Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1899)
- Issue
- 7 (31.3.1899)
- Date
- 1899-03-31
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Wien, Freitag: Jüdisches Volksblatt 31. März 1899 Nr. 7 den mir, resp. dem Comite bis zum Abend unbedingt noch einen Betrag von loOO fl. zur Verfügung zu stellen. Er reiste auch sofort nach Drohobycz ab, um dort unter Freunden und Bekannten eine Collecte zu veranstalten. Inzwischen verbreitete sich im ganzen Orte, der beiläufig t 1.000 Seelen zählt, darunter gegen 800 Nichtjuden, die Kunde, dass die „Alliance" den Bedürftigen Hilfe zuwende. Das Comite versammelte sich im Locale des „Spar¬ und Creditvereiues", einem kläglichen, ebenerdigen, aus zwei dumpfen Stuben bestehenden Häuschen. Der Andrang der Leute war so groß, dass die Thüre und die Fenster eingedrückt wurden. Zunächst befassten wir uns mit der genauen Aufnahme derjenigen Arbeiterfamilien, die infolge der Entlassung ihrer Ernährer aus den Gruben buchstäblich brotlos geworden waren. Wir forderten die Leute auf, genau anzugeben, wann sie entlassen worden waren. Zu meiner grenzenlosesten und schmerzlichsten Ueberraschung zeigte es sich, dass circa 700 Arbeiter, da r u n t e r 50 G r u b e n a u f s e h e r, seit einer R e i h e v o n Monaten ohne jeden Erwerb d a st e h e u. Der erste Tag vergieng mit der bloßen Aufnahme. Am zweiten Tage sollte die Bertheilung des Geldes stattfinden. Welch großes Elend unter den Leuten herrscht, mag man daraus ersehen, dass man einen Menschen, der zu Mittag — eiumal des Tages — ein Stück semmelförmigen, schwarzen Teiges mit zwei halbverfaulten Gurken isst, mit neidischer Gier betrachtete. Eine 21jährige Frau aus der Menge drängte sich an mich heran und bat mich mit unsäglich flehender Stimme um eine rasche Unterstützung: ihr Kind in der Wiege säuge seit 3 Tagen an einer sauren Gurke. „Jach selber hob ka Milach." (Das sah man ihr an.) „Mei Mo' hat seit 7 Wochen kei Broit ze verdiene." Ich ließ den Mann sofort rufen; die übrigen Arbeiter bestätigten vollinhaltlich die Richtigkeit der Angaben und diese Annen bekamen sofort ihre Unterstützung.EinArbeiter dervon der unerwarteten Hilfe erfuhr, sank vor Erregung todt zusammen. Er hmterlässt eineFrau mit vier kleinen, unversorgten Kindern. Die Roth unter den Leuten ist so furchtbar, d ass zu 3 b is 4 Familien in einereinzigen kleinen Stube zusammengepfercht leben, um vor dem E rfrie r u u g § t o b e g e - schützt zu sein; denn es fehlen alle Mittel, um irgendwie Heizmaterial zu beschaffen*). Die Bertheilung nahm ohne Unterbrechung ihren Fortgang, bis ich gegen 5 Uhr, von dem ununterbrochenen Sitzen, Ausfragen und Vernehmen ermüdet, an das Fenster trat, um ein wenig Bewegung zu machen. Draußen herrschte ein fürchterlicher Schneesturm mit eisiger Kälte. Und da standen um das Haus herum, Kopf an Kopf gedrängt, barfüßige Frauen, kaum mit dem N o t h d ürft igst en an g eth a n, Männer bloß im a b g e s ch l i s s e n e n Arbeitskittel, e i n g e f ch n e i t; als sie meiner ansichtig wurden, riefen sie tausendstimmig: „An Silber a f M a z z e s!"