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Jüdisches Volksblatt · 1899-03-31 · 7 (31.3.1899) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1899)
Issue
7 (31.3.1899)
Date
1899-03-31
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite l Wien. Freitii Jüdisches Volksblatt!!!. März 181)0 Ni-, bilden die Ursache, dass der erste Ober-Rabbiner Dr. Dankowicz, ein tüchtiger Mann, auf diesen Pasten verzichten musste. Als sein Nachfolger wurde Dr. Grünwald bestimmt, derselbe starb aber vor 3 Jahren plötzlich in London. Seit dieser Zeit ist durch die Faulheit, Unwissenheit und den Zank der dortigen jüdischen Gemeinderäthe dieser für das Jndenthnm so wichtige Posten unbesetzt. Vor kurzem nun hat die Regierung die jüdischen Gemeinden anfgefvrdert, behufs Organisation Statuten vorznlegen, und dürfte dieser Schritt auch zu einem guten Resultate führen. Es constitnierte sich eine Commission, die ein Project ansarbeitete, das dem französischen Consistorinm nachgebildet ist. Sollte dieses Project durchdringen, wenn in der Folge ein intelligenter, duldsamer und energischer Oberrabbiner gewählt, und wenn hauptsächlich an die Spitze dcr Gemeinden Leute mit kraftvollen Ideen treten, ist zu hoffen, dass, falls durch auswärtige Ursachen (Antisemitismus a\> Bedrängnis entstände, die Cultnsgemeinden stark genug sind, diesen Angriffen Widerstand zu leisten. Dass das Jndenthnm Bulgariens den Weg des Fortschrittes betritt, zeigten am deutlichsten die drei Wochenschriften „El Dia“ (der Tag), Organ des zionistischen Landescomites in Bulgarien, „La Yerdad“ (die Wahrheit), das conservative Organ und FI Amigo del Puewlo“ (der Bvlksfrennd), ein literarisches Organ, das in Ronstschvuk erscheint. „El Dia“ hat bis in letzter Zeit auch Beitrüge in bulgarischer Sprache gebracht, welche in der besseren bulgarischen Gesellschaft eifrig gelesen wurden. Ter ökonomische Zustand der Juden in Bulgarien ist tief beklagenswert. Nahezu drei Fünftel der Bevölkerung lebt im größten Elende, ein Fünftel lebt vom Kleingewerbe und Hansierhandel mit Specerei, Gemüse re. und ein Fünftel nur sind bessere Kanfleute. Das Elend in Sofia ist schrecklich. Die Viertel „Jncz-Bnuar" und „Dort-Bnnar" bilden eine sumpfige Gegend am Ende der Stadt; im Sommer herrscht dort das Fieber, und alljährlich fallen demselben zahlreiche jüdische Persoiten zum Opfer, deren Familien dortselbst in schlechten, lustlosen Hütten zusammengepfercht wohnen. Diese Leilte leben meistens vom Betteln. Der Vater bettelt von einer, die Frau mit den Kindern von der anderen Seite: einige sind energischer und werden Stiefelputzer, Lastträger :c. Das grässliche Elend, das sich von Tag zu Tag vermehrt, ist auch die Ursache schrecklicher Laster. Schon Kinder haben Hang zum Diebstahl, tvie eine im Borjahre gegen 8 Personen durchgeführte Verhandlung beweist. Falls dem Elende nicht bald gesteuert wird, kann eine unberechenbare Verlotterung der Sitten die traurige Folge sein. Die Wohlthätigkeits-Vereine, die hier am meisten wirken könnten, sind in Bulgarien nur schwach und in geringer Anzahl vertreten, denn das System der privaten Wohlthätigkeit ist hier nur schlecht ausgebildet; die Amtsgemeinden dagegen können wegen der geringen Einnahmen, über die sie verfügen, nicht mehr leisten. Die bekannte Philantropiu Baronin Clara Hirsch hat zwar in einigen Schulen Ausspeisungen für arme Kinder errichtet, die Verwaltung des Geldes wurde aber unredlichen Leuten anvertraut, so dass es nicht correct