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Die Stimme · 1964-05-01 · Heft 122 (Mai 1964) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
1964
Issue
Heft 122 (Mai 1964)
Date
1964-05-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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N UMMER 1 7 7 DIE STIMME SEITE 7 Chruschtschow billigt „gerechte" Forderungen der arabischen Staaten Primus -lleisni 1904 Bei seiner kürzlich in Kairo gehaltenen Rede wandte sich Premier Chruschtschow gegen die Pläne Israels, den Jordan für Bewässerungszwecke anzuzapfen. Er redete von den „imperialistischen“ Plänen Israels, die mit diesem Projekt realisiert werden sollen, und sprach davon, daß die Sowjetunion die „gerechten Forderungen der arabischen Staaten“ gegenüber diesen imperialistischen Plänen unterstütze. Wir wollen Chruschtschows dialektische Fähigkeiten nicht untersuchen, auch nicht näher darauf eingehen, ob es sich um ernst gemeinte Absichten handelt oder ob er nur zum Fenster hinaus sprach. Jedenfalls erinnern wir daran, daß der Sowjetstaat auf Grund der Lehren von Marx und Lenin gegründet wurde. Die sozialistische Lehre fordert die Freiheit für alle Völker dieser Erde, natürlich das jüdische Volk mit eingeschlossen. Mit Dankbarkeit gedenken wir des UNO-Beschlusses des Jahres 1948, der die Gründung des Staates Israel bestimmte, und besonderen Dank zollen wir in dieser Verbindung der Sowjetunion. Chruschtschow, der doch gewiß ein gewiegter, iduger Politiker ist, wie immer man sich sonst auch zu ihm bezieht, hat durch seine erwähnte Rede in Ägypten sich der Demagogie, einer unbegreiflichen Simpliziät und politischen Dummheit schuldig gemacht, insbesondere gegenüber einem Staatsgebilde, das nach sozialen, kultuellen und ökonomischen Gesichtspunkten such vom sozialistischen Gesichtswinkel aus gepriesen werden müßte und bestimmt weit entfernt ist von jeder imperialistischen Regung. Uns dünkt, daß die Reise Chruschtschows nach Ägypten nicht weit von seinem eigenen Ziel entfernt ist, imperialistische Pläne zu verwirklichen. Wie ist es um seinen Sozialismus, Marxismus-Leninismus bestellt, wenn er dem Nasser, der sich eher Hitler und Mussolini zum politischen und moralischen Vorbild nimmt, Waffen liefert, die gegen das wahrlich friedliebende jüdische Volk gerichtet sind! ÖSTERREICH — Wochen Pauschalpreise ITALIENISCHE ADRIA — Tagespauschalpreise JUGOSLAWIEN - Wochenpauschalpreise Rovinj/I stnen .ab S 79! Mali Losmj .ab S 496. Tucepi .ob S 486 FLUGPAUSCHALREISEN Mamoia .ab 3 2030 Mallorca .ab S 2770 Bulgarien .ab S 2140 Deutschlands Fenster nach Kairo! Die Flucht des ehemaligen SS-Führers Zech-Nenntwich hat ihr Ziel gefunden: Denn welcher Deutscher sucht Exil in Kairo? Welche Gruppe von Bürgern der Bundesrepublik nimmt dort ständig zu? Man sollte eigentlich an geeigneter Stelle alle diese Methoden und Kniffe kennen, j denn sie sind keine Neuerfindungen. Die! Parolen der Rechtsradikalen von heute j lauten nicht viel anders als der Extremisten, denen es durch die Laschheit der Weimarer Republik gelang, die junge Demokratie so zu unterhöhlen, daß die Welt j in eine Katastrophe gestürzt werden konnte. Aber es ist jetzt nicht die Zeit gegeben, nur Reden zu halten, es ist höchste Zeit, den innenpolitischen Auswüchsen kraftvoll zu begegnen. Sonst könnte eine neue Katastrophe über die ganze Welt hereinbrechen. Die Haltung Westdeutschlands gegenüber den verbrecherischen Umtrieben seiner Nazi ist höchst bedenklich und erfüllt die anständige, demokratische Welt mit Sorge. Wie verhielte sich Westdeutschland beispielweise gegenüber den gleichen deutsehen Wissenschaftlern, die Mordwaffen nicht in Ägypten, sondern in Moskau, Prag, Warschau, Bukarest schmiedeten? Mit „AGAMEMNON" und „ACHILLEUS" AUF DEN SPUREN DES ODYSSEUS! Jeden Samstag von Venedig nach nach Griechenland, Ägypten und Israel Auskünfte und Buchungen in Ihrem Reisebüro und beim Generalagenten Ihr so zentral gelegenes REISEBÜRO PRIMUS Wien I, Rotenturmstraße 10, Tel. 52 45 81 Serie erwartet gerne Ihren Besuch Kommunique des Zentralrats Mazzoth und Wein aus Israel laufend zu haben bei Firma S. DAUBER Lebensmittel und Textilhandel Wien IX, Servitengasse 4 Telefon 34 40102 Sitzung in Der Zentralrat der Juden in Deutschland befaßte sich eingehend mit der politischen Situation in Deutschland. Er stellte eine Anzahl bedenklicher Erscheinungen fest, die Anlaß zu großer Sorge geben. In diesem Zusammenhang wird auf die systematisch vorbereitete Flucht Verurteilter der NS-Zeit, auf die erhebliche Zunahme der Hetze durch rechtsradikale Organe, auf die Tendenz, nationalsozialistische Mörder zu amnestieren und den nationalsozialistischen Gewalttaten durch Gleichstellung mit Kriegshandlungen den Düsseldorf Verbrechercharakter zu nehmen, hingewiesen. Die Zuerkennung von Preisen für die Verbreitung von Geschichtsfälschungen, die mit der Dolchstoßlegende zu vergleichen sind, war bereits in früherer Zeit der Vorbote von Chaos und Verfolgung. Der Zentralrat ist der Auffassung, daß bei einer derartigen, für den Rechtsstaat bedrohlichen Situation von den verantwortlichen Stellen der Bundesrepublik die geeigneten Konsequenzen gezogen werden müssen.

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