Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1899)
- Issue
- 2 (24.2.1899)
- Date
- 1899-02-24
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2432763-2432764-2432766--0013-2433513- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seil« 2 Wien, Kreilag Jüdisches Volksbieti 24. Februar 1899 ftk V { CyniSmus und mit Heuchelei dahin beantwortet wurden, dass der Stadtrath seine Beschlüsse unmotiviert fasse; die schärfsten Interpellationen wurden auf diese Weise begraben. Weniger bekannt, aber umso interessanter werden diese echt christlichsocialen Frechheiten im Lichte der Zahlen erstrahlen. Die Daten, die hier zur Illustration folgen, sprechen mehr als alles für die empörende Ungerechtigkeit, die unter dem Mantel christlicher Nächstenliebe Werke boshaftester Roheit verübt. Von 96 jüdischen Lehrern und Lehrerinnen, welche in den Wiener Volksschulen thätig sind, sind 0 provisorische Unterlehrer und 20 „ Unterlehrerinnen nüt 10, 9. 8, 7, 6, 5 und 4 Dienstjahren, von denen alle das Lehrbefähigungszeugnis für die Volksschulen mtb damit ein Recht auf eine definitive Lehrerstelle haben; von diesen 29 Lehrkräften besitzen 3 überdies noch die Lehrbefähigung für Bürgerschulen in eine der drei Fachgruppen. Ferner sind 4 definitive Unterlehrer und 5 „ Unterlehreriunen mit 17, 14, 13, 12, 11, 10, 9 und 8 Dienstjahren, von welchen 2 Personen die Lehrbefähigung für Bürgerschulen besitzen, eine hiervon seit 6, sage sechs Jahren, ferner eine Lehrkraft, welche seit drei Jahren nebst ihrer volle«Lehrverpflichtung den Unterricht der geistig schwachen Kinder vollständig unentgeltlich leitet. Wir sehen also, dass von 96 Lehrkräften 38 Personen, also 36’5% der gesammten jüdischen Lehrerschaft, trotzdem sie zur vollkommenen Zufriedenheit der Schulleiter und Jnspectoren ihren Dienst versehen, bei Bef (jungen, Vorrückungen in höhere Gehaltsstufen, seit mehr als 3 "Jahren principiell übergangen werden. Die jüdische Lehrerschaft kann dagegen nichts unternehmen, denn sie ist machtlos und steht den frechen Gesetzesbeugungen umso ohnmächtiger gegenüber, als sie, der Denunciation leichter ausgesetzt, auch leichter in der schon bekundeten brutalen Weise ihres Amtes enthoben werden kann. Nun ist aber noch ein Factor hier, der durch seine Befugnisse in erster Linie die Pflicht hat, zumindest auf diesem Gebiete den Niederträchtigkeiten der christlich-socialen Machthaber entgegenzulretcn. Die israelitische Cultusgemeinde in Wien und deren Vertreter im Landcsschülrathe sind berufen, dle vitalsten Interessen der jüdischen Lehrerschaft zu schützen, ihr natürlichstes Recht auf Gleichberechtigung — eine der schwankendsten unserer Staatssäulen — zu wahren. Doch auf welche Weise dies geschieht, darüber mögen folgende Thatsachen Aufschluss geben: Nach dem § 48 der Novelle zum Reichsvolksschulgesetze vom Jahre 1882 ist die Zugänglichkeit zum Amte eines Schulleiters durch die Bestimmung beschränkt, dass als verantwortliche Schulleiter nur solche Lehrpersonen bestellt werden können, welche die Befähigung zum Religionsunterrichte jenes Glaubensbekenntnisses Nachweisen, welchem die Mehrheit der Schüler der betreffenden Schule nach dem Durchschnitte der vorausgegangenen füni Schuljahre angehört. Diese Gesetzesstelle, die seinerzeit nach einer bewegten, hochinteressanten