Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1899)
- Issue
- 11 (28.4.1899)
- Date
- 1899-04-28
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 11 Wien, Freilag Jüdisches Volksblatt 28. April 189!) _- ,, Seite 3 nützigen Zweck e n habe m i s s b r a u ch e n las s e n. als bestimmt auszusprecheu. Nur folgendes sichre ich als Thatsuche an: 1. Sofort nach dem Besuche des Herrn M a r ch w i c k i wurden die eben erlassenen, ersterwähnten Vorschriften plötzlich sistiert. 2. Im Mai 1897 begab sich Herr Hofrath Zech n er nach Boryslaw und berief dann eine Enquete ein, zu der er den Ingenieur des g a l i z i s ch e n Laudesansschusses, Herrn Syroczynski, den Ingenieur der Nordbahn, Herrn Brzezowsky aus Mähris ch - O st r a u, Herrn G o n or o w s k i, Leiter der M a r ch w i c k i' sehen Gruben Und Herrn M u n k, Leiter der Länderbankgrnben, -fönft aber nicht einen einzigen Repräsentanten der kleineren Unternehmer, trotzdem dieselben mehrfach und auch mit schriftlicher Eingabe darum ersucht hatten. 3. Die zweiterwähnten neuen Vorschriften sind auf Grund der Angaben dieser Enquete ausgearbeitet. 4. Im letzten Jahresberichte der Länderbank findet sich t.nt Stelle des Inhaltes, man könne nun hoffen, aus den Grubenwerkeu von Boryslaw endlich einen Gewinn zu ziehen. Ueberdies erscheint es im höchsten Grade unwahrscheinlich, dass großcapitalistische Unternehmungen ein so warmes Herz für die Arbeiter haben, dass sie für deren Wohl von vorneherein Schutzgesetze verlangen. Das widerspricht allen Erfahrungen. Doch weiter! Abgesehen von diesen Thatsachen, leistete sich die Länderbank folgende Praktiken. Sie kaufte unter der Hand kleine Percentantheile an den meisten Terrains, verweigerte, wo es gieng, die Zustimmung zur Weiterführ n n g des Betriebes, klagte auf Auflösung der Gemeinschaft und ließ die Schächte im L i c i t a t i o n s w e g e versteigern. Selbstverständlich kann kein anderer Mitbetverber auftreten, da ja die Länderbank Antheile har und jederzeit den Betrieb einstellen darf, so dass die Unternehmer gezwungen sind, ihre Terrains um Spottpreise der Länderbank zu überlassen. Ein Beispiel! Vorige Woche spielte sich vor Gericht folgende Scene ab: Eine arme Witwe namens C h a j e D e b o r a h Harz, die für fünf Kinder zu sorgen hat, deren einziges Hab und Gut einige Grubenanrheile bilden und die derzeit mit der bittersten Hungersnoth kämpft, wurde von Seiten der Länderbank auf Auflösung der Gemeinschaft geklagt. Als der Richter auf Grund der Angaben der beiden Sachverständigen, die zugunsten der Länderbank erkannt hatten, der Witwe den Ausgang des Processes eröffnete, brach die Frau in Thranen ans und bat den Vertreter der Länderbank fußfällig, ihr nicht ibr Letztes zu rauben. Gerührt von diesem Jammer, legte der Gerichtsbeamte dem .Vertreter der Länderbank "ans Herz,VW diesem Processe abzustehen, worauf derselbe nicht' eingieng. Ueber Anrathen des Richters willigte die arme Frau zur Vermeidung iveiterer Kosten in die Auflösung durch Licitation, »vorauf der Richter dem Vertreter der Länderbank den Antrag stellte, dieser armen Witwe wenigstens die Kosten zu schenken. Auch diesen Antrag verwarf der Herr Vertreter und erklärte vielmehr, dass er mit den ihm zuerkannten Gerichtskosten die Antheile der Waisenkinder erstehen