-20 · 36 (20.10.1899) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1899)
Issue
36 (20.10.1899)
Date
1899-10-20
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4' Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 20. October 1899 Nr. m der Cultur besser gedeihen und die „T. St." sehen noch nicht ganz entmuthigt in die Zukunft, wenn ihnen auch eine Thräne den Blick umflort; die Christlich-Socialen werden nämlich schwenken müssen, werden das christliche Programm gegen das antisemitische znrücktreten lassen müssen. Das thut den hochwürdigen Patres leid, aber sie trösten sich schließlich, sie sehen noch immer schlechte Christen, aber gute Antisemiten. Ausland Müttlherr. DaS antisemitische »Deutsche Volksblatt" meldet, dass gegen die „Alliance Israelite Universelle* dem Vernehmen nach endlich auch gerichtsseitig Schritte im Gange seien. Dabei war wohl der Wunsch Vater des Gedankens bei dem antisemitischen Blatte. Uebrigens hat die „Alliance“ solche Schritte wahrlich nicht zu scheuen, denn dieselben könnten nur dazu beitragen, die Aufklärung über das Wesen der „Alliance“ in immer weitere Kreise zu tragen und das würde für dieselbe nur von Vvrtheil sein. Aber vielleicht beschäftigt sich das Gericht noch einmal mit den internationalen Beziehungen zwischen den Antisemiten der verschiedenen Länder, z. B. mit den Beziehungen zwischen Weng und Schneider einerseits und dem Dentschenfresser Drumont in Paris andererseits. Vielleicht erführe man dann etwas über die internationale Vorbereitung und AuSschlachtung von Ritnalmorden seitens der Antisemiten (Corfn z. B.) Gerade Weng schämt sich nicht eine Zuschrift DrumoutS, des wüthendeu Deutschensressers, in öffentlicher Versammlung zur Verlesung zu bringen. Und der »stürmische Beifall" *>et versammelten Antisemiten zeigt deutlich, wie bei diesen Gcneralzüchtern des Deutschthnms der Judenhass über den Patriotismus gehl. Berlin. Die Antisemiten lieben es sich als die Generalzüchter des Patriotismus anfzuspielen, als die Deutschesten der Deutschen, den Juden aber ihre Jnternationalität vvrzuwersen. Allein das Gegentheil ist wahr, der Polnaer Fall hat so recht deutlich eine internationale Organisation des antisemitischen Klüngels gezeigt; und wer noch daran gezweifelr hätte, den belehren die neuesten Veröffentlichungen der „Deutschen Reform" und des »Deutschen Bolksblatt" eines besseren. Mit aller Energie wird für die internationale antisemitische Gemeinbürgschaft geendigt und mit Stolz die Thatsache verzeichnet, dass die Erbfeinde der Deutschen der Franzose Drumont und der Czeche Jaromir Husak, Herrn Weng ob seines Kampfes gegen die Juden beglückwünscht haben. Die Parole ist gemeinsamer Kamps gegen Juden, selbst wenn man darob gegen die Interessen seines Vaterlandes handelt! Und dies Gesindel will uns Mangel an Patriotismus und Jnternationalität vorwerfen! Paris. Die Alliance hat einen interessanten Beschluss gefasst. Sie entsendet einen Delegierten zu den Falaschas, den Rabbiner Rappoport, der sich zunächst nach Cairo begibt und von dort aus seine Reise nach Tigre und Amhara beginnt. Seitdem vor 30 Jahren der so berühmt gewordene Gelehrte Professor Halevy die Falaschas aufsuchte, ist dies der erste Versuch von jüdischer Seite, jene merkwürdige Bekenner unseres Glaubens in Verbindung mit der übrigen jüdischen Welt zu bringen. Dem jungen, muthigen Reisenden wünschen wir viel Glück zu seinem Unternehmen. London. Der Krieg äußert seine Wirkungen auch in den jüdischen Kreisen. Durch die Einziehung der Reserven zum Dienste