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Jüdisches Volksblatt · 1899-05-12 · 13 (12.5.1899) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1899)
Issue
13 (12.5.1899)
Date
1899-05-12
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 - Wieh, Freitag bereits Sie Acten über den Fall T r a u g o t t requiriert hat nnd mit der darob schwebenden Untersuchung auch andere Missstände, ihre Beleuchtung voraussichtlich erfahren werden. Einer Zuschrift von sehr vertrauenswürdiger Seite' wollen wir hier Raum geben; sie spricht so deutlich über die Zustande der bisherigen Bergverwaltung, dass schon im Iuteressr der obschwebenden Untersuchung dieser Beitrag nicht voreiithalten werden darf. Die Zuschrift lautet: „Die Schilderung des Elends in Boryslaw. welche Sie in Ihrer letzten Nummer brachte», entspricht kaum der Wirklichkeit;'— es liegt vielleicht in der Natur des Unglücks, dass dessen Schilderung nie sein wahres Bild liefert. Oder sind es die eigenartigen Verhältnisse der Boryslawer Bergwerke, die diesem Unglück ein ganz besonderes Gepräge geben. — Eines steht fest! Die Geschichte der Industrie hat kein ähnliches Beispiel anfzuweisen. Es gibt wohl auf der Erdkugel keinen Boden, der an Reichthnm dem Boryslawer gleichkäme, sowie es überhaupt außer Erdwachs kein' Product gibt, welches sich nur auf einem kleinen Erdsteck vorfindet. Die Ergiebigkeit des Boryslawer Bodens ist aber so groß, dass ein Joch mit Millionen Gulden kaum gut bezahlt ist. In den Achtzigerjahren war ein bereits ausgeb'euteter Schacht (ein Flächenraum von 25— 30 Quadratmetern) auf 10.000 fl. geschätzt. Ein Joch Boden fasst beinahe 200 Schächte! Seit dem Regime der größeren Wirtschaften und der diese unterstützenden Bergbehörden beginnt eine Wendung in dieser Richtung Die Katastrophe für tausende Arbeiter haben wohl erst die „neuen Gesetze" (eine in Boryslaw geläufige Benennung der bergpolizeilicheu Vorschriften vom Jahre 1897) herbeigeführt, der Niedergang der kleineren Berg-, werke dauert schon jahrelang, an dem Ruin der kleinen Prodncenten arbeitet beharrlich und consequent — ob unbewusst, bleibe dahingestellt — die löbliche Bergbehörde und in erster Reihe das k. k. Revierbergamt in Drohobycz; heute findet man die kleinen Producenten in den Reihen der Arbeiter, die den Herrn k. k. Hofrath Z e ch n e r mit dem Jammergeschrei „Brot, Arbeit, Rettung" erwarten. Welch erbitterten Kampf diese Prodncenten mit dem Revierbergamte feit Jahren führen, möge folgende Darstellung illustrieren: Unser Berggesetz gestattet dem Revierbeamten, jeden Schacht ohneweiters als für den Betrieb „unnöthig" oder „schädlich" zu erkennen und dessen Verschüttung auf Kosten des Eigenthümers zu verfügen; ein Rechtsmittel gegen diese Verfügung hat keine auf sch Lebende Wirkung. Ich besitze einen Bescheid des Revierbergamtes, mit welchem auf Grund der Anzeige einer Privatperson dem E l g e n t h ü m e r die Verschüttung von fünf Schächten aufgetragen und er zugleich zum Erläge e i'n e s B a nj o.'r s ch u s's e s auf Kosten der Verschüttung ausgifordert wurde. In dieser Weise hat das Revierbergamt mehrere Produzenten von Boryslaw verjagt; wer etwas retten konnte, der flüchtete sich nach Wien, Budapest, Berlin oder Amerika, die später capituliert haben, sind Hausierer in Residenzstädten. Die Länderbank kennt deren nähere Adressen, was