und belehrenden Specialdebatte mit nur drei Stimmen Majorität angenommen wurde, bildet heute das vielleicht einzige Refugium für uns Juden, gegen die übergroße Parteilichkeit der antisemitischen Clique. Nun wurde im Vorjahre die Directorstelle an der Mädchenbürgerschule im II. Bezirke, Sperlgasse Nr. 2 vacant, und sie gebürte nach dem eben cilierten Gesetze einem Juden. Der Bezirksschulrath aber verletzte das Gesetz und erwähnte nichts von der Befähigung für den Religionsunterricht. Der Stadtrath in seiner bekannteil parteiischen Weise acceptierte diese Gesetzesverletzung und besetzte die Stelle mit einem Katholiken. Man sollte meinen, dass die israelitische Cultusgemeinde sofort dagegen in energischer Weise recurriert hätte; die Vertreterschaft des Judenthums in Wien aber ließ es darauf aukommen, durch ein christliches. freisinniges Blatt die „Freie Lehr erst im nie" (Nr. 17 vom 21. Äugust 1898) an ihre Wicht sich mahnen zu lassen. Nun erst wurde recurriert; die Sache gieng an den Landesschnlrath. Dem Vertreter der wiener Cultusgemeinde im Landesschulrathe beliebte es, auf folgende merkwürdige Art den „Conflict beizulegen": Er verzichtete auf das g esetzliche Recht unter der Bedingung, dass in der Ausschreibung dieser Vacanz überhaupt keine C o n f e s s i o n genannt werde. Wie will der Vertreter unserer Interessen im Landesschulrathe dieses Vorgehen entschuldigen? Die Antwort auf diese Frage lvird eventriell das jüdische Volk fordern. Ein ztveiter Fall der gleichen Art trug sich an der Volksschule I!., Czerninplatz 3 zu, woselbst eine Oberlehrerstelle zur Ausschreibung gelangte. Auch hier hat der Bezirksschulrath von der Forderung des Nachweises des Glaubensbekenntnisses abgesehen. Die Motivierung, dass der Durchschnitt der letzten fünf Jahre nicht ganz genau die absolute Majorität der Schüler einer und derselben Confession (der jüdischen) ergebe, ist nur scheinbar möglich geworden durch eine unglaublich hinterlistige Eintheilungs - Geometrie. Bisher waren 4/s der Schülerinnen — es handelt sich um eine Mädchenschule — jüdischer Confession. Vor Ausschreibung des Concurses wurde plötzlich eine ganz unfassbare Rayons-Eintheilung vorgenommen. Da die Volksschulen das Material für die Bürgerschule abgeben, wurden diesem Rayone nur solche Volksschulen zugetheilt, deren Schüler in der Majorität christlichen Glaubens waren. Statt nun gegen dieses Husarenstückchen des Ortsschulrathes gleich zu remonstrieren, wie dies Pflicht gewesen wäre, bedurfte es wiederum desAnstoßes d e r „F r e i e n L e h r e r st i m nt t" (Nr. 23 vom 12.November 1898), welche in satirischer Weise nuferen Cultusvorstand aus seiner beschaulichenRuhe a u f st ö r t e. Der Recurs ist derzeit bei dem Landesschulrathe noch anhängig; wir werden diese Angelegenheit nicht aus dem Auge verlieren und erwarten von dem Vertreter der Cultusbebörde im Landesschulrathe, dass er zur Wahrung des Gesetzes im Nothfalle kein Mittel unversucht lasse. Wenn diese Verstöße sich bei unserem Atuvalte ereignen, darf es uns nicht wundernehmen, wenn unsere Gegner rastlos am Werke sind, den jüdischen Lehrer um sein gutes Recht zu h i n t e r g e h e u. Bei den letzten Lehrer-Ernennungen im Februar 1899 wurden die jüdischen Unterlehrer und Unterlehrerinnen mit 17, 14, 