werde. Mit welchem Ausdruck dieses Vorgehen der Länderbank im bürgerlichen und geschäftlichen Leben bezeichnet wird, brauche ich nicht zu sagen. Doch nicht genug an dem. Zur Erreichung ihres Zweckes hat sich die Länderbank noch eines Mittels bedient, das sich sonst nur unter Geldgebern und Speculanten allerärgster Sorte vorfindet. ' Auf sehr vielen Boryslaw er Parcellen lastete seit langer Zeit eme Schuld von ca. '20.000 fl. von Seite eines sicheren Traugott in Drohobycz. Anlässlich des Concurses dieses Traugott, der' Heine schon gestorben ist. wurden die belasteten Objecte pfandweise beschrieben, ohne dass die Schllld getilgt wurde. Nun kaufte die Länderbank unter der Hand und insgeheim diese Schuld auf, um so Antheile in der Hand zu haben. Geradezu ungeheuerlich aber ist es, dass von mehreren unabhängigen und ganz unbetheiligten Seiten behauptet wird, das P f ä n d n u g sp r o t o k o l l sei gefälscht. Ein auf dem Protokoll unterschriebener Zeuge erklärte sich'in Gegenwart von Zeugen bereit, diese Behauptung zu beeiden. Ein R e ch t s a n w a l t erklärte, er f e 1 b ft habe Radier un genundAusbess er un genaufdem Protokoll b e m e r kt. Wollte ich Details über das Vorgehen der Länderbank anführen, so müsste ich eine große Abhandlung darüber schreiben. Es mögen die angeführten Thatsachen genügen, um dem Publicum ein Bild zu geben, wie eine Wiener Großbank wirtschaftet. Welche Folgen dieses verwerfliche Vorgehen nach sich zog, ist früher kurz angedeutet worden; es möge im Nachstehenden noch ergänzt sein. Das Arbeiterelend. Auf Grund eigener Anschauung sowie der Aussagen des Arbeitercomites fand ich die von Herrn Dr. Krauß in unserem Blatte veröffentlichten Zustände vollkommen bestätigt. Das Arbeitercomite wies mir eine Liste arbeitsloser (jüdischer) Grubenarbeiter vor, die gegen 6 0 0 Namen aufweist. Die Leute sind fast durchwegs Familienväter, so dass die Anzahl der vorläufig in Mitleidenschaft gezogenen Personen gegen 3 6 0 0 beträgt. Auf meine Frage, woher die Arbeitslosigkeit komme, wurde geanttvortet: Einerseits, weil durch die neuen Vorschriften eine große Anzahl von Privatgruben eingestellt wurden, andererseits, weil die Länderbank selbst den Betrieb von ungefähr 80 Schächten einstellte. Ganz von selbst, ohne jede Beeinflussung von irgendeiner Seite erklärte einer der Arbeiter, furchtbar könne die Sache am 20. Februar 1900 werden, wenn auch die jetzt noch im Betriebe befindlichen Gruben gesperrt würden. Da könne man für nichts stehen. Ich fragte, warum die Arbeitslosigkeit, gerade den Juden so schw.r treffe, und erhielt die Antwort: Die christlichen Arbeiter seien größtentheils Bauern aus der Umgebung, nicht ständige Arbeiter, ein fluctuierendes Elements das bei Eintritt der Arbeitslosigkeit sich großentheils in die Heimatsgemeinden zerstreut habe. Diese Angaben wurden vom christlichen Arbeitercomitch das sich u n a u f gef o r d e r t gebildet hatte, und vollständig unbeeinflusst ganz spontan zur Etzwepnahme erschien, bestätigt. Ebenso.wurden die/ Angaben.'.der^^jstdischen.