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Jüdisches Volksblatt · 1899-05-19 · 14 (19.5.1899) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1899)
Issue
14 (19.5.1899)
Date
1899-05-19
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt, 10. Mai 1809 Nr. 14 Schützlingen gehabt, ist zu Ende, Herr Lueger und die Seinen sind in Ungnade gefallen. Was musste aber alles erst geschehen, um dies herbeizuführen! Im niederösterreichischen Landtage wurde ein System etabliert, das der Stellung eines Culturvolkes Hohn spricht und schließlich die Freisinnigen aus der Landstube hinausekelte. Erhob sich einmal ein Mann von gediegenem Wissen und vielseitiger Bildung, um der brutalen Majorität seine Meinung zu sagen, so schleuderte ihm eine der Größen der herrschenden Partei den Vorwurf entgegen, er sei ein „Geistesprotz". Feierte man die 80. Wiederkehr des Jahrestages der Sanction unseres Reichsvolksschulgesetzes, so nahmen die Christlich-Socialen dies zum Anlass, um in unverblümter Weise ihre rückschrittlichen Tendenzen zum Ausdrucke zu bringen. Dabei besitzt aber ihre Presse noch die Unverfrorenheit zu behaupten, die Partei stehe auf dem Boden des von ihnen so übel zugerichteten Gesetzes, sie strebe nur eine Reform desselben an. Schließlich kann es ja Leute geben, die unsere Volksschulgesetzgebung nicht als eine unantastbare Musterschöpfung betrachten, aber dann erkläre man dies ehrlich und offen. Die Larve, welche sich die „Herren von Wien" aufgesetzt haben, braucht man ihnen gar nicht herabzureißen, sie ist durchsichtig genug. Sie gehen ja allem, was Bildung oder Aufklärung heißt, scheu aus dem Wege — wir erinnern an den Ausruf eines dieser Ehrenmänner: „Ui jeh, schon wieder ein Buch, das Hab' ich g'fressen!" — und so erklärt sich auch ihr instinctiver und bei jeder Gelegenheit in roher Weise bethätigter Hass gegen die Lehrerschaft, zumal dieselbe großentheils nicht gewillt ist, nach der christlich-socialen Geige zu tanzen. Es ist ein Unglück, dass die Entscheidung über das Wohl und Wehe so vieler Lehrer in die Hände dieser Leute gegeben ist, aber es dürfte bald der Tag der Abrechnung kommen. Mit Schaudern gedenkt Herr Lueger heute schon der kommenden Wahlen aus der Gruppe der Intelligenz. Darum führte er auch den plumpen Schwindel mit seiner Gemeindewahlreform auf der BasiZ des allgemeinen Wahlrechtes auf, der nur zu früh durchschaut worden ist, als dass er seinem Urheber irgendwelchen Vortheil hätte bringen können. Durch die von ihnen eingebrachten Wahlreformen für Wien und Niederösterreich beabsichtigen die Herren, ihre wankende Macht wieder auf eine feste Grundlage zu stellen, aber da dürften sie, wenn die in maßgebenden Kreisen momentan vorherrschende Stimmung anhält, die Rechnung ohne den Wirt gemacht haben. Hatte sich competenten Ortes allmählich die Ueberzeugung festgesetzt, dass eine solche Partei nicht gehalten werden könne, so musste die unqualificierbare Haltung, welche die Christlich-Socialen gegenüber dem Urtheile des Verwaltungsgerichtshofes betreffs der Subventionierung von Kirchenbauten seitens der Gemeinde Wien einnahmen, dem Fasse den Boden ausschlagen. Was uns betrifft, so sind wir ja von Anfangan der Action des Herrn Lucian Brunner in dieser Angelegenheit ziemlich kühl und ablehnend gegenübergestanden. Wir sind der Meinung, dass Herr Gemeinderath Brunner seinen