13, 12 bis herab auf 7 Dienstjahre wieder »übersehen" oder „kamen nicht in Betracht", wie sich der Stadtrathsreferent bezüglich des tieftragischen Endes des wackeren Wiener Lehrer-Kämpfers Peyrl clasiisch ausdrückte; seit drei Jahren wird überhaupt kein jüdischer U n t e r l e h r e r, auch n u r p r o v i so ri sch, a n g este l lt. Die jüdischen Eltern aber haben das größte Interesse daran, zu wissen und darüber beruhigt zu sein, von welchen Menschen ihre Kinder unterrichtet und erzogen werden. Wenn die Bedingungen, welche unser Bolksschulgesetz ausdrücklich anerkennt, von pflichtvergessenen Machthabern ignoriert werden, dann müssen die jüdischen Eltern i m e i g e n e n Interesse es als ihre heiligste Pflicht erachten, die hart geprüften Glaubensgenossen im Lehrerstande in ihrem schwerem Kampfe um die Existenz und Gerechtigkeit thatkräftig zu unterstützen. Zum Wohle ihrer eigenen Kinder mögen alle jüdischen Eltern diesen warmen Appell würdigen. Praeceptor. Notizen. Der Wiener Gemeinderath hat für die Er bauung von Kirchen zwei Millionen Gulden bewilligt. Dagegen ist natürlich an sich nichts einzuwenden. Es steht nur die Frage offen, ob die Commune Wien sich vielleicht nicht ebenso, aber doch ein wenig freigiebig und ebeNfs religiös empfindend, einer anderen Confession gegenüber zeigen würde. Die zwei Millionen Gulden, welche tue Commune für die Erbauung katholischer Kirchen beVilllztr, stammen^ ebenso aus den Taschen katholischer, wie protestantischer oder jüdischer Steuerzahler. Es hat also jede Confession das Recht, dass bei der Erbauung don GotteA-- bäusern im allgemeinen auch sie mit dem ihr entsprechenden Percentsatze bedacht werde. Das ist der natürliche, rein sachliche Standpunkt, der speciell für uns Juden eine besondere Bedeutung hat. Bei keiner Confession ist der Mangel an Gotteshäusern so groß und empsttzdlich, wie gerade bei uns. Die Cultnsgememde, die aus ihrem ewigen Deficit nicht herauskötntztt, steht der Lösung dieser Frage ohnmächtig gegenüber, sie ist kaum imstande und niemals recht gewillt, die Tempel, welche sich die Juden der einzelnen Vororte aus eigeflen Mitteln erbautett, ausgiebig zu unterstützen. Nun w^ire endlich Gelegenheit, dieser Misere wenigstens theilweise ein Ende zu machen. Ein guter Theil des Geldes, mit dem nunmehr katholische Gotteshäuser erbaut werden sollen, ist äüch jüdisches Geld. Wer mag uns das Recht absprechen. laut und eindringlich von der Commune auch einen Beitrag für die Erbauung unserer Gotteshäuser zu fordern. Zeher rechtlich denkende und vor allem jeder religiös empfindende Mensch muss dieser Forderung zustimmen. Nun denn! Die Wiener Juden werden in Kürze diesen Standpunkt präcisieren und ihr gutes Recht würdig, aber energisch fordern. Es wird sich zeigen, inwieweit man an den maßgebenden Stellen bereit ist, diesen berechtigten Ansprüchen entgegenzukommen. Noch ein Vorgang darf dabei nicht unerwähnt bleiben. Die Wiener jüdischen Gemeinderäthe haben bei der Abstimmung über die 2 Millionen Anleihen, statt diesen klar gezeichneten Weg zu gehen und unter Vorbehalt deS gleichen Rechtes f tt r die Bewilligung zu stimmen, sich gänzlich der Stimmenabgabe enthalten, mit Ausnahme eines einzigen, der in selbständiger Perblendungspolitik dagegen stimmte. Die Haltung dieser