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Die Stimme · 1965-04-01 · Heft 128 (April 1965) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
1965
Issue
Heft 128 (April 1965)
Date
1965-04-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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SEITE 4 DIE STIMME NUMMER 1 28 zurückschrecken wird, wurde bei der let.z ten Gipfelkonferenz in Kairo die Durchführung dieses sinnlosen und gefährlichen Projektes nochmals bestätigt. Der Jordan entspringt drei Quellflüssen, von denen einer, der Dan, gänzlich auf israelischem Gebiet liegt, der zweite, der Hatzbani, sich im Libanon und der dritte, der Baniyas, sich in Syrien befindet. Der Dan bringt jährlich 240 Millionen Kubikmeter Wasser, der Hatzbani 150 Millionen Kubikmeter Wasser und der Baniyas ca. 120 Millionen Kubikmeter Wasser in den Jordan. Laut dem Johnston-Programm hat Israel ein jährliches Recht auf 320 Millionen Kubikmeter Wasser, kann aber, wenn die zwei arabischen Quellflüsse abgeschnitten werden, nur auf die 240 Millionen Ku bikmeter Wasser des Dan rechnen. Die nördlichste Quelle des Hatzbani liegt im Libanon, ca. 20 Kilometer von der israelischen Grenze entfernt. Hier wollen die Araber einen fünf Kilometer langen Tunnel anlegen, um ca. 40 Millionen Kubikmeter Wasser jährlich in den Litani-Fluß zu leiten, durch den es dann ins Mittelmeer fließen würde. Einige Kilometer südlich, beim Vadi Sarid, sollen dem Hatzbani weitere 20 Millionen Kubikmeter Wasser jährlich abgezapft •werden, um durch einen 25 Kilometer langen offenen Kanal zu den syrischen Baniyas-Quellen geführt zu werden. Auch die Wasser der Wazzani-Quellen am unteren Hatzbani, in unmittelbarer Nähe der israelischen Grenze, sollen durch einen weiteren, Kanal zu den Baniyas-Quellen geführt werden. Von dort werden diese Wasser, zusammen mit den 120 Millionen Kubikmeter Wasser des Baniyas selber, durch einen geplanten 70 Kilometer langen Kanal bis zum jordanischen Yarmuk-Fluß, südlich vom Genezareth-See geleitet werden. Der Yarmuk ist der bedeutendste der Jordan-Zuflüsse und bringt jährlich 450 Millionen Kubikmeter Wasser in den Fluß, südlich vom Genezareth-See. Seit Jahren baut Jordanien an seinem Yarmuk-Wasser-; Projekt, mit finanzieller und technischer Hilfe der USA und ohne jede Opposition von seiten Israels. Die Araber entstellen das! Wesen, den Zweck und die Wirkungen des; Projekts und gehen schweigend darüber' hinweg, daß sie selbst, noch bevor Israel | begonnen hat, den ihm zukommenden Anteil am Jordanwasserlauf auszunutzen, bej reits große Mengen dieses Wasserlaufes i einseitig abgeleitet haben. Qale DCßmlte dos Familiencafö mit den tausend Zeitschriften Horrible Der algerische Partei- und Staatschef Ben Bella hat erneut die Vernichtung Israels angedroht. „Und wenn die Imperialisten alle ihre Flugzeuge und Kanonen nach Israel liefern — früher oder später werden wir Israel zerstören, so wie wir hier in Algerien mit den Fallschirmjägern und der französischen Soldateska fertiggeworden sind“, sagte Ben Bella auf einer Masseni kundgebung in Algier. Die Araber würden; die Existenz Israels niemals als vollendete' Tatsache anerkennen. | Tunesien hat bestätigt, daß es sich den anderen arabischen Staaten nicht anschlie-, ßen werde, wenn diese nach Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Bonn und Jerusalem ihre Beziehungen zur Bundesrepublik abbrächen. Der Generalsekretär der regierenden sozialistischen Destour- Partei, Achmed Ben Salah, gab in Tunis bekannt, das Zentralkomitee der Partei habe diese Haltung bekräftigt, die Tunesien bereits auf der arabischen Außenministerj konferenz in Kairo eingenommen habe. Das Zentralkomitee argumentierte, daß der Abbruch der Beziehungen zu Bonn keinen „fortschrittlichen Beitrag“ zur Lösung des Palästina-Problems darstellen könne. Als Hauptgrund für die tunesische Haltung gab Sprache Salah die Tatsache an, daß die Bundesrepu blik ihre Waffenlieferungen an Israel eingestellt habe. Dies sei ein „sehr wichtiger Gewinn" für die arabischen Völker. AUSSENMINISTERTREFFEN IN WIEN Sprecher des Wiener Ballhausplatzes bestätigten, daß die Außenminister Frankreichs, Großbritanniens, der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion ihren Besuch am 15. Mai in Wien fest zugesagt haben. Die politische Bedeutung des Außenministertreffens wird in Wien eher mit Zurückhaltung kommentiert. Wie in den Außenministerien von Paris und Washington, so! weist man auch am Ballhausplatz darauf hin, daß es sich um eine nur kurze, rein zeremonielle Veranstaltung anläßlich der Zehnjahresfeier des österreichischen Staatsvertrages handle. Politische Gespräche sind im offiziellen Programm nicht vorgesehen. Dennoch werden nach Ansicht politischer Beobachter die Außenminister sich die Gelegenheit zu einem Meinungsaustausch nicht entgehen lassen. Wien bietet auf jeden Fall die Gelegenheit zu einem Ost-West- Treffen ohne großen formellen Aufwand. „ALD0"-Strumpffabrik OHG Wien VIII, Langegasse 42 / Telefon 45 U 57 wünscht allen Gutgesinnten und Kunden EIN FROHES PESSACHFEST A. DOFT und FAMILIE Wien I, FranzOosefs-Kai 21 wünscht allen Freunden und Kunden EINEN GESEGNETEN PESSACH FAMILIE MANDEL Firma EUROTEX. Wien I, Hoher Markt 9 wünscht EINEN GESEGNETEN PESSACH FAMILIE MAHLER in Firma OPTIKER DRUKS wünscht allen Kunden und Freunden EIN FROHES PESSACHFEST TÜRKEI SCHWENKT UM Die Meldungen über eine vollständige Schwenkung der politischen Haltung und Richtung der Türkei haben in der Welt erhebliches Aufsehen erregt, sind aber keineswegs als die sensationelle Wendung zu werten, die ihnen zugeschrieben wird. Von einer Abwendung der Türkei vom Westen kann keine Rede sein, wohl aber davon, daß die türkische Regierung zur Herstellung normaler Beziehungen zu einem so bedeutenden Nachbarland wie der Sowjetunion sowie zu den arabischen Staaten in Zukunft besonders auf wirtschaftlichem Gebiet ihr Möglichstes tun wird. FRANZÖSISCHER RAT L. DALLIER NACH WIEN Nach fünf Jahren erfolgreicher Tätigkeit in Israel wurde Herr Daliier, der Erste Rat der französischen Botschaft in Israel, nach Wien versetzt. Als engster Mitarbeiter seines bisherigen Chefs, des Botschafters Jean Bourdeillette, trug er in dieser Zeit weitgehend zur immer noch intensiveren Gestaltung der französisch-israelischen Freundschaftsbeziehungen bei. Ungern sehen seine israelischen Freunde ihn scheiden, wenn sie ihn auch dafür beglückwünschen, daß er für einen wichtigen Posten an der Wiener französischen Botschaft ausersehen worden ist.

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