**) Ich blickte in hungerverzerrte Gesichter, in fieberglühende Augen, ich sah diese abgemagerten, vor Kälte zitternden Menschen.. ...Da überfiel mich ein solches Entsetzen, dass ich, einer O h n m a ch t nahe, v o m Fenster z u r ü ck t a u m e l t e u u d in einen W e i n k r a m p f verfiel. Denn das ist zuviel für einen Menschen. Um l l Uhr nachts waren wir mit unserem Gelde zu Ende. Allein das Haus war noch immer belagert von Bittenden, deren Ansprüche auf Unterstützung zweifellos berechtigt waren, nachdem die Männer nicht allein infolge der bergpolizeilichen Vorschriften, sondern bloß deshalb, wie es nunmehr erwiesen ist, weil sie Juden sind, um ihr B r o d gekommen waren. Ich führe als Beweis, dass bis vor wenigen Monaten alle Tischler- und Schmiedearbeiten für die Schächte ausschließlich von den selbständigen jüdischen Handwerkern geliefert wurden. Für einen „Kranz" bekam der jüdische Tischler 18 Kreuzer. Die Gesellschaften aber entzogen den Juden die Arbeit und bezahlen nun für einen „Kranz" *) Boryslav liegt hoch in den Karpathen und hat gut 7 Monate strengen Winter. **) Einen Gulden aus Maz;os. Die Red. Für alle war es eine Ueberraschung. Eine große Summe wurde zu diesem edlen Zwecke noch gezeichnet. Dann erhob sich der Vorstand der Cultusgemeinde in corpore. In seinem eigenen Namen wie auch im Namen seiner Collegen erklärte der Präsident Folgendes: „Wir sehen nun selbst ein, dass an die Spitze der Gemeinde andere Männer kommen müssen, welche sich nicht nur mit den Tempelfragen zu befassen hätten, sondern auch für die vitalsten Interessen des Volkes eintreten würden. Wir legen darum unsere Mandate freiwillig nieder und machen gerne anderen Platz, die mehr für unser Volk zu arbeiten imstande sind." Mit Freude wurde dies zur Kenntnis genommen. Der Rabbiner benützte die Gelegenheit, eine Rede zu halten, dem abgedankten Vorstande große Complimente zu machen, und legte zum Schlüsse selbst sein Amt nieder. „Die Verhältnisse" — schloss er — ,.haben sich geändert. Man geht daran, das jüdische Volk als eine störte Einheit zu organisieren, es müssen Rabbiner mit anderen Köpfen und auch anderen Herzen kommen. Das habe ich aber nicht, und darum lege ich mein Mandat nieder." „Ist das ein Traum? Eine Phantasie?" — Aber nein! Heute ist der erste April. —n—s. | dem christlichen Tischler 32 Kreuzer. Ein gewisser B.*) wollte überschlau sein und ließ sich, um seine Stelle bei der Gesellschaft zn behaupten, taufen; es hat dem Judenstämmling nichts genützt, er wurde ebenfalls entlassen; das weiß ich aus seinem eigenen Munde. Ein Schmied, der s eit 25 I a h r e n f ü r fünfundvierzig K r eu z e r t ä g l i ch b es ch ä f t i g t war, und gegen den absolut keine K l a g e v o r l a g, war plötzlich überflüssig geworden. Bon den Aufsehern forderte mau mit einemmale, seit kürzester Zeit erst, eine strenge Prüfung in polnischer Sprache. Run verstehen die Leute nur ruthenisch oder judendeusch, weil sie gar kein Bedürfnis und keine Gelegenheit hatten, in diesem Bezirke polnisch zu lernen; es ist selbstverständlich, dass diese Forderung von den bereits älteren, ohnedies ganz ungebildeten Leuten nicht erfüllt lverden kann. Von 50 jüdischen Aufsehern sind thatsächlich auch nur 2 oder 3 bei der Prüfung durchgekommen. Ein gewisser W a g m a n n, der seit s i e b e n u n d z w a n z i g Jahren als Aufseher seinen verantwortuugsreichen Posten zur vollsten Zufriedenheit seiner Vorgesetzten versah und wöchentlich 15 fl. verdiente, womit er sammt Frau und sechs Kindern anständig lebte, fiel gleichfalls durch und wurde erbarmungslos entlassen. Im übrigen machen die zwei großen Unternehmungen, resp. deren Beamte aus ihrem