zugeht und die Kinder benachtheiligt werden. Dem Berliner Tractate zufolge, der Bulgarien politische Freiheit brachte, herrschte in dem Lande für alle dort lebenden Völker ohne Unterschied volle Gleichberechtigung. Die Freiheit, welche die Juden in Bulgarien bis vor kurzem genossen und um welche sie von den übrigen Glanbensbrüdern beneidet wurden, war aber nicht allein der Befolgung des Berliner Tractates zuzuschreiben, sondern auch den guten Eigenschaften der Bulgaren selbst, die jung, lebhaft, freiheitliebend, in der Freude über die eigene Freiheit die der anderen Nationen nicht unterdrückten. Es ist ferner hier zu bemerken, dass, wie schon erwähnt, die Juden Bulgariens nicht große Kaufleute oder Banquiers sind, sich ferner nicht in den politischen Streit der Parteien mengen, so dass die sogenannten Ursachen für den Antisemitismus Hinwegsiel. Diese Freiheit aber dauerte nicht allzu lange. Nach der Abdankung des Fürsten Alexander von Battenberg wurde P e t k o K a r a w e l o w Ministerpräsident, ein eingefleischter Antisemit, gleich anderen Führern der russophilen Partei, z. B. Drag an Zankow. Bon dieser Zeit datieren die Anzeichen des officiellen Antisemitismus in Bulgarien, die aber wieder unter dem Regime S t a m b u l o w s aufhörten. Nach seinem Sturze im Jahre 1804 wurde das Portefeuille dem Doctor S t o i l o w übertragen, der allgemein als intelligenter und fähiger Mann gilt. Leider aber hat seine Intelligenz den Ausbruch des Antisemitismus sogar auf der Tribüne der Kammer nicht hindern können, nnd befinden sich heute unter den Deputierten viele Antisemiten. In Anchialo wurde ein dort ansässiger, bescheidener und fähiger Ackerbauer namens Peter Gabe gewählt, welcher der erste jüdische Deputierte war. Die Bestätigung seiner Wahl wurde von der jüdischen Bevölkerung mit. Spannung erwartet. Als diese Wahl zur Verhandlung in der Kammer gelangte, erhoben einige Deputierte die Beschwerde, dass der Gewühlte noch nicht lange genug iu Bulgarien lebe; ein Deputierter verstieg sich sogar zu der Behauptung, dass die Juden viel zu wenig Verdienste um Bulgarien sich erworben hätten, um ein Anrecht ans einen Vertreter zu besitzen. Auf diese Weise wurde die Wahl Peter Gabes annulliert. Seit dieser Zeit ist der Antisemitismus stetig im Wachsen und schon bestehen in Sofia drei antisemitische Zeitungen, die sich des rüdesten Tones befleißen. (Schluss folgt.) Petersburg. Moskau wird für die Juden immer unzugänglicher. Nach der neuesten Verfügung dürfen selbst Kaufleute erster Gilde sich nur daun dort uiederlassen, wenn sie eine specielle Erlaubnis des Finanzministers dazu erhalten, der seinerseits dieselbe nur ertheilt, wenn der Generalgouverneur seine Zustimmung zuvor ertheilt hat. Diese Bestimmung wird rn der Praxis es Inden ganz unmöglich machen, in Moskau die Aufenthaltserlaubnis zu erhalten. Ein zweites Gesetz, welches den Juden neue Beschränkungen auserlegt, lautet dahin, dass auswärtige Aktiengesellschaften als Leiter ihrer Unternehmungen in Russland nur noch Russen von Geburt und christlicher Religion anstellen dürfen. Inden sind demnach vollkommen ausgeschlossen. Wilna. In Wilna ist die Schneidersynagoge nach 100jährigem Bestehen geschlossen worden. Gegründet im Februar 1700 von einigen jüdischen Schneidern, war die Synagoge in einem Hause eingerichtet worden, von dem die kleine Gemeinde nur einen kleinen Theil des Besitzrechtes erwerben konnte. Da die Gemeinde immer arm blieb, so war es nicht möglich, den