Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1899)
- Issue
- 1 (18.2.1899)
- Date
- 1899-02-18
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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richtige Antwort gefunden zu haben. Er gründete Schulen und Wohlthätigkeits-Bureaux. Wie sehr die letzteren ihren Zweck verfehlt, seheu wir zunächst an dem raschen Ende, das ihnen bereitet worden ist, und daran, dass der wirtschaftliche Ruin der galizischen Juden jetzt viel größer ist als früher. KS wäre schwer zu beweisen, dass die Wohlthätigkeits-Bureaux direkt geschadet habe«, genützt habe,» sie gewiss nicht. Und zwar nicht nur deshalb, weil fie nicht im Geiste des edlen Güsters verwaltet wurden, sondern aus einem viel tieferen Grunde: weil man 600.000 bis 600.000 Seelen nicht durch Almosen von Hand zu Hand erhalten kann. — Es ist aber zu befürchten, dass jede künftige Action für die gakzischen Jude», ob sie nun von der „Oesterr.-israel. Union", von den „Benei-Britli“ in Prag oder einer anderen Körperschaft, oder auch von der Vereinigung aller ausgeht, zuletzt doch nur wieder die Form jener Wohlthätigkeits-Bureaux annehmen wird; jener Wohlthätigkeits-Bureaux, die, entgegen der edlen Absicht des großen Wohlthäters, die widerwärtigste Bettelei unter den galizischen Juden großgezogen hat. Das „Vertrauensmänner-" und Recherchersypem haben mehr moralischen Schaden gestiftet, als die Wohlthätigkeits-Bureaux materiellen Nutzen gebracht haben. Wenn die Juden des Westens unserer Monarchie ihren armen Brüdern im Osten wirklich helfen wollen, dann müssen sie vor allem anderen opferfreudige Männer hinschicken, damit sie ohne Spitzel und Rechercher mit eigenen Augen die Verhältnisse kennen lernen und danach den Actionsplan entwerfen. Nur müssen eS eben Männer, NVX sein, Männer von reinem Gewissen und rein en H anden. (Ein Schlussaufsatz folgt.) auf ihren CorservatiSmus einbilden, nicht so unklug sein wird, das conservativste. das religiöse Gefühl einer gerade nicht unbedeutenden Volksmenge zu verletzen und dieselbe solcherart mit Gewalt dem extremsten Radikalismus in die Arme zu treiben. Aber bezeichnend ist die Angelegenheit für die Art des Kampfes, den die christlich-sociale Partei gegen die Juden führt. Den armen Hausierer, der mühsam sein Dasein fristet, lässt Herr Dr. Lueger zuerst durchprügeln, sodann durch ein Hausierverbot zugrunde richten. Der Börse und den Banken gibt er Millionen zum leicht erworbenen Verdienste. Nun will er die Juden wieder einmal durch das Schächtverbvt vernichten, das bekanntlich vor allem die mittleren und ganz armen Juden am härtesten treffen würde. Es ist bei den schlechten Zeiten wahrhaftig noch ein Glück, dass die Herren so unsäglich — dumm sind! Schulfragen. Dir Schule in Deutschböhmen. Unsere Staatsgesetze haben es gewiss mit uns Juden wohl gemeint, als sie die neuen Gemeinden bildeten. Aber mit dem guten Willen ist eine Sache noch nicht gut gemacht. Es stehen, geben Zeugnis, dass sich hier unsere Väter versammelt, ih« Gebete zum Lenker der Welt emporsendeten. Im amtlich« ' Berzeichnisie — auf dem Papiere — standen diese Eultutz^ gemeinden, bis das neue Gesetz vom März 1890 aus dieses; Übriggeblieben?» Stoffe 197 israelitische Cultusgemeinden b« stimmte, so viele zählen wir ihrer heute; eigentlich sind es sch« ' 200 heute. Jetzt hat die Cultusgemeinoe gesetzliche Basis u» ' man sollte aleinen, es wäre an der Zeit, Hosianna zu singe!. Unserer Aufgabe getreu, wollen wir es versuchen, die Lage Mt ‘ Funcri 'näre