Judenhasse durchaus kein Hehl. Es bedürfte der Feder eines Zola, um das Elend, und der Entrüstung eines Junius, um die Grausamkeit und die Herzlosigkeit derjenigen in das richtige Licht zu setzen, die solch namenloses Elend über eine äußerst arbeitsame und genügsame Bevölkerung heraufbeschworen haben. Der Jammer trifft nicht nur die 050 Familien der entlassencn Schachtarbeiter und die der 50 Aufseher, sondern auch sämmtliche Handwerker, Krämer und Schankwirte in dem Orte, die nun gleichfalls in die trübseligste und traurigste Mitleidenschaft gezogen wurden. Ich muss noch bemerken, dass die Bertheilung insoferne nicht glatt ablief, als i ch eine stattliche Reihe von Leuten durch b e s o n d e r e B o t e n e r st e i n l a d e n musste z u k o m m e n, u n d sechs oder siebe n F a m i l i e n auch d i e s e r E i n l a d n n g n i ch t F o l g e leisteten, weil sie k e i n A l m o s e n a n n e h m e n w o l l t e n „Lieber verhungern, als eine m i l d e G, a b e empfangen." Der Bürgermeister musste in äiesen Fällen selbst zu den Leuten in das Haus gehen und denselben sozusagen das Geld aufdrängen. Ich musste den Ort auf Schleichwegen verlassen, um der Menge Unglücklicher, die bei der Bertheilung leer xiusgegangen waren, zu entrinnen. Mein erster Weg von der Bahn war zu dem Präsidenten der Alliance, um über die Schrecknisse, die ich erlebte, Bericht zu erstatten. Der Vorstand der Alliance versammelte sich unverzüglich zu einer Berathung, um über Mittel und Wege zu einer ersprießlichen Hilfe für die hungernden jüdischen Arbeiter von Wolanka schlüssig zu werden. Ich bin in der glücklichen Lage, Ihnen mittheilen zu können, dass ich in einigen Stunden wieder nach Boryslaw abreise, diesmal um 7000 Gulden unter die Bedürftigsten zu vertheilen. Es ist selbstverständlich, dass mit diesem Gelde keine Lösung dieser Frage gefunden ist, allein es hat sich vor allem darum gehandelt, eine Frist für eine besondere Hilfsaction zu gewinnen." Vom Tage. Die „Ostdeutsche Rundschau" hat in dieser Wvche wieder einen Artikel gegen die jüdischen Aerzte losgelassen. Diese Artikel stammen von angeblich gut informierter Seite, aus ärztlichen Kreisen. Allein die Informationen, welche die Herren zu besitzen vorgeben, erscheinen ausschließlich als perfide Beschuldigungen. Die jüdischen Aerzte werden im rüdesten Tone, der das Organ der Deutschradicalen ans eine Stufe mit dem „Deutschen Volksblatt" stellt, angerempelt, es werden ihnen geradezu Verbrechen vorgeworfen, für alle diese angeblichen Schandthaten aber wird nicht der leiseste Schatten eines Beweises erbracht. Ueber die Gemeinheit eines solchen Vorgehens noch viele Worte zu verlieren, von der Geschmacklosigkeit eines solchen Kampfes ganz abgesehen, hieße Eulen nach Athen tragen. Wie die „Ostdeutsche Rundschau" dies mit der Vertretung der „mehrwertigen Culturnation" vereinbaren will, hat sie mit sich allein anszutragen. Jeder anständige Mensch denkt sich sein richtig Theil dabei. Die Sache selbst aber dürfte auf das allbekannte Spiel hinauskommen; die allgemein anerkannte Tüchtigkeit und Gewissenhaftigkeit der jüdischen Aerzte scheint einigen Herren ans dem deutschnationalen Lager etwas unbequem zn werden. Sv eröffnet man denn diesen gemeinen, hinterlistigen Kampf, um das Vertrauen der Bevölkerung auf die jüdischen Aerzte zu erschüttern und sich möglichst leicht eine Cvncurrenz vom