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Jüdisches Volksblatt · 1899-09-29 · 33 (29.9.1899) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1899)
Issue
33 (29.9.1899)
Date
1899-09-29
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seil© 2 Wien. Frei big Jüdisches Volksblatt 21). September 1801) Nr. 33 weises erbracht worden wäre, der vor dern Richterstuhle der Vernunft und der Wissenschaft sich stichliältig erwiesen hätte. Wenn wir dafür nach nnscren Kräften nnd nur dafür eintreten, dass Klarheit, volle Klarheit geschaffen werde und dass die reine Wahrheit ans Tageslicht komme, so erfüllen wir eine doppelte Pflicht: wir kämpfen für die Ehre und den Ruf unseres Volkes und unserer Religion, zugleich aber auch für die Heiligkeit und Unverletzlichkeit des Rechtes, für den Sieg der Wahrheit über Lüge und Aberglanbcn. Indem wir so die Pflicht gegen uns selbst, die Pflicht gegen unser Volk erfüllen, arbeiten wir zugleich im Dienste der Gesammtmenschheit. In der Erfüllung dieser unserer Dvppelpflicht dürfen lvir uns aber nicht im geringsten etwa dadurch beirren lassen, dass wir unter dem Eindrücke des Schlagwortes von der durch das Gestäuduis veränderten Situation den weiteren Verlauf der Dinge abwarten »vollen, um erst in einem späteren Zeitpunkte wieder zu der Angelegenheit Stellung zu nehmen. Im Gegentheil, wir dürfen in unserem Kampfe fiir Wahrheit und Recht nicht erlahmen und müssen diesen Kampf, unbeirrt durch alle eventuellen neuen „Ereignisse", durchführen. So lange die gerichtliche Untersuchung geführt wurde, wurde von jüdischer Seite nicht der geringste Einfluss genommen und die Angelegenheit in der jüdischen Presse nicht erörtert. Wohl aber haben die Antisemiten von Anfang an eine Art Justizbehörde statuiert, welche Material sammelte, Zeugen einvernahm nnd mit Hilfe von Alkoholwirkung und Suggestivfragen dem Bruder des Beschuldigten Geständnisse zu entlocken suchte. In einem vertraulichen Circular, tvelches zum Behufe der Geldsammlung für Dr. B a x a versendet wurde, heißt es : „Wir haben von allem Anbeginn dafür gesorgt, dass durch die Lösung derselben der ganzen Welt die Augen geöffnet werden, damit die arme unglückliche Agnes Hrnza das letzte unschuldige Opfer ist. Deshalb konnten wir n n t e r d e n b e st e h e n d e n Verhältnissen die Aufklärung d i e s e r S a ch e im g e w ö h n l i ch e n Wege nicht wählen u n d wir haben uns s e l b st bemüht, dass alle b e l a st e n d e n Beweise aufgefunden werden und die ganze Untersuchung auf das Sorgsamste überwacht w e r d e". Heute aber möchten unsere Antisemiten in Nachahmung ihrer französischen Vorbilder mit dem Schlagwort von der „chose juguee“, von der abgeurtheilten Sache jeder Kritik des Urtheils den Weg versperren und das Urtheil und dasjenige, was sie aus demselben herauszulesen suchen, als etwas Unumstößliches, für ewige Zeiten Feststehendes und Unwiderlegliches hinstellen. Wir aber, die wir vordem ängstlich bemüht waren, den Gang des Gerichtsverfahrens und die öffentliche Meinung nicht zu beeinflussen, werden jetzt, nachdem durch die öffentliche Gerichtsverhandlung das gesammte Materiale der Oeffentlichkeit übermittelt wurde, uns durch nichts davon abhalten lassen, in sachlicher Weise und mit Hilfe der Methoden und Resultate der Wissenschaft die Ergebnisse des Processes zu beleuchten und an dem Verfahren Kritik zu üben. Soweit wir durch die Gerichtsverhandlung ein Urtheil über die Persönlichkeit Hülsners gewinnen konnten, sind wir auch imstande, ganz