aus den Anftheilungsklagen zu ersehen ist; diejenigen, die den Kampf bis heute geführt haben, haben keine Mittel zur Auswanderung, sie suchen als Taglöhner Erwerb und führen mit ihrem Gesellschafter —> der Länderbank — Auftheilungsprocesse. Zusammen mit ihnen ist aber noch eine andere Classe von Menschen beinahe dem Hunger preisgegeben; ein ganzes Heer von „Pächtern" und sogenannten „Freiantheil- Unternehmern" gibt es in Boryslaw; die ersteren zahlen dem Eigenthümer einen Pachtzins, die anderen entrichten den Jüdische^ Volksblatt, Zins in einem kostenfreien Iroductantheile; bei einem Schacht von mittlerer Ergiebigkeit'sind zuweilen zehn Unternehmer oder Pächter betheiligt! ' . Welche Verhältnisse die! „neuen Gesetze" - schaffen, mögen folgende Beispiele zeigen: ^)ie durch eine Reihe-von Jahren im Betrieb gewesene „Concordiagrnbe", Eigenthnm der Herren Samuel Knpferberg. Moses Kupferberg, David Kreisberg und Hersch Turteltaub, hat bis zum Jahre 1895 jährlich 25—30 Waggons Erdwachs im Werte von circa! <10.000 st. erzeugt; das Terrain dieser Grube ist leider bloß 50 Meter breit, genügt also nicht einmal für einen einzigen Schacht nach den „neuen Gesetzen"; die Länderbank hat überdies im Jahre 1896 bei einem der Gesellschafter, H. David Kreisberg, dessen 22"/„ Antheil um den Preis von 60.000 fl. erworben und will bei den übrigen Eigenthümern nicht einmal um die Hälfte dieses Preises ihre Antheile kaufen; ein im Zuge befindlicher Auftheilungsprocess wird wohl billiger zum Zwecke führen. — Die Länderbank hat bereits das Urtheil erster Instanz in Händen und wird dieses Grnbmwrck um die Pcocy'skoste.i erwerben. Die „Freilichgrnbe", Eigenthnm der Witwe Hin de Freilich, hat ebenfalls das Unglück, etwas weniger als 60 Meter in der Breite zu messen, gehört jedoch zu den reichhaltigsten Erdwachsgrnben. Die Eigenthümerin bezieht noch heute einen Pachtzins von 5000 st. jährlich, und die Pächter arbeiten mit bedeutendem Gewinn. Die „neuen Gesetze" werden diese Grube vollständig wertlos nachen. Ich werde in den weiteren Berichten über die einzelnen Grnbenwerke Nachweisen, dass keine einzige Grube dem „neuen Gesetze" des Herrn Hofrathes Zechner entspricht. Herr Hofrath Zechner hat zweifelsohne nicht ohne Grund just 60 Meter "Entfernung beschlossen. Diesen Grund kennen zn lernen, müsste auch für die Behörden sehr interessant sein . . . Ein Krawall in Boryslaw. Mittwoch, den 10. Mai, früh morgens versammelte sich eine große Anzahl beschäftigungsloser Arbeiter vor dem Grubenwerk der französischen Gesellschaft und forderte Brot, respective Arbeit. Da ihre Bitte unerhört blieb, geriethen sie in Aufregung und schlugen mehrere Fensterscheiben ein. Der Director dieser Gesellschaft, Bergrath Szumski, wurde auf dem Wege von seiner Wohnung zum Bureau attaquiert und mit Steinen beworfen, so auch der Oberingenieur M u ck. Dem energischen Einschreiten der Polizei im Vereine mit der Gendarmerie gelang es, bald die Ruhe wieder herzustellen. Berichtigung. Es hat sich in den letzten Bericht über Boryslaw ein unliebsamer Druckfehler eingeschlichen, den wir hiermit richtig stellen. Der dritte im Berichs, erwähnte Bergingenieur heißt nicht Weber, sondern Werb er. Vom Tage. Die „Arbeiter-Zeitung" hat sich über die Affaire * Boryslaw gründlich ausgeschwiegen. Sie hat kein Wort der Entrüstung gefunden über die schmählichen Machinationen der Länderbank, kein Wort des Mitleids für die hungernden Arbeitslosen in Boryslaw, die unverschuldet dem grausamsten Elende preisgegeben wurden. Die „Arbeiter- Zeitung" schont die Antisemiten S z u m s k i, Muck und Werber, und das Wohl der Bankdirectoren M a r ch w i e k i und Palmer scheint ihr mehr am Herzen zu liegen, als das Elend hungernder jüdischer Arbeiter. Die Gründe für das Verhalten der „Arbeiter-Zeitung" sind nicht bekannt. 