Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1899)
- Issue
- 32 (22.9.1899)
- Date
- 1899-09-22
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Wien, Freitag Jiitiist lies Volksblatt M. September 1899 Nr. 3f am 21., 22. u it b 24. Septe nt Der 1899 täglich von 2—6 Uhr nachmittags in der Kanzlei des Schnllocales, X, Hasengasse dir. 7, statt. Die feierliche Eröffnung der Schule ist auf Vormittag deu 1. October l. I. festgesetzt. Wir richten nun abermals an unsere Glaubensgenossen die Bitte, dieses schöne Werk, dessen weitere Existenz nur durch die materielle und moralische Unterstützung aller gesichert werden kann, zur Ehre Gottes und zur Ehre des jüdischen Volkes durch rege Betheiligung fördern zu helfen. Prag. (Ans der Smichower israelitischen C u l t u s g e m e i n d e.) Dine bemerkenswerte Entscheidnug hat das k. k. Ministerium für Cnltus und Unterricht, in Sachen der Statuten für israelitische Cultusgemeinden gefällt. Die böhmische Minorität der Smichower Cultusgemeinde hatte diese Entscheidung provociert. Dieselbe wollte nämlich die definitive Entscheidung über die Cnltusbeiträge den bisherigen unparteiischen und gerechten Schiedsgerichten entziehen und auf den verstärkten Vorstand übertragen. Die Statthalterei hatte seinerzeit zugunsten der deutschen Majorität entschieden. Gegen die Entscheidung der k. k. Statthalterei wurde jedoch von den böhmischen Gemeindemitgliedern — vertreten durch den Smichower Advocaten Herrn Dr. M. Hirsch — der Recnrs an das k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht ergriffen, welches unter Stattgebnng des Recurses die Statthalterei-Entscheidung behob und die beantragten Aenderungen der Statuten nicht genehmigte, und zwar aus dem Grunde, lveil die Bestimmungen der bisherigen Statuten eine größere Gewähr für die richtige und zweckentsprechende Bemessung der Cnltusbeiträge gewähren, als die vom Borstande beantragten Abänderungen. Neichenberg. (Die Christlich-Socialen in dt o r d b ö h m e n.) Cie christlich-sociale Bewegung bemüht sich, unter ganz besonderer Patronanz von Pfarrern in Nordböhmen an Boden zu gewiuneu, und die Jntensioitüt der Agitation richtet sich hauptsächlich gegen die Socialdemokraten, deren Führer, soferne sie Juden sind, von ihnen am heftigsten angegriffen »verden. Natürlich wird auch diese Bewegung von Wien ans geleitet und die Bersammlungsredner auch von dort verschrieben, die sodann vor gut bekannten und mit Einladungen versehenen Personen ihre Tiraden und Beschimpfungen loslassen. So haben sie in jüngster Zeit wieder auf den Ortschaften der Umgebung rege Thätigkeit entfaltet und es lässt sich leider nicht verhehlen, dass sie, da sie sich stets über ihre eigentlichen Ziele, der clericalen Partei Anhang zu verschaffen, llicht ausspcechen, sondern stets mtr „Vernichtung der Judenmacht und Judenpresse" predigen, unter der Landbevölkerung bedingungslosen Anhang finden. Gablonz. (P rote st gegen dasKuttenberger U r t h e i l.) Wie aller Orten, hat auch hier bei uns der Verlauf des Processes Hülsner furchtbare Aufregung hervorgerufen. Und umso nachhaltiger ist die Wirkung, als ja der größte Theil der hiesigen Juden noch immer auf extrem deutschem Standpunkte steht und dieselben nun sehen müssen, wie die „Ostdeutsche Rundschau" und die hiesigen deutschnationalen Blätter sich nur in der Form von den clericalen Hetzblättern unterscheiden. Die Cultusgemeinde sucht nun einen Ausweg aus dem Dilemma. Wie hier mit Bestimmtheit verlautet, soll die Cultusgemeinde entschlossen sein, einen geharnischten Protest gegen das schändliche Urtheil zu erheben. Doch scheint man