Gemeinderäthe ist umso unbegreiflicher, als eine kürze Ueberlegung ihnen sagen musste, dass dieser Standpunkt wieder nur einen neuen Anlass zur alten Lüge gehen, könne, die Juden ständen jeder anderen Confession feind - selig gegenüber. Auch sie werden bald Gelegenheit haheiy ihre Haltung der Oeffentlichkeit gegenüber zu rechtfertigem Das „Jüdische Bolksblatt" gibt heute sejn§ - zweite Nummer heraus. Die erste Nummer hat ihre Wirkung vollauf gethan. Es gibt in ganz Wien kein öffentliches Loc^ in der ganzen Monarchie keinen namhaften Ort, in dem. das. „Jüdische Volksblatt" nicht besprochen wurde. Auch die Gegner haben gesprochen. Vorerst die jüdischen Antisemiten, die sich M gute Juden ausgegeben und, vielleicht mit den Daumen an der Weste, klagend „nur nicht jüdisch" ausrufen. Sodann sestrstredend die antisemitische Presse, allen voran der „Kikerikz".: Es wird uns aber kein denkender Mensch zumuthen, dass^zvikuns mit dem geschriebenen Unrath in diesem vornehmsten aller antisemischen Organe besudeln; seine Beschimpfungen sind , stets. Auszeichnungen für uns. Etwas ernster im Tone, aber naheztp ebenso dumm ist ein Artikel im „Grazer Tagblatt", der bei Besprechung unseres Leitaufsatzes meint, „offenbar wollen sich die Juden also noch mehr von den christlichen. Nationen, , in deren Nähe sie wohnen, confessionell und national absondern", da weiß man wohl nicht, vb man über diese Dummheit des radical-deutschen Blattes lachen oder sichJvundern soll. Auch Herr Pater Auracher hat wohl nicht in gehässiger, doch sehr bornierter Weise unseren Leitartikel ip einer Versammlung der Michael-Bruderschaft einer Betrachtung, unterzogen. Er ruft alle feine Thenren an, zu bedenken,, Erhandelt sich nicht mehr um Oesterreich und Ungarn, nicht.ckehtz weg — eine neue Blutwelle steigt ihr ins Gesicht, dann tvird sie blass.. . „Adieu!" knirscht sie. Er aber trippelt ahnungslos von dannen. HI. Berlin, Theater des Westens. Es ist große Pause. Ich wandte im Foyer. Vor mir ein Herr und zwei Damen. Die Brillanten glitzern nur so. „Wo ließen Sie denn heute den Commercienrath?" fragte der Herr die eine Dame. „Ach, fragen Sie mal gar nicht! Ich ärgere mich genug. Zur Sitzung musste er." „Sitzung?" „Nun" — ihre Stimme sank zum Flüstern hinab — „Cultusrath." „Wozu er da eigentlich mitthut, konnte ich nie recht begreifen", meinte der Herr mit breitem Lächeln. „Ich will doch annehmen, dass er Freigeist ist.." In diesem Augenblicke gereute mich mein eigenes Freidenkerthum. „Selbstverständlich!" erwiderte die Frau Commercienrath. „Aber, mein Gott, was soll man thun? Er gehört nun einmal zur Gemeinde, und wenn er getvählt wird.." „Run ja, nun freilich... Es gehört aber wirklich auch viel Aufopferung hiezu. Das viele Bettelvolk z. B." „Ach ja, was da oft für Leute kommen! Ich sage Ihnen: Man muss sich nur vor der Dienerschaft schämen. Und obendrein will das Pack partout nur die Herrschaftsstiege benützen..." „Rein, das ließe ich mir nicht gefallen," — betheuerte die andere Dame..Doch mir fällt gerade ein: Haben Sie schon Ihre Weihnachtseinkäufe besorgt?" „Ganz natürlich'. Ich bin auch sehr zufrieden. Meine Leute werden sehr hübsche Sachen unter dem Weihnachtsdaume finden.... Es klingelt.... O, ahnungslose Gemeinde! IV. Lemberg, im Judenviertel. Ich soll ihm Grüße