im allgemeinen den Wert seiner „Geständnisse" zu beleuchten, wobei wir von allen Einzelnheiten ihres Inhaltes, über die nur unbestimmte Gerüchte, nicht aber authentische Mittheilungen in die Oeffentlichkeit gedrungen sind, absehen können. Alles was in der Hauptverhandlung über die Persönlichkeit des Angeklagten zutage kam, ließ denselben als einen intellectuell und moralisch tiefstehenden Menschen erscheinen. Ist schon aus diesem Grunde Hochlöblicher Congress! Schreiber dieser Zeilen war kurze Zeit vor Eintreffen des englischen Heeres in Rew-Aork und wurde bald darauf gefangen und auf Befehl des Generals Robertson in den Kerker „Prowost" geworfen. Durch Intervention seitens des Generals Heister, der an ihm Gefallen fand, besonders wegen seiner Sprachenkenntnisse als Deutsch, Französisch, Italienisch, Russisch und Polnisch, Unterzeichneter dem hessischer?) Regimente zugetheilt wurde. Während seiner Anwesenheit in New-Iork war Gefertigter eine große Stütze für die französischen und amerikanischen Gefangenen, indem er diese theils mit Geld unterstützte, theils ihnen mir eigener Lebensgefahr die Flucht möglich machte. Dadurch, sowie durch den Umstand, dass er einige von den hessischen Anführern aus ihrem Dienste auszutreten zu überreden suchte, hat er die Aufmerksamkeit der britischen Anführer auf sich gelenkt, die ihm fortwährend Nachstellungen bereiteten. Am 11. d. M. (August) gelang es ihm zu entkommen. Ein Mann, namens Samuel Demeses (der mit Gefertigtem zusammen in der Gefangenschaft war), erleidet jetzt Fürchterliches von Seiten der Feinde, und Gefertigter bittet den Congress zu veranlassen, dass dieserMann für einen englischen Gefangenen ausgetauscht werde. Durch dieses Unglück hat Schreiber dieses Memorials sein ganzes Vermögen eingebüßt. Seine Frau sammt Kind befinden sich noch in New-Aork und harren einer günstigen Gelegenheit, um die Flucht zu ergreifen, aber mit leeren Händen. In dieser tristen Lage bittet Schreiber dieser Zeilen, ihm irgend eine Möglichkeit zu geben, um sich und seine Familie ernähren zu können. Genehmigen Sie u. s. w. Piladelphia, am 25. August 1778?) Chaim Salomon". Salomon verhehlte es dem Congresse, dass er nicht freiwillig, sondern über höheren Auftrag nach New-Iork ') Nach der amerikanischen Historie befanden sich im englischen Heere auch viele hessische Mietstruppen. ’) Siehe: Jewish Amei’ican Historical Society. Vol. 1, p. 052. int allgemeinen eine große Vorsicht gegenüber seinen Aussagen geboten, so wird die Pflicht znr vorsichtigen Prüfung nicht geringer, wenn es sich um „Geständnisse" handelt, zumal die Art und Weise bekannt ist, wie diese „Geständnisse" zustande gekommen sind. Vor etlichen Wochen, kurz nach dem an Labori verübteit Attentate, konnte man in den Zeitungen lesen, dass ein offenbar geistesgestörtes Individuum sich selbst als den Attentäter bezeichitete u. zw., wie es unzweifelhaft war, in fälschlicher Weise. Andere ähnliche Fälle dürften jedem Zeitnngsleser erinnerlich sein. Wer einigermaßen Kenntnisse in der Crintinalpsychologie besitzt, weiß, dass unwahre Selbstbeschnldignngen nichts Außergewöhnliches sind und ebenso, wie wohnhafte Beschuldigungen anderer bei ben verschiedensten Formen geistiger Störung beobachtet werden. Es kommt nicht nur vor, dass geistig gestörte Individuen sich selbst Verbrechen anfbürden, die von anderen begangen wurden, sondern sich auch gar nicht gescheherter Verbrechen oder Vergehen bezichtigen. Es gilt deshalb als Regel, im Falle einer solchen Selbstbeschttldignng, in