in den alten und neuen Gemeinden Böhmens £ schildern. ■ Die alte Cultusgemeinde ohne geseylrchc Basis hat einG^ Functionär — ein Mädchen für alles — angestellt, ihn h leidlich honoriert, er sollte geprüfter Lehrer, musikalisch ga-7 bildeter Eantor und auch Schächter sein — für die Einen wat1 ' der Lehrer das Wichtigste — für die Anderen der Eantor, urE^ so geschah es, dass einmal der Lehrer den Eantor, ein zweit«» * mal der Eantor den Lehrer erschlug, weil es doch so seltüt 7 beisammen zu finden ist, ein tüchtiger Lehrer und ein tüchtig«. Eantor. Alle Semester sah man auf der Landstraße ein Fuh!^ 7 werk mit allerlei Hausgerümpel und einer ziemlichen Sch« ' Kinder in Begleitung ihrer Eltern von A. nach B. zieh«. . Die Gemeinde A. entließ den armen Functionär — die (Sfr* meinde B. nahm ihn auf ist. seitdem obgenannte Gesetze in Lebenskraft getreten, vieles diese Tour wieder von vorne zu"begiimem'Wie"leicht" ieGm§ Af MndAkM A Uti.uVa ».. '! . C _ < v Notizen. Die politische Situation ist noch immer in einem Maße ungeklärt, die eine traurige Aussicht für die Zukunft bietet. In kurzer Zeit werden die Landtage znsammentreten. Das Haupttnteresse wird sich naturgemäß auf den böhmischen concentrieren. Trotz der gegentheiligen Nachrichten und Gerüchte die in den letzten Tagen von Regierungsseite cölportiert wurden, scheint ein deutsch-böhmischer Ausgleich noch lange nicht vor der Thüre zu stehen. Für uns Juden hat dieser Kampf nur insoweit Jnteresie, als noch immer und gar nicht wenige unserer Stammesgenossen sich trotz der recht unzweideutigen Abwehrwinke beider Nationen in der allerheftigsten Weise sich daran betheiligen. Und sollte es wirklich soweit kommen, dass der wirtschaftliche Nothstand beider Völker die beiderseitigen Führer und Volksvertreter zu einem überstürzten und unglücklichen Frieden zwingt, dann wird man wieder alle Juden für das unvernünftige Handeln einiger Assimilanten verantwortlich machen. Dem muss vorgebeugt werden Es muss einmal constatiert werden, dass der überwiegend größte Theil sich ganz und gar nicht solidarisch fühlt mit dem Vorgehen jener jüdischen Tagespresse, die sich so intensiv deutschnational geberdet. Es muss aber auch constatiert werden, dass diese Presse nichts gemein mit dem deutschen oder böhmischen Volke hat. Man hört sie wohl noch, aber man folgt ihnen nicht mehr.. Ihr Ansehen ist im Schwinden begriffen, unter uns und unter den anderen; es wird hoffentlich bald ganz damit aus sein! Herr Felix Faure, der Präsident der französischen Republik, ist gestern abends plötzlich gestorben. Unter diesem Verlegen heitspräsidenten, der nach allen verbürgten Nachrichten ganz unschuldig an seiner Präsidentschaft war und seine Würde mit der heiteren Behaglichkeit eines jagd- und etiquetteerfüllten Menschen trug, hat sich in Frankreich ein höchst auffälliger Umschwung der öffentlichen Meinung vollzogen. Mit geradezu unheimlicher Schnelligkeit und Wucht hat sich der Antisemitismus dort Bahn gebrochen. Den Hintergrund der Bewegung gab die Dreyfus-Affaire ab. Revisionsfeindlich gegen revisionsfreundlich, oder besser: Antisemiten gegen sogenannte Freisinnige aller Schattierungen. Und wenn man nach dem Stande der Dreyfus-Affaire auf die Gesinnung des Volkes schließen kann, so ist Frankreich heute zum größten Theile antisemitisch. Und dies mehr denn hundert Jahre nach der Ema n« c i p a t i o n der Juden, bei einer Seelenanzahl in ganz Frankreich, die nahezu um die Hälfte kleiner ist, als die der Juden in Wien allein. Gibt es eine