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Die Stimme · 1964-03-01 · Heft 121 (März 1964) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
1964
Issue
Heft 121 (März 1964)
Date
1964-03-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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SEHE /’!) I f STIMME NUMMER i? „Kashruth" in alter und neuer Zeit bestehende Überproduktion der Landwirtschaft in Erez hin und ist gegen eine weitere Ausweitung. Andererseits besteht Als vor mehr als fünf Jahrtausenden Ägyptens zurücksehnen, und die es zu allen . M , Facharbeitern und Anseunsere Vorfahren aufbraehen aus Abbau- Zeiten BeSeben ha.. |£i “Sil Agigkeit und Sklaverei, war ihr Freiheitswir sehen im neu aufgebauten Israel, rern Ärzten etc., so daß wohl jeder, der in wille so groß, daß sie all ihr Hab und Gut ^as wohi nicht zu Unrecht von der ganzen Zukunft seine Kenntnisse für Israels weiliegen ließen, um dem Ruf Moses zu folsittlichen Welt bewundert wird, nur einen teren Aufbau wird widmen wollen, diesgen. Nahrung auf den Weg in ein neues, Anfang. Sowie im vergangenen Jahrhundert bezüglich wohl keine Schwierigkeiten zu unsicheres und beschwerliches Leben in j Millionen Menschen in die neue Welt erwarten haben wird. Die neue Rangord- Gestalt von Teigfladen, das war ihr Reisestrebten, um dort als freie Menschen nung wird dann nur noch einen geogragepäck. Das Pessachfest, das an diesen; ihrem, auf eigene Kraft aufgebauten Lephischen und einen sozialen Charakter Auszug aus Ägypten in die neue Freiheit 1 bensziel nachzustreben, so werden vielleicht haben. gemahnt, hat aber noch eine andere Bej noch in unserer Zeit, die Massen erfaßt Hier seinen Einfluß der sich auf jahrdeutung, die Beachtung verdient und deren j werden, vom Gedanken, ihren Aufbauanzehntelange Bemühung mit diesen Problewir uns gerade in unserer Zeit bewußt teil in Israel abzustatten. men stützt, geltend zu machen, das soll sein sollen. Der Landwirtschaftsminister in Israel das Programm unseres Landesverbandes „Kashruth“, Säuberung von allen Merkj Moshe Dayan, weist auf die schon jetzt in der nächsten Zukunft vervollständigen. malen der Vergangenheit bedeutet nicht _ nur die Verbrennung von „Chametz", wie J sie vorgeschrieben ist, sie soll auch auf; C£ m SfiKltSUChi die geistige Läuterung deuten, die zum Denken des freien Menschen von jenem Uns liegt eine überaus eingehende und nistischen Bewegung in Deutschland und des Sklaven führt. Doch mit dem Erreij dankenswerte Arbeit in Form eines Buches für eine bestimmte Epoche des Judentums chen der Freiheit allein ist noch nicht j von Dr. Walter Goldstein vor. Es handelt im früheren Deutschland, alles gewonnen; viele Beispiele unserer j sich um. die Geschichte des Herzl-Bundes. heutigen Umwelt beweisen dies. Erst wenn i einer Organisation, deren Bedeutung weit sich Freiheit mit unerschütterlichem Auf- J über ihre zahlenmäßig engen Grenzen bauwillen paart, werden jene Kleinmütigen! hinausgeht. Die Leistung des Bundes, seine zum Verstummen gebracht, die, wie in j Problematik, ja seine Krisen sind repräsenalter Zeit, sich nach den Fleischtöpfen! tativ für eine bestimmte Phase der zin- Sand im Getriebe der deutschen Wiedergutmachungspraxis Was diesem Kreise junger Zionisten an zahlenmäßiger Grüße fehlen mochte, wurde durch die Dynamik menschlicher Verbundenheit ersetzt. In dieser Schrift