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Jüdisches Volksblatt · 1899-08-11 · 26 (11.8.1899) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1899)
Issue
26 (11.8.1899)
Date
1899-08-11
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 11. August 1899 Nr. 26 konnten einzelne Widersprüche nicht aufgeklärt werden"... „Jtzig" erzählte allerlei Interessantes ... „Enthüllungen, dass den Herren die Haare zu Berge standen" . . . rc. Das, welcher Art diese Enthüllungen sind, was „Jtzig" Interessantes gesagt habe, darüber verlautet der Bericht nicht ein Wort. Und das mit gutem Grund. D e n n diese ganze Geschichte i st, von der bodenlosen Schurkerei abgesehen, einfach H u m b u g u u b Mump i tz. Das überraschende Resultat der V e r g a n i'schen Untersuchung ist dieses, dass die Bauern in Po Ina, in W e z n i c und in S e e l e n z selbst nicht daran glauben, dass Hüls ne r den Mord verübt habe. Ein Bauer aus Seelenz soll sich geäußert haben, die A n u s k a hätte drei solcher Kerle niedergeschlagen, wie Hülsner ist. Ein anderer: M a n g l a u b e i n W e z n i c n i ch t a n den R i t u a l m o r d; wenn s i e (die Bauern) reden könnten, wäre es bald draußen. Das Allerüberraschendste aber ist das „Geständnis" des „Jtzig" H ü l s n e r, des Bruders des verhafteten H ü l s n e r, der derzeit bei seiner Mutter in G r o ß-M e s e r i t s ch lebt, früher als Lehrling bei dem Schuhmacher Sie in Polna untergebracht war. Herr S i c begab sich in Begleitung eines Redacteurs des „Deutschen V o l k s b l a t t", sowie des Herrn Fritz Novotny nach Groß-Meseritsch. Die Herren stiegen dort im „Hotel Spinnar" ab, worauf sich Sic auf die Suche nach Isidor Hülsner begab, den er richtig auf der Straße fand. Unter dem Vorwände, Hülsner möge ihm (S i c) die Stelle zeigen, wo das Hochwasser gewüthet habe, lockte Sic den Knaben Hülsmer ins Hotel. Und nun begann das „Verhör". D a s s elbe dauerte nicht länger als eine Viertelstunde. Man fragte den Knaben, ob er wisse, wo fern Bruder z u r Z e i t. als der Mord geschah, sich aufgehalten habe. Der Knabe antwortete, erhöbe an diesem Tage bis 10 Uhr abends bei Sic gearbeitet, was von diesem bestätigt murde?) Dann fragte Sic den Knaben, ob die Juden Blut brauchen. Hülsner antwortete, beim Juden müsse das Fleisch eiue halbe Stunde im Salz liegen, damit alles Blut entfernt werde, weil die Inden nichts Blutiges genießen dürfen — worauf Sic meinte, das fei wahr. Eine Verwandte von ihm fei bei Juden im Dienst gewesen, und die habe dasselbe erzählt. Darauf redete Sic dem Knaben zu, er habe es bei ihm nie schlecht gehabt, sei immer gut behandelt worden, er wolle ihn nach der Verhandlung wieder zu sich nehmen, er (Hülsner) wolle nur sagen, was er wisse. Uebrigens glaube er (Sic) selbst nicht, dass Hülsner den Mord begangen habe, sondern der krummeBeran. Nun mochte aber jedenfalls dem Herrn Redacteur des, , „Deutschen V o l k s b l a l t" die Sache wahrscheinlich selbst schon zu dumm sein. Denn dieser Knabe Hülsner ist — ebenso w i e sein Bruder, der verhaftete Hülsner — ein geistig zurückgebliebener Mensch, das Prototyp des uns Juden ja wohlbekannten Ghetto-Idioten. Buchstäblich, im wahren Sinne des Wortes. So wurde denn das „Verhör" abgebrochen. Das „Deutsche Volksblatt" erzählt, da',s über das „Verhör" mit dem Knaben Hülsner ein