Glaubensgenossen nicht den geringsten Dienst erwiesen hat, wenn er die erwähnte Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes provocierte. Wir bemerken dies nur, um unsere Worte keiner missverständlichen Auffassung auszusetzen. Die Herren von der Luegerpartei benehmen sich seit der Fällung jenes Erkenntnisses wie trotzige Knaben, denen das Spiel nicht mehr gefällt, weil es nicht nach ihrem Willen geht, nicht aber wie ernst zu nehmende abzulesen auf die ihn peinigende Frage; wie oft glaubt er nicht was er so sehnlichst wünscht. Wie oft muss nicht der ehrwürdige Manu die Erfahrung machen, dass alle seine Besuche bei den Eltern umsonst gewesen, seine Glückwünsche wegen der großartigen und wunderbaren Erfolge der Kinder nichts genützt haben. Was hat es ihm für Vortheil gebracht, dass er sich sogar zum freiwilligen Berather., in.. Familienangelegenheiten aufgeschwungen, in selbstloser Weise i'ich ^utll -dies! oder jen.tzAsHemsiht,..,ftM, kostbare Zeit vergeudetV Wenn das Peffachsest vorüber und der Unterricht aufs Neue beginnt muss er sich durch die Thatsache überzeugen, dass — wenn auch nicht alles, aber doch das meiste umsonst gewesen. Auf der anderen Seite aber, und wohl wissend, dass einige Schüler nicht wiederkommen werden, muss er sich rechtzeitig bemühen, neue anzuwerben. Da heißt es die Kunst verstehen, nicht nur zu beweisen, dass bei ihm allein die wahre „Toire" erworben wird, sondern dass die bei seinem guten Freunde, dem Melamed lernenden Schüler weit genug vorgerückt sind, um mit Erfolg, „Schass und Posskim" zu lernen. Da wartet er nach dem Gottesdienst auf die Eltern, welche hoffnungsvolle Söhne besitzen, um sich in Erinnerung zu bringen; da erzählt er seine besten Moschelchen; da glänzt er durch pilpulistische Rededuelle mit den gelehrten Balbattim, sogar mit dem „Raw" läßt er sich in einen Disput ein, sagt ihm ein „feines Wörtchen", damit man Respect vor seinen Fähigkeiten bekomme. Glaubt er dann, aus den Mienen seiner Zuhörer auf einen Erfolg rechnen zu können, dann begleitet er sie bis zu ihrer Wohnung oder macht ihnen einen — oft auch mehrere Besuche und redet so lange in sie hinein, bis er einen zusagenden Bescheid erhalten. Ist aber die kritische Zeit vorüber, dann beginnt sein Werk von Neuem an. Dann ist er wieder der starre unbeugsame Nebbe, bei dem das Talmudstudium das Höchste ist, dem gegenüber jede profane Wissenschaft zurückstehen muss. Die Namen der Schüler werden aufs Neue mit schöner Currentschrift in ein großes Buch eingetragen; dies geschehen, richtet er an sie einige weihevolle Worte Politiker. Der ganze schmutzige Hausrath, dessen die „Herren von Wien" so überreichlich viel angesammelt hoben, wird hervorgeholt, die einzelnen Richter, aus welchen der Senat, der die Entscheidung fällte, zusammengesetzt war, werden mit Koth besudelt, und mit Berufung auf das Urtheil des Verwaltungsgerichtshofes werden — es ist geradezu lächerlich — ausnahmslos alle Gesuche um Unterstützung, welche an die Commune gerichtet werden, einfach abgewiesen. Ja, in offener Landtagssitzung nimmt sich der Führer der Partei die Kühnheit heraus zu behaupten, dieser Vorgang sei die nothwendige Consequenz jener Entscheidung! Wem will er denn das einreden? Höchstens seinen blinden Anhängern. Die glauben ihm vorläufig noch alles. