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Jüdisches Volksblatt · 1899-03-03 · 3 (3.3.1899) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1899)
Issue
3 (3.3.1899)
Date
1899-03-03
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 1 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 3. März 1899 Nr. 3 der Verarmung Galiziens in der geringeren Sterblichkeit der galizischen Indenschaft, resultierend aus dem sittlicheren Lebenswandel und größeren Enthaltsamkeit derselben. Dieser These zufolge rechnet man den Inden diejenigen Eigenschaften als Verbrechen an, welche man bei anderen Stationen als höchste Errungenschaften bewundert. Ausland H. Zürich. (Unlauterer Wettbewerb.) Unter dieser Spitzmarke kommt uns folgende Anregung zu, der wir gerne Raum geben. Im Kampfe gegen die Inden ist der Antisemitismus bekanntlich nicht wählerisch. Er sucht sich seine Opfer ans allen Clässen, und „wer sucht, der findet", lautet ja das bekannte und in der Regel zutreffende Wort. In verschiedenen Großstädten Deutschlands wie in den Provinzialstädten Frankreichs richten die arischen Kauflente ihre Bemühungen dahin, d^i jüdischen Warenhäusern das Leben so sauer wie möglich zu machen, indem sie die Negierung zu veranlassen suchen, eine Warenhausstener zu creieren, die, auf dem Proportionalsystem basierend, namentlich die großen Geschäfte trifft. In Frankreich hilft sich der Mob auch dadurch, den jüdischen Händlern die Fenster einzuwerfen, wie jüngst in Algier, in Rouen, Dijon, Vesonl und anderen östlichen Städten und die Bazarsteuer dann aus dem „großen Portemonnaie" bezahlen zu lassen. In Oesterreich hingegen macht man den Hausierern das Leben sauer, wie — darüber brauchen wir uns nicht weiter zu äußern, da die Leser über die Nvthlage dieser bedauerswertesten Classe unter unseren Glaubensgenossen mehr wie genügend informiert sind. In allen diesen Ländern aber existieren die sogenannten Beamtenvereine, Consum-Genossenschaften großen Stiles, die gerade dem Kleinhandel den größten Schaden zufngen; sie besonders zu besteuern, daran denkt niemand, und doch verkaufen sie nicht nnr ihren Mitgliedern, sondern jedem, der ihre Ware verlangt. U n d diese C o s u m v e r e i n e sind ausschließlich i u Händen von Nichtjuden. Vor etwas mehr als 2 Jahren constituierte sich in Zürich ein „Verein gegen unlauteres Geschäftsgebaren", der es sich zur Aufgabe gestellt hatte, den immer mehr überhandnehmenden Ausverkäufen und der Etablierung großer — namentlich jüdischer — Warenhäuser entgegenzutreten. In dem Vereine waren sowohl jüdische wie nichtjüdische Firmen vertreten, und jene stimmten geschlossen mit letzeren für die in Aussicht genommenen Anträge an die zuständige Behörde, die in der Hauptsache auf eine Besteuerung hinzielten, eventuell sogar auf eine Untersagung des Ansveckaufes, falls nämlich der betreffende „Ausverkäufer" nicht mindestens drei Monate am Platze etabliert war. Bewilligte die Behörde den „Ausverkauf" trotzdem, so wurde derselbe als „Wanderlager" bis zu 500 Francs per Monat besteuert, dem einzelne Städte noch eine besondere Communalsteuer beigesellten. Fast alle übrigen Schweizer Cantone folgten dem gegebenen Beispiele. Nun aber kamen auch bei verschiedenen uichtjüdischen Firmen solche Ausverkäufe vor, sogenannte „Saison-Ausverkäufe", und diese waren der Ansicht, dass ihnen solche gestattet werden miissten auch ohne Zahlung der Extrasteuer, ja, sogar