erst auf das Urtheil von Wien warten zu wollen. Und sollte Wien sich nicht zu einer Protestkundgebung aufraffen, so wird das wohl ein „berechtigter Grund" sein, das plötzlich erwachte jüdische Gefühl wieder einschlafen zu lassen. Bisenz. (S ch u l e i n w e i h u n g.) Am 3. September fand bte Einweihung des neuen Schulhauses der Kaiser Franz Josefs-Volksschule statt. Die Entstehung dieses allen Anforderungen der Neuzeit entsprechenden Schulhanses ist der besonderen Schulfreundlichkeit der Familie E h r e n z w e i g aus Wien und der Opferwilligkeit der Jsraelitengemeinde in Bisenz, an deren Spitze der um diesen Schulbau besonders verdiente Bürgermeister Herr Jg. Frankl steht, zu verdanken. Die Einweihung der Schule vollzog sich in musterhafter Ordnung. Die Schuljugend und die Lehrerschaft, die freiwillige Feuerwehr, die Gemeindevertretung, sowie die zahlreich erschienenen Gäste versammelten sich beim alten Schulhanse, um sich im Festzuge unter Borantritt einer Musikkapelle in den Tempel zum Festgottesdienste zu begeben, bei welchem der Ortsseelsorger eine auf das Fest bezughabende, von echtem Patriotismus beseelte Ansprache hielt. Sodann bewegte sich der Festzug in den im neuen Schulhause befindlichen, mit Fahnen in den Reichsfarben geschmückten Schulhof. Hier begrüßte der Bürgermeister Herr Jg. Frankl die erschienenen Gäste, wobei er besonders in dankbaren Worten der um diesen Bau so hochverdienten Familie Ehren zweig gedachte und brachte ein dreifaches Hoch auf den Kaiser aus, worauf die Musikkapelle die Volkshymne intonierte. Nun folgte die Ansprache des Schulleiters Herrn Oberlehrers Leopold Spitzer und eine nnt Beifall aufgenommene Declamation der Schülerin Müller. Nach Absingnng des Weiheliedes und der Volkshymne seitens der Schüler war die osficielle Feierlichkeit beendet cmd es begab sich nun der ganze Zug in den Schlosspark zu dem Promenade- Concerte. bei welchem die Kinder mit einer Jause betheilt wurden. Auch für die Belustigung der Erwachsenen war vorgesorgt, indem eine Juxpost, Cvriandoliwerfen und eine Schönheitscoucllrrenz inscemert wurden. Ein Brillantfeuerwerk, sowie ein Kränzchen im Bräuhaussaale beschloss diese schöne Feier. Ausland. Berlin. Schon seit langem ist das Project der Templergemeinde bekannt, im Heiligen Laude eine fünfte Colvuie zu gründen, für die schon verschiedene Terrains besichtigt worden sind Anscheinend hat aber die Beschaffung der nöthigen Mittel Schwierigkeiten gemacht, obwohl die in Aussicht genommenen Ansiedler selbst alle über eigene Mittel verfügen, mindestens jede Familie über 5000 Mark. Jetzt veröffentlicht ein Comite, dem mehrere Professoren, Privatdocenten und Pastoren angehören, einen Aufruf zur Gründung eines Vereines, der 100.000 Mk. in Antheilscheinen ü 100 Mark anfbringen soll. Mit diesem Gelde sollen Grundstücke in Palästina angekauft werden, die gegen Abzahlung binnen 12 Jahren an Colvnisten weiter verkauft werden sollen. Der neue Verein nennt sich „Dentsch-evangelischer Verein für Colouisation in Palästina", unter seinen Gründern sind hervorznheben Pfarrer Battenberg, Docent Doctor B e n z i n g e r, Professor H o m m e l rc. Diese Gründung sollte für uns Juden ebenfalls ein Sporn zur Thätigkeit in gleicher Richtung sein. Berlin. Die antisemitischen Zeitungen haben endlich den tieferen Grund der Transvaalkrisis entdeckt. Die „Deutsche Reform", Organ der Herren Prof. Förster, Dr. Böckel und v. M o s ch, schreibt in ihrer Nummer vom 10. September, dass der ganze Krieg in Südafrika nur ein Manöver der Börsenjuden sei. Diese wollen Transvaal ansbeuten, da die Buren sich aber nicht