Halse zn schaffen, der man in Anbetracht der mangelnden Fähigkeiten und Kenntnisse ansonsten nicht gewachsen ist. Eine hohe österreichische Regierung hat in unergründlicher Weisheit den niederösterreichischen Landtag zum Forum ihrer politischen Emanationen ansersehen. Prinz L i e ch t e n st e i n hat in seiner Rede die Begründung dafür gegeben. Die Sprachenfrage soll auf Grund des 8 14 geregelt werden. Damit meinen die Christlich-Socialen, die gesammte Nationalitätenfrage gelöst zn haben. Das ist das Um und Auf ihrer politischen Weisheit. Zum Glück für Oesterreich dürfte dieses feine Spiel nicht gelingen. Deutsche und Czechen werden dieser Lösung ihre Zustimmung versagen, die Frage wird weiter ventiliert werden, der Kampf wird sich weiter fvrtspinnen, bis er zn dem einzig nothwendigeu Ende gelangen wird: der Einführung der nationalen Autonomie. Doch hat es bis dorthin noch eine gute Weile. Hub d i e im Kampfe um unsere Rechte *) Der vollständige Name dieses Mannes ist der Nedaction bekannt. anszunützen, ist unsere Sache. Wir lverden im Kampfe nicht leer ausgehen, wir werden unsere berechtigte Vertretung erlangen, wenn wir rührig und energisch sind. Was uns fehlt, um ein politischer Machtfactor zn werden, ist lediglich unsere Organisation: das H e r a u s t r e t e n der Inden aus a l l e n P a r t e i e n, i h r A u f t r e t e n als selbstständiges, p o l i t i s ch - a c t i v e s Volk. Dieses Ziel wird erreicht werden, weil es erreicht werden muss, weil es unsere einzige Rettung ans der socialen und politischen Unterdrückung, in der wir leben, bedeutet. Nufere in der letzten Nummer gebrachte Nachricht, dass Kaiser Wilhelm am Hafen von Caesarea für Deutschland zur Anlage einer deutschen Kohlenstation Land käuflich erworben habe, bat begreiflicherweise einiges Aussehen erregt und Beachtung gefunden. Allerdings gilt das nur vom Auslande; die Wiener jüdische Tagespresse kann sich eben noch nicht gewöhnen, ein „Indisches Vvlksblatt" für politisch befähigt anzusehen. Wir werden uns über das Verhalten „Schmocks" zn trösten wissen; die Sache selbst erleidet ja zum Glücke keine Einbuße. Man hat im Auslände unsere Nachricht etwas ungläubig ausgenommen; das ist natürlich und begreiflich. Nunmehr ist die nahezu volle Bestätigung des Ereignisses von einer Seite eingetroffen, die durch ihre „nahen Beziehungen" zur Negierung als bestinfvrmiert betrachtet werden muss. Dis „Reichswehr" bringt in ihrem gestrigen Leitartikel die Nachricht, dass „die Deutschen" am Hasen von Haifa Land erworben hätten, und knüpft daran pessimistische Bemerkungen über die Verdrängung Oesterreichs durch Deutschland ans dem Oriente. Die Nachricht der „Reichsivehr" ist zweifellos richtig, sie ist aber auch schon längere Zeit bekannt. Mau wusste in gutinformierten Kreisen seit mehreren Wochen, ja schon seit der Palästina-Reise Kaiser Wilhelms, dass mau in Deutschland mit der Erwerbung von Land um Haifa sich beschäftige. Doch hat diese Action nichts mit der von uns gemeldeten zu thun. Wir können die Richtigkeit der Meldung, dass in der Nähe des Hafens von Caesarea eine deutsche Kohlenstatiou errichtet wird, unbedingt aufrecht halten. Die Nachricht stammt aus einer social und ökonomisch s o h v ch stehenden Q n e l l e und ist so absolut interesselos ansgegeben worden, dass ihre Wahrheit nicht bezweifelt werden kann, selbst wenn sie in Anbetracht der