ohne die besondere Erlaubnis. Doch die Züricher Polizeibehörde meinte, dass das Gesetz für alle gleich sei und decretierte: „Steuer zahlen, oder die Inserate in den Tagesblättern sowie die Affichen unterlassen." Da war denn guter Rath theuer. So war's nicht gemeint. Flugs wurde der Verein zu einer außerordentlichen Versammlung zusammenberufen, und — um es kurz zu sagen — infolge der sehr erregten Debatten nahmen die jüdischen Mitglieder ihren Austritt. Man wendete sich an die Oberbehörde, um einen günstigeren Entscheid zu erreichen. Aber der Statthalter, ein ebenso humaner wie jovialer und schlauer Herr, dem die armen dort angesiedelten russischen und österreichischen Juden schon manche Gefälligkeit verdankten, dachte anders. Er meinte, dass der christliche Ausverkauf genau so viel wert sei wie der nichtchristliche, und dass das Gesetz, das er nnr mit Widerstreben dem Justizdirector zur Annahme empfohlen, für alle gleich sei. Also: entweder Ausverkauf- oder Mandatslager-Erlaubnis, oder — keines; oder — und das war das Bittere dabei — zehnfache Strafe mit eventueller Schließung des Verkaufsmagazins. — Man kann über die Opportunität der Ausverkäufe oder der Besteuerung gewisser Geschäfte verschiedener Meinung sein. Aber das eine sollte mit allen Mitteln erstrebt werden — und dazu mnss der „Jüdische Volksverein" das Seiuige beitragen: Einerlei Maß siir alle Handeltreibenden und alle C l a s s e u. Was von antisemitischer Seite verlangt wird, ob in Frankreich, Oesterreich, Deutschland oder in der Schweiz, kennzeichnet sich als das, was sie den jüdischen Kausleuten vorwirft: Unlauterer Wettbewerb! (In einer Ansprache,) die der Herzog von Orleans in San Remo an die Abgesandten der royalistischen Gruppe von Südfrankreich gerichtet hat, erklärte derselbe unter Hinweis ans den Dreyfus-Handel, er sei ein Gegner von religiösen und Rassenverfolgungen, aber gleichwohl entschlossen, den französischen Nationalgeist, sobald er zur Macht komme, zu schützen. Ja, es gebe eine Jndenfrage, deren Ursachen von dem Tage an stammten, tvo das Grundeigenthum in ganz ungleichartigem Verhältnisse durch das bewegliche Vermögen überholt worden sei. Aus diesem Stande der Dinge zögen diejenigen Nutzen, welche keine Anhänglichkeit an den Boden kennen. Banken seien gegründet worden, um der jiidischen Macht Widerstand zu leisten, aber das habe diese nicht gestatten wollen. Das sei eine Ungeschicklichkeit gewesen, denn die Abschlachtung der Union Generale bedeute den Anfang der Jndenfrage. (Der antisemitische „Libre Parole“) verlangt, dass die Leiche Felix Faures von den Gerichtsärzten geöffnet werde. Sein plötzlicher Tod habe zu den seltsamsten Gerüchten Anlass gegeben; von vielen Seiten höre man die Ueberzeugung aussprechen, dass die Aerzte mit ihrer Diagnose „Gehirnschlag" irgendein Geheimnis verbergen wollen. Zum Schlüsse deutet das Blatt Drumonts ziemlich unverhüllt an, dass der verstorbene Präsident der Republik irgendeinem dreyfusistischen Anschläge znm Opfer gefallen sei. Diese krankhafte Veranlagung der Antisemiten in Frankreich, auf diese verbrecherische Art Beunruhigung unter die Massen zu bringen, soll als ein wesentliches Kampfmittel dieser Partei auch in anderen Ländern bekannt sein. Warschau. (Die heilige Synode und das Judenthnm.) Der Warschauer officielle „Dniewnik“ berichtet aus Petersburg: „Die heilige Synode arbeitet darauf hin, ein neues Gesetz