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Jüdisches Volksblatt · 1899-05-12 · 13 (12.5.1899) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1899)
Issue
13 (12.5.1899)
Date
1899-05-12
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 13 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 19. Mai 1899 Seite 3 anderen? Sollen sie wieder nur mitlanfen, um später wieder übersehen zu werden? Die Einigkeit der gesammten fortschrittlichen Lehrerschaft rücksichtlich der a l l g e m e i n e n Forderungen wird doch dadurch in keiner Weise berührt. Getrennt marschieren, vereint schlagen! Also künftig etivas mehr Logik. Das Reichs-BaUsstzulgesktz und die Juden. (Zum dreißigjährigen Bestände des Reichs« Volksschulgesetzes.) Am 14. Tage dieses Monates werden es dreißig Jahre, da in Oesterreich das Reichs-Volksschulgeseh erlassen wurde. Wer die Entwicklung übersieht, die dieses Gesetz genommen, der kann sich eines wehmüthigen Gefühles nicht erwehren. Ein kräftiger Markstein hätte es werden sollen in unserer Schulentwicklung für den Fortschritt Oesterreichs auf dem Wege der Cultur und Civilisation, nun sehen wir es in seinen Grundvesten erschüttert vor uns, ein Palast, der nur mehr von verschwundener Größe zeugt. Stückweise ließ die einst so große, mächtige Partei, die Freiheit und Fortschritt auf ihr Panier geschrieben hatte, die liberale Partei, dieses ruhmvolle Gebäude abbröckeln, bis sie selbst unter dem Schutte begraben wurde. Von dem Beginne der Wirksamkeit des Reichs- Volksschulgesetzes eröffncte der Clericalismus seinen furchtbaren Kampf gegen die „Neuschule". Im Jahre 1883 gelang ihm der erste, vehemente Verstoß gegen die staatsgrundgesetzlich gewährleistete Jnterconfessionalität der Schule. Die „Schulnovelle" wurde geschaffen und mit ihr die A b h ä n g i g k e i t d e s S ch u l l e it e r s v o n seiner Religionszugehörigkeit. Dann ward die Zugehörigkeit der christlich-so cia l en Partei zum Clericalismus durch das Eintreten Dr. Luegers für den katholischen Schnlverein offenkundig, und nunmehr schritt die Verclericalisirung der Schule unaufhaltsam weiter. Die Liberalen sahen stillschweigend zu, als der Wiener Bezirksschulrath vor Jahren ein confessionelles Gebet einführte, sie rührten keinen Finger und keine Zunge, als man die Lehrpersonen verpflichtete, an einer Procession theilzunehmen. So wahrte die eigene Mutter ihr bestes Kind vor moralisch schädigenden Einflüssen! In frischer Erinnerung steht noch der Schulantrag des Prinzen L i e ch t e n st e i n, in ebenso frischer Erinnerung der Erlass des Wiener Bezirksschulrathes vom 8. September 1898, der die confessionelle Trennung der Kinder nach Classen „aus pädagogischen Rücksichten" verfügt. Ein Sturm der Entrüstung gieng damals durch die Wiener Judenschaft und verhinderte vorläufig wenigstens die präcise und allgemeine Durchführung dieser Maßregel. Mit zwingender Deutlichkeit zeigen diese Thatsachen, wohin das Schiff des Clericalismus steuert, was sein letztes, festes und schon offenes Ziel ist — die confessionelleSchule. Und die jüngsten Schulanträge der Landtage von Tirol und Voralberq geben nur einen neuen, doch ausgiebigen Beweis dafür. Der unausbleibliche, gewaltigste und letzte Vorstoß des Clericalismus auf Einführung der v o l l st ä n d i g confessi onellen Schule trifft aber Oesterreich in einem innerpolitischen Zustand, derjnur geeignet ist, diesem