anderen Theil des Hauses zu erwerben, und als iu den letzten Jahren die jüdische Bevölkerung Wilnas immer mehr verarmte, konnte die kleine Gemeinde nicht einmal mehr den auf die Synagoge entfallenden Theil der Hausstener anfbringen. Die anderen Theilbesitzer dieses Gebäudes schlossen daraufhin wegen der Stenerforderung die Synagoge, und demnächst wird dieselbe sammt allem Inhalt, Büchern, Thorarollen rc. meistbietend versteigert werden. Ein trauriges Ende für eine gerade 100 Jahre alte jüdische Gemeinde und Synagoge. Warschau. Der jüdische Oberarzt im Judenspitale hier, Dr. L. Chwat, wurde in Würdigung seiner außerordentlichen Verdienste vom russischen Kaiser in den erblichen Adelstand erhoben. Nizza. Die jüdische Gemeinde hier zählt 400 Familien, deren Mehrzahl Spaniolen ist; dieselben leben in sehr guten Verhältnissen und haben einen Tempel erbaut, der eine Sehenswürdigkeit der Welt ist. Paris. Lieutenant Louis D r e y f u s, der durch die groben Beleidigungen, welche die „L i b r e Parole“ gegen ihn gebracht hatte, sich verletzt fühlte, hat den Verfasser dieser Schmähungen, Raphael Bian gefordert und ihn im Duell erheblich über dem rechten Auge verwundet. Bemerkenswert ist, dass auch die beiden Zeugen von Dreyfus jüdische Officiere waren. London. Der Wvhlthätigkeitsverein „Zdokoh" veröffentlicht soeben seinen letzten Jahresbericht, dem wir entnehmen, dass seine Einnahmen 18.532 Pfd. Strl., die Ausgaben 16.385 Pfd. Strl. im laufenden Jahre betrugen. London. (Nene Ausgrabungen der e n gli scheu Palästina-Gesellschaft.) Die Gesellschaft wünscht, vor allem die Lage der Philisterstadt Gath festzustellen. Der erhaltene Firman lautet, dass der Palestiiie Exploralion Fund in dem Gebiete zwischen Tell es-safije im Norden und Bet-Dschibrin im Süden an mehreren, mit Namen aufgeführten Ruinenstätten Nachgrabungen veranstalten dürfe. Stets muss ein Aufseher der Regierung bei den Arbeiten zugegen sein, alle beweglichen Funde müssen an das Museum iu Cvnstantinopel eingeliefert werden. Dr. Bliß hat die Arbeiten auf dem Tell zakarja, acht Kilometer östlich von Tell es-safije im Wadi es-samt begonnen. Der Hügel erhebt sich mehr als 1000 Meter über den im Halbkreise ihn umgebenden Thalgrund. Seine obere Fläche ist in ansehnlicher Größe künstlich geglättet; an ihrem Nordost-Rande fällt eine neue Anhöhe in die Augen, die sich als ein altes, ganz auf den Felsen gegründetes Castell mit mehreren vorspringenden viereckigen Thürmen ausweist. In seinem Inneren befinden sich Cisternen, Weiupressen und andere Spuren künstlicher Bearbeitung des Felsens. Der Schutt liegt etwa 4—5 Meter hoch, in und unter ihm haben sich Mauern, Gräben, Cisternen, namentlich auch viele kleine bewegliche Dinge gefunden, wie Ziegel, Thonscherben, Gefäße. Auf manchen Funden sind auch phönicische Schriftzeichen, ähnlich denen des Mesasteins, entdeckt worden. Am Abhange des Hügels sind überall Gemächer in den weichen Kalkfelsen eingehauen worden, gleich denen, die sich in Bet Dschibrin finden. Von allen Funden werden Abdrücke und Zeichnungen angesertigt. Ob dieser Hügel wirklich einst die Stadt Gath trug, lässt sich bisher nicht beweisen. Der gegenwärtige Name des Platzes ist nicht alt. Denn eine halbe Stunde nordöstlich, jenseits des Thales, liegt ein kleines Dorf, Zapharja; es ist der nächste bewohnte Platz, neben dem Hügel, und dieser hat, wie es scheint, von dem Dorfe seinen heutigen Namen erhalten. Aus Tell es-safije zu graben, wird schwierig sein. Dort