durchzubringen, laut welchem „den Inden verboten sein soll, die christlichen F e stt a g e, wie überhaupt alle auf die Religion bezughabenden Tage der Erinnerungen oder Andeutungen auf die christliche Religion mitzufeiern." Staunenswert 1 Die russische Regierung will also die Juden verhalten, oder gar zwingen, Juden zu sein; das was der Jude aus innerem Herzensdrang, aus Ehre und Anstandsgefühl von selbst thun müsste, muss ihm von einer fremden Religion anfgezwuugen werden, die russische Synode muss die Interessen der jüdischen Religion wahren!! Es wäre denn doch schon an der Zeit, dass der Jude zu der ileberzengung gelange: Wieviel Schmach, Erniedrigung, wieviel Selbstentmannung in der Thatsache liegt, die eigenen Feier- und Festtage, welche solch erhebende und heroische Momente der jüdischen Geschichte darstellen, zu vernachlässigen, und Feiertage fremder Culten, die ihm nur Blut und Thränen gekostet, Jammer und Elend gebracht, Hochhalten zu wollen. Soll wirklich Russland unser Lehrer in Religion werden?? (Der „Odeski Liftok") berichtet, dass die griechischorthodoxen Bäcker der Stadt Odessa an den Metropoliten Justin ein Gesuch gerichtet haben, man möge den jüdischen Bäckern das Backen und Verkaufen der sogenannten christlichen Osterfladen verbieten, da es unpassend sei, solche von Juden hergestellte Osterbrote im christlichen Ritus zu verwenden. Der Metropolit habe dieses Gesuch als zeitgemäß für richtig befunden und wendete sich an den Gouverneur Grafen S ch u w a l o f f, um ein Verbot in diesem Sinne zu erwirken. (Judenverfolgungen in Preußen.) Aus Königsberg (Preußen) wird uns berichtet: Die Ausweisung russischpolnischer Juden wird mit äußerster Strenge ins Werk gesetzt. Selbst diejenigen, welche seit Jahren dort zu wohnen das Recht haben, müssen ihre Frauen und Kinder abschicken; den noch Unverheirateten wurde das Eingehen einer Ehe strengstens untersagt. Einige Männer, welche dies Verbot nicht beachteten und Ehen schlossen, erhielten die strenge Weisung, sofort die Stadt zu verlassen. Im Sommer des Vorjahres wurden sämmtliche fremde Juden auf das Commissariat vorgeladen, wo ihnen ein höherer Befehl vorgelesen wurde, dass alljährlich am 15. März jeder dieser Inden bei strenger Strafe verhalten sei, ein Bittgesuch einzureichen, auf dass ihm gestattet werde, ein weiteres Jahr sich dort aufzuhalten, von der Regierung werde es dann abhängen, ob ihm diese Erlaubnis gewährt werde oder nicht. (Schließung der P a l ä st i n a - A u s st e l l u n g.) Tie Feierlichkeit wurde in würdiger Weise bei Anwesenheit eines geladenen Publikums vollzogen. Es waren die beiden Gemeinde-Rabbiner, Herren Dr. M. Horowitz und Dr. I. Plant, sowie Vertreter der beiden jüdischen Gemeinden zu sehen. Herr Wirloch, Präsident des Ausstellungs-Cvmites, erstattete folgenden Bericht: Wenn auch die Erfolge hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben sind, so haben wir. doch schöne Erfolge aufznweisen. Im Fogros wurden im Monate December 1438, Jänner 1276, Februar 3845 Flaschen Wein, das Hauptprodnct, das zur Ausstellung gelangte, verkauft. Der Detailverkauf erzielte folgende Resultate: December 2250, Jänner 1370, Februar 900 Flaschen. Frau Baronin v. Rothschild kaufte 1000 Flaschen im Werte von circa 1885 Mark an. Herr Perls, Geschäftsleiter der Palästina-Jmport-Gesellschaft, bewerkstelligte noch in den letzten Tagen die Abschließung eines Geschäftes auf 2000 