- Arbeiter,-,/-dass ffie äußerst stark unter dem Antisemitismus der Grubenleiter S ch u m s k i, Muck und Web e r zu leiden hätten, von den Christen bestätigt. Doch wird dieses Vorgehen in einem eigenen Abschnitt geschildert werden. Auf meine Frage, wovon die jüdischen Arbeiter .sich Hilfe erhofften, wurde geantwortet: Der derzeit brotlose Theil der Arbeiter, also gegen 600 Familien, müssen auswändern. Dieselbe n k ö n n t e n in Boryslaw unter feinen Um ständ en m ehr Arbeit fi n d e n. : Mit dieser Behauptung widersprachen die Arbeiter direct den Unternehmern, welche meinten, dass bei einer Milderung der neuen Vorschriften nur rücksichtlich derSch ach t e n tf e r n un g e n und der Leiterfahrten alle Arbeiter wieder Brot finden könnten. Rücksichtlich der noch beschäftigten Arbeiter erklärte das Arbeitercomitü gleichfalls eine Milderung dtr neuen Vorschriften in den angeführten Punkten für nnbeMgt itothwendig.*) Nur zur Ergänzung bringen wir^den Mten Abschnitt: Die Hilfe der ReAicrimg. Wie die von Herrn Hofrath Z-echner in Aussicht gestellte Hilfe der Regierung aussbcht^Heht aus nachstehenden uns zur Verfügung gestellten-Aete.n Hervor: .. l. ' A n das Gemeindeamt i n Hw ry s l a w. Infolge der Einstellung des Betriebes in circa 200 Erdwachsgruben in Boryslaw entstanden (rücksichtlich des Erwerbes sehr ungünstige Verhältnisse für die Arbesterclasse. Viele Arbeiter können keine Arbeit finden und das Elend der Arbeiterklasse in Boryslaw, nimmt immer größere Dimensionen an. . . Da der Zufluss von Arbeitern. nach: Boryslaw aus ganz Galizien nicht aushört, ist im Interesse der Arbeiter dahin zu streben, dass wenigstens aus den Gemeinden des Bezirkes Drohobycz, am wenigsten Arbeiter zum Zwecke der Arbeitsfindung sich nach Boryslaw begeben. . Ich beauftrage daher das Gemeindeamt, dass es seinerseits alles daran setze, um die dortige Bevölkerung zu verhindern, nach Boryslaw auf-Arbeit zu gehen. . Droh o by ez, 20. April 1899..; K. k. Statthaltereirath und- BezrWhauptmaNn - S wita l s'ki'm?iü II.; .. Dro hoby c z. ^0.'April 1899. A n H e r r n I. M. K o r n h a b e r,. G e;m e i n d evorsteher in Boryslaw.. 'Ich erinnere Sie an meinen Ihnen gegebenen Auftrag, alle, nicht nach Boryslaw ".zuMndigen' Arbeiter aus der-dortigen Gemeinde zu entfernen Md-mache Sie für die stricte Beobachtung dieses Auftrages persönlich verantwortlich. I V . K.k. S tn t t h a l t e r e i r a t h u. B ez?r a u pi m ann Switalski. 7 /. ... i Auf unsere telegraphische AnfMgSMrMb die eingelaufenen Berichte über Auswersmigew p der Wahrheit entsprechen, erhielten wir von unsexemiHorrespondenten aus Drohobycz nachstehendes TalLgräyrm^: Droh o b y c z. Borisla er MbEed/^ welche nicht dorthin zuständig sind, werden nach -'deiü Gesetze vorn 25. Mai 1885 als Landstreicher dem HiestgM^Strafgerichte übergeben und bestraft. Hierauf'hÄchd'kK deren Abschiebung nach ihrem Geburtsort. -06t i'.i r . Jnland^^r Brünn. (Trauergotte sdr^VD fri r d i e' Bä - r o n i n H i r s ch.) Gut Ding braucht Weilä, und fck hat man lange überlegt und berathen, Hindernisse, die scheinhaU unüberwindlich waren, weggeräumt, und endlich am'26: die Trauerfeier für die große Wohlthäterin döch'äbgehälteu. Die Berathuugen, welcher dieser so selbstverständlichen' heiligen Handlung Vorangiengen, sind nicht gerade M erMMchsten, und es *) Wegen Raummangels muss die^Fortfetznng des schon fertiggeftellten Berichtes für die nächste Ngyrmer reserviert. bleiben. , 7 druck in der Vorschrift: „Du sollst deu Älegypter nicht verabscheuen, d enu Du rv ei