auswachern lassen wollen, so hat die Clique der jüdischen Börsenjobber gegen bares Geld den Prinzen von Wales gewonnen, England gegen die Buren loszulassen und C h a m b e r l a i n ist durch einen Autheil an der Beute für die Eroberung Transvaals gewonnen worden. „Die englischen Kanonen sollen zur höheren Ehre des jüdischen Geldsackes knallen. So will cs der Stamm Nimm." Nun wissen wir es ganz genau! Berlin. Dass die antisemitischen Zeitungen Dreyfus feindlich sind, weil er Jude ist, ist bekannt. Aber ein Beispiel von der rohen Tonart dieser Organe ist doch nicht unangebracht. Der antisemitische „Generalanzeiger" schreibt: Aber.der „edle Dulder von der Teufelsinsel" meint wohl, nachdem ihm zugunsten ein französischer Generalstabsoffizier (Henry) „selbstgemordet worden", nachdem ihm zu Liebe ein Präsident der Republik „vom Schlage gerührt" worden ist, nachdem ihm zu Liebe der gefährliche Zeuge Du Paty de Clam plötzlich krank geworden ist, brauche ich für ihn nichts weiter als die bloße Betheuerung seiner blühwieselweißen Unschuld, alles andere werde sich von selbst machen. Magdeburg. Die Sachsenschau kündigt in ihrer Nuinmer vom 3. September die Gründung eines deutschnationalen Bundes nach dein Muster der Alliance israelite universelle an. Sie schreibt: Der „Deutschnationale Bund" ist in seiner Organisation nach dem Muster bewahrter Verbände auf das Vertrauensmännersystem aufgebaut und vermeidet so die Gefahren der Vereinsnleierei, durch die an vielen Orten die deutsche-nationale Bewegung Schiffbruch gelitten hat. Der Bund wird ferner geheim sein, so dass sich jeder christliche Geschäftsmann und jeder christliche Angestellte von jüdischen Geschäftsleuten ihm unbesorgt anschließen kann, ohne befürchten zu müssen, irgend welche geschäftlichen Nachtheile zu erleiden. Der „jüdische Weltbund" (Alliance israöJite) ist ebenfalls geheim organisiert und wer ihn bekämpfen will, der muss dieselben Rüstungen und Waffen gebrauchen. Wenn der neue Bund keine weiteren Geheimnisse haben will als diejenigen, welche die Alliance israelite universelle hat, dürften die Geheimniskrämer schwerlich auf ihre Rechnung kommen. Es kommt aber offenbar gar nicht darauf an, denn die „Sachsenschau" fährt fort: „Gesinnungsgenossen! Wir glauben nunmehr den festen Grund und Boden gefunden zu haben, aus dem wir unsere junge Bewegung sicher und unerschütterlich gründen können. Wir erwarten von Euch weiter keine Opfer, als dass Ihr 1. alle Vierteljahr 75 Pfg. für den Bezug der „Sachsenschau" opfert, den Inserenten der „Sachsenschau" durch Eure Einkäufe unterstützt und unser Blatt in Bekanntenkreisen empfiehlt; 2. alle im Geschäft und Familie vorkommenden Druckereien unserer Druckerei zuweist, für deren prompte und billigste Ausführung wir garantieren können, wie alle diejenigen bezeugen werden, welche den nunmehrigen Inhaber mit Aufträgen beehrt haben; 3. eie 3 Mrk. Beitrag jährlich als Mitglieder des deutsch - nationalen Bundes entrichtet. Das sind geringe Opfer, die Ihr für unsere gute Sache, für Euch und Eure Kinder bringt, aber sie werden uns genügen, um unsere Bewegung binnen kurzer Zeit zu der ihr gebärenden Macht und Stellung emporzuheben. Mit deutschem Gruße Verlag und Redaetion der „Sachsenschau". Wie man sieht, läuft der ganze Geheimbund darauf aus Geld zu sammeln. Wie es heißt, sind die antisemitischen Führer über diese Coneurrenz für ihre diversen Cassen außerordentlich aufgebracht. Paris. Der bekannte und angesehene Ingenieur A. Bernard, der in dem Processe in Rennes so wirksam Berti llon entgegentrat, hal dasselbe Schicksal gehabt, wie alle Zeugen der