erster Linie den Nachweis der wirklich begangenen That zu erbringen und dann erst zu prüfen, ob der sich selbst Beschuldigende wirklich der Thäter ist. Solche concrete Selbstbeschuldigungcn können in fließenden Uebergängen ans den ganz allgemein gehaltenen Selbstanklageik, tute solche bei Vorwalten gedrückter Gemüthsstimmnng sehr häufig sind, hervorgehen; sie können aber auch mit Wahnideen der verschiedensten Art aus demselben gemeinsamen Boden entspringen. Es ist wiederholt beobachtet worden, dass Angeklagte, die während der Untersuchungshaft in eine schwere fieberhafte Krankheit verfielen, in ihren Delirien Selbstbeschnldigungen äußerten, ja geradezu volle Geständnisse der ihnen zur Last gelegten Thaten ablegten, die sich nachträglich als falsch erwiesen. Es ist ferner nicht selten beobachtet worden, dass Angeklagte von schweren Träumen gequält wurden, in denen sie sich selbst als schuldig erschienen und im Schlafe derartige Schuldbekenntnisse äußerten, die bei genauerer Prüfung in nichts zerfielen. Manchem unserer Leser dürfte es noch erinnerlich sein, dass in dem Processe gegen die Katharina Steiner, welche wegen Ermordung der Prostituierten B a l o g h, wie sich später ergab, unschuldig verurtheilt wurde, derartige im Schlafe gemachte Aeußerungen eine Rolle spielten. Wer solche und ähnliche Facten kennt, der wird bei Geständnissen Angeklagter oder Beschuldigter sich der Pflicht zu genauer, gewissenhafter Prüfung nicht enthoben halten. Es wird immer auf die genaue Erhebung aller Umstände, insbesondere auf die genaue Erforschung des Gemüthszustandes des Individuums ankommen, wenn man den Wert solcher Geständnisse richtig beurtheilen will.« Von Hülsner konnte man lesen, dass er nach erfolgter Berurtheilung zum Tode ganz gebrochen war, die erste Nacht nach der Verurtheilung klagend und weinend verbrachte und seither in seinem ganzen Wesen verändert erschien. Die Zeitungen berichteten weiter, dass ein Mitgefangener sich ihm gegenüber den unsäglich roheit Spass erlaubte, ihm die Arbeiten behufs Errichtung einer Telephonleitung als Vorbereitungen zur Aufstellung des für ihn bestimmten Galgens zu bezeichnen und ihm einen Monteur als Scharfrichter zu zeigen. Dass der ohnehin in einer abnormen Gemüthsverfassung befindliche Hülsner unter derart brutalen Einflüssen, die nicht vereinzelt gewesen sein mögen, in die fürchterlichste Angst gerieth, ist begreiflich und ebenso begreiflich wäre es, wenn er in diesem qualvollen Gemüthszustande jede Spur von Besonnenheit verloren und Einflüsterungen ohne jede Spur von Widerstand und ohne jede Spur von Kritik blindlings unterworfen gewesen wäre. Dass unter dem gegangen war. Denn als Washington nothgedrungen sein Lager von Rew-Aork nach Rindschersi übertragen musste, gab er Salomon den Auftrag, in Rew-Iork zu bleiben und die Schiffe und Kornkammern der Feinde in Brand zu stecken. Salomon bemühte sich, die Aufträge seines Befehlshabers auszuführen, unglücklicherweise gerieth er in die Hände des Admirals Clingtown, der ihn in Ketten legen ließ und dann über ihn die Todesstrafe aussprach. Durch große Bestechung jedoch gelang es ihm, der Todesstrafe zu entrinnen. Dieses theilte Salomon sofort nach seiner Flucht von Philadelphia aus seinem Verwandten, dem Major Frank, mit. Aus diesem Briefe geht auch hervor, dass Salomon auch intimste Beziehungen zu General Mae-Dueal, der damals die amerikanischen Truppen in der Umgebung von Rew-Iork befehligte, hatte, und dass der Letztere, wie es scheint, ihm viel zur