Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1964
- Issue
- Heft 120 (Februar 1964)
- Date
- 1964-02-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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SEITE 6 DIE STIMME NUMMER 120 Die Beduinen im Negev Von Israel^ 22.000 Beduinen leben Ui.000 im Negev. Die landwirtschaftliche Entwicklung dieses Bevölkerungsteiles bildet ein Kapitel für sieh. Das Leben der Beduinen ist grundverschieden von dem der Bauern. Die besonderen Bedingungen der Wüste haben ihre Sitten und Gebräuche geforml. Die Haupteinnahmequelle der Beduinen sind Schafe und Ziegen, mit denen sie auf der Suche nach Wasser und Weideflächen durch die Wüste ziehen. Vierzehn Kilometer lange Wasserleitungen wurden in die Wüste gelegt, um die Beduinen und ihre Herden regelmäßig auf ihren Lagerplätzen mit Wasser zu versorgen. Regenwasserzisternen wurden ausgebessert und Quellen gereinigt. Dadurch haben sich ihre Herden seit 1948 um das Sechsfache vermehrt. Obgleich die Schafzucht noch immer die größte Einnahmsquelle ist, gewinnt der Ackerbau für die Beduinen mehr und mehr an Bedeutung. Früher verstreuten sie in primitiver Form die Samenkörner und pflügten sie mit ihren Kamelen in den Boden, warteten dann gleichgültig auf die mageren Erträge. rissen die verkümmerten und ausgedörrten Kornähren mit den Händen aus dem Boden und droschen das Korn vor ihren Zelten. Die Kamele konnten bereits vielfach durch Traktoren ersetzt werden, da die Beduinen erkannt haben, von welch großem Nutzen Traktoren und Erntemaschinen für die Vermehrung ihrer Einnahmen sind. Sie haben bereits mit der Verwendung chemischer Düngemittel begonnen und wenden auch schon den Fruchtwechsel an. i Einen weiteren Meilenstein im Fortschritt j der Beduinen stellte die Bildung von Koopej rativen dar. Die As-Salam-Kooperative, 1 deren Mitglieder drei verschiedenen Stämmen angehören, hat mit Hilfe von Regierungsanleihen. durch Investierung der Ersparnisse ihrer Mitglieder. Traktoren, einen Mähdrescher, ein Lastauto und vei'schiedene landwirtschaftliche Geräte erworben. Im ersten Jahr pflügte sie das ganze ihren Mitgliedern gehörende Land und übernahm außerdem Arbeiten für arabische und .jüdische Landwirte. Dieser Erfolg führte zur Gründung einer zweiten Beduinen-Kooperative. Dürre und Trockenheit, sind in Gegenden wie dem Negev keine Seltenheit. In Jahren, in denen fast gar kein Hegen fällt, können die Beduinen keine Weideplätze finden. In solchen schwierigen Zeiten gewährt ihnen die Regierung eine Dürre-Subvention, die lebenswichtig für sie ist. In den Jahren 1957- 1960 war der Negev so ausgetrocknet, daß den Beduinen eine besondere Beihilfe gewährt werden mußte. Diese Entschädigungszahlungen beliefen sich jährlich auf IL eine Million bis IL 1,5 Millionen. Außerdem erlaubte man den Beduinenstämmen, ihre Herden auf den bewohnten Teilen des nördlichen Negev weiden zu lassen. Das Arbeitsministerium führte Notstandsarbeiten größeren Umfanges aus, bei denen zahlreiche Beduinen Beschäftigung fanden. Die Zisternen wurden mit Wasser aus anderen Landesteilen gefüllt und Nahrungsmittel unter den von der Dürre betroffenen Beduinen verteilt. Da sich die Jahre der Dürre und die damit verbundenen Schwierigkeiten für die Beduinen, die in diesen Zeiten arbeitslos sind, fast regelmäßig wiederholen, begann sich die Regierung ernsthaft um eine bessere Lösung dieses