Flaschen im Werte von 3800 bis 4000 Mark. Diese Ausstellung hatte Einnahmen 2500 Mark, so dass ein Deficit von 3000 bis 4000 Mark verbleibt, das man aber noch auszngleichen hofft. Die Ausstellung hatte den Zweck, die Eolonien und ihre Producte hier bekanntzumachen und dem „Esra"-Vereine Propaganda zu machen. Dieser Verein beabsichtigt, in kürzester Zeit ein Landgut um den Kaufpreis von 12.000 Francs zu erwerben. B. (Die Juden in Jamaika.) Der „Gleaner“ gibt interessante Aufschlüsse über die älteste Anwesenheit von Juden auf jener Autilleninsel. In einem kleinen Dorfe, Lacovia, das einst bessere Tage gesehen, entdeckte man einen jüdischen Friedhof, dessen Alter mindestens 150 Jahre alt ist. Er liegt an der Hauptstraße von Santa Cruz zum Schwarzen Flusse. Obgleich selbst alte Leute niemals von der Anwesenheit jüdischer Familien in jener Gegend gehört haben wollen, muss doch eine große jüdische Bevölkerung einst dort gelebt haben. Gräber wie Grabsteine sind gut erhalten. Mau hat Ursache, anzunehmen, dass der entdeckte Friedhof anfgeschüttetes Terrain ist und dass darunter sich weitere Gräber vorfinden. Es fehlen nämlich für einen Zeitraum von 55 Jahren die Grabsteine, und es ist weder anzunehmen, dass während dieser Zeit keine Inden dort gestorben sein sollten, noch dass die Steine zu profanen Bauten benützt ivurden. Die älteste jüdische Niederlassung in Jamaika datiert vom Jahre 1508, also kurz nach der Entdeckung Amerikas durch Colnmbus. Im Jahre 1603 kamen mit dem britischen Kriegsschiffe ,,Great Guest“ sechs Juden nach der Insel, wahrscheinlich Kaufleute, denn aus alteu Urkunden ergibt sich, dass das Schiff eine reiche Ladung Handelsgüter an Bord hatte. Der jüdische Unterricht an den Schulen Mährens. Vor nicht allzu langer Zeit hat der Beschluss der Wiener israelitischen Cultusgemeinde, sich behufs Verfassung eines hebräischen Lehrbuches für den jüdischen Religionsunterricht au einen hervorragenden Breslauer Gelehrten zu wenden, ziemliches Aufsehen gemacht. Dieser Entschluss ließ vermuthen, dass die gegenwärtige Methode des Unterrichtes im Hebräischen nicht die richtige ist, dass die jüdischen Kinder in der Schule nicht jene Erfolge aufwieseu, welche der ethischen Bedeutung des Gegenstandes angemessen erscheint. Nun wird jeder aufrichtige Freund der hebräischen Sprache diese Reformen auf das Sympathischeste begrüßen, wenn dieselben den verschiedenen Bedürfnissen der einzelnen Kronländer angepasst werden. Ganz besrnders aber Mähren, diese Pflanzstätte jüdischer Bildung, verdient eine eingehende, ganz besondere Würdigung. Der hebräische Leseunterricht wird bisnun ohne Rücksicht auf den deutschen Leseunterricht ertheilt und umgekehrt. Die meisten hebräischen Fibeln bringen zuerst sämmtliche Vocale und gesondert hiervon mehrere Buchstaben auf einmal, andere hingegen fangen mit einem oder zwei beliebigen Buchstaben in Verbindung mit einem oder zwei Vocalen an und schreiten so bis zum Alphabete vor. Vor 1869 wurden die Kinder zu 5 Jahren und auch früher in die Chedarim geschickt, um „dawenen" zu lernen. Da konnte jede beliebige Methode augewendet werden, weil die Kinder in diesem Alter sonst nichts gelernt hatten, und schließlich führen alle Wege, ob kurz oder lang, doch ans Ziel. Anders ist es seit 1869 geworden, lieber die Chedarim ist längst Gras gewachsen, da jedes Kind mit dem vollendeten 6. Lebensjahre am allgemeinen Unterrichte theilnehmen