12. Mai 1899 . Nr. 13 ■, t 'iT'rr;:-——t-—r-*J 'Sie sind auch gleichgiltig. Es konnte und durfte keinen Grundgeben, eine -derartige scandalüse Affaire, die mit so traurigen Folgen verbunden ist, einfach todtzikschweigen. Für uns Inden aber ist eines offenkundig. Wir wissen nunmehr, was wir von der „Arbeiter-Zeitung" nnd von der hinter ihr stehenden Parte' . .$« erwarten haben. Es wird sich bei den nächsten Wahlen zeigen, ob die sveialdemvkmtischc Partei die jüdischen Stimmen Galiziens ebenso entbehren kann, als wir Inden jetzt ihre Hilfe. Der Gedanke der uationalen Autonomie als Lösung der zerfahrenen innerpolitischen Verhältnisse Oesterreichs gewinnt immer mehr an Boden. Beinahe zn gleicher Zeit erschienen in zwei hervorrageirden Wiener Zeitschriften Meinungsäußerungen, die sich in ihren wesentlichen Ausführungen decken. Nachdem ein Dr. Moldauer in der Zeitschrift „Die Zeit" sich geäußert, brachte die „Arbeiter-Zeitung" unter dem Titel „Nation und Staat" einen Artikel, der sich mit der Broschüre eines Anonymus näher befasste. Dass sich über diese beiden Artikel ein kleiner Prioritätsstreit entwickelte, ist natürlich gleichgiltig. Uebrigens kann die socialdemvkratische Partei mit einer gewissen Berechtigung das Erstlingsrecht für den Gedanken der nationalen Autonomie beanspruchen. Die Gliederung der socialdemokratischeu in nationale, gleichberechtigte Organisationen ist vor zwei Jahren auf dem Parteitage beschlossen und auch durchgeführt worden. Das Wesentliche an der Sache aber ist, dass nunmehr schon Zeitschristen, die unleugbar tief in den Schichten der Intelligenz.wurzeln, der Behandlung dieser, Frage nicht nur ihre Spalten öffnen, sondern dieselbe auch vertreten. Das ist ein Zeichen für die Zukunft Oesterreichs überhaupt, zugleich ein warnender Fingerzeig für uns Juden. Es ist an der Zeit, dass wir uns rüsten. Es könnte sonst geschehen, dass wir auch bei dieser politischen Umgestaltung einfach übergangen werden. Schaffen wir uns unsere Organisation, bilden wir sie aus, als Hilfsorgan nach innen, als Kampfesmittel nach außen, damit sie kräftig nnd zur rechten Zeit auf dem Kampfplatze sei. Haben wir erst unsere Organisation, daun soll es wahrlich nicht zu schwer sein, ihre st a a t l i ch e Anerkennung als politischer Factor zu erkämpfen. Das Vorgehen der jüdischen Lehrkräfte ist zwei Lehrerzeitungen nicht recht: der „Deutschen Schulzeitung" und den „Freien Lehrerstimmen". Die „Deutsche Schulzeitung" ist das Organ der Christlich-Socialen. Damit ist auch schon alles gesagt. Nur zur Erheiterung sei nachstehender Passus ans der Glosse dieser Zeitschrift über die jüdische Lehrerversammlnng citiert: „Im Anhänge dazu wird uns soeben berichtet, dass an demselben Tage eine halbe Stunde im Umkreise diese Versammlung unter den zarten Feen der Ruhe beinahe eine Revolution ausgebrochen wäre, denn es war nirgends mehr Knobloch