Vorstoße die Erreichung seines Zieles möglichst zu erleichtern. Von der Regierung ist ein ernstlicher Widerstand gegen die confessionelle Schule nicht zu erwarten, und sie wird sich dabei auf Parteien stützen, die thatsächlich und unleugbar breite Volksschichten vertreten, die christlich-sociale und die katholisch-conservativen Parteien, sie wird in der Lage sein, ihren geheimen Wunsch als Wille des Volkes hinzustellen. Denn von allen im Parlamente vertretenen Parteien kämpfen ganz ernstlich nur zwei gegen die confessionelle Schule: Die deutschnationale und die socialdemokratische. Nur den Körper konnten sie vernichten, nur unsere Habe plündern, aber nicht unseren Geist. Was wir hatten, konnten sie wohl zerstören, aber nicht was wir waren. Die Ideen und Gedanken erhoben sich aus den Flammen und schwebten über dem Scheiterhaufen, bis dann neue Männer kamen, diene Märtyrer. „Neue Hausierer", spottete der Hass der Feinde. * -i- * Und wir kämpften und litten bis auf den heutigen Tag. Es donnert wieder lind es blitzt. So ganz modern, elektrisch, diene Wolken verdüstern unseren Himmel. Ohne Feuer und ohne Rauch, so ganz still lverden die „Hausierer" der Weltwahrheiten beschimpft und untergraben. Ihnen gegenüber wird diese Lehre verleugnet, die sie der Welt verkündet. * * * * diun feiern wir das Schebuothfest, den Tag der Offenbarung und erinnern uns an die Zeit, in der uns die höchsten Wahrheiten verkündet wurden, in den einsamen Wüsten verkündet, dort, wo die größten Propheten, die Prediger aller Wahrheiten, erstehen. Wir wollen nicht dieses herrliche Fest mit düsteren, traurigell Bildern uns verbittern. Versetzen wir uns lieber in diesen beiden Tagen dorthin, woher die Wahrheit uns gekommen. In der Wüste am Berge Sinai verbringen wir diese Tage, vertieft in die unergründliche Wahrheit der Offenbarung, von neuem durch sie geläutert und geheiligt. — Und selbst diese gehen nkclst den gleichen Weg. Wohl kämpft die deutsch-nationale Partei für eine wes entlr ch moderne Schule, die befreit feig soll von den: Einflüsse je der. Geistlichkeit, doch sie. verlangt dafür hie Form der v o l k l i ch e n Grundlage, lind dieses Moment ist für uns Juden ausschlaggebend. Die v o l k l i ch e Schule ist immer ethisch, denn sie ist aufgebaut auf den Principien der Freiheit des Wissens, der Unabhängigkeit des Lehrstoffes und Lehrplanes von dem Einflüsse jeder Geistlichkeit. Deshalb ist sie modern und f o r t s ch r i t t l i ch. Die c o n f e s s i o n e l l e Schule kann wohl ethisch sein, aber in der Praxis ist sie principiill immer abhängig von der Geistlichkeit und deshalb reactionär Die volkliche Schule ist der Sympathien aller fortschrittlichen Parteien sicher, denn als kräftigstes Bollwerk gegen den immer weiterdringenden Clericalismus, hat einzig diese Erziehungsform die Zukunft. Die deutsche und czechisch-nationale Bürgerschaft fordert unentwegt die volkliche Schule, die gesammte nationale Lehrerschaft, auch die czechische Arbeiterschaft tritt mit Eifer und Begeisterung immer für dieselbe ein. Und alle diese mächtigen Strömungen können und werden vereint kämpfen, wenn die Parole nicht mehr lauten wird: Für die interconfessionelle, sondern: Gegen die re actionäre Schule. Und sollten bloß wir Juden allein es sein, durch deren Haltung der vereinte Kampf gegen die Reaction geschwächt, vielleicht vereitelt werden kann? Wir Juden sind entschiedene Gegner