Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1965
- Issue
- Heft 129 (September 1965)
- Date
- 1965-09-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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SEITE 2 DIE STIMME NUMMER 129 David Ben Gurion Oher Moshe Shareu (Auszug aus einem Brief an den Bürgermeister von Jerusalem anläßlich der Verleihung des Ehrenbürgerrechtes an Moshe Sharett, 27. August 1984.) Zum ehrenden Gedenken an den Verblichenen „Eine der größten Persönlichkeiten unserer Generation, der Sohn einer der ersten Biluim, der erste unter den ersten Absolventen des ersten hebräischen Gymnasiums, einer der auserlesensten jüdischen Staatsmänner aus der Zeit der neuen jüdischen Blüte, der, während 15 Jahren vor der Gründung des Staates, dem Politischen Departement der Jewish Agency mit Verständnis, Hingabe und Ausdauer Vorstand, und der mit feuriger Begeisterung bei der Erneuerung jüdischer Unabhängigkeit tatkräftig mung herrscht, wie die gegenseitigen Be Ziehungen zwischen dem Staate Israel und der Judenheit in der Diaspora. Ebenfalls ist cs zweifelhaft, ob es irgendein anderes Thema gibt, welches Anlaß zu solcher Komplexität. und Unklarheit gibt wie eben dieses Thema. Aber ein solches Verhalten sowie der Mangel an Klarheit gegenüber diesem Problem ist unfair, untauglich und unverantwortlich, und es ist nötig, dieser Sachlage ein Ende zu setzen. Es handelt sich nicht um eine theoretische Frage; es ist vielmehr eine Frage praktischer Politik. Es ist eine Frage des Bestehens oder Nichtbestehens zionistischer Verbände in den verschiedenen Ländern und der Zionistischen Weltorganisation. Wenn sie eine „raison d’etre“ hat, was ist ihr Gehalt und ihre Autorität? Wenn nicht, was Die besten Wünsche zum neuen Jahr 5726 UNITED HIAS SERVICE IV, Brahmsplatz 3, Vienna mitwirkte. Er hatte die Pflicht, während vieler Jahre der Architekt der Politik des souveränen Staates Israel zu sein und auch der israelischen Regierung auf ehrenvolle Weise und mit Geschick vorzustehen. Moshe Sharett zeichnet sich nicht nur aus durch seinen hebräischen Stil und sein Gefühl für Sprache, sondern auch durch sein vorbildliches Leben und seinen Sinn für staatsbürgerliche und menschliche Verantwortung, einer der wenigen vorbildlichen Geister unserer Generation, eine Größe des Geistes und jüdischer Unentwegtheit im höchsten Sinne des Ausdruckes. Während seiner Amtszeit als Vorsitzender der Zionistischen Exekutive brachte er der Institution Ehre ein durch seine bahnbrechende Loyalität und seinen Zionismus, welcher es nicht nötig hat, in Anführungszeichen gesetzt zu werden.“ ☆ Rede Sharetts zur Frage des Fortbestandes der Zionistischen Organisation nach Erreichung der Staatlichkeit. „Es ist zweifelhaft, ob es irgendein anderes Thema im jüdischen Leben gibt, über welches eine solch allseitige übereinstim¬ Qa'fe Otamlb das Familiencafe mit den tausend Zeitschriften muß ihren Platz einnehmen? Oder vielleicht besteht keine Notwendigkeit, etwas an ihre Stelle zu setzen, und wir können alles dem Lauf der Geschichte überlassen. Auf jeden Fall sollte die Sache abgeklärt werden. Die Frage des Zionismus während des Bestehens des Staates ist in erster Linie eine Frage, die den Staat selbst und sein inneres Leben angehen sollte. Meiner Ansicht nach müßte diese Frage einen ersten Platz im Staat einnehmen, auch wenn es keinen organischen Zusammenhang zwischen dem Staat und der Diaspora gäbe. Der Staat ist ein Ergebnis der Verwirklichung der zionistischen Vision: er ist das Ergebnis der von der zionistischen Bewegung gemachten Anstrengungen, aber in erster Linie vielleicht das Ergebnis ihrer di-! rekten Aktivität auf den Gebieten der Ein-' Wanderung und der landwirtschaftlichen Ansiedlung. Dieses waren Ausdrücke des zionistischen Willens; dieses waren entscheidende Ergebnisse der zionistischen Bewegung, des Aufbaues des Landes, der Anhäufung von Kraft im Lande, des Strebens nach Unabhängigkeit und ihrer Erfüllung. Das war auch das Ergebnis der Bemühungen, die Unterstützung der Diaspora zu gewinnen, soweit die Diaspora übrigblieb, die Frucht politischer Aktivität, die durch die zionistische Bewegung und durch uns selbst namens der Zionistischen Organisation entfaltet wurde. Auf den ersten Blick könnte gesagt werden, daß die Bemühungen ausgezeichnete Früchte getragen haben, daß die Bewegung (ünen mächtigen Sieg errungen hat. und daß die Aufgabe der zionistischen Bewegung ihr Ende gefunden hat, jetzt, da der Staat besteht. Ich bin nicht dieser Ansicht, und es gibt manche unter uns, die nicht dieser Ansicht sind. Wir sind der Auffassung, daß das zionistische Lebensziel nicht erreicht ist mit der Gründung des Staates. Der Staat j ist nicht nur das Ergebnis eines gewissen! Prozesses, er bildet die Basis für einen I neuen Prozeß; er ist nicht nur das Ergeh nis, sondern ein Instrument, ein Instrument für die ständige Verwirklichung des Zionismus mit größerer Begeisterung, in einem weiteren Rahmen, durch eine viel stärkere Bewegung und mit vermehrter Zuversicht und Sicherheit. Eine der Grundlagen der zionistischen Bewegung ist die Einigkeit des jüdischen Volkes betreffend das zionistische Unternehmen und seine Verwirklichung; mit anderen Worten, betreffend den Staat. Es gibt vielleicht eine andere Auffassung vom jüdischen Leben, welche andere Werte als die wichtigsten erachtet, es gibt vielleicht andere Auffassungen von jüdischer Welteinigkeit. Wir glauben jedoch an die zionistische Einigkeit des jüdischen Volkes, an die Einigkeit des jüdischen Volkes rund um den Staat Israel. Zionistische Einigkeit ist eine dynamische Einigkeit. Ich glaube, daß diese Einigkeit in den jüdischen Herzen besteht, und daß sie auch in Taten besteht, aber diese Einigkeit verlangt Pflege und muß ständig in Betrieb gesetzt werden. Sie muß gepflegt werden. Man muß Menschen daraufhin ausbilden; sie muß in der Aktivität Ausdruck finden, in jüdischer Einwanderung, in der Werbung finanzieller Mittel für den Staat, in jüdischer Schulung, die sich auf den Staat Israel konzentriert. Aber diese beiden Aufgaben — die der Pflege zionistischer Einigkeit und die der Inbetriebsetzung derselben — brauchen angemessene Instrumente. Niemand kann hierüber im Zweifel sein. Auf keinem Gebiet verlassen wir uns darauf, daß sich Dinge selbst erledigen; passende Rahmen und Organisationen müssen geschaffen werden, die zum Zwecke haben, Instrumente der Verwirklichung zu schmieden. Wenn das im Staat der Fall ist, wieviel Sanatorium Hekawinktt bti töten Ideale Erholungsstätte nach Krank* helfen und Operationen. Beste Ausstattung, 120 Zimmer, Zentralheizung. 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