wird denn , auch deutlich, in welchem Grade der eini zelne Träger einer Idee sein kann. Der Verfasser nennt nicht wenige Namen. Er! bedauert sicherlich, wenn die Aufzählung jener Namen Lücken aufweisen sollte. Der Wert der vorliegenden Chronik ist ein dokumentarischer. Als solche ist sie Zum Lobe, das der Präsident des jüdiwenn es ihm auch gelingt, einen Dar-; fraglos eine ErSanzung umfassenderer Darschen Weltkongresses der deutschen Wielehensgeber auf den zukünftigen Anspruch slellungen des Zloni-srTlus in Deutschland, dergutmachungs - Gesetzgebung spendete, zu finden, selbst Zinsen für dieses Dar-; Da es keine ganz objektive Geschichtsseien auch einige Hinweise hinzugefügt, die lehen zu zahlen hätte. j Schreibung geben kann, ist auch diese Arbeit sich auf die praktische Durchführung bei Aus rein menschlichen Gründen wäre es j ^en Gesetzen eines gewissen Subjektivis- Befriedigung der gesetzlich fundierten Anangezeigt, in Fällen, wo es um alte Menj mus unterworfen, der bei Werken dieser Sprüche beziehen. Hier werden die Entsehen geht, die Ansprüche sind ja schon j Art;mrner spürbar, aber auch immer legischädigungsanwärter insofern benachteij zumeist aus der Zuerkennung der Ver-; jst wenn wir uns deshalb nicht mit ligt, als sie dem Zeitablauf unweigerlich j folgtenentschädigung prinzipiell erhärtet,! .,uen hier vertretenen Anschauungen identiausgesetzt sind, dies aber in der Entschäentweder eine befristete schnelle Erledij fixieren können, so sprechen wir dem Verdigungsbürokratie zumeist vernachlässigt | gung in der Referentenpraxis einzuführen j fasser durchaus das Recht zu, die Dinge so wird. Es fehlt die vollkommene Trennung j oder aber dort, wo dies nicht ohne weii 7U schildern, wie er sie in Liebe und Vervon Legislative und Exekutive, die erst; teres möglich ist, durch Zahlung von gröj antwortung sah und er unsere Gedächtnisdas Unrechtsempfinden beim Einzelnen! ßeren Vorschüssen, die Wartezeit über-' lückcn schließt, beseitigt. Das Entschädigungsamt setzt J brücken zu helfen. die Befriedigung der Ansprüche fest, und1 Allerdings drängt sich uns bei diesen sorgt auch für die finanzielle Durchfüh-! Überlegungen der Vergleich auf zwischen rung. Nun ist es aber bekannt, daß die! den Wiedergutmachungs-Leistungen West- Anspruchsteller zumeist alte Leute sind,; deutschlands und solchen Österreichs. Als da ja gesetzlich eine diesbezügliche Rangi in Westdeutschland schon längere Zeit die Ordnung vorgesehen ist. Wird nun ein Akt! Enschädigung an die Verfolgten in Geld jahrelang verzögert, gleichgültig aus wel- J flüssig gemacht wurde, dachte die österchen Gründen, so erlischt oft der Anspruch : reichische Regierung noch nicht ernstlich mit dem Leben des Anspruchstellers, denn ■ daran, gesetzliche Bestimmungen in die er hat in vielen Fällen überhaupt keinen j Tat umzusetzen. Und als Österreich mit Erben. Solche Ansprüche müßten dem j der Flüssigmachung des Geldes an die Härtefond zufließen. Außerdem werden j Verfolgten begann, lagen schon viele verkeinerlei Zinsenvergütungen geleistet, die | folgte Juden unter der Erde und die noch wohl eine gerechte Kompensation dafür ) am Leben waren, bekamen einen Bettel vor darsteilen würden, daß der Anspruehsteller, c.ie Füße geworfen. ESRIEI SEIFERT HERREN-, KNABEN- UND KINDERKLEIDER EN GROS WIEN II, DONAUSTRASSE 87

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