Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1899)
- Issue
- 30 (8.9.1899)
- Date
- 1899-09-08
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 1 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 8. September 1899 Nr. 80 „Freilich würde es schwer sein, die Mittel anfzubringen, und es ist fraglich, ob es nicht rathsam wäre, die betreffenden Jndenchristen ließen sich von den Zionisten in Palästina ansiedeln, nm so ihre Zugehörigkeit zum jüdischen Volke zu docnmentieren. Sie haben wohl auch dies im Auge gehabt, da sie durch einige Inden bei der Leitung des Zionismus anfragen ließen, wie sich dieselbe zu den Judenchristen stellen würde. Die Leitung hat geantwortet, s i e k n m m ere s i ch n in den Glauben des Einzelne n n i ch t". Uns erscheint diese Antwort so ungeheuerlich, dass wir sie wiedergeben, um dem Actionscomitc Gelegenheit zu geben, dieselbe zu dementieren. Neisse. Bei der großen diesjährigen Katholikenversammlung spielte auch das Heilige Land eine gewisse Rolle, voie schon in den letzten Jahren seit der .Katholikenversammlnng in Breslau. Diesmal sprach Prof. Dr. Ditterich (Brnmsberg) zu dieser Frage und forderte auf, die Katholiken im Orient kräftig zu unterstützen. Vom Papst und von der Kaiserreise könne man gute Erfolge erwarten. Russland biete besonders Schwierigkeiten; die mit den Angelegenheiten des Orients sich beschäftigenden Vereine und Anstalten des Abendlandes müßten den nationalen Standpunkt mehr in Hintergrund treten und den Gesichtspunkt des Christenthums in den Vordergrund treten lassen. — Was würde mau wohl von uns Inden sagen, ivenn wir den vorigen Satz mit Nutzanwendung auf das Judenthum gebraucht hätten. Paris. Die Zeitung „Ln torre Saint’1 schreibt aus Syrien, dass in allen Provinzen von Syrien itub Palästina, den Libanon mit eingerechnet, in den letzten Jahren eine starke Auswanderung von Marroniten und anderen syrischen Christen sich geltend mache. Dieselbe soll in der Provinz Libanon so stark lein, dass ein Viertel der Bevölkerung bereits ansgewandert ist und zur Bestellung der Felder es an Arbeitern ,ut mangeln beginnt. Ter Answandererstrom geht hauptsächlich nach Brasilien nnb Argentinien. — Dieselbe Zeitung meldet, dass die Griechen iu Jerusalem, deren Zahl kaum 3000 erreichen dürfte, nicht wemgcr als 3 Millionen jährliche Einkünfte für ihre Zwecke zur Verwendung haben, welche ihnen von auswärts zur Versagung gestellt werden. Wie klein erscheinen dem gegenüber die Summen, welche die Chaluka für die 40.000 Inden Jerusalems jährlich aufbringt. Paris. Eine interessante Thalsache, die sich in dem letzten Jahresberichte der Alliance israelite universelle findet, ist merkwürdigerweise der öffentlichen Aufmerksamkeit entaa.igen, obwohl dieselbe viel Beachtung verdiente. Wir menten die starke Auswanderung der marokkanischen Juden nach Südamerika. Die Alliance israeiile universelle begünstigt naturgemäß eine solche Auswanderung, die sich hauptsächlich ans ehemaligen Schülern ihrer Schule znsammenseyr. Während die jungen Leute von Tanger hauptsächlich nach Cp.inien und Portugal gehen, geht die Jugend von Tetnan nach Venezuela, wo sie bereits mehrere kleine, aber blühende Geinein.den gebildet hat. Erfreulich ist, dass diese Emigranten, sobald sie sich fest ansässig gemacht haben, sofort Verwandte und Freunde Nachkommen lassen. Die Alliance hat sich auch bemüht, die Auswanderung marokkanischer Juden nach dem Senegal und, dem französischen Sudan, za lenken, doch fanden die ersten Auswanderer, zwei junge Leute ans Fez, sehr schlechten