sind auch eine Anzahl Juden aus ihren Stellungen gerissen worden, und es ist eine Bewegung im Gauge, die Chefs und Arbeitgeber zu der Erklärung zu veranlassen, dass die jüdischen Soldaten nach Ablauf des Krieges ihre Stellungen wiedererhalten werden. Auch der Board oi‘ Guardians hat einen seiner Beamten, den Boten G a r c i a, beurlauben müssen, da derselbe zu den nach Afrika bestiinmten Truppen einberufen ist. Oberst G o l d s m i ö ist zum Deputy Adjutant General in Aldershot ernannt worden, dem höchsten Posten, den er als Oberst bekleiden kann. Er gehört damit dem Geueralstabe der englischen Armee an. Bei den Sammlungen zur Unterstützung und Pflege der Verwundeten sind die Inden wieder obenan. So haben Rothschild 400.000 Mark, N cinna n n 30.000 Mark, H. L. Bischofs» he im 10.000 Mark für die Gesellschaft vom Rothen Kreuze gegeben. Unsere cultnreüe Ausgabe. (Schluss.) Die eben erörterte Frage involviert eine andere von nicht geringer Tragweite. In der neuesten hebräischen Literatur herrscht nämlich ein erbitterter Kampf zwischen der sogenannten conservativen und der radicalen oder puristischen Richtung. Während die erstere die Anlehnung an die biblische Ausdrucksweise (freilich ohne sclavische Nachahmung wie zur Zeit Mapus) nicht ganz aufgeben will, sollen die Puristen bei ihrer grundsätzlichen Ablehnung des Bibelstils, bei ihrem Streben nach Vereinfachung des Ausdruckes verbunden, mit einem Drang zur Schaffung neuer Worte, so weit gegangen sein, dass die Sprache dadurch entstellt, verwässert, von Germanismen und Nussrficismen durchsetzt und aller Eigenart beraubt worden sein soll. Ich unterziehe mich nicht zu entscheiden, inwieweit die eine oder die andere Richtung Recht hat. Nur möchte ich folgende Frage aufwerfen: Kann unsere Sprache in der Zerstreuung bei dem nothgedrungenen regen Contact mit anderen Literaturen auch ihre Eigenart, ihre nationale Farbe bewahren? Ich möchte mich, den obigen Ausführungen zufolge, für eine bejahende Antwort entschließen. Die beiden sich bekämpfenden Richtungen verfallen in den Cardinalsehler, dass sie die Sprache überhaupt als em willkürlich geschaffenes, durch ihre eigenen Schicksale bestimmtes Product betrachten. Eigenart der Sprache ist die unvermeidliche Wirkung der Eigenart des Volkslebens. H e r m e t i s ch e r A bschluss gegen fremde Einflüsse, sclavische Nachahmung der Vergangenheit erzeugt wohl Absonderlichkeit, aber feine Eigenart. D i e eigenen Erlebnisse eines Volkes erlangen, verinnerlichen sich, indem sie eine g c w i s s e P o t e n z z n . einer eigenartigen E mp f i n d n n g s w e l t, w e l ch e ihren Ausdruck in n a t i o n a l g e f ä r ü t e r Sprache findet. Denn nicht mir der Mensch, auch die Nation ist der Stil. Wenn es der modernen hebräischen Sprache an Eigenart gebricht, so trägt die Schuld weder sie selbst, noch die Schriftsteller, sondern der in unserer anomalen Entwicklung begründete Umstand, dass durch unseren jähen Eindrang in die europäische Cultur unsere früheren Lebensinhalte mit einemmale abgethan wurden; unsere Schriftsteller sahen sich daher gezwungen, die so entstandene tabula rasa mit fremder Schrift auszufüllen. Mögen nur die neuen im GäHren begriffenen Inhalte ein festes Gefüge anliehmen, der ihnen correspondierende Stil wird nicht ausbleibc». Die bisherigen Betrachtungen betrafen die formale Seite nuferer Literatur; dieielben lassen sich aber auch ans die Frage nach ihrem Gehalte beziehen. Aber auch in dieser Hinsicht ermangelt die gegenwärtige Bewegung in unserer Literatur