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Die Stimme · 1965-03-01 · Heft 127 (März 1965) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
1965
Issue
Heft 127 (März 1965)
Date
1965-03-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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SEITE 2 DIE STIMME NUMMER 127 Notstandsländem steht vor ihrem Abschluß und die aus den Wohlstandsländern vor ihrem Beginn.“ Aber ohne wirklich jüdisches Leben könne es keine neuen Quellen der Alijah geben. Die Einwanderung sei nicht nur für Israels friedlichen Aufbau erforderlich, sondern auch, um der Gefahr des arabischen Angriffs zu begegnen. „Selbst mit dem besten Kämpfergeist und den neuesten Waffen können wir diese Gefahr nicht ohne genügend Menschen bestehen", sagte Eschkol. „Wenn wir von der Voraussetzung ausgehen, daß Zion im Mittelpunkt der jüdischen Volksidee steht und nur Israel die Weiterexistenz des jüdischen Volkes im geistigen und kulturellen Sinne garantiert, dann kommen wir zu dem Ergebnis, daß die Sicherheitsfront Israels auch die Front jüdischen Fortbestehens überall in der Welt ist.“ ☆ Der Präsident der Vereinigten Staaten, Lyndon B. Johnson, sandte ein Begrüßungsschreiben an den Kongreß, in dem es u. a. hieß: „Die zionistische Bewegung hat eine historische Rolle bei der Staatsgründung Israels gespielt. Die Delegierten, die sich nun dort treffen, können stolz auf die Art und Weise sein, mit der Israel seinen Platz unter den Nationen der Welt eingenommen hat. Besonders in Afrika und Lateinamerika führt das Beispiel Israels andere, in manchen Fällen jüngere Nationen, zu den Doktrinen der individuellen Freiheit, Menschenwürde und Demokratie. Trotz seiner sehr beschränkten Mittel hilft Israel großzügig anderen Entwicklungsländern auf dem Wege zum wirtschaftlichen Aufbau und zu den Menschenrechten." UNSER BIBELWISSEN Die Volkshochschule des Judentums der Rav Maimon-Stiftung in Jerusalem entwikkelt sich immer mehr und mehr zu einem lebendigen Zentrum jüdischen Lernens in der jüdischen Hauptstadt Israels. Das gegenwärtige Arbeitsprogramm zeigt die Weite des Radius dieser Institution: Doktor Abraham Arsi lehrt Talmud und Aggada. Der ehemalige Knesseth-Abgeordnete, Herr Genichowski, führt in die Geschichte der Halacha ein und Rabbiner Dr. Benedikt in die Epoche der Gaonen. Rabbiner Bromberg gibt einen Kurs in Exegese und Dr. J. Bergmann führt in das Werk des Ibn Esra ein. Die Gedankenwelt der älteren Kabbala hat Dr. Weinstock zum Thema gewählt. Dozent Dr. Safrai behandelt die Epoche der Mischna und des Talmud. Die Gastvorlesung von E. Ben-Menachem führt in den Psalter ein. Direktor Peli, Leiter des Instituts, referiert über Kritik des Judentums in der Neuhebräischen Literatur. Die wissenschaftliche Leitung des Instituts liegt in den Händen des früheren Oberrabbiners von Südafrika, Professor Rabinowitz. (Fortsetzung von Seite 1) Der 26. Zionistenkongreß loren gingen, zurückkehren, sich auf das jüdische Bewußtsein besinnen, die Herzen unserer jungen Generation gewinnen, die Liebe zur jüdischen Heimat und zum Volk wach halten. Das Grundprinzip einer wirkungsvollen zionistischen Bewegung muß darauf konzentriert sein, die assimilatorischen Tendenzen, die gewisse jüdische Kreise erfaßt haben, einer Sanierung zu unterziehen und die jüdische Widerstandsfähigkeit im Hinblick auf die Konsolidierung des national jüdischen Charakters verläßlich zu untermauern. Fast der ganze Gehalt des Zionistenkongresses war darauf gerichtet, eine Lösung dieses Problems zu finden und Wege zur seelischen und geistigen Wiederbelebung des