l t e st einst als Fremdling in seinem L q n d u n d ,v erabscheue nicht den Edomi t er,'!d',e!.n n er i st Dein Bruder." Die Rabbinen giengeflUn ihrem Eifer für den Fremden noch weiter, indery^.sie. darauf Nachdruck, legten, dass dessen Recht noch strenßer ün^peinlicher, gewahrt werden müsse, als das des Hsraelsteri... Sie haben den einfachen ethischen Grund des unterschiedÄosen Rechtes durch das sittliche Motiv der Ehre Israels , und das religiöse Motiv der Heiligung des göttlichem''Namens nf*. stärkt. Dieser Begriff der Heiligung des göttlichen Namens durch die Heiligung unseres Lebens ./knüpft ein, inniges) und unlösliches Band zwischen Sittlichkeit und. Religion. Allerdings ist den Lippen des Rabbi Simon den Jochai! der härte Spruch entflohen: „Auch den besten der Heiden erschläge." Allein alles begreifen heißt.(alles..verzeihen. Man vergegenwärtige sich doch, dass bitterer Unmuth über die blindwüthige Verfolgung, der das Stüdjuw. der Thora ausgesetzt war, ihm ihn abgerungen.chat., Man vergesse nicht, dass, er bis aufs Blut von den .Römern. gehetzt und gezwungen war, dreizehn. Jahre in einer Höhle verborgen sein Dasein thatenlos und freudlys/fristen, . ^-..upV keines änderen Vergehens willen,'^'(chls.^Wil,..erZn.."d'er(. heiligen Schrift geforscht hatte. Laz.arE-tEt ßen/Nagel auf den Kopf, wenn er sagt: „lhieMWWen. und die. Franzosen unseres Jahrhunderts sind 'höchsteyende, '.sittliche Nationen.; wollte man aber die. ^usjlrüch^rdes Zornes und des Rachedurstes bei jenen lvM^eH.(dM' Freiheitskriege, bei diesen im Jahre 1870 pxMn^.,Me Worte der, Nothwehr des unglücklichen ben Jochas/^'schienen zahm dagegen. .Kriege, Guerillakriege bespj'chers,.'' und rechtlose, ruchlose Verwaltung,, durch . feindliche" Machthaber verwildern die Gewissen der Duldendem/^n'muss. dann Ausbrüche maßloseu, verzweifelten ZpAres begreifen, muss den Grundsatz des Talmud befolgend „Niemand ist, für. Worte verantwortlich, die das Lied (,her..Ä^si?lgnngiZ.hm, ansgepresst"; aber wie man sie weder'beschönigen noch entschuldigen darf, so darf man sie weniger dem Volke oder den Urhebern als Inhalt ihrer dauernden Gesinnung als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst." Diese goldenen Worte besagen nichts anderes, als das von dem Judenthum schon vor Jahrtausenden proclamierte Grundgesetz : „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst", und „Was Du nicht willst, dass man Dir thue, dass thue auch einem anderen nicht." Die jüdische Ethik ist nach ihrem wesentlichen Gehalte Socialethik. Ihre Quintessenz sind Goethes herrliche Worte: „Der wahre Mensch ist nur die ganze Menschheit". Sie ist nicht für Israel allein, sondern für alle Welt geschaffen, sie ist nicht national, sondern universal. Die Rabbinen haben dies in.der sinnigen Allegorie zum Ausdrucke gebracht, Gott habe Moses befohlen, das Gesetz in allen Sprachen der Menschheitsfamilie, die auf siebzig beziffert wurde, aufzuschreiben. Es wurde Israel zu dem Zwecke gegeben, damit es zum „Lichte der Nationen" werde, deren Erleuchtung den Inhalt der wichtigsten Gebete, die Sehnsucht und die messianische Hoffnung Israels ausmacht. Israel selbst aber musste sich von den heidnischen Völkern absondern, um sich im Hinblicke auf seinen Beruf und in seiner .Eigenart vollkommen zu entwickeln. Diese