Protokoll ausgenommen wurde. Wenn dieses Protocoll die Wahrheit enthält, dann muss das darin enthalten sein, was hier erzählt wurde. Denn das sind die wahren Thatsachen. Enthält dieses „Protokoll" anderes, dann ist nur zweierlei möglich. Entweder chat der Redacteur des „Deutschen Volksblatt" selbst -gelogen, was selbstverständlich nicht ausgeschlossen ist, oder er wurde belogen. Denn Sic sprach mit dem Knaben Hülsner größtentheils böhmisch, während der anwesende Redacteur des „Deutschen Volksblatt", wie S-ie selbst sagte, kein Wort böhmisch versteht. *) Ein humaner Schustermeister, der seine Lehrjungen bis 10 Uhr nachts arbeiten lässt. Anmerkung des Setzerlehrbuben. der Execution von einem Arzte eine Salbe, durch die man die Brandmale in vierzehn Tagen wegbringen kann. Denn Jsay ist frech, schlau und dumm. Sein Aufenthalt in Sibirien macht ihm keinen großen Kummer, er lebt „heiter und vergnügt", zumal da er doch hier so gut wie irgendwo Gelegenheit zum Schachern hat. Sofort bei seinem Eintritt in den Ostrog kommt ein Gefangener mit einer zerrissenen Hose zu ihm, um dafür etwas bei ihm zu leihen — gegen hohe Zinsen. „Nun, wie wär's, gäbst Du nicht einen Rubel Silber? Das sind sie doch noch werth!" fuhr der Verkäufer fort, Jsay Thomitsch anblinzelnd. „Einen Rubel Silber — kann ich nicht — werde ich geben sieben Kopeken." Das waren die ersten Worte, die Jsay in Ostrog sprach. Alles schüttelte sich vor Lachen. Wenn Dostojewski nicht einen so guten Namen hinterlassen hätte, würde man ihm wegen der Schilderung dieses Juden für einen Stümper erklären. Und er hätte es verdient. Jsay ist ein alter gebrechlicher Mann, der wegen Mordes auf zwölf Jahre verbannt worden ist. Der Dichter erzählt nichts vom Vorleben des Verbrechers, und wenn man nach der verhältnismäßig geringen Strafe uriheilen darf, büßt Jsay für seinen ersten Mord. Wenn nun jemand in seinem fünfzigsten Jahre zum ersten Male einen Mord begeht, so ist er kein gewerbs- und gewohnheitsmäßiger Mörder. Er kann nicht so verroht sein, dass er selbst angesichts der schweren Strafe die Unthat nicht bereute oder in dieser ungewohnten, ihm vollkommen Das „Deutsche Volksblatt" erzählt, dass eine Abschrift des Protokolls dem Justizministerium überreicht wurde. Ob unser Justizminister nicht schamrot!) darüber geworden ist, dass man in Oesterreich derartige Schurkereien straflos begehen kann? Oder glaubt unser Justizminister vielleicht selbst an das Blutmärchen? Beinahe würde uns selbst das nicht überraschen. In Oesterreich ist eben alles möglich. Die National-Oekonomie des Judenthnms. Von Dr. E. H. I. Wenn man uns Juden das Attribut des „auserwählten Volkes" beilegt, so geschieht dies jedesmal mit leiser oder lauter Ironie, es wird uns damit quasi der Borwurf der Selbstüberhebung gemacht. Und doch ist nichts berechtigter als die Bezeichnung des jüdischen Volkes als des auserwählten, nicht bloß deshalb, weil es aus all den harten Prüfungen, die cs seit Jahrtausenden durchzumachen hat und die es mit heroischem Duldersinne trägt, immer wieder geläutert hervorgeht, sondern namentlich auch deshalb, weil es in großartiger Weise Positives geleistet und der ganzen übrigen Welt mustergiktige Institutionen übermittelt hat. Oft und viel ist schon darüber gesprochen und geschrieben worden, dass das kleine Volk Israel die Reinheit des