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Jüdisches Volksblatt · 1899-02-18 · 1 (18.2.1899) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1899)
Issue
1 (18.2.1899)
Date
1899-02-18
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 1 Wien, San stäg Jüdisches" Y'oJksblätt 18. FebMfW 1899 Kr. 1 oder soviel tote für die Amtsdicner 400—500—600 fl. In Kronen klingt das mehr, 900—1000—1100 Kronen. Heute braucht man keine pädagogisch gebildeten Lehrer — die auch auf dem Aussterbeetat sind, — heute kann jeder abgekrachte Hausierer — sich ein Nabbinerdiplom besorgen, und selbst auch Personen ohne dieses Document — Schamosim Schochtim werden der Schulbehörde als Religionslehrer präsentiert und werden bestätigt! Mehr Arbeit — weniger Lohn! — Lauter Titel — aber keine Mittel. Aber nicht bloß in materieller, auch in socialer Beziehung ist die Lage der jüdischen Functionäre, besonders in den kleineren oder mittleren Gemeinden Böhmens, eine traurige. Trotz Gesetzes wird der gegenwärtige Rabbiner, Cantor, Religionslehrer abermals nur auf 1—3 Jahre angestellt. Der israelitische Landeslehrervereiu in Böhmen hatte im November 1897 eine Deputation an den Statthalter von Böhmen gesandt, die ihm diese traurige Lage der Cultusbeamten schilderte und ihn um Abhilfe bat, dass mindestens der ominöse § 38 (die Dauer der Anstellung) nicht dem Ermessen der Cultusgemeinden überlassen bleibe. Die Antwort war die gleiche, wie sie die Bezirkshauptmänner oft gegeben: Ja, die Cultusgemeinden sind autonom! Der Staat schreibt die Bedingungen vor, unter denen der Functionär angestellt werden kann, das Wie aber kümmert ihn nicht. Kanu es ein größeres Unrecht geben, als Pflichten, Pflichten, aber Lein Jota Rechte. Yoiiuis. Correspondenzen. R. Podersam, (Nationales Schulwese n.) Auch im hiesigen politischen Bezirke zieht die nationale, beziehungsweise antisemitische Bewegung immer größere Kreise, was schon daraus erhellt, dass die Neuwahlen in die Vertretungen mehrerer Gemeinden im nationalen Sinne ausgefallen sind. Bis jetzt sind aber weitere Erfolge dieser Agitation nicht -zu verzeichnen, und ist es wohl doch nicht ganz unmöglich, dass aus dem Tohuwa-Bohll sich die Erkenntnis heranskrystallisieren wird, dass die nationale Frage mit der confessionellen nichts gemein hat, zumal gerade die Juden dem Deutschthum durch Erhaltung von deutschen Privatschulen große Opfer brachten und noch bringen. — Im Schulbezirke Podersam sind an öffentlichen Schulen sieben jüdische Lehrer angestellt, und zwar in Jechnitz, Kriegern, Kolleschowitz, Ledan, Pomeisl, Rudig und Wallisgrün — Horazdiowitz. (A u s d e r G e m e i n d e.) Unsere Cultusgemeinde gehört zu den ältesten Landgemeinden Böhmens. Wohl sind die Notizen hierüber, die im hiesigen städtischen Archive aufbewahrt waren, einem vor über zweihundert Jahren stattgehabten Brande gleich anderen wichtigen Urkunden zum Opfer gefallen; aber wir besitzen andere Zeugen nnseres Daseins. So befindet sich hier ein alter jüdischer Friedhof, dessen bemooste Steine, mit hebräischen Inschriften aller Art versehen, eine beredte Sprache führen. Auf diesem Fried- ' Hose wird seit circa 100 Jahren niemand mehr beerdigt. Die Chewra-Kadischa hat einen zweiten Friedhof in prachtvoller ( Lage, der allen sanitären Anforderungen bestens entspricht, erworben. Diese Ruhestätte hat ihre vorzügliche Einrichtung und ihr würdiges Aussehen hauptsächlich der unermüdlichen Arbeit und Fürsorge des Ehrenmitgliedes und gewesenen langjährigen Obmannes unserer Chewra, Herrn