Flucht geholfen hatte. — Einige Fragmente über das Leben Chaim Salomons waren im Besitze seines Sohnes M. Salomon und übergiengen im Jahre 1811 in die Hände des amerikanischen Geschichtsschreibers, Jared Ssarks. Rach dessen Tode gelangten sie in den Besitz des Professors H. B. Adams, und dieser wieder übergab sie der literarisch-jüdischen Bereinigung in Amerika, welch letztere dieselbe in Druck brachte. Aus diesen geht hervor, dass Chaim Salomon von Rew-Iork nach Philadelphia entflohen war, wo er mit großem Jubel empfangen wurde. Die Philadelphiaer ehrten ihn sehr wegen seiner übermenschlichen Thaten nnd seines großen Patriotismus, den er an den Tag legte. Bald erwarb er sich auch die Liebe aller Patrioten und Männer, die sich durch ihre Arbeiten am Congresse im Jahre 1770 ausgezeichnet hatten. Sie setzten in Salomon ihr ganzes Vertrauen und nahmen seinen Rath in allen wichtigen Dingen entgegen, wohlüberzengt, dass er nicht nur sein Vermögen, sondern auch sein Leben für das Vaterland zu opfern bereit sei. Als sich der französische König bereit erklärte, den amerikanischen Aufständischen beizustehen, ernannte der Congress Chaim Salomons zu ihrem Vertreter, damit er die Unterhandlungen zwischen beiden Regierungen führe. Chaim Salomon kämpfte zwar nicht mit Bogen und Lanze, denn dazu war er nicht fähig, aber seine materiellen b Einfluss heftiger Gemüthsasfecte das ganze Denken ein ab normes ist, dass insbesondere bei krankhaft reizbaren ttitb in tellectuell schwach beanlagten Personen mtter dem Eittfluffc heftiger Gemüthserschütternngen das gesummte geistige Leben in Verwirrung geräth, ist ja bekannt. Man kann im täglichen g Leben oft die Erfahrung machen, dass infolge heftiger Gemüthsbewegimgen die ganze Anffassung der jeweiligen Situation verfälscht wird, nnd dass selbst Erinnernitgeit an Vergangenes Verfälschungen erfahren. Nun stelle man sich einen Menschen in Todesangst vor! Haben „Geständnisse" eines solcheit einen größeren Wert als solche, die durch die Folter erpresst wurden? Sind seelische Qualen vielleicht iveniger peinlich als körperliche? Unsere Antisemiten tragen zwar immer noch kein Be-Mr denken, Geständnisse, die unter Foltergnalen gemacht wurden, wie in dem Falle von Damaskus, gegen uns ansznbenten. Sie würden auch kein Bedenken tragen, Geständnisse Hülsners gegen die jüdische Gesammtheit selbst dann zn frnctificieren, we>m sich ergeben sollte, dass sie unter ähnlichen Umständen zustande gekommen. Aber nicht der Antisemiten wegen streben wir Wahrheit nud Klarheit an, sondern um ihrer selbst und um unseres Volkes willen. Dass Wahrheit und Klarheit zum Durchbruch kommen, das hoffen wir zuversichtlich. Das kann aber nur geschehen, wenn die psychologische Betrachtnttg, die in diesem Processe eine Aschenbrödelrolle inne hatte, zu ihrem Rechte kommt. Dr. K. .u „Spucknäpfchen" als Ritter Georg. Wenn man den Herrn Carl Kraus kennt ttitb sich das kleine Männchen mit dem großen Kopfe zwischen den schmalen Schultern als Ritter ohne Furcht und Wadel — Pardon, Tadel vorstelleit soll, mit dem Schwerte in dem einen und der Fackel in dem anderen langen Arme, wird man auch als geborener Melancholiker heiter gestimmt. Ein großgedruckter Artikel in dem rothen Spucknäpfchen, in dem seit Monden alle Answürfe der Wiener an verhaltener Großmanttssucht fürsorglich eingethan werden, rechtfertigt den antisemitischen Standpunkt des kleinen Semiten von Nachod und sucht mit der Wucht einer Mediaeval-Garmond, spatiiniert, die Gründe für den wüthenden