monotheistischeil Glaubens inmitten der dem Heidenthume ergebenen Völker des Alterthums hegte und pflegte und so der gesammteu Culturwelt ein unschätzbares Gut für kommende Zeiten bewahrte. Dies ist allgemein anerkannt und bedarf keiner weiteren Ausführungen mehr. Aber nicht bloß auf religiösem Gebiete hat das jüdische Volk Unsterbliches geleistet, und dies ist minder allgemein bekannt. Es ist die hervorragende u a t i o u a l ö k o n o m i s ch e B e d e u t u n g der mosaischen Gesetzgebung. Als den „Vater der modernen Nationalökonomie" betrachtet man Adam Smith. Und doch hat mehr denn dreitausend Jahre vor ihm der jüdische Gesetzgeber ein System aufgestellt, das nicht nur die fruchtbarsten Gedanken der Smith'schen Wirtschaftspolitik vorweggenommen hatte, sondern sogar die allermodernsten socialreformatorischen Principien in geradezu meisterhafter Weise formulierte. Die menschliche Arbeit, welche Smith als die Grundlage der Volkswirtschaft erkannte, ist durch Moses in einer, ich möchte sagen, weit vollendeteren Methode zum Schwerpunkt der nationalen Wirtschaft gemacht worden. Nicht nur den social tieferstehenden Vvlksclassen, sondern allen Menschen ist die Arbeit als Pflicht, als göttliches Gebot durch Moses anfgetrageu worden. „Sechs Tage sollst Du arbeiten und alle Deine Dinge verrichten". Der Müßiggang an den zur Arbeit bestimmten Tagen: ist eine Sünde. „Im Schweiße Deines Angesichtes sollst Du Dein Brot essen", anstrengende' Arbeit ist dem Menschen Gebot. „Die Arbeit war das Fundament, auf dem sich der mosaische Staat aufbaute", sagt Rußland. Die mosaische Gesetzgebung hat aber auch bereits die großen Principien aufgestellt und in öewunderungswerter Weise. durchgeführt, welche die moderne Nationalökonomie nur mit vieler Mühe und noch immer nicht in völlig befriedigendem Maße in die Praxis umznsetzen vermag. Die Gesetzgebung Moses verfolgt eine zielbewusste Mittelstandspolitik, die allerdings in erster Linie gemäß den unmittelbaren und vornehmsten Absichten ihres Schöpfers auf die Pflege der Landwirtjchaft bedacht ist. Mit peinlicher Sorgfalt geht Moses allem aus dem Wege, was dem Capitalismus förderlich sein könnte. Vor allem soll der Acker nicht als Ware betrachtet werden, „darum sollt Ihr das Land nicht verkaufen, denn das Land ist mein, und Ihr seid Fremdlinge und Gäste vor mir". Die Erbtvchrer soll nicht in einen andern Stamm einheiraten*); es soll keine executive noch freiwillige Feilbietung des Grundes und Bodens stattsinden, sondern der nächste Verwandte soll das Grundstück *) Zur größeren Anschaulichkeit wird dieses Gebot an dem concreten Beispiel der Töchter Zelaphehads demonstriert. „Lass sie freien, wie es ihnen geiätlt; allein dass sie freien unter dem Geschlecht des Stannnes ihres Vaters und dass nicht die Erbtheile der Kinder Israels fallen von einem Stamme zum andern!" (Moses 4. Buch, Cap. 30: 6,7). fremdartigen Umgebung nicht eine Sehnsucht verspürte. Er ist doch der einzige Jude unter den Verbrechern, und dabei ein frommer Jude, der keine Vorschrift des Gesetzes Übertritt. Ein solcher Jude sollte sich von vornherein wohl fühlen im Kreise christlicher Verbrecher? — Es wird im ganzen Buche keine schlechte That von Jsay erzählt — abgesehen von dem Morde. Er ist ein gutmüthiger, harmloser Mensch. Woher sollte bei ihm die Gleichgiltigkeit, ja die