Wilhelm L. Koh n, zu verdanken. Viele unserer Mitglieder deckt auf dem neuen Friedhofe bereits der kühle Rasen. Es sei mir gestattet, auf dich verdienstvollen seligen Cultusvorsteher Karl Fürth und Bernard Gans hinzuweisen; auch der Vater des gewesenen Präses der Wiener „Concordia", Regierungsrathes Jacob von Winternitz, Rabbiner Abraham Winternitz, fand hier gleich dem langjährigen Leibarzte des gewesenen Präsidenten Grafen Eduard Taaffe, M. - U. - Dr. Deutsch, Inhaber des goldenen Verdienstkreuzes Krone, seine letzte Ruhestätte. G. Ung.-Brod. (Von der jüdischen Schule. Literaturverein „Choreb".) Der Bestand unserer Bürgerschule, welche von 60 Kindern, darunter nur 8 christlichen, besucht wird, ist in Frage gestellt; denn ungeachtet, dass die in der Stadtgemeinde wohnenden Juden 40 Percent der Steuern zahlen und die Juden der Judenstadt ihre Geschäfte in der Stadt haben, und obwohl die Lehrer dieser. Schule von jeher bisnuu : durchwegs Christen waren (Slaven und Deutsche), will die 'gegenwärtige slavische Stadtvertretung die Auflösung dieser Schule. Die genannte Vertretung hat bereits die utraquistische Volksschule aufgelöst, dafür aber eine czechische Volks- und Bürgerschule und eine czechische Ober-Realschule aus Gemeindemitteln errichtet, und diese Anstalten werden von den Juden nicht benützt. Der hohe k. k. Landesschulrath jedoch, der diese deutsche Schule belassen will, hat an beide Gemeindevertretungen Weisungen ergehen lassen, damit dieselben über den Fortbestand dieser Schule sich einigen. Die Judengemeinde hat den Auftrag der hohen Schulbehörde dankend zur Kenntnis genommen und wäre bereit, einen Beitrag zu leisten; die Stadtgemeinde jedoch beharrt bei ihrem Entschlüsse und lehnt jede Gemeinsamkeit puncto dieser Schule mit der JudengöMeinde ab. Was den Literaturverein „Choreb" betrifft, so veranstaltet derselbe jährlich einen Cyklus von Vorträgen. Hkster hat bereits Herr Rabbiner Dr. Knlka ans Leipnik daselbst über „Josef Karo und seine Zeit". Minister Hermann mit der insoferne erwähnte, als es für die Besprechung der Principien der Ethik, an deren Erörterung er nun schritt, nothweudig war. Betreffs des Principes der jüdischen Ethik stellte der Redner dieselbe als eine theologische hin, indem er darauf hinwies, dass Gott selbst die Sittengeschichte gegeben habe, weil Gott selbst die höchste Sittlichkeit verbürge. Im weiteren Verlaufe der Rede wurde die jüdische Ethik, was ihren Charakter aubelangt, als universelle Ethik bezeichnet, was der Redner nebst vielen Gründen auch dadurch bewies, dass alle Gebote sittlichen Inhaltes nicht an den Priester, nicht an den Leviten oder Israeliten, sondern au den Menschen gerichtet seien. Weiters suchte der Vortragende die vereinigende Kraft der jüdischen Ethik im öffentlichen Leben nachzuweisen, indem er von der Ehe ausgieng, den jüdischen Familiensinn pries und dies durch Citate aus Bibel und Talmud begründete. Der Redner erwähnte noch des Verhältnisses der Ethik zur Jurisprudenz und schloss mit den Worten, dass es gewiss eines jeden Juden Stolz und Freude sein könne, einer Religion anzugehören, die eine solche Ethik geschaffen hat. Herr Adolf Glück, Unterlehrer an der deutschen Volksschule in Ung.