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Jüdisches Volksblatt · 1899-07-14 · 22 (14.7.1899) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1899)
Issue
22 (14.7.1899)
Date
1899-07-14
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 •tieii.-eles Volkshlatt 1 Juli 1880 Nr. 22 \\ ieii. Freil;i;r unseres Reiches. Das fall uns aber auch malmen, dass das ganze Ball vom JUnif bis ztun Jyitfj, vom. hoben Geistesarislokrateu bis zum armen Handarbeiter, trauern soll an dieiem Tage: D e n n e s i st e i n e atio u a U T r a lt e r. Trauern! Doch das ist nicht alles. Ritt Trauern allein ist nichts gerichtet In der Trauer muss der Sinn daraus bedacht sein, etwas zu thun, damit die Trauer auch endlich ihr Ende habe. Die Gegenwart sott uns in diesen Tagen vor Augen stehen und an Mittel denken lassen, unsere Lage zu verbessern. Trauern sollen wir, doch nicht verzweifeln, Zumal unsere Zeit gibt uns zum Verzweifeln keinen Anlass. Die Gesetze und Verhältnisse lassen uns Raum genug, für unser Volk etwas zu thun, unsere nationalen Bedürfnisse zu besorgen, und die Freiheit künftiger Zeiten vorzubereiten und zu verdienen. Wir können, wir m ü s s e n das thun. Denn die Rationaltrauer erinnert uns an die Pflichten für unser Volk, der Untergang, an die Arbeit die zn leisten ist, um es von neuem erblühen zu lassen. Es ist eine seltsame Fügung! Unsere Kalenderrechuung hat festgestellt, dass mit demselben Tage, auf den der neunte Ab fällt, die Feier des Passahfestes begonnen wird. Der Geburtstag unserer Nation und die gänzliche Zerstörung unseres Reiches, das Befreiungsfest und die Zerstörungstrauer, der Auszug aus dem e r st e n Exil und der Beginn der jetzige n, großen Diaspora, diese beiden für unser Volk wichtigsten Ereignisse, fallen auf ein und denselben Tag. Das heißt: Verzweifle nicht Jude! Stimmer verlieren die Hoffnung und nimmer aufgeben die Arbeit! Der Auszug aus Aegypten soll Dir frischen Muth und neue Arbeitsenergie verleihen, um an die Nationaltrauer neue Hoffnungen zu knüpfen, baldige Besserung vorzubereiten und zu erwarten. Vereinigen wir uns zu diesem Zwecke, organisieren wir uns, um diese Besserung zu ermöglichen, und der Tag unserer Nationaltrauer wird, wie einst der Prophet verkündete, zum Tag der Freude werden. Juden und Judenthum. Von R. A. B. III. So kamen die Achtzigerjahre. Der deutsche, pöbelhafte Ruf! Hepp, hepp, ist zum diplomatischen Ausdrucke A n t i s e m i t i s m u s gewachsen. Der veraltete, nicht mehr recht passende Judenhass, ist zu einer modernen, politischen Parteitendenz geworden. Und siehe! Wilhelm Moor schreibt Broschüren, Hofprediger Stöcker hält Reden, die „Breslauer Zeitung" wird ein Organ der antisemitischen Partei, T r e i t s ch k e und H a r t m a n n treten gleichfalls gegen die Juden auf. große Plakate an allen Ecken der Straßen verkünden Judenhass und warnen das Volk davor, einen Juden zu wählen. Lasker fällt wirklich durch uyd die Assimilation meldet ihren ersten Concurs. Kurz darauf brechen in Südrussland Judenkrawalle los. In I e l e s a w e d g r a d, in K i e w, in B a l t a, in Warschau re., sind Judenhetzen ärgster Art ausgebrochen. Raub und Plünderung, Mord und Frauenschändung, werden am helllichten Tage auf offener Straße, in Gegenwart von Polizei und Militär verübt. Ein Vernichtungskampf wird gegen den