Empfang bei ben französischen Beamten. Es ist dies umso merkwürdiger, als diese Schüler von Atlianee-Schulen fertig französich sprechen, etwas allgemeine Bildung besitzen, damit aber eine gründliche Kenntnis des Arabischen und eine außerordentliche Acclimatisationsfähigkeit besitzen. Einer der $ Pionniere hat indessen die Schwierigkeiten, welche der Antisemitismus der französischen Beamten ihm in den Weg gelegt hat, bereits überwunden und hat schon einen Freund zu sich kommen lassen. Dennoch ist leider dieses Gebiet nicht eher ein Au-wanderungsziel, ehe die dortigen Beamten eine andere Politik einschlagen. London. Auch wir haben hier eine Bewegung in der jüdischen Gemeinde, die darauf hinausgeht, Svuutagsgvttesoienst euizuführen. Ihr Hauptbefürworter ist Mr. Oswald S i m v n, der in Wort und Schrift für diese Neuerung eiutritt. Er ist jetzt noch einen Schritt weiter gegangen und kündigt an, dass er am ersten Sonntag im October Gottesdienst für alle Gläubigen, gleichviel welcher Confession, veranstalten will. Er will damit zeigen, dass man zu Gott beten kann ohne Nücksicht auf irgend eine Religion oder Confession, um damit Propaganda zu machen für die von iym geforderte Verschmelzung der Religionen. Es ist für die Entwicklung innerhalb der jüdischen Gemeinde nur von Vortheil, dass so die Ziele der Bewegung Zein Glaube wankt. Er sieht das Nichts. Aber bloß einen Augenblick. Und sein Schrecken ist in ein Lächeln übergegangen. In jenes Lächeln, das uns über die Menschen hebt und in die Ewigkeit rückt. Denn mit einemmale ist ihrn der Gedanke gekommen: Gott hätte ihn an die Thürgestellt und jenen in die erste Bank; Rein! Das haben die Menschen gethan, jene, mit denen einen der Jom Kipur nicht versöhnt; darum nicht versöhnt, weil sie es nicht verdienen, dass in heiliger Stande auch über sie der Frieden komme. Der Jom Kipur ist zu was Besserem da! Dem Moriz Bergstein sollte der Jom Kipur Versöhnung bringen'; Man soll den Jom Stipuv nicht entweihen! Ja, vor Gott wären freilich alle Menschen gleich! doch — Gabriel Mandl lachte laut auf, als ihm das einsiel — die Eultusgemeinde hat beschlossen: Rur dann, wenn sie einen Tempe.sih bezahlen können. Und der komische Gedanke von der durch Beschluss der Eultusgemeinde beschränkten Gleichheit der Menschen vor Gott war ihm, während er durch die erhellten Straßen nachhause aieng, ein wunderbarer Trost. Mit solchen Leuten, welche am Tage des Gerichtes als Fürsprecher bloß die Fähigkeit mitbringen, ihren Sitz bezahlen zu können, mit solchen Leuten — Gott sei Dank! — kann uns kein Jom Kipur versöhnen. Und als er in sein Zimmer trat, rief er mit Heller Stimme seiner Frau den Festesgrust entgegen: „Gut Jomtow!" für Sonntagsgottesdienst klargcstellt werden, denn mancher Gutgläubige wird sich nun von derselben zurückziehen. Melbourne. Dass auch hier die Situation vieler Glaubensgenossen zu wünschen übrig lässt, beweist die Thätigkeit der Melbourne Jetvs Philantropie Society. Dieselbe hatte int Berichtsjahre nicht weniger als 650 Fälle zu erledigen, wozu sie circa 18.000 Mark verausgabte. In der Einnahme von 23.000 Mark ist ein Zuschuss von 10.000 Mark seitens des Gouvernements enthalten. Rom. An dem diesmaligen internationalen Orientalisten- Cvngress, der in unserer Stadt demnächst tagen wird, nehmen natürlich verschiedene Juden theil, darunter als Delegierte von England zwei Rabbiner. Rev. Dr. G a st e r geht als Vertreter der königlichen astatischen Gesellschaft und Rev. Herrn. G a 11 n u c z als Delegierter der Universität London. New-Pork. Die neuen