Fröhlichkeit stammen, mit der er die Qualen des Ostroglebens hinnimmt? Und er ist doch ein Jude. Unter Juden sind Mörder selten, und sollte einmal eine solche Bestie unter uns entstehen, so wäre zu erwarten, dass sie anders geartet ist als unsere übrigen Stammesgenossen. Aber Jsay ist in allen seinen Handlungen ein echter Jude -natürlich nach der Auffassung, die Dostojewski überhaupt von einem Juden hat. Er versteht unter einem Juden einen Menschen, der wie ein „gerupftes Küchlein" aussieht, mit alten Kleidern handelt, wuchert, betet, und im Uebrigen zum Gaudium seiner Mitmenschen allerlei possierliche Schrullen hat. Aus dieser Auffassung läßt sich schon schließen, dass er Jsay mit wenig Liebe behandelt hat, ebenso wie Gogol seinen Jankel. Aber solche Juden hat es glücklicherweise nie gegeben, nicht einmal in dem schmutzigsten Dunkel des historischen und des modernen Ghettos. des zur Veräußerung desselben Gezwungenen an sich lösen' der Bruder eines kinderlos Verstorbenen soll dessen Witwe heiraten: dies sind lauter Bestimmungen, die den bäuerlichen Mittelbesitzer halten und einerseits die Entstehung von Großgrundbesitz, andererseits das Hinabsinken des besitzlos Gewordenen zum Proletariat verhüten sollen. Wir kommen übrigens auf diesen Punkt noch ausführlicher zu sprechen. Das Anhäufen von Schätzen in Edelmetall ist untersagt. Wenn das Volk, meint Moses, in Zukunft, da es in seinem Lande wohnen wird, einen König verlangen sollte „wie die anderen Völker ringsumher", so soll dieser vor allem ein nationaler König sein, denn „Du kannst nicht irgend einen Fremden, der nicht Der »Bruder i st, ü b e r D ich s etzen." (Moses, 5. Buch, Cap. 15 :17). Dieser König soll auch nicht viele Weiber nehmen und soll auch nicht viel Gold und Silber samnieln. Die Nichtberücksichtignng des Priesterstammes Levi bei der Ackervertheilung ist ebenfalls darauf zurückzuführen, dass Moses den Capitalismus in jeder Gestalt perhorrescierte. Er macht da gar keine Ausnahme, selbst nicht beim König und nicht beim Priester. Nur der soll Grund und Boden haben, der ihn auch selbst bewirtschaftet, den Interessen des Rentnerthnms soll der Acker nicht dienen, „auch dann nicht, wenn dieser Rentner Priester ist". Wie präcise, wie zielbewusst, wie entschieden drückt sich Moses ans, wie tief prägt er seinem Werke dessen Bestimmung ein : „es soll e i n G e s e tz für ewige Z»e i t e n sein! „Gebiete den Kindern Israels, dass sie den Leviten Städte geben von ihren Erbgütern, da sie wohnen mögen. Dazu die Vorstädte um die Städte her sollt ihr den Leviten auch geben, dass sie in den Städten wohnen und in den Vorstädten ihr Vieh und Gut und allerlei Thiere haben." (Moses, 4. Buch, Cap. 35:2,3). Wir werden demnächst die Ausgestaltung des mit Meisterhand zusammengefügten wundervollen Baues des mosaischen Agriculturstaates weiter verfolgen, um sodann die Fortentwicklung desselben in der nachmosaischen Zeit und endlich die Umgestaltung der mosaischen Wirtschaftspolitik durch verschiedene Beeittflnssilttgen von außen und von innen zn besprechen. » Inland. Graz. (2t u § beut Gemeinderat he. — Herr Feich tinger u n t e r M i l i t ä r s ch u tz.) Im Grazer Gemeinderathe hat es vergangene Woche wiederum einen großen Spektakel gegeben, dessen Urheber selbstverständlich die beiden Radau- Antisemiten Feichtinger und