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Die Stimme · 1964-08-01 · Heft 123 (August 1964) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
1964
Issue
Heft 123 (August 1964)
Date
1964-08-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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NUMMER 1 23 DIE STIMME SEITE 5 ist eine israelisch-arabische Verständigung möglich? Wir sagen j a, trotzdem emotionelle Strömungen in der gesamten arabischen Welt dagegen sprechen. Aber Stimmungen sind wandelbar, wie dies aus den politischen Entwicklungen zwischen China und der Sowjetunion, Frankreich und den USA, den wirtschaftlichen Bestrebungen der Comecon-Länder zu Westverbindungen und schließlich aus den amerikanisch-sowjetischen Gesprächen, hervorgeht. Schien früher Israel dem auf leeren Staatskassen sitzenden Staatsmann Nasser ein begehrenswertes Beuteobjekt, geeignet, auch bei den hungrigen Massen Begehrlichkeit zu wecken, hat sich heute die Situation grundlegend geändert. Dank amerikanischer und sowjetischer Hilfe wurde das Piasterdenken Ägyptens in ein Dollardenken Nassers umgemünzt und ein neues politisches Ziel erstand: Das arabische Öl. — Die riesigen Aufwendungen Nassers im Jemen zeigen, daß es ihm Ernst ist mit dem Gedanken, den Ölreichtum der arabischen Länder unter ägyptische Kontrolle zu bringen und sie den arabischen Königen und Scheichs zu entziehen. Nasser ist nicht der Mann, sich mit Konferenzzusagen von Ölspendebeträgen abzufinden und Jemen biidet den Auftakt, der sich in ähnlicher Weise in Saudiarabien, auf den Bahreininseln und in Persien fortsetzen soll. Auf diese Weise wird Ägypten von seinen unzuverlässigen arabischen Verbündeten unabhängig, da seine eigenen Kräfte ausreichen, um mit schwächeren Gegnern fertigzuwerden. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Israel? Der Zankapfel, die arabischen Flüchtlinge haben sich freiwillig entschlossen, die völkerrechtliche Tatsache des Staates Israel nicht anzuerkennen und ihr Heil in einer Umsiedlung in ein arabisches Nachbarland zu suchen. — Gelingt es nun, diese Flüchtlinge organisch in ihre arabische Umgebung einzuordnen, so wäre dies Problem gelöst. Da Gebietsschwierigkeiten angesichts der siedlungsarmen arabischen Gebiete nicht bestehen, bleibt lediglich ein finanzielles Problem übrig. — Hier kann Israel durch faire Ablösung des früheren arabischen Besitzes im Verein mit einer entsprechenden Aufbauhilfe der Vereinten Nationen, die sich auf diese Weise von einer kostspieligen Dauerbesetzung freikaufen, einen wichtigen Beitrag leisten, der durch Indienststellung wertvoller Wiederaufbauerfahrungen entsprechend erweitert werden kann. Das Jordanproblem hat schon heute infolge der amerikanisch-israelischen Vereinbarungen zur Erschließung von Meerwasser für Kulturzwecke, seine frühere Bedeutung verloren. Wahrscheinlich werden später sogar Jordanien und Syrien mit israelischer Bewässerungshilfe rechnen können. Damit wären aber alle Voraussetzungen für ein Aufblühen aller Staaten des Nahen Ostens gegeben, deren Interessen mit den Interessen Ägyptens nicht immer zusammenlaufen. Gerade jetzt zeigt uns der zyprisch-türkische Konflikt, daß die beste Lösung zur Einleitung friedlicher Entwicklungen im Bevölkerungsaustausch mit großzügiger finanzieller Ablöse der Vermögenswerte, für die die internationale Öffentlichkeit immer zu haben sein wird, sei es in Form von Spenden oder Anleihen, gegeben erscheint. Als Vorleistung für die Bevölkerungsumsiedlung kann die Aufnahme von hunderttausenden Juden aus verschiedenen arabischen Staaten durch Israel in den letzten Jahren wohl mit vollem Recht angesehen werden. Albert Welt Es ii Siudemen, me me Heil ernst nehmen Diplomatische Beziehungen mit Israel gewünscht Die Mitglieder der „Deutsch-israelischen Studiengruppe an der Freien Universität Berlin“ haben einen Brief an den Bundeskanzler Erhard gerichtet, in dem Kritik an der Politik der Bundesrepublik gegenüber dem Vorderen Orient geübt wird. Wie der Vorsitzende der Studiengruppe, Horst Schmollinger, mitteilte, sind „bisher nicht dementierte“ Zeitungsmeldungen Hauptanlaß dieser Kritik. In diesen Meldungen hatte es geheißen, daß die Bundesrepublik in ihrer Nahostpolitik in Zukunft mehr Rücksicht gegenüber den arabischen Staaten als gegenüber Israel üben wolle und daß der Entwurf des Gesetzes bezüglich des Rückrufrechts für im Ausland bei der Kriegswaffenproduktion tätige Bundesbürger an die Ausschüsse überwiesen wurde, weshalb zunächst nicht mit seiner Verabschiedung zu rechnen sei. Die Studenten erklärten dazu in ihrem Brief an den Bundeskanzler, auch sie seien zwar der Ansicht, die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Israel berge ein gewisses Risiko. „Dieses Risiko steht aber in keinem Verhältnis zu unseren Verpflichtungen“. Denn wenn Deutschland „dem Anspruch eines Neubeginns nach 1945“ Genüge leisten wolle, so müsse sich diese Wandlung auch in politischen Entscheidungen manifestieren. Mit der gegenwärtigen Nahostpolitik unterstütze die Bundesregierung gewollt oder ungewollt die arabischen Aggressionsdrohungen gegenüber Israel und trage so zu einer Verschärfung der Lage im Nahen Osten bei. Damit seien sie, die Studenten, als verantwortungsvolle deutsche Staatsbürger nicht einverstanden. Wir leben wohl im Zeitalter der Maschine und der Automaten, aber die menschliche Arbeitskraft hat trotzdem außerordentlich zugenommen. In der ORT-VEREINIGUNG, Wien XIX, Ruthg. 21, Telefon 36 46 91, findet laufend Berufsschuiung unentgeltlich statt. fit EUROPA MDBEL WIEN VII BREITEG. 5/6 etos* gro-ße EinrirfitungsPtaus bringt neueste Mö&et-Mtrctefft

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