-Brod, wurde am 13. Jänner 1899 vom hohen k. k. Landesschulrathe in Brünn in Würdigung seiner langen Dienstzeit und seiner Verdienste im Lehramte zum Lehrer au derselben Schule ernannt. Herr A. Glück hat soeben ein hebräisches Lehr- und Lesebuch für das I. und II. Schuljahr der Volksschule herausgegeben, welches sich in der Methode nach dem gegenwärtig im Gebrauche stehenden Lesebuche richtet. Die Cultusgemeinde wird die Drucklegung dieses Werkes be sorgen, da Herr Rabbiner Dr. Jung dasselbe wärmstens empfohlen hat. Sehr schmerzlich berührte hier die Nachricht vom Tode des Großindustriellen Bernhard Morgenstern in Brünn. Der Verlust, wclcheu die hiesigen Armen dadurch erleiden, ist groß! In seinem Testamente bedachte er die hiesige Cultus gemeinde mit 700 fl. wovon 200 fl. zur sofortigen Bertheiluug an die hiesigen Armen gelangen. R. Stanislari. (Sei) rer tag.) Am 31. Jänner l. I. versammelten sich in Kolonien die Lehrer der Baron Hirsch-Stiftungsschulen, 230 an der Zahl, zu einem Lehrertage Auf der Tagesordnung waren folgende Themen: 1. Der Lehrstoff der deutschen Sprache für Schulen höheren und niederen Typus. (Referent H. Engländer und H. Friedmann.) 2. Wie sind die Abendcurse einzurichten, damit sie ihrem Zwecke entsprechen? (Referent H. Nagelberg Eliasz.) 3. Was für Maßregeln sind zu ergreifen, um die Schuljugend theilweise während der Ferienzeit unter der Aufsicht des Lehrers zu belassen? (Referent H. Sperber.) 4. Welche Bedeutung haben die Exhorteu für die Schuljugend und wie sind solche einzu richten? (Referent H. Rosenrauch.) 5. Der Lehrstoff der hebräischen Sprache. (Referent H. Fischbach.) Den Vorsitz führte H. Grünes, Schulleiter der Baron Hirsch-Schule in Kolomea. Alle Themen wurden eingehend besprochen und diesbezügliche entsprechende Beschlüsse gefasst. Den Berathungen wohnte auch Dr. Friedländer, Secretär der Baron Hirsch-Stiftung, bei. Zu Ehren der Lehrer fand ein Bankett statt, bei welchem viele Toaste ausgebracht wurden. Dr. Stern aus Triesch über „Jonathan Eibenschütz" gesprochen. ' Nttg.-Brod. (Vortrag. — Erne u u u n g, — St'er b efal l.) Am vierten Vortragsabende des vom 'Vereine „.Choreb" in Ung.-Brod unter Leitung des Herrn Rabbiners Dr. M. Jung veranstalteten Vortragscyklus sprach Herr Josef Jo kl, stud. jur., über die „Ethik des Judenthums". Der Redner hielt sich in seinen Ausführungen ganz an Professor Lazarus. Nachdem der'Redner versucht hatte, den Beftinff/ fotuie die Alifgabe der Ethik festzusetzen, gierig er auf die Besprechung der Quellen der Ethik über, deren er jedoch nur Cultusgemeinde, Tempelvereine u. arme Juden. Wie selten eine jüdische Gemeinde hat es die Wiener verstanden, das Interesse der Juden an unserem Cultus geradezu systematisch zu tödten. Die Wiener Cultusgemeinde ist statutengemäß verpflichtet, für den Gottesdienst aller in Wien wohnenden Juden Sorge zu tragen. Wie aber die Gemeinde dieser Pflicht nachkommt, ist bekannt. Es hieße Eulen nach Athen tragen, wollte man darüber noch Worte verlieren. Das Gefühl der tiefen Beschämung, das diese ent würdigende, altliberale Wirtschaft in den weitesten Kreisen der Wiener Judcnschaft hervorgerufeu hat, ist schon anlässlich der vorjährigen Wahl in den Cultusvorstand theilweise zum Ausdruck gekommen. Aber mau scheint im Rathhause in der Seitenstettengasse die Zeichen der Zeit noch immer nicht zu verstehen oder nicht verstehen zu wollen. Vor der Wahl suchte man die ehrliche Opposition des Jüdischen Volksvereines und der demselben alliirten Tempelvereine unmöglich zu machen, indem man sich „selbstverständlich" auf den Boden des oppositionellen Programmes stellte. Nach der Wahl erledigte man die Eingabe der vereinigten Bezirksvereine, die nur einen kleinen Theil der ihnen rechtlich und moralisch zukommeuden rituellen Autonomie verlangten, in einer Weise, die ein