furchtbarere Verurtheilung jener Krankheit, die unter dem Namen Assimilation so weit verbreitet ist? Es ist möglich, sogar wahrscheinlich, dass die beiden großen Volksbewegungen, die heute Frankreich allein erfüllen, bei der bevorstehenden Präsidentschaftswahl maßgebend sind und auch zum Ausdruck kommen. Mein, wie immer auch die Wahl ausfallm mag, die Juden in Frankreich werden wenig oder nichts von ihr zu hoffen haben. Denn wieder einmal ist in der Geschichte eines großen und bedeutenden Volkes jene Epoche eingetreten, in der das anscheinend letzte Aufflackern der schwindenden Volkskraft seine Todeszuckungen auf dem Rücken der Juden schlägt. Wehe den Schwachen! — Und wir, wir sind die Schwachen, wenn wir uns selbst aufgeben, all das, was unsere Kraft ausmacht, nnser heilitzeS Volksthum, in schamhafter Missachtung verleugnen. Dann nimmt das Schicksal seine Rache an uns, in furchtbaren Wehen stößt es die aus von uns, die schwach sind im Geiste und in der Cultur, und lässt sie untertauchen und verschwinden. Die aber Zurückbleiben, das sind die Starken, die da lebe» werden, bis das Wort des Propheten sich erfüllt: „Und kommen wird einst die Zeit. Der Wiener Gemeinderath hat nach längerer Zeit wieder einmal Gelegenheit genomnen, den Juden eins auf den Pelz zu flicken. Er will den Anstoß zu einem Schächtv erbot geben, den Juden soll die Erfüllung eines Gebotes ihrer Religion durch ein Verbot unmöglich gemacht werden. Die Sache ist ja vorläufig nicht weiter von Belang. Es steht zu erwarten, dass eine Regierunz, deren Mitglieder sich so viel trostlos geworden; insbesondere liegt die religiöse Erziehung der Kinder in den kleinen Gemeinden, die einer größeren zugetheilt wurden, im Argen. Einige Beispiele: In der Gemeinde Sch... erhalten die Kinder gar keinen Religionsunterricht, den Sabbathgottesdienst versieht ein — Hausierer. In der Gemeinde D... gibt es weder Religionsunterricht, noch Schechitah. In der Gemeinde P ... schlachtet der Fleischhauer selbst seine Ochsen und die Magd — das Federvieh. Und der Herr Rabbiner in der Stammgemeinde? Er weiß eben nichts davon oder — will davon nichts wissen. Und so könnte man noch manches Nestchen anftthren, das fast alle Satzungen unserer Religion über Bord geworfen hat. Was aus den Kindern werden wird, das ist ja leider heute schon zu ersehen. Die öffentlichen interconfefsionellen Schulen tragen gewiss wenig dazu bei, das jüdische Nationalgefühl zu wecken, zn heben und zn erhalten. Die Herren Cultusvorsteher in der Muttergemeinde aber, die haben viel Besseres und Anderes zu thun, als dorthin zu blicken, wo die Noth so groß ist, wo dem Judenthum so böse Wunden geschlagen werden. Fern sei es uns jedoch, dem Vorstande der großen Gemeinde alle Schuld in die Schuhe zu schieben; auch die Eltern jener Kinder haben Theil an der sittlichen Verwahrlosung ihrer Kinder. Sie sind nicht opferwillig und nicht opferfreudig genug. Jede Besoldung für einen Rcligionslehrer ist ihnen zu hoch, und haben sie dennoch einen für einen Sündenlohn gefunden, so wissen sie soviel zu kritteln und zu nörgeln, bis dieser den Wanderstab ergreift. Es fällt uns hier ein altes Sprüchlein ein: „Sie wollen einen Wiener Chasen und haben kein Wiener*) Geld." Kann beni Nebel abgeholfen werden? Gewiss, wenn auch nur theilweise! Die Muttergemeinde unterhält einen Rabbiner, vielleicht mehrere israelitische Lehrer. Warum schickt sie denn nicht einen dieser Herren in die kleineren Gemeinden hinaus, um wenigstens einmal in der Woche den Religionsunterricht