Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1964
- Issue
- Heft 123 (August 1964)
- Date
- 1964-08-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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SEITE 6 DIE STIMME NUMMER 123 ISRAEL-NACHRICHTEN iiiiimiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiimimimimmiiiiiiiiiiiiimimiiiimiiimiiiiiimimmiiimiiiimmiiimiimmimiiiMiiiiiimiMiiiiiiiiiitmimitiiiiiiii IMF, FLOTTE WIRD ERWEITERT UNI) MODERNISIERT 27 neue Passagiersehiffe wird die Schifti'ahrtsgesellsehaft ..ZIM“ bis zum Jahre 1970 erwerben. Ein Teil der allen Schiffe wird ausgemustert. ein Teil modernisiert und umgebaut. Die großen Sehlafraume sollen verschwinden und alle Passagiere sollen in Zwoibett-Kabinen untergebracht werden. rauem der Preisvorgloich auf den Märkten rspart bleibt. VORFABRIZIERTE HAUSER SU PERMARKET J Das ehemalige ..Makolet" muß mehr und j mehr den modernen Supermarkets weichen, j Der letzte ganz großen Stils wurde in Hail'a! eröffnet. 10 weitere sind im Lande bis zum | Jahre 1966 geplant. Die Bevölkerung kauft i in diesen Lebensmittel-Warenhäusern nicht! nur bequem und schnell, sondern auch exakt zu den von der Regierung festgesetzten und kontrollierten Preisen, sodaß den Haus¬ 1 Mehrere Fabriken für vorfabrizierte Hiiu- , ser sollen in der nächsten Zeit (zusätzlich zu den schon bestehenden drei Betrieben) j gegründet werden, um den Wohnungsbau zu j beschleunigen. Nach einigen Jahren werden! diese Fabriken jährlich etwa 7000 Wohnungen I bei einem jährlichen Gesamlwohnungsbau >n 45.000 Wohnungen liefern können. Man hofft, damit ein Mittel gegen den I drückenden Wohnungsmangel mit der Zeit! ausbauen zu können. EIERSPITZE UMGEBOGEN NACH — , ARGENTINIEN I Eine Wirtschaftsnachricht, die höchst verblüffend ist. Von Argentinien ist derzeit bei , j allen jüdischen Nachrichtenquellen viel die! Rede: Es wird erwähnt als Asyl und Ttimj melplatz ehemaliger deutscher Kriegsverj brecher und als Tätigkeitsgebiet und Pro-! pagandaboden von Neonazis deutschen und j arabischen Ursprungs. Scheinbar sind die j leitenden Persönlichkeiten des Außenhandels j klüger. Argentinien kaufte1 in Israel 72 Mil- Oie Eierproduktion Israels ist äußerst er- ( folgreich. Der Export geschieht nicht etwa jaul' Kosten des Eigenbedarfes im Lande. | sondern Israel hat den größten Eierverj brauch der Welt: 200 Stück pro Kopf im | Jahr. TROTZ DEMOKRATIE — EINE KÖNIGIN Die israelische Frauenzeitschrift. „La Isha (die Frau), veranstaltete eine Schönheitskonkurrenz, bei der die 18 Jahre1 alte Ronit Rinnt aus Haifa (grüne Augen, braunes Haar), Schönheitskönigin wurde. Die israelische Schönheitskönigin erhielt dem dritten Platz bei der Wahl der ..Miss Universe“ in Miami Beaeh. llltllllllllllMIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIItllllllllllllllllllllllllllllllllltllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllfllllllllllllllllfllMlillllllllllllltllllllllllllllllllllllllllllllllllllflllllllllllllllllllllllllllllillllllllllHIIIIIIill Zum 80. Geburtstag von Max Brod Der aus Prag stammende Dichter Max Brod, der seit 1939 in Israel lebt und wirkt, wurde diesen Sommer 80 Jahre alt. Der älteren Generation, die auf dem Boden der Habsburgermonarchie aufgewachsen ist, braucht man Max Brod nicht vorzustellen. Er gehörte nicht nur zum „Prager Tagblatt“, sondern er gehörte mit Rilke, Kafka, Werfel und noch anderen zu diesem Prager