Judenhass des tiefergrimmten Hebräers darzuthun: „Wenn der feilen Bande bourgeoiser Zeitungsmacher, den geistigen Thorhütern des Ghetto das Handwerk gelegt, wenn das Jndenthum sich aller Factoren entledigt haben wird, die es heute answuchern, in seinem alten Zustande ermatten möchten und ihm den aufreizenden Schein einer Vorherrschaft in Handel und Wandel verleihen — dann werden Knttenbrrger 1 Niederträchtigkeiten in sich selbst ersticken und man wird nicht mehr gierig nach vier Litern Blutes suchen, die irgendwo in der weiten Welt abhanden gekommen sind." Possierlich, wie sich die kleine Spottdrossel, die doch sonst in so hohe Regionen nicht geht, sich auf den Schwanz des Adlers setzt, und denkt, sie sei ein König. Herr Kraus als Moralheld mit „wenn" und „dann". Als ob er nicht selbst in der kurzen Zeit seiner „Herausgeberschaft" schon alles das tänschensähnlich nachmacht, was er an anderen verpönt: todtschweigt, entstellt, unterdrückt re. re. Wir denken, dass den CVirStftt i-titv* Krtvfv, ... ^........ CI. r-fjd.- ec 1)C Juden nur dann geholfen werden könnte, wenn sie solche Inden, wie Herrn Kraus, mit dem Besen hinausjagen' könnten zum Tempel. Solche Herren berufen sich ans ihre Nase und glauben, mit diesem Privilegium das ganze Jndenthum an den si Opfer überstiegen wohl die Thaten hunderter Krieger am Schlachtfelds. Durch diese seine herrlichen Thaten hatte sich Salomon ein solches Ansehen erworben, wie es nur Männer, die ruhmvoll für ihr Vaterland das Leben auf dem Schlachtfelde eingebüßt, erlangt haben. Ec war ein wahrer Idealist in des Wortes vollster Bedeutung, keine Sache war für ihn zu schwer. Seine Tasche stand immer offen für die Bedürfnisse des Krieges, nnd in den Jahren 1783—84gab er auch mehrere bedeutende Geldbeträge an Robert Morris, General St. Kleer, Colonell Shee, Major Franks u. z. a., als diese sich in Geldnöthen befanden. Bekanntlich hätte auch der Richter Wilson, einer der Delegierten zum Congresse, wegen ieiner großen Armut (weil dieses Amt, wie es scheint, noch unbesoldet war und die Ausübung desselben mit großen materiellen Opfern verbunden war) aus seinem Amte scheiden müssen, wenn nicht Salomon ihm zuhilse geeilt wäre und ihn der materiellen Roth entzogen hätte. Ueber die Unterstützung, die Salomon den Gesandten von Virginia, Arthur Leö, Theodor Bland, Josef Dchuns und Edmund Raudulf zutheil werden ließ, berichtet Dschems Midisou, einer der größten amerikanischen Revolutionäre, der auch einigemal das Amt eines Präsidenten der Union bekleidete, Folgendes: „Als sich die Staats- und Peivatcasse des Landes und der einzelnen Delegierten gänzlich entleert hatte, wandten sich die letzteren an Chaun Salomon mit dem Ersuchen, ihnen das nöthige Geld vorzu st recken, und Salomon stellte ihnen sofort die verlangte Summe zur Verfügung". Dass Chaim Salomon bei seinen großen Geldoerleihungen keinen Gewinn zu erzielen suchte, vielmehr eine angebotene Vergütung zurückwies, bezeugt Midison in einem Schreibet?) au Edmund Raudolf, worin es heißt: „Es ist mir zwar eine Schande, Dir jedesmal meine materielle Nothlage zu schildern, aber ein altes Sprichwort sagt: Noch bricht Eisen. Das freundliche Entgegenkommen seitens unseres Freundes in der „Frontgasse", in der Nähe des „Kaffeehauses" (er wollte damit auf Salomon, der dort wohnte, andeuten) ist unbeschreiblich, ich kann aber dennoch nicht dessen Güte so oft in Anspruch nehmen, wenn ich sehe. ch Ddto. 30. September 1782. (Ti Xä

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