W i l f i n g e r waren, als 2lnlass dienten — fünf (Zentimeter. Ein Hausbesitzer, namens M a r o s ch, hatte um die Bewilligung zur 2lufstellung eines Portals angesucht, der Berichterstatter der betreffenden Gemeinderathssection beantragte, dem Ansuchen zu willfahren und die Ausstellung des Portals mit einer 2lusladung von 30 Centimetern zu bewilligen. GR. Feichtinger aber erklärte, da in dem Hause der Jude Brunner sein Geschäftslocal aufgeschlngen habe, seien höchstens 25 Centimeter zu bewilligen. Wilfinger theilte natürlich die Ansicht seines geehrten Vorredners und Gesinnungsgenossen. Herr Feichtinger, dem g e r i ch t s o r d n u n g s m ä ß i g nachgewiesen w urd e, dass er sich von dem Juden Wohl bestechen ließ, der im Juli 1806 wegen Veruntreu u n g und Crida zu einem Monat Kerker verurtheilt, Herr Wilfinger, der ebenfalls wegen Crida zu einer W o ch e Arrest und erst jüngst wegen 2ln maßun g eines 2l m t s t i t e l s neuerdings mit Arrest bestraft wurde, diese beide Herren, auf welche der Grazer Gemeinderath wahrhaftig nicht stolz ist, lassen eben keine Gelegenheit vorübergehen, bei welcher sie auf Juden schimpfen können und so war es auch in diesem Falle. 2lls der Bürgermeister zur 2lbstimmung schritt, schrieen Feichtinger und W i l s i n g e r wie Wahnsinnige und auch die Bemerkung des Gemeinderathes C l e ß, dass es sich nicht um Inden, sondern um Portale handelt, beruhigte sie nicht, sondern nun schrieen Wilfinger und Feichtinger: Ueber einen Juden werden Sie abstimmen! Wir werden sehen, wer für den Inden stimmt! Feichtinger erhebt sich, um zu sehen, wer dafür stimmt. Wilfinger: I schreib' so 2llle auf! (Heiterkeit.) Der Bürgermeister verkündet hierauf das Abstimmungsresultat: Der 2lntrag ist mit vierzehn Stimmen angenommen. Daraufhill erheben Feichtinger und Wilfinger einen unbeschreiblichen Lärm, der den Gemeinderath Dr. Neckermann zn dem Zwischenruf veranlasst: Ist der Bürgermeister Vorsitzender oder Herr Feichtinger? Der Bürgermeister nimmt nunmehr eine Auszählung des Gemeinderathes vor. Es find 28 Gemeinderäthe anwesend, von welchen vierzehn für den Sectionsantrag gestimmt haben. Bei einer neuerlichen 2lbstiinmung erheben sich abermals vierzehn Hände für den Sectionsantrag. Der Bürgermeister verkündet nun, dass der Tlntrag neuerlich an die Seetion zurückgehe. Feichtinger und Wilfinger springen erregt auf und schreien: Bei uns gibt's das nicht, bei uns geht ein Tlntrag nie an die Seelion zurück! Wilfinger: Wir werden die Geschichte schon machen! Endlich wirds auch der Majorität zu dumm. Mau hört Rufe: „Da hört sich schon Tllles auf! Fabelhaft!" GR. Elest: Wie komnle ich dazu, dass ich das Geschwefel anhören muss? Darauf Feichtinger: Wenigstens sind die Juden gefallen! GR. Thurnwald: 2lber jüdisches Geld nehmen . . .! Da es nicht gelingt, die Ruhe herzustellell, muss der Bürgermeister die Sitzung abbrechen. — Hehler ergieng es dem Herrn Feichtinger bei der Protestversammlung in der Steinselder Bierhalle am 27. Juli. Herr Feichtinger hatte eine Versammlung einberufen und übte strenge Controls an den Erfchieilenen. 2lls die Menge immer mehr anwnchs, stieg die Erregung und man verwehrte Herrn Feichtinger sein Vorgehen. Als derselbe einen Wähler, der aber nicht in seiner Liste stand, zurückwies

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