liegt ein Dorf mit kleinen Gärten und vielen aus Sleinen aufgeführten Gehegen. Ans der höchsten Stelle, an der das Wichtigste zu vermnthen ist, sind moderne türkische Gräber, dazu Em makam, d. h. das Grab eines muslimischen Heiligen, mit einer Knbbe, die als Moschee dient. Dort werden die Einwohner ebensowenig tvie in ihren Häusern Nachgrabnn gen gestatten. Birmingham. Es ist bezeichnend für die rasche Vermehrung der jüdischen Arbeiter in allen Provinzialstädten Englands, dass an allen diesen Plätzen Clubs für jüdische Arbeiter ans dem Boden schießen, die überall stark in Anspruch genommen werden. Sv ist auch in unserer Stadt am 10. März ein solcher Club eröffnet worden, der von Rev. G. I. Emannel in Gegenwart von 400 Gästen feierlich inauguriert tvnrde. Die Mitgliederzahl des Clubs beträgt bereits 225 Personen, eine erstaunlich große Betheiligung für den Anfang. Pretoria. Hier lebt seit 1876 ein angesehener englischer Jude, der seit kurzem von dem König von Portugal in den Grafenstand erhoben worden ist. Edward Cohen ist seit vielen Jahren portugiesischer Geueralevusnl gewesen, und erst seit einigen Monaten hat er dieses Amt niedergelegt, weil ec mit den portugiesischen Behörden der Ostküste in Streitigkeiten gerathen war. Edward Cohen ist Ritter mehrerer portugiesischer Orden und erhielt bereits schon früher den Titel eines Barons. Im letzten Jänner aber wurde er in den portugiesischen Grafenstand erhoben, womit die Würde eines Oberhansmitgliedes verbunden ist. Wir haben also jetzt in Portugal einen jüdischen Pair. Schulsragen. Woher sotten mir jüdische und tüchtige Lehrer nehmen? , Wir erhalten folgende Zuschrift, der wir gerne Raum geben: Wohl hat die Israelitische Cnltnsgemeinde Wien, das größte und bedeutendste jüdische Gemeinwesen Oesterreichs, die Erkenntnis erlangt, dass neue Lehrbücher für den Religiousnnd hebräischen Ilnlerricht nothwendig seien; eines jedoch erscheint laut Angabe des „Jüdischen Bolksblatt" in dem Artikel „Jüdischer Unterricht an den Wiener Schulen" bis nun iu Wien übersehen worden : Dass auch geeignete und tüchtige Lehrererforderlich seien. Der Lehrer ist die Schule. Will man daher eine gute Schule haben, also ein für die Religion der Väter und deren Geschichte begeistertes Geschlecht erziehen, so müssen in erster L me sehr befähigte und tüchtige Lehrer dazu bestellt werden. Woher diese zu nehmen seien, soll in Folgendem angedeutet werden. Zuvörderst sollen die jüdischen Lehrcrzustände Mährens geschildert werden. Der Religivns- und hebräische Unterricht wird daselbst von den Rabbinern und zumeist von den an den öffentlichen jüdischen Volksschulen angestellten Lehrern ertheilt. Was diese Schulen selbst betrifft, ist seit lange schon daselbst ein Lehrermangel fühlbar. An den mährischen Lehrerbildungsanstalten ist ein jüdischer Candidat seit vielen Jahren nicht mehr zu finden. Ursache: hatte ein jüdischer Candidat die Lehrerbildungsanstalt absolviert, so erhielt er an christlichen Schulen keine Anstellung, und die wenigen jüdischen Schulen des Landes waren besetzt. Wird daher gegenwärtig irgendwo au diesen Schulen eine Lehrerstelle frei, so ist kein Bewerber da, und man ist genöthigt, eine Lehrerin anzustellen, falls kein Lehrer ans einem anderen Kronlande zu haben ist. Durch das Abströmen der Juden in die größeren Städte werden die alten autonomen Judengemeinden immer kleiner, daher die jüdischen Schulen daselbst reduciert. In den neuen Jndengemeiudeu Brünn, Znaim, Jglau, Mähr.