nicht des Lehrreichen und Interessanten. Dort streiten nämlich die „Aelteren" und „Jüngeren" über die Grenzen des Umfanges unserer Literatur. Die „Aelteren" stellen an diese gar bescheidene Ansprüche; sie möge in erster Linie rein jndaistische Objecte enllivieren, vom rein Menschlicheit, von Kunst und Wissenschaft nur soviel in ihren Nahmen anfnehmen, als es zur Illustrierung der Judaistik unumgänglich nvthwendig ist. Darauf entgegnen die „Jüngeren", die übermüthigen Stürmer und Dränger: „Bei solcher Selbstbeschrünkttng werden wir eine verstümmelte Literatur, einen Torso bekommen; nihil Immani nobis alienum sit; alles, alles, was die Menschheit bewegt, alle herrschenden Richtungen und Strörnnngen sollen in unserer Literatur ihren Platz finden". Dieser merkwürdige, in anderen Literaturen nicht leicht anzutreffende Streit ist äußerst charakteristisch für die gegenwärtige Zerfahrenheit unseres Nationallebens. Als Menschen nehmen wir an allen Culturfragen unserer Zeit regen Antheil, allein das Nationale an uns ist, um mich der materialistischen Alisdrucksweise zu bedienen, kaum beim Unterbau angelangt. Der Inhalt unseres Nationallebens kennt ja für jetzt keine anderen als ökonomische Bedürfnisse. Und da eine Literatur nur dann Existenzberechtigung hat, wenn sie actnellen Bedürfnissen entspricht, so würde die Hineintragnng von Fragen, welche in ihren Rahmen nicht passen, etwas Krankhaft-Künstliches, ja Schadhaftes sein. Insofern sind die „Aelteren" im Rechte. Allein was diese übersehen, ist, dass die Judaistik, wenn wir sie als eine abgeschlossene Vergangenheitscultur auffassen, doch für das Gedeihen einer Literatur nicht ansreicht, deren organische Wesenheit in beständiger Umgestaltung, unausgesetzter Vorbereitung ans die Zukunft, immerwährende Prospective besteht. Jedoch zur Beruhigung unserer besorgten Hebräisten möge gesagt sein, dass, wenn auch unsere Bewegung für jetzt kaum beim ökonomischen Unterbau angelangt ist, wir demioch alle Zuversicht hegen dürfen, dass in dem Maße, als sie sich lebenskräftig erweisen, an Weite und Tiefe zunehmen wird, über diesen ökonomischen Unterbau ein cultureller Oberbau werde errichtet werden, welcher ganz anderen Bedürfnissen entsprechen wird. Für jetzt ist es nur natürlich, dass der Hungertrieb in unserem nationalen Organismus am lautesten sich kundthut, allein im ferneren Verlaufe der Bewegung werden sich feinere Triebe, verwickeltere Functionen vornehmen lassen, welche in ihrer Gesammtheit die verschiedenen Wissenszweige in ihren Kreis ziehen werden. Dann werden wir die Philippiken unserer „Jüngeren" entbehren können. Und nicht nur die Wissenschaft, auch di-schöne Literatur, die Kunst wird im Verlaufe dieses Processcs ihre Rechnung finden. Es wurde öfters beklagt, dass unsere nationale Aera im Vergleich zur vorangegangenen Haskala-Periode keine bedeutenden Werke der schönen Literatur gezeitigt habe. Man vergaß aber, dass Künstlernaturen der Politik in der Regel scheu aus dem Wege gehen, sich von Massenbewegungen und Massenlärmen selten zu Schaffen anspornen lassen. Unsere Bewegung m u s s z u e r st d a s I n d i v i d u u nt u mg e st a l tend erfassen, muss ganze Persönlichfetten zur Reife bringen, dann w e r d e n jene feinenNatnrcn, welche amWachsthumsprvcesS ihre Freude haben, ihn in W e r k e n der Kunst verewigen... Oben wurde behauptet, dass bloße Cultivierung der Judaistik als eines abgeschlossenen Productes der Vergangenheit nicht jene Wirkung erzielen werde, die wir von unserer Literatur erwarten. Die Wahrheit