Problems zu bemühen. Es wurde ein Projekt DR. WOLF HERZBERG s. A. Der Zionistische Landesverband betrauert den Heimgang seines Ehrenpräsidenten Dr. Wolf Herzberg, welcher im 79. Lebensjahr nach schwerer Krankheit verschieden ist. Dr. Herzberg gehörte der zionistischen Bewegung seit seiner Gymnasiastenzeit an. Er war nicht Zionist schlechthin, sondern widmete seine physische Kraft, sein geistiges Können der jüdischen, der zionistischen Bewegung. Dr. Herzbergs Ziele im Leben waren nicht auf Besitz und Reichtum gerichtet, sondern vielmehr auf die Erfüllung seiner Sehnsucht, auf die Errichtung des jüdischen Staates und, als dieser schon bestand, auf das Glück im sozialen Leben des Judentums. Diesen Zielen widmete er vorwiegend sein Wirken und Schaffen. Ehre seinem Angedenken. DR. VIKTOR PORDES s. A. Im 82. Lebensjahr verstarb Dr. Viktor Pordes. Dr. Pordes war eine Individualität besonderer Prägung. Ein Idealist, welchem wir in der jetzigen Epoche selten begegnen. Ein Mensch, in dem sich die Menschlichkeit voll entfaltete. Ein Jude, dessen Kraft sich übermächtig äußerte, ein Zionist, der den zündenden Funken in sich hatte und ihn weitergab. Ehre seinem Angedenken. ausgoarboitot, um Beduinen, die den Wunsch | äußerten, in diesen Plan oingesehlossen zu worden, in anderen Gegenden Israels anziti siedeln. Zunächst soll die Umsiedlung deri jenigen Beduinen vorgenommen werden, die ■ bereits früher als Saisonarbeiter außerhalb i des Negev beschäftigt waren. In diesem Rahmen soll auch das drückende Problem jener Beduinen einer Lösung zugeführt werden, die weder Land noch Herden ihr Fügen nennen. Die Regierung hat bereits die erforderlichen Geldmittel für die Umsiedlung einiger hundert ILimilien bereitgestellt. Die Regierung wird diesen Ansicdlungsplan auch durch die Gewährung von langfristigen Anleihen für Wohnungsbau unterstützen. Die Beduinen sollen Arbeitsplätze unweit ihres Wohnortes, vor allem in der Landwirtschaft, im Weinbau und in den Obstplantagen, sowie in Baumwoll-, Sisaluncl Erdnußpflanzungen erhalten. Außerdem soll jede Familie in der Nähe der Wohnung einen Dunam*) Land zur Anpflanzung von Früchten und Gemüsen für den eigenen Bedarf zur Verfügung gestellt bekommen. Die Kosten dieses Projektes sind zwar recht beträchtlich. aber stellen offensichtlich eine bessere Investierung dar als immer wiederkehrende Unterstützungszahlungen. NEUER KIBBUZ SOLL AM TOTEN MEER ERRICHTET WERDEN In Brunnen, die jetzt an der Mündung des Nachal Zeelim im Toten Meer, 17 km südlich En Gedi und 5 km nördlich Massada gebohrt werden, hofft man, reichlich Wasser zu finden, das von den Hebron-Bergen einfließt und bisher im Toten Meer verloren ging. Auf diesem Gelände sind vom Keren Kayemeth Leisrael bereits 700 Dunam für landwirtschaftlichen Anbau urbar gemacht worden. Wird Wasser in genügender Menge gefunden, so wird dort eine junge Gruppe des Ichud Hakibbuzim zur Ansiedlung gehen, um zum Nachbarn des bisher isolierten Kibbuz En Gedi zu werden, welcher der gleichen Bewegung angehört. KENNEDY-WALD IM JERUSALEMER BERGLAND Ein Kennedy-Wald wird vom Keren Kayemeth innerhalb des Amerikanischen Freiheitswaldes, südwestlich Jerusalems, gepflanzt werden; in ihm soll eine Kennedy-Gedächtnissäule auf gestellt werden, umgeben von 50 anderen Säulen, die die 50 Vereinigten Staaten Amerikas symbolisieren. Eine Million Bäume sind geplant. *) Ein Dunam 1000 Quadratmeter.