zionistischen Daseins zu suchen. Der 26. Zionistenkongreß bestimmte eine Kommission, die sich aus verdienten Menschen mit gesellschaftlicher, zionistischer und jüdischer Erfahrung zusammensetzt, denen die verantwortungsvolle Aufgabe zufällt, dem Aktionskomitee einen von jedem Gesichtswinkel aus rigoros durchdachten Plan zu unterbreiten, der geeignet sein soll, die zionistische Weltorganisation zweckdienlich zu reorganisieren und zu erneuern. In dieser ernsten Zeit, die uns Zionisten bedrückt, sind wir trotz allem vom Glauben erfüllt, daß die Beschlüsse des 26. Zionistenkongresses zum Wohl und Nutzen unseres Volkes und der Medinath Israel auf fruchtbaren Boden fallen werden. Ernste Warnung Dr. Nahum Goldmanns Der 26. Zionistenkongreß, der die ganze Sorgenlast für unsere jüdische Zukunft zu tragen hatte, beschäftigte sich vornehmlich damit, eine Lösung zu finden, unser Volk vor dem geistigen und seelischen Verfall zu retten. Dr. Goldmann schlug auf dem Kongreß Alarm, indem er den Delegierten vor Augen hielt, daß dem jüdischen Volk der Untergang droht, wenn der Prozeß der Assimilation im bisherigen Ausmaß weitergeht, und forderte Einkehr und Besinnung auf unsere hohen geistigen und ethischen Werte. Die Delegierten beschäftigten sich eingehend in Sorge und Kummer mit diesem ernsten zentralen Problem, vor dem sie viele andere Fragen zurückstellten. Bernhard Braver Eine der profiliertesten politischen Gestalten sozialistischer Prägung — Kommerzialrat Bruno Marek — wurde Wiens Ehrenbürger und erreichte gleichzeitig das 65. Lebensjahr. Zu beiden Anlässen unsere herzlichste Gratulation. Wer Mareks Stellungnahme zum Antisemitismus kennenlernen will, braucht nur Heft 4 der „Zukunft“ zur Hand zu nehmen und seinen Artikel „Antisemitismus, eine Krankheit der Volksseele“ zu lesen. Selten hat eine so prominente Persönlichkeit, wie sie der Jubilar repräsentiert, sich dazu verstanden, die Dinge beim richtigen Namen zu nennen und den Antisemitismus rundweg als verbrecherisch zu bezeichnen, gleichgültig in welcher Form er sich äußert. Diese Einstellung kommt nicht von ungefähr, prominente Männer des Judentums wie Peter Altenberg, Hugo v. Hoffmannsthal, Karl Kraus, Dr. Fritz Lehner-Beda, Josef Roth, Roda-Roda und Friedrich Torberg — um nur einige von hunderten zu nennen, zählten seit vielen Jahrzehnten zum Freundes- und Kulturkreis Bruno Mareks. Hier zeigte sich beispielhaft, daß Intelligenz und Fähigkeit unabhängig von Rasse und Herkunft, unabhängig von materieller Beziehung, einander anziehen und so die wahren Stützen der Gesellschaft bilden, auch wenn politische Überlegungen außer acht gelassen werden. Seit 1945 hat Bruno Marek als Direktor der Wiener Messe, die er aufzubauen begann, als noch ein großer Teil Wiens in Trümmern lag, bewiesen, daß fast Unmögliches Wirklichkeit werden kann, wenn ein fester Wille, gepaart mit überragenden Fähigkeiten, als Triebkraft wirken; so wurde die „Wiener Messe“ eine der größten Europas in bezug auf Ausstellungsteilnehmer aus verschiedensten Ländern, aber auch als Ankurbelungsinstrument der österreichischen Wirtschaft bei ihrem rasanten Aufstieg. Wir wünschen unserem Freunde aus vollem Herzen noch viele Jahrzehnte weiteren echt österreichischen Wirkens. W. ORT-VEREINIGUNG Wien XIX, Ruthgasse 21, Telefon 36 46 91 ladet Frauen und Männer ein, an den unentgeltlichen Kursen in angenehmer Atmosphäre teilzunehmen. Es finden Kurse in Hebräisch und Englisch statt, überdies besteht die Möglichkeit, verschiedene manuelle Fächer bis zur Vollendung zu erlernen.

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