Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1965
- Issue
- Heft 129 (September 1965)
- Date
- 1965-09-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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P. b. b. Erscheinungsort Wien — Verlagspostamt 68 Falls unbestellbar, zurück an Wien IX, Universitätsstraße 4 4 Ottyat* du Mlyttocutet* iianUUh' in Ö&tuceuU o^sn cov^n nnntfm September 1965, Preis S 5.—, Nr. 129 Zionistischer Landesverband Wien, Tel. 42 72 84, Postsparkassenkonto 154.292 Zum Jahreswechsel 5726 richtet der j Präsident des Staates Israel j SALMAN SHASAR eine Botschaft an alle Juden | und an alle Menschen guten Willens. Der Präsident hält Rückschau in die Vergangenheit, Ausblick in die Zukunft, mahnt zur Einkehr zu den Quellen des geläuterten Lebens und wünscht Glück, Zufriedenheit und Frieden allen Völkern. tosen iistHinu 5721 isron roiss rw1? RECHTSANWALT DOKTOR MAX GELLIS WIEN VI, MARIAHILFER STRASSE 101 ’ entbietet allen Freunden herzliche Neujahrswünsche nron muo r\xh Rechtsanwalt Dr. Ernst Brande und Familie Wien I, Dominikanerbastei 17 wünschen allen Verwandten, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr nron nsie pub5 Esriel und Genia Seifert wünschen allen ihren Verwandten, Freunden und Bekannten im In- und Ausland ein glückliches neues Jahr Der Sinn des Rosch-Haschanh-Festes ist in uns selbst zu finden. Es ist der Ruf zu bewußter Neuregelung unseres Daseins. Wir leben unter Menschen, die sich in ihrem Irrationalismus vergeblich nach Ruhe sehnen und sie leider nicht finden. Eine Unzahl von Menschen lebt auf der Schattenseite unserer Zeit und alles Geistige, alles Moralische ist ihr fremd. Humanität wird geheuchelt, der Eigennutz hingegen wird zur Lebensart erhoben. Soweit das Erinnerungsvermögen in uns vorhanden ist, können wir uns nicht entsinnen, daß die Schattenseiten des Lebens so grell in Erscheinung treten und uns die schrecklichen Verhältnisse offenbaren. | Mit der vollen Kraft seines Herzens, -1 mit der Glut seines Glaubens verheißt der ■Prophet Jeremia Hoffnung den Verzagten, | Trost den Gebeugten; mit glühenden Far- I ben malt er die Zukunft Israels; nach der! düsteren Nacht bricht schließlich ein; neuer Morgen an. Die wunderbare Vision des Propheten i Jeremia, die hohe Wellen in der Geistes- | geschichte der Menschheit schlug, ist | Höhepunkt und Krönung seiner prophei tischen Verheißung. Mit der ganzen Kraft _' seiner Seele hat der Prophet die innere ’ geistige Erneuerung seines Volkes ge- I schaut. Jeremia postulierte, daß eine neue i Grundlage für das Verhältnis zwischen. | Gott und seinem Volke geschaffen wer-! den müsse, also der Neue Bund der ewi-! gen Treue, über welche die äußere Macht j des Menschen keine Gewalt haben werde. 1 Später ist der Gedanke des „Neuen Bunj des“ zum Zentralbegriff der christlichen Lehre geworden. Hat doch das Christentum, das sich als Fortsetzung und Vollendung der prophetischen Verheißung betrachtete, den „Alten Bund“ des toten Buchstabens durch den neuen Bund der göttlichen Geistessendung zu ersetzen versucht. Der Prophet Hosea war es, der uns zunächst die Erkenntnis vermittelte, daß nicht nur der ruhelose Mensch Gott sucht, sondern Gott den Menschen geleitet, damit er in seinem Verfall, in seiner Verirrung nicht verloren gehe und ihm die sittliche Möglichkeit nicht genommen werde, Respekt dem Leben und der Gerechtigkeit zu zollen. Nach Ansicht der Weisen und Frommen wurde am Rosch Haschanah die Welt erschaffen. An diesem Tag wird Schofar geblasen, dessen Ton uns ins Innerste dringt, uns die Herrschaft Gottes verkündet und den Menschen an die Wandelbai’- keit seines Schicksals erinnert. Der Klang des Schofars ermahnt zur Selbstbesinnung, zur Einkehr. Am Rosch Haschanah werden wir daran erinnert, daß alles in unserem Leben fremdes Eigentum ist, nur unsere Zeit allein gehört uns. Nützen wir unsere Zeit als Bausteine für unser geistiges und sittliches Leben, für das friedliche Leben der gesamten Menschheit, für die Bekundung der Menschlichkeit, für das Sich-Bewähren gegenüber den anderen. In diesem Sinne wünschen wir unseren Freunden, dem Jischuw in Israel, dem Präsidenten der Medinath Israel Shazar. seiner Regierung, den Mitgliedern der Knesset und allen Menschen guten Willens viel Glück im neuen Jahr 5726. B. Br.