der confessionellen Schule, doch sollte es iu Oesterreich zu einer wesentlichen Aenderung in unserem Schulwesen kommen — und die Anzeichen sprechen unbedingt dafür — so sollen wir nie und nimmer als der Theil erscheinen, durch dessen Schuld diese Aenderung in r e a c t i o n ä r e m Sinne ausgefallen sei. Niemals soll gesagt werden können, die Juden hätten indirect geholfen, Oesterreich in rückschrittlicher Tendenz zu regieren. Dann nehmen auch wir Juden viel lieber die v o l k l i ch - jüdische Schule in den Tausch gegen die heutige interconfessionelle, die es doch nicht mehr ist, zugunsten der Freiheit und des Fortschrittes, die im Judenthume jederzeit hochgehalten wurden. Inland. Wien. (Aus dem Cultus v o r st a it b e.) In der Donnerstag am 4. Mai 1899, 6 Uhr abends — in Abwesenheit des durch Unwohlsein verhinderten Präsidenten — unter dem Vorsitze des I. Vicepräsidenten Dr. Alfred Stern stattgefundenen Plenarsitzung wurden folgende Beschlüsse gefasst: Zur Berathung über eventuelle Aenderung des Statutes wird ein Comite, bestehend ans den Antragstellern Fleischer, Dr. G r ü n f e l d, v. Mises, Dr. Spitzer, Dr. S t e g e r, Dr. Stein bestellt. Dem Tempelvereine in der Josefstadt wird nebst der budgetierten Subvention per 500 fl. eine außerordentliche Subvention von 250 fl., dem Vereine „Achdus Israel“ für das Jahr 1899 zur Erhaltung seines Bethauses 300 fl. und für die Bibelschnle statt der bisherigen Subvention von 100 fl. eine solche von 200 fl. gewährt. Weiters gelangen die dem Brigittenauer Bethansvereine und dem Vereine „Ghassiüim“ gewährten Subventionen per 1899 zur nachträglichen Genehmigung. lieber Referat der Herren Oberingenieur v. Mises und Dr. Berger werden behufs Organisierung des Koscher-Fleischverkaufes und bezüglich der aus diesem Anlasse erwachsenden Kosten die geeigneten Beschlüsse gefasst und deren Durchführung deni Bertretercollegium im Einvernehmen mit der I. Section übertragen. Nach Behandlung mehrerer Personalien wird die Sitzung um 9 Uhr abends geschlossen. Wien. Nachdem die Behauptung der antisemitischen Blätter, der Mädchenmord bei P o l n a sei ein jüdischer Ritualmord, durch Verhaftung des der That dringend verdächtigen, überdies auch irrsiningen, I a nd a widerlegt worden ist, wird ein neues Märchen dieser Art verbreitet- Anlass hierzu bietet der grauenhafte, als „Lustmord" qnalificierte Mord an einem halbwüchsigen Mädchen, der im Leichenhanse des Salzburger Centralfriedhofes verübt wurde, und dessen Thäter bisher nicht eruiert werden konnte. Ein bairisches Blatt, das „Tr au n st ei n er Wochenblatt", das zugleich das C e n t r a l b l a t t des A m t s g e r i ch t e s und des S t ad t m a gist ra ts zu T r a un st ein ist, bringt in einer Nummer eine Correspondenz aus Salzburg, worin bestimmt erklärt wird, dass der Mord im Leichenhanse ein jüdischer Ritnalmord sei, denn die Leiche des Opfers weise den regulären Schächterschnitt auf, und man habe zu der kritischen Zeit auf dem Friedhof einen Juden mit einem Talmud gesehen. Beigefügt wird, es lasse tief blicken, dass der deutsche Reichstag sich noch nicht zum Verbot des Schächtens habe aufschwingen können. Prag. („Wegen eines jüdischen L e i ch ende g ä n g n i s s e s bleiben wir nicht st eh e n".) Diese Worte gebrauchte am 12. Februar l. I. der Conductenr des elektrischen Motorwagens Nr. 51, Julius Vanicek, gegenüber dem Lenker jenes Wagens, als dieser an der Einmündung der Elisabethstraße in den Josefsplatz den Wagen vor dem Leichenbegängnisse des Handelsagenten Carl T u r n o v s k y znm Stehen bringen wollte. Der Conductenr und der Wagenlenker hatten sich deshalb am 5. Mai wegen Uebertretung nach § 335 St.