aufzutreiben." Schade, dass diese Kerle gar so dumm sind. Nicht einmal zum Witze machen sind sie zu gebrauchen. Das Unglück ist nur, dass solche verrohte Tölpel die Erziehung jüdischer Kinder in die Hände bekommen. Und da reißen sich Juden noch immer um die „interconfessionelle" Schule. Die „Freien Lehrerstimmen" sind ja ganz zufrieden, dass die jüdischen Lehrkräfte sich wehren. Nur sei es unnöthig uub unklug, sich dazu eine jüdisch-nationale Versammlung anszusuchen. Die Logik der „Freien Lehrerstimmen" ist nicht recht verständlich. Die „Freien Lehrerstimmen" wissen doch ganz genau, dass die jüdischen Lehrkräfte die Gedrücktesten der Gedrückten sind, dass unter den jüdischen Lehrkräften welche sind, die mit schon achtzehnjähriger Dienstzeit noch immer provisorisch angestellt sind. Und ferner: die socialdemokratischen Lehrer werden von ihrer Partei vertheidigt, die deutschnationalen von ihrer, sie haben ihre Vertretung in der „Arbeiter-Zeitung" und in der „Ostdeutschen Rundschau". Weshalb sollten denn die jüdischen Lehrkräfte nicht dasselbe Recht haben, wie die nach, der an uns vorüberzog. Da bemächtigten sich unser wunderbar schillernde Gedanken, wie tausendfältig schimmernde Seifenblasen, die strahlen und leuchten, bis sie zerflattern und die lockende Farbenpracht in ein schmähliches Nichts zersprüht. Wir ließen den trüben Dunstkreis der Welt hinter uns und schwangen uns im glücklichen Taumel zu märchenhaft berauschenden Illusionen auf. Alles erschien uns erhaben und groß über den Rahmen des Gewöhnlichen herausgewachsen, voll Schimmer der Poesie übergossen, in gigantischen Formen — bis uns das Wiehern des Hengstes aus unseren Träumen herausriss. Einige waren von der Hitze überwältigt eingeschlafen. Er rüttelte sie auf, stieß und zog uns in die Höhe, und unter wilden Rufen und Jauchzen gab es ein tolles Jagen und Stürmen durch den Wald, bis wir erschöpft niedersanken. Doch allen diesen Spielen wußte der Hengst erst den Stempel des Vergnügens aufzudrücken, er ließ uns den Wert der Freude und des Genusses darin erkennen und gab dein sinnlosen Treiben Form und Inhalt, Gestalt und Leben. Durch die zähe Ausdauer, durch das Einsetzen seiner ganzen Kraft wusste er der einfältigsten Spielerei den Sinn des Großen und Begehrenswerten aufzuprägen und dadurch unser Interesse wachzurufen und festzuhalten. Er war darum ein feinsinniger Interpret der stillen Regungen der Knabenseele; die angeborenen Triebe und Aeußerungen der Jugendseligkeit lehrte er uns bis zur Neige ausschöpfen und mit Lust genießen. In der Schule war er ein Idiot, aber beim Spiele ein tiefsinniger Philosoph. Er musste jede Classe einigemale wiederholen, und war nicht imstande, sich das Einmaleins einzuprägen, und doch überragte er uns in dem verständnisvollen Erfassen der Räthsel und Probleme des Lebens in merkwürdia scharfsinniger Weise. Ich hätte ihm prognosticiert, ein beoeutender Mensch zu werden, und es ergreift mich immer eigenthümlich, wenn ich sehe, dass er mit seinem System auf dem Kutschbock der alten Karre gelandet i st. Schebuoth. Von R. A. Brandes. „ . . . Und es kamen Donner und Blitz und schwere Wolken über den Berg.. . Und der Berg Sinai ward voll von Rauch, da Gott auf denselben herabgestiegen." So schildert uns die Bibel die Offenbarung der zehn Gebote, der Grundlage der nwsaischen Religion, der Grundlage