dessen bezeugt am schlagendsten jene ruhmgekrönte Schar jüdischer Gelehrten, welche Deutschland in unserem Jahrhundert geliefert hat. Ihr segensreiches Wirken, ein unsterbliches Vermächtnis, jüdischen Wissens vermochte doch nicht dein um sich greifenden Elktuationalisierungsprveess Einhalt zu thun. Diese sonderbare, bei anderen Völkern kaum anzutreffende Erscheinmlg findet nur znm Theil ihre Erklärung darin, dass jene Männer ihre Gedanken in eilt nichtjüdisches, germanisches Gewand hüllten. Sie wurzelt vornehmlich darin, dass jene Forscher selbst die Judaistik als ein abgeschlossenes Culturw e rk betrachtetet!, dass sie, indem sie d em j u d a i st i s ch e n C u 11 n r nt a t c r i a i lediglich mit historischem Interesse (freilich mit tiefem Ernste und con arno r e) nachgiengen, die klaffende L ü ck e z w i s ch e n Vergangenheit und G e g e tl w a r t nicht a u s z u f ü l l e n vermochtet!, u n b dass sie bei ihrem Wirken in ihrer eigenen N ation (ich meine unter den dentschen Bürg ern m o s a i s ch e r C o n f e s s i o n) keinen Stützpunkt fanden... In allen diesen Hinsichten soll, wofern die nationale Bewegung im Volke tiefere Wurzeln schlagen wird, wofern das Hebräische Gemeingut der Nation werden wird, Wandlung geschaffen werden. Mit dem Erstarken des Nationallebens, mit dem Erstehen eines aufrichtigen NegenerierungsidealS werden mis die Gestalten der Bergangenbeit, unsere Kämpfer, Märtyrer, Religionsstifter und Gesetzgeber menschlich näher gerückt werden. Wir tverden ihnen nicht bloß mit historischen! Interesse, sondern mit der ganzen Frische intensiven nationalen Empfindens entgezenkommen. Was der GeniuS unserer Nation einst geschaffen, soll kein petrefactes, von uns selbst losgelöstes Product sein, sondern soll sich organisch an das, was in uns leibt und lebt, an unsere Gegenwart und Zukunft angliedern. Dies wird geschehen äußerlich und formal durch unsere historische Sprache, innerlich aber und materiell dadurch, dass ja die Ideale unserer Vergangenheit und die unserer Gegenwart ihrem Wesen nach dieselben sind: Nestauriernng der Nation. Diese Ideale unterscheiden sich bloß durch die zu ihrer Verwirklichung führenden Mittel, welche der damaligen Gemüths- und Bildungsverfaffnng gemäß transscendente, in unserer modernen Zeit immanente Formen annehmen; damals suchte die Nation die Erlösungskraft in der Außenwelt, jetzt in sich selbst. Ich bin in meinen Ausführungen über die Bedeutung der hebräischen Sprache und der hebräischen Literatur für unsere nationale Zuknust von einem utilitaristischen Standpunkte ausgegangen unc» bin nun beim Idealismus angelangt. Dies ist auch nur natürlich; denn soll der Idealismus nicht in krankhafte Empfiiidelei ansarten, dann muss er auf einen gesunden Realismus sich anfbauen . . . Ich sollte noch über die Mittel, das Hebräische zum Gemeingut der Nation zu machen, schreiben. Dies wurde schon des Oefteren erörtert. Ich möchte nur ans zwei Punkte, meiner Ansicht nach von ausschlagender Bedeutung, aufmerksam machen. Sollte unsere Intelligenz (im Westen), unsere führenden G eiüer zum Be r st ä n d n i s für die Tragweite der hebräischen Sprache für unsere Bewegung gelangen, d u n n m ü s s t e u sie m i t l v bl i ch e m Beispiel v o r a n g e h e n, sie müssten keine Mühe scheuen, unsere N a t i o rk a l s p r a ch e sich a nz n e i g n e n. F r e i l i ch i st d a s E r l e r n e n einer neuen Sprache im reiferen 5C11 e r ä u ß c r st m ü h s e l i g. Aber je schwieriger, u n e r s ch tu i n g l i ch e r das Opfer, desto