Ziffern über die Einivandernirg zeigen, dass dieselbe im Jahre 1808 201.814 Personen betrug, darunter 27.086 Juden. Ans Oesterreich-Ungarn kamen 54.735 Personen, davon 0921 Inden und aus Russland 44.421, davon 15.429 Inden. Wie mau sieht, kommen die meisten israelitischen Eiinvanderer noch ans Russland, doch dürfte in diesem Jahre sich das Verhältnis ändern, denn die Immigration ans Galizien und Rumänien nimmt enorm zu. Bombay. An der hiesigen Universität ist jetzt auch ein Lehrstuhl für Hebräisch und hebräische Literatur eingerichtet. Derselbe ist provisorisch ans zwei Jahre Mr. Ezekiel Moses übertragen worden. Spanisch Towtt (Jamaica). Die nmgebante und erweiterte spanische Synagoge in unserer Stadt ist durch den Rev. I. Corcos neu eingciveiht worden. An der Feier nahmen viele Christen theil und der Synagogenchor aus Kingston war dazu nach Spanish Town hinübergekonnnen. Johanrnsburg. Präsident Krügers Bemühungen, den Inden die Gleichberechtigung zu verschaffen, haben nun doch zu einem, wenn auch kleinem Resultate geführt. Der Bolksraad hat beschlossen, dass die Regierung irr der nächsten Session abermals einen Entwurf eines Gesetzes zur Regelung der confessioncllen Gleichberechtigung vorlegen soll. Präsident Kcüger hat seine Anschauung in dieser Frage allen Mitgliedern des Volksraads in Form von Informationen zngehen lassen und dabei wieder als Hauptgrund für die Zulassung der Israeliten zum vollen Bürgerrechte geltend gemacht, dass dadurch die Bekehrung derselben zum Christenthnm erleichtert werden würde. Die Nalional-Oekonomie des Judentums. Von Dr. E. H. V. Eine Art der Leibeigenschaft haben wir bereits bei der Besprechung des Schemittajahres kennen gelernt; es war jenes Verdingen eines freien Mannes ans Zeit, welches normalerweise im siebenten Jahre sein Ende haben sollte und in den meisten Fällen die Consequenz der neulich besprochenen Ueberantwortung des Grundstückes an den Gläubiger war. Es gab aber noch eine andere Form der Leibeigenschaft, welcher die Schnldknechtschaft bei anderen Völkern nähersteht; wenn nämlich der Verschuldete nicht sowohl deshalb, um sich den nöthigen Lebensunterhalt durch Taglohn zu erwerben, als vielmehr hauptsächlich aus dem Grunde seine selbständige Existenz und Eigenberechtigung aufgibt, um seinem Dienstherrn durch seiner Hände Arbeit das ihm Geschuldete hereinzub ringen. Für diese Art der Unfreiheit galt einfür allemal des fünfzigste Jahr als Befreiungsjahr, der Knecht auf Zeit sollte dann eben wieder „zu seinem Geschlechts kommen". Dass diese factische sociale Degradation doch keine formelle, weil nicht unbedingte und unbefristete bedeutete, geht aus der Thatsache hervor, dass Ehen zwischen der Tochter des Herrn und einem solchen aus Verschuldung seinem Gläubiger leibeigen gewordenen Manne nichts Seltenes waren. Züchtigung des Knechtes oder Anfbnrdung von Arbeiten, die dem Herrn keinen Nutzen gewährte,', mar ausdrücklich untersagt. Misshandlungen, welche auch nur cen Verlust eines Zahnes verursachten, gaben dem Knechte sofort ipso iure feine Freiheit wieder. Auf die Tüdtung eines Knechtes war ebenso die Todesstrafe gesetzt, wie ans die eines völlig freien Mannes: „Wer irgend einen Menschen erschlägt, der soll des Todes sterben." (3. Buch, 24. Cap. 17). So ist einerseits im mosaischen Wntschastsstaate für stabile landwirtschaftliche Arbeiter gesorgt, andererseits aber denselben der Weg zum Ausstieg in die höhere gesellschaftliche Schichte gebahnt. Der Schwerpunkt des ganzen Verhältnisses aber liegt darin, dass bei den Inden solch ein