aller späteren Religionen überhaupt. Unter Donner und Blitz und schweren Wolken wurden die Principien alles sittlichen und rechtlichen Lebens verkündet, das Licht und das Heil der ganzen Menschheit. „Das Licht und das Heil der ganzen Menschheit". — Und uns? Rur den Donner, den Blitz, die schwarzen Wolken, den Rauch und das Feuer? „Und Ihr werdet mir ein Reich von Priestern werden, ein heiliges Volk" . .. Kaum waren zwei Monate seit ihrer Befreiung verflossen, kaum hatten sie ihre Hände vom Lehm und Kalk gewaschen, ihr Gesicht von Schweiß und Thränen getrocknet und schon standen sie am Berge Sinai, um die zehn Gebote zu empfangen. Aus der Mitte der Sclaven sollten Propheten erstehen. Nein, das ganze Sclavenvolk sollte selbst Prophet und Lehrer werden. Darum ward ihm schon in seiner Jugend die läuternde und heiligende Lehre verkündet, mit der Aufgabe zugleich, sie in die weite Welt hinauszutragen, den Menschen Moral und Sittenlehre zu predigen. Ein Prophetenvolk foUten wir werden . .. „Ein Hausissrervolk", hallt das Echo aus den feindlichen Lagern zurück.. . * * * Und wir wurden es. Ich meine nicht nur jenen Rabbi, der auf dem großen Markte ein Mittel für langes und gutes Leben feilbot und den Käufern, als sie sich um ihn versammelten, den Psalywers angab: „Wer ein gutes Leben wolle, der hüte seine Zunge vor Falschheit". Ich meine auch nicht den „deutschen" Sokrates, den Juden Moses Mendelssohn, den ein Junker — wie die Anekdote erzählt — auf der Straße „liebevoll" fragte: „Jude, womit handelst Du? und dirm er mit der Ruhe eines Weisen antwortete: „mit einer Ware, die Ihnen nicht zugänglich ist — mit Vernunft nämlich." Nein, nicht nur einzelne waren es, Moral und Vernunft hat das ganze Judenthum die Welt gelehrt, von jeher diese „Ware" auf den großen Markt der Menschheit gebracht, mit ihr „hausiert". Unter allen Völkern, in allen Staaten. Unsere Propheten im Alterthume, unsere Philosophen imb Ethiker im Mittelalter, unsere Freiheitskämpfer in der Neuzeit und all die Zwingburgenstürmer und dieVorwärtsdränger zerstörten den Olymp, stürzten die Götter, erleuchteten und läuterten. Die Bibel und unsere Lehre spendete zu allen Zeiten Licht der Menschheit und wir wurden die Träger dieser Lehre. „Hausierer", schallte es entgegen . . . * Zu allen Zeiten wurden auch „Hausiergesetze" erlassen, um uns in unserem edlen, idealen Berufe zn hindern. Die Fabrikanten des Aberglaubens und der Verdummung fürchteten die Concurrenz und wollten uns liebevoll ein Ende bereiten. Die Babylonier, Assyrier und Römer, dann die Kreuzzügler und Inquisitoren wollten die „Hausierer" möglichst aus der Welt schaffen. Da kam über uns Donner und Blitz und schweres Ungewitter, schwarze Walker: bedeckten unseren Himmel, die Berge und Thäler Palästinas, Spaniens und aller Länder der Diaspora waren voll von Rauch. Die Flanunen der Scheiterhaufen brannten feierlich fort und verkohlten die Güter und die Körper der Juden. * * * Aber nur die Güter und die Körper. . . Den Geist konnten sie nicht vernichten, die Seele nicht verbrennen. „Die Pergamente werden verbrannt, aber die Buchstaben fliegen in die Höhe empor", rief ein heldenmüthiger Märtyrer, als er mit einer Thora, aus der er lehrte, auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden sollte. Wie richtig!

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