spiegelt sich in dem Streben nach Einheit in. der Gesammtauffaffung alles dessen, was Gegenstand unser geistigen Thäügkeit sein kann. Am segensreichsten hat sich, das Einheitsstreben jn der Erkenntnis von der Einheit Gottes, der Einheit der Welt und de^ Einheit der Mensch heit bewährt. Aus der Gotteskundschaft aller Menschen zieht das Judenthum, die Errungenschaften der französischen Revolution vorwegnehmend, den Schluss, dass alle Menschen ohrie Unterschied des Standes, des Volksthums und des Glaubens sich^^ als Angehörige' einer Familie betrachten, und im Bewutsstsein dessen die Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit untereinarlder. pflegen. soflen.'" Es ist ein großes Verdienst Israels, dass ' es. im. Gegensätze zu allen Völkern des Alterthüms. .von dem Kastenqeifte nicht angekränkelt ist. Zum Aufban der, sittlichen Weltordnnng, zur geistigen Ausgestaltung, der Ideenwelt und zu ihrer Verwirklichung im realen Leben sind alle Israeliten ohne Ausnahme auserkoren, Männer und Weiber, Jung und Alt, Hoch und ^Niedrig. Moses versarnmelt zur zweiten Bundesschließung die Häupter, die Aeltesten, die Amtsleute, aber auch die Holzhauer und Wafferschöpfer. Auch „der Fremdling, der in diesen Thoren weilt", fehlt in der Bundesversammlung nicht. Er ist zur vollen Theilnahme an der ethischen Gesammtheit nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet. Und weil der ideale Wert des Menschen von der Zufälligkeit der Geburi unabhängig ist, lehrt der Talmud: „Die Frommen unter allen Völkern haben Theil an der künftigen Welt". Von der Anerkennung des allgemeinen menschlichen Charakters der ethischen Aufgabe leitet die prophetische Vision des wunderwunderbaren religiösen Genius, , welcher unter dem Namen des zweiten Jesaias bekannt , ist, zu der Ausdehnung der religiösen Berufung auf alle Völker hinüber : „Nicht spreche der Sohn des Fremden, der sich dem Ewigen zugewendet, also: absondern wird mich der Ewige von seinem Volke; denn auch die Söhne der Fremdlinge werde ich bringen auf einen heiligen Berg und werde sie erfreuen in meinem Hause des Gebetes; denn mein. Haus soll ein Haus des Gebetes genannt werden für alle Völker." Und an einer anderen Stelle schaut er: „Und auch von den Heiden werde ich nehmen zu Priestern und Leviten; denn von Neumond zu Neumond, von Sabbath zu Sabbath wird kommen alles Fleisch, anzubeten den Ewigen." Im talmudischen Schriftthum wird die Universalität des jüdischen Idealismus in zahlreichen Stellen befestigt und erläutert. Wie einerlei Gesetz, so lässt das Judenthum nur einerlei Recht für den Einheimischen und den Fremdling gelten. Während die nach Kalokagaehie lechzenden Hellenen die Ausländer als Barbaren brandmarken, verkündet die Thora ihre völlige . Gleichstellung mit den Kindern Israels: „Wie ein Einheimischer soll Dir der Fremde sein; Dü sollst ihn lieben wie Dich selbst, denn auch Ihr seid Freindlinge in Aegyten gewesen? Es ist für die Feim fühligkeit der heiligen Schrift bezeichnend, dass bei der Aufzählung derjenigen, denen liestevölle Fürsorge gewidmet werden soll, der Fremde immer 'bis auf ein einzigesmal unmittelbar nach dein besitzlosen, gottgeweihten Leviten und vor der Waise und der Witwe erwähnt wird. Das Gebot der allnmfassendeil Liebe erhält seinen ergreifendsten Aus-