überbringen. Nach 11 Uhr kommt er aus dem Bethause. Ich brauche mich nicht zu beeilen. Ich gehe langsam durch die sabbath-feierlichen Straßen. Die Leute, die mir entgegenkommen, sehen mich neugierig an und ich sehe sie an. Seltsame Gestalten: Patriarchen, Propheten, Apostel, Schwärmer, Denker.Spitzbuben, Idioten, in langen Atlasgewändern mit merkwürdigen Pelzmützen auf dem Kopfe. Und fast alle die Gewänder und Mützen schlissig und abgeriffen, fast alle die Gesichter leidend, bleich, entstellt. Hie und da ein Fettauge auf dieser Elendsuppe.... Nun bin ich am Ziele. Das Haus sticht von den umstehenden ab. ist neuerbaut und einigermaßen neumodisch, sein Haus. Ich muss auf ihn warten, er ist sammt Frau noch im Bethause. Forschend blicke ich um mich: Acht pausbäckige Kinder von t bis 12 Jahren, theure Möbel verschiedener Stile, im ganzen viel Wohnlichkeit. Jetzt kommt er... . ein Fettauge. Die Pelzmütze prunkt, der Atlas strahlt, das schütterbärtige Gesicht ist etwas blass, aber feist, der Gang hat fast Grandezza. Entsprechend sieht die Frau aus. Man lädt mich zum Essen. Alles wäscht sich die Hände. Erster Gang: die berühmten polnischen Fische. Man verzehrt sie schweigend, wegen der Gräten. Dann eine Pause, während der sich drei kleine Jungen mit ihren Bibelkenntnissen vor mir producieren müssen. Ich muss lachen über die drollige Uebersetzungsweise. Dann wird das Essen fortgesetzt, dazwischen gesprochen. „Was hört man bei Ihnen?" fragte ich. „Immer das Gleiche. Täglich von 7 Uhr früh bis 1 l Uhr nachts im Geschäfte uub" am Samstag, das wissen Sie ja." „Aber das ist doch fürchterlich eintönig," „Wir fühlen uns ganz wohl dabei." „Nun ja, weil Sie doch immerhin im Wohlstände leben. Aber da müsste Sie doch das große Elend hierzulande beunruhigen." Er zuckte die Achseln und sagte: „Wir führen uns jüdisch, und thun niemandem Unrecht. Kann ich mehr thun? Kann ich die Welt versorgen? Dazu ist Gott da!" „Hm.... Wissen Sie auch von den großen Perfolgungen. denen die Juden jetzt überall ausgesetzt sind, und wie verhalten Sie sich dazu?" „O, ich weiß, ich weiß . .. Aber, was lässt sich thun? Wir sind verbannt." - Er seufzte. Dann machte er plötzlich eine Beivegung des Sicherinnerns, stand auf, griff nach den eingelaufenen Briefen, las die Firmen auf den Umschlägen und legte sie wieper uneröffnet fort. Nun setzte er sich wieder, lächelte zufrieden uvh forderte zum Tischgebete auf. Die ganze Familie betete.-. . Und da sollten die ahnungslosen Mitbürger fejn Haus nicht für ein echtes jüdisches halten? V. W i e n, Parkriug. Der erste Mai. Die Arbeiter ziehen an mir vorhei» Manchmal erhasche ich einige Worte. Viel ehrliche Einfalt und reine Begeisterung klingt daraus. Das freut «sich. Schon deshalb, weil es neues Vertrauen auf die Menschen, neue Lebensfreude gewährt.... Hie und da geht einer^ mit, den's persönlich nicht angeht, aber die Augen leuchten ihn» .... Nur manchmal.... Da, das schlottrige Kerlcheit, Cylinder auf dem Kopfe, hellgelb beschuht und behandschuht, im Knopfloche des grauweißen Ueberziehers eine vollerblühte rothe Nelke. Mühsam hält er Schritt, er ist müde. Und jetzt schlägt er sich auch wirklich seitwärts. Lächelde Blicke folgen ihm. Er steuert dem Kaffeeh«»Stischchen auf dem Trottoir zu. Ich eile ihm nach •*/> A , -C’f " "ff'