muss. Durch Beibehaltung obiger Methoden (Fibeln) litt nun nicht allein der hebräische, sondern auch der deutsche Leseunterricht. Aus diesem Grunde erscheint es nothwendig, dass eine Fibel benützt werde, welche sich in der Methode und dem Lehrgänge nach der gegenwärtig in Verwendung stehenden deutschen Fibel richtet. Der hebräische Sprachunterricht darf nicht aus einem mechanischen, gedankenlosen Uebersetzen des Pentateuch bestehen. Vor drei Jahrzenten wurde in den Chedarim, nachdem wenigstens das 1. und 2. Buch Moses durchgenommen wurde, „Raschi", ein Commentar zum Pentateuch, übersetzt, weil man damit ein Verständnis des letzteren beabsichtigte. Dies war jedoch ein neuer Haken, weil diese „Erklärung" einer anderen Erklärung bedurfte. Soll demnach der hebräische Sprachunterricht zweckmäßig betrieben werden, so müssen Erklärungen gegeben werden, welche dem Fassungsvermögen der Kinder angepasst sind; daneben können auch in den oberen Elasten grammatische Uebungen betrieben werden. Was den Religionsunterricht betrifft, so erfordert die Behandlung dieses Gegenstandes in: allgemeinen eine ganz besondere Sorgfalt. Stand in früheren Jahren die Erziehung und das Leben des Juden ganz unter dem Einflüsse der Religion, so ist gegenwärtig das Elternhaus den religiösen Dingen gegenüber sehr oft indifferent. Die Bethätigung des religiösen Lebens ist bei vielen Kindern fast ausschließlich auf die Schule, und zwar während des hebräischen und Religionsunterrichtes hingewiesen. Der Lehrer der Religion muss deshalb seine Aufgabe voll und ganz erfassen, denn in seiner Hand ist es nunmehr, wahrhafte und für das Judenthum begeisterte Angehörige zu erziehen! Es soll bei dem Unterrichte darauf Bedacht genommen werden, denselben nicht vom rein dogmatischen Standpunkte zu leiten. Er soll vielmehr das Ziel im Auge haben, durch das Verständnis unserer ethischen und socialen Gesetze, durch genaue Kenntnis unserer Geschichte im Zusammenhänge und im Vergleiche mit der Culturentwickluug der g e s a m m t e n Menschheit ein starkes Nationalitätsgefühl und aufrichtige Liebe zur jüdischen Lehre und zum jüdischen Volke zu erwecken. Der Religionsunterricht selbst soll nicht etwa katechisierend sein, sondern er muss-an der Hand des Pentateuch betrieben werden! Nebstdem muss ein Lehrbuch benützt werden, rvelches, gleich den besten deutschen Lese- und Geschichtsbüchern, in interessierender, Begeisterung erweckender Form vor allem die nachbiblische Geschichte unseres Volkes bis auf die Gegenwart behandelt. Hervorgehoben muss die Gegenwart werden. Dem herauszugebenden Lehrbuche seien kurze Lebensgeschreibungeu jüdischer Helden, Künstler und Gelehrten der Vergangenheit und der Jetztzeit beigegebeu. Dieses Lehrbuch diene als Lectüre zur Anregung und Belehrung für Haus und Schule. Dem Lehrer bliebe es überlassen, beim Religionsunterrichte diesen Stoff zu verwerten. Welche Wege sollen nun eingeschlagen werden, um nach angedeuteter Weise wenigstens für Mähren Wandel zu schaffen? Zunächst sei derLandesmassafonds in Brünn ins Auge zu fassen. Aus den Mitteln desselben sotten folgende Einrichtungen geschaffen werden: A) Prämien, B) Conferenzeu, C) eine Bibliothek, D) Unterstützungen hilfsbedürftiger Lehrer. h) Die Prämien sollen für diejenigen Lehrer bestimmt rverden, welche in der bezeichneten Weise Lehrbücher dieser Art herausgebeu.

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