Juden geführt. Und das alles geschah unerwartet, ganz plötzlich, eben zur Zeit, da man meinte, dass die Gleichberechtigung der Juden bald kommen m ü s s e, da die Juden selbst versuchten, sich zu russificieren, sich als Patrioten zu geberden, bis zur Verleugnung ihres eigenen Jchs. Wie ein Donnerschlag aus blauem Himmel, wie Kanonenschüsse in Friedenszeit, so Die jüdische Nationalität ist ihr Stolz, und Palästina ist ihr Ideal. Das Band mit den drei Farben ist um ihre Brust geschlungen, und ihre Herzen erfüllt die Zukunft ihres Volkes. Aus den Reihen der jungen Leute tritt einer hervor und geht an den Tisch des Sprechers. „Meine Freunde! Vor 1822 Jahren ist unser Land von den Römern genommen worden. Heute weinen alle Juden — aber wir, die Jungen, wir weinen nicht. Dem jüdischen Studenten stünde das Weinen schlecht an! Mögen Kinder weinen —■ mögen Greise weinen! Mögen alle weinen, die keine Kraft in ihren Armen fühlen! Uns aber ist nicht die Thräne ein Gebot — uns ist es die That! Fast 2000 Jahre hoffen wir schon und haben nichts gethan. Heut heißt es, sich an die Spitze des Volkes stellen, unsere Brüder zu sammeln, und die Massen aufzurufen zur Hilfe durch eigene straft." Und all die jungen Männer brechen in lauten Beifall aus. Was jener gesprochen, haben sie ja alle gedacht. Und ein junger Bursche, der kein Band noch trägt, kommt zu dem Sprecher und fragt ihn leise: „Lieber College, ich bin ein Fremder hier — und ich verstehe Euch wohl. Aber ich frage: Haben wir die Kraft, uns selbst zu helfen?" „Gewiss," antwortet der andere. „Wir haben Kraft, sobald wir zum Bewusstsein dieser Kraft gelangen. Der Wille eines Volkes kann Wunder erzeugen. Auch das Rothe Meer und den Jordan hat der Wille des Volkes überwunden. In der Wüste hat er sich den Weg gebahnt zu seinem Ziele. Und auch jetzt werden wir das Ziel erreichen. wenn sich die Kräfte vereinen zu einem einzigen Willen." Und wieder erscholl der Beifall der Kameraden. Der Fremde seufzte auf. War es Zweifel oder Glaube? überraschten die „Progrome" die Juden im allgemeinen und die jüdische Intelligenz im besonderen. Die Wirkung war stark und die Folgen bedeutender als in Deuts ch l a n d. Das lag an der Verschiedenheit der zurückgelegten Entwicklung. Die Juden in Deutschland hatten sich fast insgesainmt sowohl vor wie nach bent Erwachen des Antisemitismus als gute Deutsche gefühlt. Der Antisemitismus ist auch größtentheils nur bei Beschimpfungen, bei mündlichen oder schriftlichen Beleidigungen stehen geblieben. So erzeugte er nur eine Missstimmung, eine mündliche oder schriftliche Gegenarbeit von Seite der freidenkenden Deutschen. Die Juden suchen ihr Deutschthum nachzuweisen, ihr trotz der ursprünglichen Abstammung deutsches Gefühl, ihren d e u t s ch e n Charakter, Sie nennen sich deutsch-mosaischer Confession und sprechen ihre Entrüstung gegen die Hetzet zwischen Deui sche und Deutsch e n ans. Am stärksten kann man diesen Eindruck aus die jiidische Intelligenz dieser Zeit bei Berthold A tt e r b a ch ersehen, der wirklich ganz deutsch dachte imb fühlte, dessen Ideal die Einigung Deutschlands war. Ans ihn machte der Anfang der antisemitischen Bewegung den stärksten Eindruck, und in seinen Briefen an seinen Onkel und Freund, Jakob Atterbach, gießt er seine ganze Galle über diese Bewegung aus*). In dem Briefe