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, hier die Sünden alle aufzuzählen, welche die Christlich-Socialen tagtäglich gegen Vernunft und Recht begehen, wir haben nur einige der am meisten in die Augen fallenden ihrer Großthaten herausgegriffen, durch welche sie sich's mit den leitenden Kreisen des Staates verdorben haben. Rechnet man dazu noch die zahlreichen und unsterblichen Blamagen persönlicher Natur, welche sich einige Matadore der Partei in so mancher Gerichtsverhandlung der letzten Zeit geholt haben, so ist es wohl nur zu begreiflich, dass die Leistungen der „Herren von Wien" denn doch zu viel sind, selbst für den guten Magen der Negierung. Z u d e m w e h t eben momentan ein anderer W i n d in den Höhen, man will tabula rasa machen, und eines der ersten Opfer dieses Gesinnungswechsels ist — d i e bisherige persona grata des Herrn Lueger. Dieser Umschwung kann ihm und seinen „Barrierestöcken" aber nicht gleichgiltig sein, denn der Boden unter ihren Füßen schwankt ohnehin schon seit längerer Zeit bedenklich. Wird ihnen nun auch das schützende Dach entzogen, das ihre Gönner bisher über sie gehalten haben, dann mag sich vielleicht manches, was noch kurz zuvor räthselhaft erschien, als gar tief begründet erweisen. Jawohl, nur Muth, Herr Dr. Lueger, nur Muth! Vom Tage. Das Reichsrathsmandat für de» Städtebezirk Mährisch-Weißkirchen - Leipnik ist dem deutsch-nationalen Candidaten F o ch l e r zugefalleu — mit Hilfe der Czechen. Das ist die Frucht der weisen Politik der Juden Mährens. Seit der Emancipation standen sie fest im Lager der liberalen Partei, ließen sie sich für das Deutschthum boycottiereu, opferten sie ihre moralischen und materiellen Hilfsmittel für die „deutsche Sache". So ^wurden sie mitschuldig an der Unterdrückung des czechischey Volkes, der czechischen Majorität im Lande Mähren, so wurden sie auch bei Czechen immer mehr verhasst. Noch vor fünf Jahren hätten die Juden Zeit gehabt, sich durch eine genügend gewahrte Neutralität diesem Dilemma zu entziehen. Die Czechen verlangten nicht, dass die Juden ins czechische Lager übergehen sollten, nur zur Neutralität wollten sie die Juden bewegen. Doch die Juden wollten nichts davon wissen, sie blieben weiter im „deutschen Lager". Wohl konnten sie es nicht hindern, dass die deutsch-antisemitische Bewegung von Tag §u Tag zu nahm, aber sie haben es glücklich dazu gebracht, auch den Hass der Czechen in solchem Maße auf sich zu laden, dass diese geborenen Gegner des deutschen Chauvinismus eher einen Deutsch-Radicaleu wählen, als den Can- und erklärt den neuen „Seman" für eröffnet. Der Unterricht im „Cheder" nimmt wieder seinen gewohnten Lauf. Che der. Was ist ein Cheder und wie sieht ein Cheder ans? Ein Cheder ist ein — Cheder und sieht aus wie ein — Cheder. Merkwürdige Erklärung — aber die einzig mögliche und die einzig richtige. Man denke sich einen mittelgroßen Raum mit verschmierten, zerxissenenTapeten und schmutzigen, vielfach geborstenen Dielen. An den Wänden die unwiederlegbaren Beweise der .ausgezeichneten hsinstlerjsche.n Veranlagung der Schüler. Jedes Plätzchen mit geheimnisvollen Creaturen und vorsündflutlichen Thieren bedeckt, theils in Bleistift-, theils in Kohlezeichnung und in allen möglichen Stellungen und Lagen — eine Vorahnung hochmoderner, seccessionistischer Richtung. Eines dieser Geschöpfe trägt gewissermaßen menschliche Züge und eine daneben befindliche, fast