segensreicher seine Wirkung. Noch viel wichtiger ist: Das Hebräische muss in den F a nt 1l1 e it der jüdisch-nationaler! Intelligenz zum integrierenden B e st a n d t h e i t d e r E r z i e h n n g werden, auf i h r e E r l e r n n n g s o l l ebensoviel Sorgfalt v e r w endet tverden, wie auf die der Landessprache. Das ist unsere vornehmste c u l t u r e l l e Aufgabe. Hazofe. Die Natilmal-Oeklmomie des Judenthums. Von Dr. E. H. IX. Das Reich Juda hatte gegenüber Israel von Anfang an und während der Bestandes den nicht zu unterschätzenden gestammten nationalen Dynastie für sich. dem Brnderstaate ganzen Zeit seines Vortheil einer an- Freilich tvar in wirtschaftlicher Beziehung die Tradition ans den letzten Zeiten vor der Tyeilung des Reiches gefährlich. Auch scheint, solange das Reich Israel existierte, der Einfluss dieses Nachbarlandes immerhin so groß gewesen zu sein, dass die Entwicklung in Inda einen parallelen Verlaus nahm. Auch hier ward der Capitalisutus im Jnneru immer mächtiger und habgieriger, bis er schließlich auch den Königen über den Kopf wuchs. Die äußeren Feinde bedrängten auch das kleine Juda und machten es tributpflichtig. Dennoch war der Boden für eine sociale Evolution hier weit günstiger. Als endlich die Katastrophe über das benachbarte Israel hercingebrochen war, da konnte man in Inda den Warnungen, die seitens der Propheten im Geiste Moses immer lauter und eindringlicher erhoben wurden, füglich nicht mehr die Ohren verschließen, wollte man nicht bewujst und absichtlich dem gleichen Schicksale entgegenrennen. Seit dem Untergange des smnaritauischen Staates bereitete sich denn auch, da jene Erkeutnis immer weiter um sich griff, eine tiefgehende socialpolitische Umwälzung in Inda vor, welche nichts anderes bezweckte, als eine Restanriernng des mosaischen Wirtschaftslebens. Das Uebergewicht erhielt diese Strömung, als der in jungen Jahren auf den Thron gelangte König I v s i a, ein Enkel Hiskias, d-r zwar auch schon einen schüchternen Versuch zur Besserung der ökonomischen Lage des Volkes gemacht, jedoch über die Herstellung des wahren Gottesdienstes nicht hinansgekommen tvar, für die Idee der Socialreform gewonnen wurde. Jetzt raffte man sich endlich zu einer großen, anerkennenswerten Leistung ans: Die m v s a i s ch e n Wirtschaftsgesetze w u x b t u wieder in Kraft gesetzt, den social-ethischen n it b w i r t s ch a f t l i ch - h u mane n T e u d e n z e n derselben ward zum Siege v erhol f e n. Ueberblickt man die Ereignisse der unmittelbar folgenden Zeit, dann könnte man leicht versucht seit!, diese wirtschaftliche Regeneration, tvie sie ktirz vor der babylonischen Gefangenschaft durchgeführt wurde, als einen missglückte» Versuch hinzustelle», der nicht imstande war, den nnanfhallsamen Verfall des Staatswesens zu verhüten. Wohl wahr, dass namentlich infolge ganz unverzeihlicher politischer Fehler, welche die Nachfolger des Königs Jvsia begiengen, der Untergang der politischen Selbständigkeit bald nach jener Reform des socialen und wirtschaftlichen Lebens in Inda eintrat; zugegeben auch, dass noch tvährend dieser kurzen Spanne Zeit alle, denen der neuerwachte Geist der mosaischen National-Oekonomie ein Dorn im Auge war, tveil er sie in der rücksichtslosen Verfolgung ihrer engherzigen Standesinteressen behinderte, der Sanierung der wirtschaftlichen Zustände Hemmnisse aller Art zu bereiten suchten: Der Geist des großen Socialrefvrmators ließ sich seit Fortsetzung auf Seite 7» Mi

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