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Die Stimme · 1965-09-01 · Heft 129 (September 1965) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
1965
Issue
Heft 129 (September 1965)
Date
1965-09-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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NUMMER 129 DIE STIMME SEITE 7 Das Israel " in Jerusalem £.xo7)u? 194Q Von Alfred Wolfens t ein Im Jahre 1906, als Palästina noch der Herrschaft des Sultans unterstand und erst wenige jüdische Neusiedler ins Land gekommen waren, gründete der Bildhauer Boris Schatz in Jerusalem eine Kunstgewerbeschule und ein Museum, die — einerkühnen Vision Theodor Herzls folgend — Kern eines großen jüdischen kulturellen Zentrums in der Heiligen Stadt werden sollte. Schatz gab seiner Schöpfung nach dem im Exodus genannten Künstler Bezalel Ben Uri Ben Hur den Namen Bezalel- Museum, aber seine Hoffnung, daß von hier aus kraftvolle Impulse ausstrahlen würden, erfüllte sich nicht. Trotz tatkräftiger Unterstützung durch die Zionistische Organisation behielt das Museum provinziellen Charakter; es mußte ein halbes Jahrhundert vergehen, in dessen Verlauf die politische Lage in Palästina durch die Errichtung eines unabhängigen Staates Israel völlig umgestaltet wurde, ehe die ursprting liehe Idee von Schatz und Herzl verwirk licht werden konnte. der fünfziger Jahre versucht, jüdische Kunstsammlungen als Leihgaben nach Is rael zu vermitteln. Sein Bemühen war meist daran gescheitert,, daß in Israel keine entsprechende Ausstellungsgelegenheit be stand. Nach seiner Rückkehr nach Jerusalem setzte sich Kollek mit Nachdruck für die Errichtung eines nationalen Museums ein. Als 1956 die amerikanische Regierung Israel aus dem US Informational Guarantee Program einen Beitrag anbot, verwandte sich Kollek dafür, daß dieses Geld für den Bau eines nationalen Museums für Kunst und Archäologie in der Hauptstadt Israels verwendet werden sollte. DAS URTEIL IM AUSCHWITZ-PROZESS IN FRANKFURT AM MAIN Der vorbildliche Richter, Dr. Hans Hof-; meyer, der den Vorsitz im Frankfurter Schwurgericht gegen die angeklagten Menj schenverderber Boger, Hofmann, Kaduk, j Barecki, Klehr und Bednarek führte, er-1 ln den Winkel einer Welt geworfen. Jäh, vom Fußtritt eines dunklen Sieges, Mit Millionen und allein geworfen An die Ränder einer Welt des Krieges. Mit der Flucht des ganzen Volkes fliehend. Bis zum Fluß Loire — gesprengt die Brücken, Durch den brückenlosen Wahnsinn ziehend. Feuer vor uns, über uns, im Rücken. Stolpernd über Stadt und Dorf in Scherben, Durch das Juniland, zu Staub zerrieben. Den Befehl im Ohr: hier sollst du sterben — Immer noch den Wunsch im Sinn: zu lieben — Hier, wo Liebe rings sich läßt zertreten, Wo vorüberrast der Tank Geschichte, Wo zur neuen Allmacht Bomben beten: Schau ich über Flieger hin — zum Lichte — Sonne! irr im Kreis stockt meine Reise, Du wirst leuchten auch im neuen Frieden, Irrst dich nicht in deinem großen Kreise, Leuchtest jedem neuen Krieg hinieden — Treibende Kraft in den Bemühungen um die Realisierung der Museumsidee war der frühere Staatssekretär in der israelischen Ministerpräsidentschaft, Teddy Kollek, der heute Vorsitzender der Museumskommission ist. Der aus Wien stammende Kollek, in Israel seit 1934, Mitgründer des Kibbuz Eyn Gev, später Verbindungsmann der Haganah in Amerika und nach der Gründung des Staates Israel im diplomatischen Dienst tätig, hatte schon als Minister auf der israelischen Botschaft in Washington zu Beginn EIN ATLAS VON ISRAEL Ein großes wissenschaftliches Werk, das von der Vermessungsabteilung im Arbeitsministerium gemeinsam mit dem Bialik- Institut hergestellt wurde, ist erschienen: die zehnte Auflage des Atlas von Israel. Er enthält über 700 verschiedene Landkarten von Israel in der Vergangenheit und in der Gegenwart, u. a. über Geologie, Klima, Hydrologie, Flora und Fauna, Geschichte, Bevölkerung, Siedlungen, Landwirtschaft, Handel und Industrie, Verkehrswesen und Dienstleistungen. I klärte anläßlich der Urteilsverkündung: „Für eine gerechte Sühne ist das Menschenleben viel zu kurz.“ Das Urteil gegen die Genannten lautete „Lebenslänglich“. Es ist klar, daß die zeitlichen Zuchthausstrafen zwischen drei und vierzehn Jahren, die gegen die Lagerärzte und SS-Apotheker verhängt wurden, der tatsächlichen Mitschuld nicht gerecht werden. Es handelt sich im vorliegenden Fall um SS-Lagerarzti Dr. Lucas, SS-Zahnarzt Frank, der den Gei meuchelten die Goldzähne riß, Lagerapotheker Dr. Capesius, SS-Sanitäter Scherge, Sanitäter Hantl, Lageradjutant Hotter, und die SS-Leute Dylewski, Broad und Schlage. Das Schwurgericht hat mit der mythischen Geschichte aufgeräumt, wonach im Verbrecherstaat Hitlers jeder Nazi das Recht hatte, Menschen nach eigener Laune zu töten. Die Urteilsbegründung lautete: Die Angeklagten waren sich voll bewuß’t, daß ihre ruchlosen Taten kriminelle Morde waren. Die Mörder hofften auf den Sieg des Dritten Reiches und darauf, in Reichtum und in Wonne zu schwelgen und weiter dem Sadismus zu frönen. Fremde Sonne, laß mit dir noch sprechen, Fern von allen, allen mir Vertrauten, Sonst will nichts das wilde Schweigen brechen, Nur der Feind spricht hier in Mutterlauten. Dennoch schwebt ein Atmen hier — ein Hallen — Weither — nahe — sind es meine Lieben? O die Flut in diesen Jahren allen Hat uns voneinander abgetrieben — Das Gedicht „Exodus 1940“ von Alfred Wolfenstein (1888 bis 1945), jenem jüdischen Dichter, der sich in den letzten Tagen des Krieges den Freitod gab, entstammt der Sammlung „Schofar, Lieder und Legenden jüdischer Dichter“, herausgegeben und eingeleitet von Karl Otten, erschienen im Luchterhand-Verlag, Neuwied. Mit Israel sind Sie verbunden durch eine Spende für den KEREN KAYEMETH Baumpflanzungen Wälder — Haine — Gärten — einzelne Bäume nron na» njüb AL Wien 1, Opernring 9, Tel. 5715 25 entbietet allen Kunden und Freunden ein erfolgreiches Jahr 5726. Sie werden auch im neuen Tahr durch gutes Service und beste Flugverbindungen zufriedengestellt. j Goldenes Buch zur Ehrung und zum Gedenken für verdienstvolle Persönlichkeiten | Sefer Hajeled i bei Geburten I | Sefer Barmitzwah j bei Bar- und Batmizwah | Mit Keren Kayemeth wechseln wir glücklich j ins neue 3ahr 5726 7179

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