verwischte Inschrift deutet unleugbar auf den Inhaber des Cheder, wie man aunehmen muss, den Entdecker jener nusgestorbenen Species, hin. Auf dem in der Mitte gebrochenen Kaminsims, das von ehrwürdigem Schmutz und dickem Staubbedeckt, unseren Blicken sich präsentiert, steht eine Weckuhr, die früher einmal ihrer Bestimmung nachgekommen ist. Jetzt dient sie einigen Schülern zur Befriedigung des Wissendranges in mechanischen Künsten. Die Theile der Platte werden buvd) darauf liegende Bretter vor dein Hinunterfallen bewahrt. Zu beiden Seiten der Uhr befinden sich Büchergestelle, die durch die Schwere ihres Inhaltes vor dem Unkippen geschützt werden, hin und wieder aber schon mit den Köpfen unvorsichtiger Schüler Bekanntschaft gemacht haben. An den Wänden sind Tafeln aufgehängt mitRiesenbuchstaben des Alef-Beth in verschiedenen Schriftarten; gegenüber, nahe dem Fenster und von draußen sichtbar eine große Karte von Palästina. Diese dient zugleich als Geographie- und Geschichtsbuch, denn neben den Flamen der Orte, Flüsse, Seen, Berge und Thäler befinden sich die darauf Bezughabenden geographischen und geschichtlichen Daten sowie Namen von Männern, die danlit in Verbindung stehen. didaten der jüdisch-liberalen Partei. Und da sage noch einer dass wir nicht Recht haben, wenn wir den Inden zurnfen „Heraus ans allen Parteien und allen Nationen!" Das Verhalten der Wiener Freisinnigen Presse, deren Freisinn bekanntlich darin besteht, dass sie nnr dann einen freien Sinn bekommt, wenn man ihr Geld zeigt, verdiente fürwahr, mit den schärfsten Worten gegeißelt zu werden. Nun sind es drei Wochen her, dass wir mit den Enthüllungen über die schmählichen Zustände in Boryslaw begonnen haben. Diese Enthüllungen haben nicht nur in den betheiligten Kreisen, sondern anch im Publicum starkes und nachhaltiges Interesse erregt. Die Staatsanwaltschaft sieht sich veranlasst, ei nz »schreiten, an die Wiener jüdische Tagespresse laufen auf Grund unserer Enthüllungen Spenden für die armen, unglücklichen jüdischen Arbeiter ein — aber die Wiener Judenpresse findet es nicht der Mühe wert, sich mit der Angelegenheit zu beschäftigen. Doch als vor circa einer Woche zwei jüdische Literatnrknaben im Kaffeehaus sich balgten, wie sich eben kleine Buben zu balgen pflegen, da waren alle Zeitungen voll von dieser „Literatur-Affaire". Selbstverständlich auch die „Arbeiter- Zeitung". Das passt ihr offenbar besser in den Kram. Wir erhalten von christlichen Arbeitern Spenden für die j ü d i s ch e n A r b e i t s l o s e n in Boryslaw, doch die „Arbeiter- Zeitung" empfindet offenbar für die „Naivitäten" des Herrn Friedman» mehr Interesse, als für den Hunger von 4000 Personen, als für die Schweinereien der Länderbank. Fürwahr, es wird Zeit, dass die Inden sich von dieser Wiener Presse emancipieren! Und es wird diese Zeit kommen. Die freisinnige Presse Wiens mag den Kamps der Antisemiten ausgehalten haben und noch aushalten, für einen Kampf mit den Juden ist sie zu schwach. Und diesen Kampf glücklich zu Ende zu führen, dafür zollen wir langsam, aber umso gründlicher sorgen. Die Affaire Boryslaw. Die Affaire beginnt Dimensionen anzunehmen. Jeder Tag bringt neue Zuschriften, nicht mehr von Arbeitern und Producenten, sondern aus Kreisen, die eigentlich mit der Geschichte wenig oder gar nichts zu thun haben, aus beuen aber ein grenzenloser