vorübergehender Verlast des Persvnalstatus nur mit dem Willen des Betreffenden eintreten, dass eine Verdingung als Knecht oder Magd von jenen, die wirtschaftlich Schiffbrnch gelitten haben, nur freiwillig eingegangen werden kann. Niemand soll dazu gezwungen werden können, aber auch niemandem, der in die unglückliche Lage gekommen ist, soll es verwehrt sein, denn: „Es soll kein Bettler unter Euch sein!" (5, Buch, 15. Cap. 4.) hat Moses als Losungswort für seine Wirtschaftspolitik mit ehernem Griffel in das Buch der Zeilen eingeritzt. Im Anschlüsse an die eben citierte Devise, die Moses stets als leitendes Motiv vorschwebte, sei es mir gestattet, hier einige Bemerkungen einznschieben. Die mosaische Gejetzgebung ist eine exclusiv nationale, sie ist ferner eine Agrargesetzgebung, und das lässt es begreff'lch et scheinen, dass manche wirtschaftliche Grundsätze nur mit Nücksicht auf die eigenen Volksgenossen, nicht aber ans Frciltde Amvendung finden sollen. Vor allein gilt dies vom Zinsniw Wilcherverbot: „Wenn Dein Bruder verarmt und neben Dir herabkvinmt, sv sollst Du ihn als einen Fremdling oder Gast aufuehmen, dass er lebe 'neben Dir. Und sollst nicht Wucher von ihm nehmen noch Zinsen." (3. Buch, 25. Cap. 35—36.) Man hat es sehr verargt, dass der Jirde seinem Volksgenossen und nur diesem eine so bevorzugte Behandlung soll zutheil werden lassen. Ich glaube, es bedarf keines Wortes der Vertheidignng, wenn man bedenkt, dass auch heute noch trotz der so riesig entwickelten, so comvlicierten wirtschaftlichen Verhältnisse die differcnzielle Behandlung der Staatsangehörigen, die in einem Nationalstaats natürlich Connationale sind, und der Fremden, wenn auch vielleicht nicht immer durch den Wortlaut der Gesetze begründet, so doch factisch dnrchgeführt erscheint. Mit dieser mosaischen Norm ist noch durchaus nicht gesagt, dass den Juden dem Fremden gegenüber alles erlaubt sei; denn man wird zilgebcn müssen, dass das Zmsverbot eine so cxceptionelle und einschneidende wirtschaftliche Maßregel bedeutet, dass sie wohl ans den besonderen Plänen Moses' für die wirtschaftliche Entwicklung seines Volkes erklärlich, ihre ganz allgemeine und unterschiedslose Durchführung aber einfach unmöglich ist und jeden Credit lahmlegen muss. Das haben Nichtjnden schon am eigenen Leibe verspürt in jenen Zeiten, da die katholische Kirche, sich ans den mosaischen Standpunkt stellend, denselben aber gründlich verkennend, das Zinsverbot für alle Welt decretierte! Aehnlich verhält es sich mit der Eiusvrdernng der Schulden im siebenten Jahre. „Bon einem Fremden magst Du es einmahnen, aber d e nt, der Dein B rüde r i st, sollst Du es erlassen." (5. Buch, 15. Cap. 3.) Das lässt sich vom nationalen, nirgenos und nimmer aber vom internationalen Standpunkte durchführen. Machanajim. Wer im Heiligen Lande von Tiberias nach Nedan reiste kommt zu einer Gruppe von Colonien, die in der Nähe von Safed liegen. Es sind dies Nosch Pinah, Jessnd Hamaaloh und Mischmar Hajardeni von denen die erste an dem Abhänge der Safeder Berge gegen die fruchtbare Jordauebeue liegr, Mischmar Hajarden am Jordan bei der uralten Brücke Dschisr Belt Jaacob und Jessnd Hamaaloh an der Südecke des Meromsees. Zwischen diesen drei jüdischen Ansiedelungen, so reJjt in der, Mitte liegt eine fruchtbare Ebene, Kabaah genannt, die von ihrer Lage tu der Mitte, seit sic in jüdischen Händen ist, den Namen Machanajim führt. Ende der Achtzigerjahre wurde dies Terrain von einem jüdischen Terrain-Specnlanten erworben nitb gierig 1890 zu dem verbältnismäßig hohen