Schriftstellerkreis, der in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen nicht nur seiner Heimatstadt ein ganz bestimmtes kulturell-literarisches Gepräge gab, sondern mit seinem Schaffen den ganzen deutschsprachigen Raum beeinflußte. Das Besondere an Max Brod ist aber, daß er nicht aufgegeben hat, als die Katastrophe hereinbrach. Der Chefredakteur des „Prager Tagblatt“, der bekannte Rudi Thomas, hat sich vergiftet, als die Deutschen in Prag einmarschierten. Max Brod ging nach Israel und arbeitete weiter. Er wurde Dramaturg j der „Habimah“, was allein ein Literaten- | leben ausfüllen kann. Zusätzlich schrieb i er in seiner israelischen Zeit aber noch j 8 Romane und mehrere philosophische I und biographische Werke. Auch in der | neuen, wie in der alten Heimat ist es j ihm gelungen, ein aktiver Faktor des j kulturellen Lebens zu werden. Eines seiner letzten Bücher, „Die verbotene Frau“, erschien mit einem Vorj wort des Leiters der Volkshochschule in Düsseldorf, Jörg Mager, welcher berichtet: „Als noch Mut dazu gehörte, nahm Max Brod die Verbindung mit Deutschland und Österreich wieder auf. In Berlin, in München, Hamburg, Frankfurt, J in Düsseldorf, wo er die Volkshochschule i durch freundschaftliche Teilnahme aus-! zeichnete, überall fand er begeisterte : Hörer, wenn er über das tschechische; und deutsche alte Prag, über seinen! Freund Kafka, über sein Lebenswerk j sprach und aus seinen Werken las. j Wir bringen anschließend eine No- I veile aus diesem Buch. Der Bauer Großhans lernt sterben Das Dorf Oberplaneck im nördlichen Kärnten ist alljährlich Schauplatz einer merkwürdigen theatralischen Darbietung. Da diese Aufführung immer erst zu Beginn dos Herbstes, also nach Abschluß der eigentlichen Reisezeit und Touristen-! saison stattfindet, erfreuen sich die büuj rischen Spiele, von denen im folgenden berichtet wird, keiner Weltbekanntheit, i sie sind sozusagen noch unentdeckt und ■ nur der Zufall fügt es, daß man gelegentlich einmal in einer Wirtsstube oder | in einem der geräumigen Häuser einer j Probe beiwohnen kann, zu der sich die i Dörfler noch während des Sommers verj sammeln. j Auf einem Hügel von tiefgrünem Wald j gelegen, nehmen sich die hohen weißen I Pfeiler und leeren Spitzbogen wie gej bleichte Knochen aus, wie das Skelett | eines Domes, der hier vor einigen hun-! dort Jahren gestorben ist. Denn auch Bauwerke sterben. Und somit erscheint durch den bloßen Anblick dieser verfallenen bleichen Kirche, von üppig grünen Nadelstämmen umgeben, der Gedanke an Leben und Tod nahegebracht, den das ländliche Theaterspiel ausdrückt. Die deutschen romantischen Maler, wie Caspar David Friedrich etwa, liebten solche Veduten, solche Gegensätze von Natur und Ruinen-Träumerei; auch denkt man an die Verse, die Clemens Brentano sang: „Bet ich nachts in den Kapellen, stört sich kein Gespenst an mir, weil sich Wandrer gern gesellen, denn auch ich bin nicht von hier.“ Von diesen nächtlichen Versen kommt man nicht so leicht los, auch wenn man das zerstörte Waldgotteshaus nur im hellen Tageslicht, in voller Sonne gesehen hat. Ich habe nicht nachgeforscht und kann j daher über die Entstehung nichts sagen, j nichts über die Geschichte des Theater- | brauchs in dieser Landschaft. Möglich, daß der Einfluß des Salzburger1 „Jederj mann“ bis hierherreicht. Hofmannsthal; hat ja auf erstaunliche Art durch seine j Er neuerung des alten Mysterienstücks die