Zorn und Schmerz über die im gesegneten Galizien herrschende Corruption und Gewaltthätigkeit spricht. Allmählich gewinnt auch die Affaire ein anderes Gesicht. Neue Thatsachen werden bekannt, die manches früher Dunkle grell beleuchten und immer mehr auf einen bestimmten Mittelpunkt Hinweisen. Diesen Mittelpunkt bilden die Namen : M a r ch w i c k i und B a d e n i. Der letzte Name klingt bekannt. Es ist wohl nicht zu viel behauptet, wenn man sagt, dass man dem Träger dieses Namens das Allerschlechteste immerhin zutrauen kann. Doch soll künftigen Ereignissen, die sich organisch entwickeln müssen, nicht vorgebeugt werden. Nur kurz soviel! Wir haben heute schon allen Grund anzunehmen, dass in dieser Affaire sich Dinge ereignet haben, die gewaltig zum Himmel riechen. Wir hoffen, dass dieser Geruch so manchem hohen Herrn in die Nase steigen und ihm den Athem verschlagen werde. Das soll der Rest werden. C'i»e Niederlage der Länderbank. Bei der letzten Generalversammlung der Länderbank verkündete der getaufte Jude P a l m e r, in seinen freien Stunden Generaldirecwr dieses „Institutes", triumphierend : Es bedarf neben einerumfassendenKenntnisder jüdischen Geschichte guter Augen, die verschiedenen Bezeichnungen zu entziffern, denn die meisten sind durch den Gebrauch verwischt, oder von vieljährigem Staub und Spinnweben bedeckt. Von letzteren befinden sich reichliche Mengen in allen Ecken des Raumes, dessen Wänden und Decke man es ansieht, dass sie der alljährlichen gründlichen Peßachreinigung schon lange Jahre nicht gewürdigt sind. Die durch abgerissene Tapeten an vielen Stellen blpßgelegffl^ Wände feigen die verschiedensten Arten Mauerwerk 'in allen 'mügUchen Favbent'önen..Der darauf ruhende fingerdicke Staub dient zur Befriedigung der außerhalb des Unterrichtsplanes liegenden Zeichenübungen. Ueber all diesem ruht ein dicker, muffiger Dunst, der einem den Athem fast benimmt, denn die Fenster zu öffnen gestattet der Rebbe nicht. Mit dem undefinierbaren Odor vermischt sich der zu verschiedenen Tageszeiten durch die offene Küchenthüre hereinströmende Geruch von Speisen oder Getränken, welche die Rebbezin ihrem Gemahl bereitet nnb den Schülern Veranlassung gibt, zuhause über das Menü des Rebbe gebürend zu berichten. Der Sitz des Rebbe befindet sich am Ende eines langen, mit Talgkerzen versehen Tisches, vor sich ein Foliant des Talmud oder Rasche-Exemplar des Pentateuch, denen sein die Schülerregister enthaltendes Hauptbuch als Unterlage dient. Daneben Schnupfdose, Stock und ein schwarzer Lederriemen. Auf Bänken, zu beiden Seiten des Tisches, sind die Schüler placiert, 10 bis 12 an der Zahl, die meisten ärmlich gekleidet, um den Hals ein buntes Tuch: nur 1 oder 2 erfreuen sich des Besitzes eines Halskragens; alle aber haben lebhafte Augen und schrille, kräftige Stinunen. Ein kleiner Bursche mit blassem Gesichte, noch blässer als die übrigen, ist das „Licht" des Cheder. - Er ist imstande, jeden Satz des Pentateuch oder jedes selten vorkommende Wort sofort zu finden, er weiß genau eine Stelle des Talmud, selbst wenn schon viele Monate vergangen, dass der Rebbe sie erklärt hat; er liest und begreift die schwerste Raschi, kaum dass der Rebbe sie vorgetragen, er erinnert sich eines „Din" im Schulchan-Aruch, er schreibt von allen Schülern die - $

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