vom 2. April 1880 ruft er aus: „Das ist doch ein Attentat auf die Majestät der Humanität," und alle Briefe dieser Zeit drücken Entrüstung, Herzweh, fast Verzweiflung aus. Aber immer in demselben Sinne: Wir sind und bleiben Deutsche, und es geschieht uns Unrecht, uns und dem ganzen Deutschthum. Von Judenfrage, noch weniger von Judenthum, wollte er, wie alle deutsche Juden, nichts wissen. Sie schrieen: Es gibt keine Judenfrage, denn wir sind Deutsche. Ganz andere Eindrücke und andere Folgen haben, die Krawalle in Russland auf die dortige jüdische Intelligenz gemacht. In Russland hatte die Assimilation ihren Höhepunkt erlangt in den letzten Regierungsjahren Alexander II. Besonders waren es die jüdischen Stttdenten, die sich vollständig russificierten, sogar bis zum Panslavismus, obwohl das Gesetz sie noch nicht gleichberechtigt und die russische Gesellschaft sie noch nicht ausgenommen hatte. Nach dem russisch-türkischen Kriege war allgemein der Glaube verbreitet, dass nunmehr eine Constitution bald kommen müsse! unfein Ukas zur Gleichberechtigung der Juden vom Czaren schon unterschrieben sei. Damals brachte das liberale Blatt „Golos“ einen Leitartikel, in welchem es die jüdische Intelligenz ermahnte, sie möge jetzt in schärfster Weise ihre Glaubensgenossen auffordern, alle Mängel und Fehler von sich abzuschütteln. Als größtes Uebel bezeichnete das Blatt, dass der größte Theil der jüdischen Studenten Nihilisten seien und in nihilistischen Tagen eine große Rolle spielten. Auf diesen Artikel antwortete der Universitätsprofessor B a x t. Er sagt: „Es liegt in der Natur der Sache, dass jeder junge, intelligente Mensch, zumal ein Student, etwas sucht, das er sein Eigen nennen kann. Ein Ideal, das sein geistiges Eigenthum ist, für das er kämpfen kann. Der jüdische Student aber, der selbst von der jüdischen Gesellschaft ausgetreten ist, und dieselbe als ihm fremd betrachtet, den aber die russische Gesellschaft nicht ausnimmt, der muss sich anderwärts sein Ideal, seine Gesellschaft suchen, die er als seine bezeichnen kann. Und das findet er bei den Nihilisten. Ist es ein Wunder, dass er sich dork"heimisch fühlt? Gebt ihm gleiche Rechte, nehmet ihn auf in Eure Gesellschaft, lasset ihn seine Carriere machen, und er wird kein Nihilist mehr sein." Mit dieser Aeußerung hat Professor B axt thatsachlich die jüdische Jugend dieser Zeit gekennzeichnet. Was Wunder, dass die Judenverfolgungen ein Jahr darauf andere Folgen hatten, als der Antisemitismus in Deutschland? Das Resultat der Judenkrawalle für die russischjüdische Jugend war: Rückkehr zum Judenthum, Rückkehr zum eigenen Volke. Sie suchte ihr eigen Heim in ihrem ureigenen Haus und fand es. _ Vom Tage. Hosiannah! Die chriftlich-soeiale Partei ist wieder einmal gerettet. Sie hat lange danach gesucht, etwas zu finden, um ihr schadhaftes Prestige wieder anffrischen zu können. Nun hat sie es gefunden. Einen neuen Nittralmord hat sie „etltdeckt". Mit großen Lettern, in packender Form uild spannender Erzählnngskunst nach berühmten Muster der besten Fünfkreuzer-Romane verkündet das „Deutsche Volksblatt" der Welt die grausige Mär, dass in dem Städtchen Wilde nschwert wieder einmal ein Christenmädchen von Juden ermordet worden sei. Dieses feige Gesindel, das derzeit Wien nothzüchtigt und ganz Oesterreich als den besten Markt für