Preise von 12 Fr. per Dunom in den Besitz einer Moskauer Genossenschaft über. Dieselbe schritt aber nicht zu der Gründung der geplanten Colonie, und daher erwarb der Baron Rothschild das Terrain. Bon ihm wurde dasselbe indessen auch nicht colonisiert, sondern meist an Araber verpachtet. Auf demselben befand sich ein einziges hölzernes Gebäude, ein Schuppen, zur Aufbewahrung von Geräthschaften rc. Im Herbste 1897 erwarb der galizische Verein Ahawas Zion das Land für sich zur Anlegung einer neuen galizischen Colonie. Das ganze Terrain, das freilich noch nicht genau vermessen ist, hat einen Umfang von 8000 Dnnam, jedoch verkaufte der Verein Ahawas Zion 2000 Dnnam au die Jewish Golonisation Association, die dieses Land für Mischmar Hajarden braucht. Nachdem noch einige recht zeitraubende Formalitäten erledigt waren, gieng als Vertreter des Vereines im Herbste 1898 Herr Bromberg hinüber, dem alsbald 12 galizische Colonisten folgten. Da diese aber schon zu spät ankamen, als dass noch ein größeres Terrain hätte bestellt werden können, so beschränkte tnan sich auf Anordnung des Herrn Bcomberg darauf, je einige Hectar mit Kartoffeln, Erbsen re. zu bestellen. Diese Früchte gediehen sehr gut und die Aussicht auf die Ernte, die natürlich von dem kleirten Terrain nur kleitt sein I konnte, stand sehr gut, als im Mai ein unerwarteter Zwischenfall eintrat. Die Heuschrecken, die seit 26 Jahren in Palästina nicht mehr aufgetreten sind, erschienen plötzlich und drohten die ganzen Pflanzungen zu vernichten. Mit rühmenswerter Energie wehrten sich die Colonisten, indem sie mit Klappern itub allen möglichen Instrumenten auf den Feldern einen Höllenlärm verursachten, der die Heuschreckenschwärme, wenn sie sich zum Fressen niederlassen wollten, immer tvieder ausscheuchte und so am Fressen hinderte. Tag und Nacht, selbst in der glühendsten Hitze des palästinensischen Mittags setzten die Colonisten diesen Kampf fort und erreichten schlreßlich im großen und ganzen ihr Ziel. Die Heuschrecken zogen weiter und der Schaden, den sie in Machanajim angerichtet haben, erwies sich als ziemlich gering. Mit dieser Leistung gaben die galizischen Colonisten den anderen Colonien, besonders den rumänischen Bauern von Nosch Pinah ein Beispiel und munterteu diese, die sich thatenlos in ihr Schicksal ergeben wollten, zum Widerstande gegen die hereinbrechende Henschreckengefahr ans. Die galizischen Colonisten, besonders aber ihr Administrator Herr Bromberg, verdienen hohes Lob für ihre Energie. Die Coloiüe Machanajim besitzt 6000 Dnnam LatideS, davon sind 4000 Dnnam ausgezeichneter Getreideboden, 2000 Dnnam etwas minderivettig, jedoch zu Anpflanzungen geeignet und hat der Baron Rothschild zugesagtt auf diesem schlechteren Boden für die Colonie Olivenpflaltznngeil aulegen zu lassen. Die Colonisten bestehen ans den cingewanderten 12 Familienvätern, sowie 4 Fanrilien, die Herr Brontberg aus den schon in Palästina ansässigen Inden ansgewählt hat. Mit ein oder zwei Ausnahmen haben sich die Colonisten als sehr tüchtige Acbeiker und erfahrene Bauern bewährt, auch sind einige Handwerker unter ihnen, wie denn überhaupt nach dem Plane der Unternehmer einige kleine Industrien vom Anfang an auf der Cvlottie versucht werden sollen. Die Cvlvutsten sind sehr fromm und rragen fast alle Peies und Strümel. Damit haben sie den Juden in Susnd und Tiberias nicht wenig imponiert und bei dent Feste, das alljährlich in Mirom bei dem Grabe Rabbi Simvit ben JochaiS am Lagbeotner stattfindet, haben sie sich schnell die Führmtg der Chassioun der U-