ertheilen zu lassen? Gegen eine mäßige Remuneration, wozu die kleineren Gemeinden beitragen müssten, wird gewiss jeder Lehrer gerne sich dieser heiligen Aufgabe unterziehen. Auf meiner Wanderung kam ich in ein Dorf, nennen wir es CH... Ich hielt Umschau, Nachfrage, da wurde ich an einen Lehrerveteran gewiesen. Was da mein Auge erblickte, das niederznschreiben, versagt mir fast die Feder. Ein 74jähriger Greis, krank, aller Mittel entblößt, fristet da sein Dasein. Da fragte ich mich: Gibt es denn keine Juden in Böhmen? Ist denn aller Wohlthätigkeitssinn in Israel erstorben? Dieser Veteran hat 42 Jahre die israelitische Jugend belehrt und keiner seiner Schüler, keine seiner Schülerinnen erinnert sich mehr des Mannes, dem sie Sitte und Moral verdankten, um ihm den Lebensabend ein wenig — ein klein wenig zu erleichtern? Ich fragte mich: Gibt es denn keinen israelitischen Lehrerverein in Böhmen, der diesem Greise unter die Arme greifen könnte? Warum lassen die Lehrer einen Eollegen so darben? Ich fragte mich weiter: Gibt es denn keine Repräsentanz der Israeliten in Böhmen? Es wird so viel Geld für wohlthätige Zwecke verausgabt, wäre es nicht menschlich, einen solchem Greise irgendein Stipendium zu verleihen? Israeliten in Böhmen! Lehrer Böhmens! Höret diesen Thuet, was Eure Pflicht! — Der reisende Lehrer. eines Gemeindegewaltigen verloren wurde, würde, hier nied«^ geschrieben, den unglaublichsten Eindruck machen. Lächerlichkeiten, Bosheit, Rachsucht, eingebildete Beleidigungen, eine unte^ lassene Devotion, oftmals bloß die Abwechslung, irgendein« neuen L'cho dodi zu hören, die mit Berstopftheit geschlagen« Schädel der Sprösslinge des Gemeinde-Oberhauptes u. v. v. '•$, veranlassten die Kündigung! — * 'v Es kam das Reichsvolksschulgesetz vom 14. Mai 18M — da freuten sich die Lehrer, nun wird es doch besser werden Weit gefehlt! — Pflichten, nichts als Pflichten, aber gar kein Recht. Der Schulinspector kam — inspirierte — war mitundrr recht zufrieden, lobte den Lehrer —; aber an unserer social« '" Stellung änderte das nicht ein Jota. — Wir waren und blieb« Lehrer an Privatschulen, die die gesetzliche Lehrbefähigung naq» zuweisen halten — als conditio sine qua non für unsere Anstellung seitens der k. k. Schulbehörden — aber weite« blieben wir die Parias — die Sclaven unserer Borsteh«, wie früher. Petttionen, Deputationen an den Kaiser, «7 die Regierung, den Reichsrath und den Landtag, alles oh« Erfolg, ja man sagte uns, dass man das Traurige unserer Lchgßk einsehe, es solle, es werde Hilfe geschaffen werden — aber der Störrigkeit unserer Liberalen, die das Bolksschulgesetz ein Noli me tangere bettachteten, die uns sogar schöne Wot >agten, uns die zerstreute Wacht des Deutschthums an Moldau, Sazawa und Beraun nannten — damit genug. mussten weiter dienen. Hie und da fiel einer aus, aber dW Kampf ums Dasein zeigte sich auch da; wo der Eine 'raten zehn an seine Stelle. Es gibt ja so viele schiffbrüchi Existenzen, die, wenn sie alles verließ — Eantor, Kore, Schor wurden, freilich Lehrer an einer mit öffentlichen Rechten vi ehenen Volksschule konnten sie nicht werden. Es trat auch ein wirklicher Mangel an geeigneten geprüften LehrejftlM und Cantoren ein, und die Cultusgemeinden, die auf ei»' olchen reflektierten, mussten sich bequemen, ihn auch entspreche zu bezahlen. So gieng eS bis vor wenigen Jahren 1893. — Wir müssen hier noch bemerken, dass die israelipW chen Cultusgemeinden in den deutschen Städten nichts Eilige zu thun wussten, als sofort nach 