Dllintnheit und Gemeinheit brandmarkt, das vom Christenthnm nur den Pfaffenrock und vom Sociälismns kaum den Namen kennt, diese Gesellschaft, die ja nicht einmal den Namen „Partei" wert ist, lässt durch ihr Organ, das „Deutsche Volksblatt", die ebenso ins Dunkel gehüllte, wie überhaupt auzuzweifelnde Geschichte eines angeblich ermordeten Mädchens als R i t n a l m v r d ansschreien, um die Aufmerksamkeit der christlichen Bevölkerung Wiens von dem Wahlrechtskampf abzulenken, um ihr Sand in die Augen zu streuen und sie wieder an den Karren des christlich-socialen Eselsgespannes anzuhängen. Wahrlich, zur rechten Zeit hat sie den Mord in Wildenschwert entdeckt, die christlich-sociale Partei. Das Mädchen von Wildenschwert starb ihr gelegen. * * | An die Adresse der österreichischen Justizbehörden sind die folgenden Zeilen gerichtet. Gestern fand vor einem Erkcnntnissenate die Verhandlung gegen jene dreizelm Z'egelarbeitcr statt, die vor einigen Wochen den französischen Arbeiter di o tt s s e a n halb tobt prügelten, weil sie denselben für einen Inden hielte n, d e r K Inder s ch l achte n w olle. Bei dieser Verhandln! g sagte der Staatsanwalt: Es sei ein bedauerlicher, beschämender Vorfall, der zeige, dass Anfklärnng uub Humanität noch nicht in die breiteren Schichten des Volkes gedrtlngen seien. Ein harmloser Wanderer sei vor den Thoren Wiens von Leuten, die von dem Wahne besangen waren, er sei ein Jude, der Kinder schlachten wolle, brutat misshandelt itnd schwer beschädigt worden. Man könnte meinem nur Jahrhunderte zurück sei so etwas möglich geivesen. Die Angeklagten seien bis anfKoth unb Si'afta geständig. Selbstverständlich werde das Urtheil die ^Angeklagten nicht mit voller Schärfe Hm Thun entgelten lassen, da sie aus einem Irrwahn g ehandeU haben, der von ganz anderer Seite erzeugt tmd böswillig genährt - wurde. Wenn die österreichischen Justizbehörden in Wahrheit durch den „Irrwahn, der von ganz anderer Seite erzeugt und b v swillig genährt lverde" sich so sehr beschämt fühlen, wie sie es in der That sollten, dann mögen sie endlich auch den Mull, finden, dieser Böstvilligkeit an den Leib zu gehen uitb die Ursachen eines svlcheil Wahnes zn entfernen. Wir können ihnen mit einem Factum dienert, an dem sie vor allem zeigen können, ob es in Oesterreich noch eine freie Gerechtigkeit gibt. In dem P v l tt a e v W a l d, an der Stelle, lvo die ermordete H r n / a gefunden wurde, ist ein Standbild errichtet tvvrden, das ein Bild trägt. A lt f d i e s e m B i l d e i st zu sehe n, w i e d a s M ä d ch e tt von eine m Jude lt ermordet w i r d, während ein zweiter Jude das Blut a u f f ä n g t. Dieses Standbild ist sozusagen schon ztr einem Wallfahrtsort der Gegend geworden. Es fehlen die Worte, um die empörende Schamlosigkeit dieser Schandthat zit brandmarken. Wenn aber die österreichischen Justizbehörden nicht dessen geziehen werden sollen, zweierleiMaß vonGerechtigkeit nach dem Recept des Herrn S ch n e i d e r zu üben, wenn der Herr I n st i zm i n i st e r noch nicht seine ganze Zeit zum Unterschreiben der § 14-Berordnungen braucht, bann mögen sie thun, was Pflicht und menschliches Schamgefühl ihnen gebietet. Mehr darüber zu sagen, wäre wahrhaft erniedrigend. -i- * * Die Uolkslvohnnngs-Stiftung. Kaiser Franz Josef I. Jubiläums-Stiftung für Bolkswohnnngen und