Vcrtheidignng, er ist von den antisemitischeil Zeitungen zum Jndeii gemacht worden. In einem Briefe an die „Llbre Parole" protestiert er nun energisch dagegen: „Ich gehöre weder zu der Rasse, noch zu der Religion, welcher ein Mcttthien Dreyfus zur Ehre gereicht". Paris. Auch in diesem Jahre hat sich das Central- Consistvrinm an den Ktiegsminister mit dem Gesuch gewendet, die jüdischen Soldaten zu den hohen Feiertagen zu beurlauben. Der Kriegsmiriister hat in der entgegenkommendsten Weise diesen Urlaub generell bewilligt. London. Das „London Hospital", das bekanntlich eine Abtheilung für jüdische Kranke hat, erhielt wieder ein großes jüdisches Legat. Mr. Edivard Raphael hat dem Verwaltnngsrath der Anstalt 200.000 Mark überwiesen, die derselbe zur Errichtung eines neuen Pavillons benntzeit will, der den Namen des Schenkers tragen nno für israelttrsche Kranke benützt werderk soll. Es ist dies der dritte Pavillon für diese Kranken, denn es existieren schon ein „Rothschild"- und ein „Goldsmid"-Flngel. Erst vor kurzem erhielt das Hospital das große Legat der Baronin Stern, die, auch eine Jüdin, 1,200.000 Mark zur Errichtung einer Abtheilung für Reconvalescenten dem „London Hospital" vermacht hat. London. Einigermaßen Aussehen macht der Erfolg, den die jüdischen Schüler der „Stepney Jevvish Schools" bei dem Wettschwimmen der Londoner Schüler davongetragen haben. Auch der Handfertigkeitsnnterricht an diesen Schulen erhielt eine öffentliche Auszeichnung in dem Bericht, den Mr. A. Taylor, der Londoner Jnspector dieses Unterrichtszweiges, bei der Ausstellung für Erziehnngswesen erstattete. London. So wenig die Juden bei uns thatsachlich zu leiden haben, so sind doch in den letzten Jahren Angriffe gegen sie in der Presse immer häufiger geworden. Diesmal haben wir gleich zwei zu vermelden. In der „Contemporary Review" greift ein gewisser John Smith die jüdischen Arbeiter heftig und ungerecht an. In einem Athem nennt er sie unfähig, schmutzig rc. und beklagt sich darüber, dass sie die englischen Arbeiter verdrängen und schnell vorivärtskommen. Sind sie wirklich so unfähig, so ist doch die logische Folge, dass ihre Coneurrenz den fähigeren englischen Arbeitern nicht fühlbar werden kann; oder aber machen sie wirklich ernsthafte Concurrenz, so können sie doch nicht unfähiger sein als jene. Die Fadenscheinigkeit seiner Argumente sucht John Smith durch schmutzige Angriffe gegen die jüdischen Frauen zu verdecken. Ein gefährlicherer Feind ist Mr. Arnold White, der frühere Vertrauensmann des verstorbenen Baron H i r f ch, denn er hat sich anscheinend die Verleumdung der Juden zur Lebensaufgabe gemacht. Bon ihm ist die Campagne gegen die fremden Einwanderer ausgegangen, die sich eigentlich nur gegen die russischen Juden gerichtet hat. Jetzt wiederum hat er ein Buch „The Modern Jcw“, voll der giftigsten Angriffe auf die Moralität und bürgerliche Ehrenhaftigkeit der Juden, erscheinen lassen. White behauptet, die Macht und der Einfluss der Juden wachse stetig, sie hielten sich von den Völkern, zwischen denen sie leben, fern und daher sei die Geduld der Gastvölker jetzt erschöpft. Seit 600 Jahren habe die Jndenfrage keine so bedeutende Rolle gespielt, wie jetzt. White macht endlich Propaganda für die Ansiedlung der Inden zwangsweise oder freiwilllg in Armenien unter der Oberhoheit des Ezareu. Alle russqchen Juden sollen nach Armenien überführt mit» dort an gesiedelt werden, sei es in der Landwirtschaft, sei es in der Industrie oder dem Handel. Schon diese Ausführung en zeigen, wie wenig ernst dieses Buch" zu nehmen ist, dessen Autor für solche Phantastereien eintreten