1869— 14. Mai — ihre Bol schulen aufzulösen, und so blieben nm noch etwa 200 jüdisjhM Schulen übrig. Ein eingeschworener Feind der jüdischen Schulen entstaWM m dem jüdischen nationalen Czechisierun vereine. Dieser Verein, der die Juden um jeden Preis czechisch-nationale Lager bringen wollte und leider brachte, ttaAW mit solcher Vehemenz auf den Plan, dass seitdem die iübifdjc*;" Schulen im czechischen Böhmen auf ein Minimum rebuct«fcV wurden — und noch ist kein Ende abzusehen. Diese jüdisch«. Ruf! Die Schale im czechischen Kähmen. Wollen wir ein getreues Bild 'des Auf-, resp. Niederganges des einst so blühenden Schulwesens in Böhmen geben, müssen wir viele Blätter dieser Geschichte Umschlagen nach rückwärts. Wir lesen da, dass es zur Zeit vor dem Gesetze vom 20. März 1890 in Böhmeu an 300 israelische Cultusgemeinden gab; freilich sehr viele kleine, sogenannte Duodez Minjangemeinden; aber jeder noch so kleine Ort hatte eine jüdische Schule, folglich auch einen Lehrer, der alles in allem war. Die verschiedenen polittschen Ereignisse — das Staatsgrundgesetz mit seinen Folgen — haben es verschuldet, dass dem Juden sein Dorf, in dem es ihm recht gut gieng, wo er sich gut ernährte, ja Capitalien sammelte — zu gering war, er zog in die Großstadt, dadurch wurden die mitunter ohnedies kleinen Cultusgemeinden total zerstört, nur ein schönes Gottes Haus — Gemeindehaus mit Lehrerwohnung und Schule — doch fie alle vom Zahne der Zeit angegriffen — die jetzt alle leer, verlassen wie die Hütte im Weinberge zur Winterszeit *) Kleine Grldmünze. Schulen haben nämlich den großen Fehler — sie sind deutscher Unterrichtssprache, und das ist ihr größtes brechen in den Augen unserer nattonalen Gegner. Da ist Mittel zu schlecht, diesen Schulen das Licht auszublasen. D kamen die letzten Novembertage 1897 und fegten über N mehrere jüdische Schulen weg. In Kolin besteht seit s alten Zeiten — man spricht von mehr als 100 Jahren eine dreiclassige jüdische Schule —, die dortige Cultusgemeißß» hatte sich bis aufs Aeußerste gewehrt, was thaten die Gegn«M Sie (die Juden) schrieben ein Gesuch an das BürgermeisteraPchM damit dieses beim Cultusvorstande einschreite und die auflöse — der Preis sollte die Assimilation — der FriOtz-M sein! Aber als die Koliner Czechen den Historiographen Pala« feiern wollten, wurde zwar der dortige jüdische EzechenverjetO' geladen, aber ins engere Cvmite wurden sie nicht gewählt, chM Ä nahm wohl die 10 fl. von ihnen, gab ihnen dafür eine B»»») ' schüre — und das war alles — aber die FenflM wurden den Juden trotzdem eingeschlagen. Das" gleiche Schicksal hatten dann noch einige jüdische Schulen —r sie wurden aus Furcht vor dem Pöbel aufgelöst, so dass h«ps 7 nur ein kleiner Tbeil von seinen vielen und größtentheils s, guten Schulen besteht, und diese können vor Beginn des S jahres verschwinden — dafür wachsen in den czechischach^ Städten und Ortschaften christlich-sociale Vereine wie die PyjW 7 aus der Erde nach dem Regen. Durch das Gesetz vom 20. März 1890 wurde nach tz'll .. jeder Gemeinde zur Pflicht gemacht, einen Rabbiner anzusteflikH:, — woher nehmen und nicht stehlen! Die meisten dieser CultpW i gemeinden sind mittel und klein — woher die Mittel für e%£f§ Rabbiner nehmen, was sollten diese thun? Die Gemeind«^ brauchen aber einen Borbeter, Religionslehrer, und so wurbuM diese bisherigen Fuuctionäre über Nacht zu Rabbinern ‘ - ' richtiger Mädchen für alles; dafür wurden chnen 100—200, vom Gehalte gekürzt, und die heutigen Gehalte sind jetzt u ^«3