fragliches Urtheil über die Würde einer Gemeinde von 140.000 Juden anfkommen lässt. Schon hat sich gegen diesen kleinlichen Bescheid eine allerdings etwas sanfte Stimme erhoben. Herr G. B e t t e l h e i m, der Tempelvorsteher im nelmten Bezirke, löst seine Zunge, die doch im Dienste für unsere Cultusvertretung nur zu sehr geübt ist, zu einer beweglichen Klage. („Oesterr. Wochenschrift" vom 6. Jänner.) Man bedenke! Herr Bettelheim! Diese Thatsache allein könnte den Herren in der Seitenstettengasse zeigen, w i e arg es eigentlich um die Tempelvereine bestellt ist. Alleill es steht zu befürchten, dass mau auch über diese Thatsache in gewohnter „vornehmer" Herr Rabbiner j Nichtachtung hinweggehen werde. Null denn! Wir sind nicht so zahn, und rückenmarkleidend wie Herr Bettelheim. Wir wollen der löblichen Cultusvertretung vorläufig au einem Falle z i f f e r m ä ß i g zeigen, was sie eigentlich verschuldet hat, welche Schichten unseres Volkes am. meisten nuter. ihrem Vorgehen zu leiden haben. Wenn man in der Seitenstettengasse noch fernerhin auf dem alten, verzopften System . beharren will, trotz der verstärkte» Mahnzeichen, dann werden. alle rechtlich denkenden Juden sich binnen kurzem ihr Urtheil gebildet haben. Nachstehend der oben erwähnte Fall, der iu einer, uns Angehenden Zuschrift deutlich illustriert wird. „Löbliche Redaetion! Gestatten Sie, dass ich Ihnen ein Jllustrationsfactnm berichte, aus denk die Oeffentlichkeit ersehen kann, zu kvelchen Mittel« und Mittelchen die Tempelvereiue oft greifen müssen, um sich über Bord zu halten. Seit 22 Jahren besteht im X. Bezirke ein Humanitäts- Vereinder viel Elend im Laufe dieser Zeit gelirrdert, viele Thränen getrocknet hat, und den armen Leuten da draußen wirklich ein Segen war. Alljährlich veranstaltet dieser Verein zwei Bälle, welche ein sehr ansehnliches Reinerträgnis liefern, von dem viele arme jüdische Familien unterstützt werden. In demselben Bezirke besteht auch ein Tempelverein, der infolge der außerordentlichen MNnifieenz, mit der die große Wiener Cultusgemeinde sämmtliche Tempelvereiue bedenkt, gezwungen ist, Geld auf alle mögliche, zuweilen auch unmögliche Weise zu machen. Dass man dabei nicht immer taktvoll Vorgehen kann, ist eben ein Malheur für die Betheiligten. Auch unser Humanitäts-Verein hat leider diese Erfahriklig gemacht. Von zwei Bällen, zu denen wir uns die Mitwirkung des Tempelvereines erbaten, wurden wir gezwungen, 1600 st. an den Tempelverein abzuführen, wie dies Seite 12 des Jahresberichtes des Tempelbaucomitos ausgewieseu wird, und zwar als Spenden ausgewiesen. Mau denke: Den ärmsten der armen Juden werden 1600 st. abgenvnkmen und in der Gestalt von freiwilligen Spenden ausgewiesen! Ist da nicht die Frage erlaubt, ob ein Tempelverein berechtigt ist, den Armen das nöthige Brod zu entziehen, um nur der Wiener Cultusgemeinde die Erfüllung ihrer statutarischen Verpflichtung, für den Gottesdienst in ausgiebiger Weise zu sorgen, zu erleichtern? Und dann noch damit als Spenderei zu prunken? Eine zweite Art der Geldmacherei ist folgende: Der Humanitätsverein besitzt ein Ersparnis von 2500 fl. Dieses kleine Capital borgte sich der Tempelverein bei der seinerzeitigen Gründung aus, mit der Verpflichtung, es von dem ersten einlangenden Gelde zurückzuzahlen. Wie das schon geht, zahlte der Tempelverein nicht, weil er kein Geld hatte. Im vorigen Jahre, als unser.allezeit hilfsbereiter Herr Frankfurter endlich Scandal schlug, verpflichtete man sich, für den Tempelverein 4 Percent Zinsen zu