kann. Boston. In manchen Städten unseres Staates werden die jüdischen Bürger, die als Fremde den Einheimischen wegen ihrer Tracht auffallen, oft ans der Straße belästigt. Um diesem Unfug entgegenzutreten, hat sich in Holgoke eine Gesellschaft unter dem Titel Hebrew Citizens Proteetive Association gebildet, die einen Anwalt anstellt und mit der Aufgabe, in jedem Falle die Beleidiger vor das Gericht zu ziehen. Auch ein Zeichen der Zeit, dass dies im freien Amerika nöthig ist! Amsterdam. Wir haben verschiedene Auszeichnungen wieder zu berichten, die an Inden gefallen sind. Captän E. P r i n s von dem Amsterdamer Nationalgarde-Regiment erhielt den ersten Preis beim Wettschießen der holländischen Officiere in Maastricht. Der Preis besteht aus einer goldenen Medaille und einem silbernen Ehrenbecher und wurde diesmal noch wertvoller durch die Ertheilnng des Ritterkreuzes vom Nassau-Oranienorden an den glücklichen Gewinner. Denselben Orden erhielt Herr S. M. Salomo n s, Religionslehrer der jüdischen Gemeinde in Kämpen, der belgische Leopoldorden wurde dem Oberinspector der directen Stenern im Fliianzministerium Herrn I. H. D r i e l s m a zutheil. Algier. Hier arbeitet die Regierung fest gegen den Antisemitismus. Man braucht nur zu sehen, wie conseqnent der Präfect alle antisemitischen Berft'igilngen des Gemeinderathes anfhebt und wie ruhig dieser sich das gefallen lässt, um den Unterschied gegen die Zeit zu würdigen, in der Max Negis der Dlctator von Algier war. Der Gemeinderath will der me de la Lyre deu Namen nie de marquis Mores geben, weil sie größtentheils von Juden bewohnt ist! Der Präfect hebt diesen Beschliiss auf, weil er provocierend ist. Der Gemeiuderath will eine Straße nach dem Antisemiteilführer Pnjad e benennen; der Präfect findet, dass dieser Mann der Stadt nicht genügende Verdieilste erwiesen habe, um solcher Ehre theilhaftig zu werden und annulliert jenen Beschluss. Dieses Anftreten der Behörden hat seinen Eindruck nicht verfehlt und die Gemüther sind hier viel ruhiger geworden. Als ein Zeichen daftic kann auch gelten, dass am 3. September bei der Wahl eines landwirtschaftlichen Delegierten der Candidat der Antisemiten, Mares, trotz der Unterstützung von Max Negis eine klägliche Niederlage erlitten hat, sein Gegner Mr. Lau re ms geivählt worden ist. Mogador. In der hiesigen Schule der „Alliance israelite universelle" fand am 7. Anglist die jährliche Prüfung statt. Der französische Constil Monsieur B e r t r a u d unterzog sich selbst der Mühe, das Vierstündige Examen abzunehmen und hielt zum Schluss eine kteille Ansprache, in der er seine Befriedigung über die erzielten Resultate anssprach. Hier entwickeln sich übrigens die Verhältnisse so merkwürdig, dass die Knaben in der Schule der „Alliance israelite universelle" Französisch als Hanptsprache lernen, die Mädchen aber in der Schule der „Anglo Jevvish Association“ als Hanptsprache Englisch. Es wäre sehr zn wünschen, dass diese Conflisivu anfhörte und die beiden großen Vereine sich über eine gemeinsame Unterrichtssprache in ihren Schulen einigten. — In Massakesch schweben Verhandlungen behllfs Errichtung einer Schule, die von der „Alliance“ subventioniert werden soll. New-Uork. Die Arbeit der United Hehrew Oharitics hat auch während des Sommers nicht geruht, ja nicht einmal die in dieser Zeit übliche Verminderung erfahren, was nur an der steigenden Einwaudernng liegt. 1623 Fülle mit 5410 Personen kamen während des Monats Juli zur Erledigung, 395 arbeitsilchende Personen konnten nntergebracht werden und die große Summe von 47.000 Mark wurde in diesem einen Monat verausgabt.