Wohlfahrtseinrichtungen. —■ Welch ein außerordentlich schöner und ziemlich langer Titel! Der unbefangene Leser denkt sich, da darunter eine großartige Institution, die allen Schichten der mittellosen Bevölkerung zugute kommt, und die einen großen Theil der socialen Noch, nämlich der Wohnungsnoth, abzuhelfen geeignet ist. — Allen Schichten der Bevölkerung? Also auch den armen Inden? Darüber schweigt die Geschichte. Man sagt nicht direct nein, aber man lässt ganz rnhig keine Juden an diesen kommunalen Wohlthaten participieren, um Ausreden ist man ja nie verlegen. Ja, bei Sammlungen für alle solche Humanitäts-Anstalten, da sieht man unsere reichen Juden mit den namhaftesten Beträgen sich betheiligen, und es ist gar kein Wunder, wenn unsere Gegner, darauf hinweisend, von den enormen Reichthümern der Inden sprechen. Würden sich nur unsere reichen Juden einmal die Mübe nehmen, die Wohnungsverhältnisse der armen Juden in der Kleinen und Großen Schiffgasse anzuschauen, sie würden finden, dass, wenn es nothwendig war, für die armen Arbeiter an der äußersten Peripherie der Stadt billige Bolkswohnnngen zu errichten, dies für die armen Juden in der Leopoldstadt noch bedeutend dringender ist. Selbst in den antisemitischen Blättern, denen man doch gewiss keine Judenfreundlichkeit zum Vorwurfe machen kann, waren neulich Alarmartikel, freilich zn einem ganz anderen Zwecke, veröffentlicht, in denen die Behörde aufmerksam gemacht wurde, dass oft 15—20 Personen in einem kleinen Zimmer zusammengepfercht wohnen. Wo ist da das berühmte jüdische Herz? Oder versagt es wirklich nur dort, wo es sich um Brüder handelt, und äußert es sich nur dort, n tu Paprika-Schlesinger, wo es gilt, Kirchenbanten zu subventionieren? Wir wollen zur Ehre des Judenthnms das nicht glauben, unb wir geben uns der Ueberzeugung hin, dass es nur einer Anregung bedarf, um auch unsere reichen Inden und an deren Spitze unsere Cu lt u s g e m e ind e - Vertretung dazu zu veranlassen, der Sache ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden; in kürzester Zeit könnte ein Comito, zusammengesetzt aus Delegierten sämmtlicher jüdischen Humanitätsvereine, einznberufen sein, das diese acute Frage, „Billige, gesunde Wohnungen auch für das jüdische Volk zu schaffen", raschestens zu lösen hätte . .. Das Wildenschwerter Blutmärchen. Man schreibt uns unter dem 12. d. M. aus Prag: Noch harrt die Polnaer Affaire ihrer Entscheidung, uitb es taucht abermals ein neues Blutmärchen ans dem Städtchen Wildenschwert a. Adler auf. Die „Nürockni Politika“, welche auch aus Polna sich mit reichlichem Hetzmateriale versehen lässt, meldet ans Wildenschwert vom 8. d. M.: Im April v. I. verschwand in Switawa die 10jährige, sehr amnuthige Marie Ruth, Tochter einer Handelsfran in Wildenschwert. Sowohl die Mutter als auch die Behörden forschten eifrigst nach der Verschwundenen, allein ohne Erfolg. Erst ein halbes Jahr später wurde aus dem Flusse Adler bei Svbotka eine Leiche heransgezvgen, welche sich bereits in einem foctgesch rittenen Zustande der Verwesung befand und in welcher die seit lan gem erfolglos gesuchte Marie Ruth agnoseiert wurde. Es war unbekannt, ob das Mädchen durch einen unglückliche» Zufall oder durch Mörderhand ums Leben faul oder ob sie freilvilltg den Tod *

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