-G. vor dem Einzelrichter des Bezirksgerichtes für Uebertretungen, Herrn L.-G.-R. Schaue r, zu verantworten. Die Anklage vertrat Herr Pvlizeicvmmissür K n a h l. Beide Angeklagten stellten jede Schuld in Abrede, Nach Einvernahme der Zeugen beschloss der Einzelrichter, über Anregung des staatsanwaltschaftlichen Functionärs, die Acten der Staatsanwaltschaft zur Antragstellung betreffend die Verfolgung der Angeklagten in der Richtung des § 303 (Beleidigung einer gesetzlich anerkannkeu Kirche oder Religionsgenossenschast) abzutreten. Infolgedessen wurde die Verhandlung vertagt, Pvag. Die czechischen Blätter, unter ihnen-auch „Hills Naröda“ reproducierten dieser Tage dsn Bericht der „Kalo licke listy“, bafS in der Synagoge und inder Hohnuttg des Rabbiners Hausdurchsuchungen vorgenommen, wuchen. „HIas Näroda“ musste aber in seiner Nummer eine ihm von dem Vorsteher der israelitischen Cultnsgemeinde in Holna z'ügekommene Berichtigung bringen, in der jene Meldung als vollkommen unwahr bezeichnet wird. Reichenberg. Der furchtbare Terrorismus unserer Radical-Deutschnationalen hat keine Grenzen und die Unterdrückung von Personen, die nicht zu ihnen gehören, wird' i» der gehässigsten Weise betrieben; so manche Existenz wurde durch die nationalen Gehässigkeiten untergraben und neuerdings wurde wieder ein Mittel ersonnen, um Personen, denen, weiter keine Schuld zufällt, nur aus dem Grunde, weil sie Czechen oder Juden sind, die Aufstellung von Marktbuden und Beschickung der Wvchenmärkte einfach zu verbieten. Unter den durch dieses Verbot schwer Geschädigten befinden sich auch fünf jüdische Geschäftsleute, deren die dreimal wöchentlich stattfindenden Märkte in unserer Stadt eine wesentliche Erwerbsquelle waren. Nachod. (E n tsch ä d i g u n g sp r o c e ss d e r S t a d t N a ch o d. — V e r m ehrung d e t Gend a rm e r re.) In der am 4. Mai abgehaltenen Gemeinderathssitznng gelangte die Frage der Entschädigung der bei den Excesseu üorn.5. April l. I. Geplünderten zur Verhandlung. . Der Bürgermeister Dr. Dvorak verlas das von Dr. Ludwig B e n d i e n e r namens der in Mitleidenschaft gezogenen Geschäftsleute an die Gemeinde gerichtete Ansuchen, in welchem der. Stadt unter Hinweis auf die vielbesprochenen Vorfälle für den den Steuerträgern erwachsenen Schaden in der Hohe von ungefähr 100.000 fl. die Ersatzpflicht zugeschrieben wird. Der Bürgermeister suchte nachzuweisen, dass er für die Excesse nicht verantwortlich gemacht werden könne und betonte, dass dieselben auch gegen ihn gerichtet gewesen seien. Stadtrath Josef Cizet schreibt die Schuld an den Ausschreitungen und an der Ausdehnung der Excesse der Gendarmerie zu, der die Polizei untergeordnet gewesen sei. Ausschussmitglied Schur constatierte, dass bei den größeren Ansammlungen um halb sieben Uhr abends und als die Plünderungen im Zuge waren, kein Wachmann am Platze gewesen sei. Dr. Bauer empfahl einen Ausgleich anzubahnen, da ein Process von langer Dauer sich sonst entspinnen würde, dessen Ausgang überdies sehr zweifelhaft sei. Während seiner Ausführungen hörte man antisemitische Ausrufe auf der Galerie, u. a. „Jaget die Juden aus