zahlen. Um aber diese doch nicht zu zahlen, verrechnet der Tempelverein für die dem Humanitätsvereiu ertheilte Erlaubnis, 7—8mal im Jahre in seinen Räumen Sitzungen abzuhalteu, 100 fl. Miete, so dass er thatsächlich das zusammengebettelte Geld der ärnlsten Juden z i n s e n f r e i benützt. Im Rechnungsabschlüsse 1898 findet man auch unter den Ausgaben 100 fl. als gezahlte Zinsen an den Humanitätsverein, dafür aber unter den Einnahmen 100 fl. als Mietzins vom Humanitätsverein ausgewiesen. Ist das ein correctes Vorgehen? Darf das unter Juden überhaupt Vorkommen? Was würde der Tempelverein dazu sagen, wenn diese armen Juden, denen er das Geld wegnimmt und denen er nicht einmal Zinsen zahlt, verlangeit würden, an den hohen Feiertagen gratis in den Tempel zu gehen? Leider haben wir bis jetzt kein jüdisches Organ gehabt, in dem diese Missstände besprochen werden konnten. Ein diesfälliges Ansuchen an die „Oesterreichische Wochenschrift" wurde mit der im Briefkasten veröffentlichten Motivierung abgewiesen, dass man über derartige Dinge nicht gut schreiben könne. Wie das schon bei uns Juden ist, fehlt auch hier nicht das Gum so le touwu. Durch diese Vorgänge erbittert, hat sich in der Person des Herrn Leopold Frankfurter eiir Manu gefunden, der nach Kräften bemüht ist, es unsere Armen nicht fühlen zu lassen, was ihnen der Tempelverein entzogen hat. Im Verein mit seiner liebwerten Gemahlin Frau Rosa Frankfurter, unserer hochherzigen Parteigenossin, ist er in jeder Weise bestrebt, den Armen neue Hilfsquellen zu eröffnen, um den, leider sich nur zu sehr häufenden Ansprüchen Genüge leisten zu können. Auch jetzt, am 23. Februar, findet unter der Patronanz dieses echt jüdischen Hauses in Rappels Rosen sä len, X., Himbergerstraße 41, ein Purimkränzchen statt, ganz speciell zugunsten unserer Bezirksarmen. Wir hoffen und wünschen, dass dieses Unternehmen vom besten Erfolge begleitet sein möge und erklären es einfach für ein Gebot der Pflicht, dieses Fest so stark als möglich zu besuchen. Die Roth in den Reihen unserer jüdischen Armen ist groß und die Mittel zu deren Linderung gering; darum thne jeder das Möglichste und unterstütze dieses echt jüdische, humane Unternehmen! Alls den (Jüdischer Bolksvereiu.) Der einzige politische Verein, der den Muth hat, offen sich jüdisch zu neunen und in mannhafter Weise für das jüdische Volk einzutreten, ohne Rücksicht auf das vornehme Nasenrümpfen derjenigen jüdischen Kreise, die gerne ihr Judenthum hinter das ziemlich fadenscheinige Mäntelchen des Kosmopolitismus verbergen möchten. Dieser Verein hat durch die Massenversammlungen/ die er veranstaltet hat, gezeigt, dass seine Wurzeln mitten im jüdischen Volke sich befinden und dass er vollkommen berechtigt ist, sich Jüdischer Bo lk sv e r e in.zu nennen. Das Eintreten dieses Vereines in den Cultus- Wahlkampf und die außerordentlick große Zahl von Stiinmen, die er trotz seines nur krrrzen Bestandes auf seine Candidateu vereinigt hat, hat hoffentlich den heilsamen Erfolg gehabt, dass die von dem Jüdischen Vvlksvemue in seinem Wahlprogramme verlangten Reformen zu Nutz/und Frommen des gesammten jüdischen Bottes in einem sollst bei unserer löblichen Cultnsgemeinde ungewohnten besckleunigten Tempo dnrchgeführt werden' dürsten. An der Spitze dieses Vereines steht Herr Hermann Ellbogenein Wann, der sich allgemeiner Sympathien erfreut und der bli aller moderne,! Weltauschauung auch ein Herz für das arbeitende jüdische Volk sich bewahrt

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