völlig geheim geführten Verhandlung, sowie einiger begleitender Umstände, deren Besprechung sich der O e f f e n t l i ch k e i t entzieht, dementiert werden sollte. Das galizische Judenelead. Von Dr. D. Neumark. II. Ihrem, auch von anderer berufener Seite (vom Präsidenten einer über ganz Oesterreich verzweigten jüdischen Vereinigung) geäußerten Wunsche entsprechend, will ich noch einiges zu den positiven Vorschlägen bemerken, die seit einiger Zeit Gegenstand der öffentlichen Discussion sind. Vor allem muss an dem bereits angedeuteten Grundsätze festgehälten iverden : Es gibt kei n A llh e i l m i t te l. Allheilmittel pflegen im besten Falle nur die Symptome zu treffen, hier kann es sich aber nur darum handeln, die Krankheit an ihren zahlreichen Herden zu bekämpfen. Allen Ursachen d e s E l e n d s muss g l e i ch z e i t i g in entsprechender Weise gesteuert werden. In einer anderen hebräischen Wochenschrift habe ich innere Colonisation vorgeschlagen. Dieser Vorschlag ist inzwischen auch von nichtjüdischer (vom polnischen Abgeordneten Dr. Lewicki im „Wiener Tagblatt") gemacht worden. Diesem Vorschläge wurde von jüdischer Seite (im Jargon-Blatte „Haiwri"-Lemberg) in Paranthese die Frage zugeschleudert: „wet men losen?" (wird man es zulassen?) Wie ich es doch gleich wusste! Diesem Einwurfe suchte ich eben zu begegnen. Wenn man an das Gezeter der polnischen Presse in der Podhajce-Affaire denkt, scheint diese Frage nicht so unberechtigt zn sein. Aber, Du lieber Himmel, wollten wir nur das thnn, womit die polnische Presse einverstanden wäre, dann wäre die galizisiche Judenfrage bald gelöst: Man müsste bloß der Negierllng das Versprechen abnehmen, von Ausnahme- Zustand und Standrecht in Galizien keinen Gebrauch zu machen. Es ist dann leicht zu errathen, wie die Herrschaften die Lösung der Judenfrage „arrangieren" würden. In diesen, Falle dürften sich vielleicht sogar die wohlversteckten und doch gut gekannten Regisseure entschließen, ihr „uneigennütziges Wirken im Verborgenen" aufzugeben und hübsch thatkräftig miteinzngreifen. — Was soll denn diese Frage für einen Sinn haben, ob man es gestatten wird! Wenn einem jüdischen Großgrundbesitzer (und es gibt deren in Galizien an 400) ein Gut zum Kaufe angeboten wird, pflegt er doch nie darum zn fragen, ob es der polnischen Presse genehm ist, sondern einzig und allein nach dem Preise und der Preiswürdigkeit. Diese Sorge, ob man in Galizien zu einer etwaigen inneren Colvnisation Land bekommen wird, darf man getrost als die letzte betrachten. „Für Geld und gute Worte" ist in Galizien zum Landkanfe, sowohl ans jüdischen wie nichtjüdischen Händen, Gelegenheit genug geboten. Im übrigen ist bereits oben angedeutet, dass die in erster Reihe Beritfenen und zum Eingreifen Verpflichteten die reichen Inden Galiziens selber sind. Es müsste auch eine der ersten vorbereitenden Action en sein: Eine Cvnferenz der indischen Neichen Galiziens (etwa in Lemberg) einzuberufen, die nebst der G e l d - S n b s c r i p t i v n eine Delegation aus ihrer Mitte in ein gemeinsames, ans den Vertretern genannter Vereinigungen zusammengesetztes Hilfscvmite (am liebsten eine für Jahre hinaus per m a n e n t e, wohl organisierte Vereinigung) entsendet. Und sollte dann wirklich der Landkauf Schwierigkeiten bereiten, dann kann ja dieses Problem mit Hilfe der jüdische» Großgrundbesitzer leicht gelöst lverden.