der Stadt!" Fabrikant Barton zun. griff die deutsche Presse an und ergieng sich in antisemitischen Aeußerungen. Schliesslich wurde das Ansuchen der Geschädigten nur Schadenersatz mit 21 gegen die 2 Stimmen der anwesenden jüdischen, Gemeinderäthe (Dr. Bauer und Gustav Schur) abgelehnr., Dr. Heller, Advocat in Königgrätz, wurde sodann zum Vertreter der Stadt in dem nun beginnenden Processe mit den Geschädigten bestellt. Bereits am 17. Mai finden die Zeugeneinvernahmen in diesem Streite bei dem hiesigen k. k. Bezirksgerichte statt. — Der Bürgermeister theilte in derselben Sitzung mit, dass hier am 1. October eine" k. k. Bezirkshauptmannschyft errichtet werden wird. Die Stadtvertretung wurde aufgefordert, die nöthigen Locale zur Unterbringung dieser Behörde beizustellen, wozu sich die Stadt bereits früher verpflichtet hatte. Der gleichfalls eingebrachte Antrag um Vermehrung- -der systemisierten Gendarmerieposten wurde nach einer lebhaften und erregten Debatte mit 11 gegen 9 Stimmen ab gelehnt. Polna. (Zum Morde in Polua.) Am 1. Mai wurden von einer Commission, bestehend aus dem Amtsleiter des hiesigen Bezirksgerichtes, dem Staatsanwaltssubstituteu und dem Polizeicommissär, die C a s s a b ü ch e r der hiesigen israelitischen Cultnsgemeinde a b g e h o l t, angeblich um die Unterstützungen, die von der Cultnsgemeinde im Laufe des Jahres gewährt wurden, zu prüfen. Es muss betont werden, dass das Märchen vom Ritualmord hier noch immer geglaubt wird, und dass dieser Glaube von gewissenlosen Agitatoren auf das eifrigste genährt wird. Der Pöbel ergreift durchwegs für den des Mordes verdächtigen I a n d a Partei. Budapest. (Versammlung der israelitis ch e n D i st r i c t s p r ä s i d e n t e n.) Die israelitischen Districtspräsidenten hielten am 8. Mai im Sitznngssaale' der Pester israelitischen Religionsgemeinde ihre Jahresversammlung ab in Anwesenheit fast sämmtlicher Präsidenten. Nachdem der Bericht der israelitischen Landeskanzlei zur Kenntnis genommen und die laufenden Angelegenheiten erledigt wurden, begaben sich die Mitglieder der Versammlung unter Führung des Präsidenten Martin S ch w e i g e r znm Ministerpräsidenten und zu in Cultnsnlld Unterrichtsminister, um diese zu bitten, die israelitische Autonomie bald zu regeln. In der Audienz bei dem Cultus- und Unterrichtsmiilister Julius W l a s s i c s betonte der Präsident Schw eiger, dass bereits im Jänner 1896 eine Audienz stattgefunden habe, sowie dass später zwei Memoranden ausgearbeitet wurden, die sich mit dieser Angelegenheit beschäftigten. Durch die Einführung der Civilehe ist die Matrikel-Institution in ihrer Wichtigkeit gemindert und das Verhältnis der Angestellten der Religivnsgemeinden zu denselben nicht geregelt. Im übrigen liefern auch die laufenden Angelegenheiten Beweise genug, dass mittelst der bestehenden Verordnungen die jüdischen Angelegenheiten correct nicht administriert werden können. Der Minister sicherte vollste Berücksichtigung der vvrgetragenen Beschwerden zu, und nach Durchführung der in Aussicht gestellten Vorbereitungen werde es eher möglich sein, die Bekenner der gesammten recipierteu israelitischen Religionsgenossenschast in ihren Wünschen zu befriedigen. Unter Zustinnnung der vom Präsidenten S ch w e i g e r angeführten Momente bemerkte der Minister, dass man sich im Ministerium mit der Angelegenheit

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