-Ostran u. s. w. werden in den seltensten Fällen jüdische Schulen errichtet. Ich spreche nicht für die confessiouelle Schule, die wollen auch wir Juden nicht. Wenn aber Deutsche, Czechen, Polen u. s. w. die nationale Schule, die dieselben erlangt haben, als eine ihrer größten Errungenschaften, welche sie erreicht haben, bezeichnen, sollen auch wir unsere Jugend zur Liebe für die Religion und die Geschichte unseres Volkes zumindest während des hebräischen und Religions-Unterrichtes bestimmen! Was die den hebräischen und Religions-Unterricht versehenden oben genannten Rabbiner betrifft, so besitzen dieselben durchwegs Fachbildung, da sie sonst die Bestätigung des Landes- Rabbiuers nicht erlangt nnd ohne dieselbe die Genehmigung der politischen Behörde nicht gefunden hätten. Auch die oben bezeichneten, beim Religivns-und hebräischen Unterrichte gegenwärtig mitwirkenden Lehrer können nebst ihrer gesetzlichen Befähigung zur Ertheilung des Religions-Unterrichtes an Volks- und Bürgerschulen auch durch Documente von hervorragenden Rabbinern, Schriftgelehrten und Autoritäten auf dem Gebiete der jüdischen Literatur den Nachweis über hebräisches Wissen erbringen. Anders ist es mit der jüngeren Lehrerschaft in den kleineren und neuen Cultnsgemeinden bestellt. Das sind gewöhnlich Leute, die im Leben Schiffbruch gelitten haben, weder Wissen noch Eignung zu etwas haben, am allerwenigsten aber fürs Lehrfach. Von den Rabbinern zu verlangen, dass sie allein unterrichten, wäre ungerecht, ebenso können die Gemeinden keinen zweiten Rabbiner aufnehmen, da ja viele nicht einmal einen erhalten können. Fasst man diese Zustände mit denen an anderen Orten ins Auge, so kann nur dann eine Aenderung znm Besseren eintreten, wenn man nach dem Aufträge Moses an Jvsua: „Erwähle Männer zum Kampfe gegen Amalek" vorgienge, indem die Großen und Mächtigen in Israel unsere Jugend zum Kampfe gegen Amalek, den Inbegriff alles dessen, was dem Jndenthume Schmach und Schaden zufügt, ansrüsten! Z n diesem B e h u f e s e i e n A n st a l t e n z u r He r a nb i ld u ng h eb r ä is ch er Le h rer an solchen Orten zu e r r i ch t e n. w o schon ei ne Lehrerbildung sanstalt sich befindet. Die jüdische Cultusgemeinde Wiens sollte vom gegebenen Vorschläge Anwendung machen, wenn sie denselben für gut findet. Da aber das Fortschritts-Judenthum Oesterreichs, auch was Religion betrifft, nach Wien gravitiert, könnte das Beispiel Wiens anderwärts maßgebend sein! Zum Schlüsse sei des Jüdischen Volksvereines in Wien dankbar gedacht, weil er es ist, der nach und nach alle Theile des Judenthums znm Vvlksbewnsstsein bringt. Das gegenwärtige Israel begnügt sich nicht mehr damit, dass „ihm der Stamm übrig bleibt." sondern es will, dass alle Theile der jüdischen Eiche frisch nnd kräftig erhalten bleiben. „Mit unseren Jungen und Alten wollen wir gehen," heißt es bei der ersten Gründung des jüdischen Volkes in Mizrajim. In erster Linie war es immer die Jugend, auf die Israel sein Hauptaugenmerk gerichtet hatte. Und diese Richtschnur muss auch heute maßgebend sein! A. Glück, Lehrer. Theater, Kunst und Literatur. Jüdisches Museum. Die Gesellschaft für Sammlung nnd Conserviernng von Kunst- und historischen Denkmälern des Jndenthnms versendel soeben den zweiten Jahresbericht für das Jahr 1807. Die Gesellschaft hat erfreuliche Fortschritte ansznweisen. Die Zahl der Mitglieder hat sich vergrößert, ebenso ist die Anzahl der

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