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Die Stimme · 1964-02-01 · Heft 120 (Februar 1964) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
1964
Issue
Heft 120 (Februar 1964)
Date
1964-02-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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NUMMER 1A1 DIE STIMME SEITE 5 lllohln flfeflen die Wasser des Jordan? Von Haifa;ms wird mit Hochgefühl ein Ausflug zu den „Jordanquellen“ ins Galil gemacht. Initiative Siedler haben schon vor mehr als zehn Jahren eine Forellenzucht in diesem Gebiet geschaffen. Der Einwanderer steht ergriffen vor diesen munter fließenden Bächlein, die nicht anders aussehcn als ein Gebirgsbach irgendwo in Europa. Diese Idylle ist, vorbei! Die Quellen des Jordans liegen auf arabischem Gebiet. Der Streit um die Verteilung des Jordanwassers ist nicht neu. Ein großzügiges Bewässerungssystem könnte allen Anliegerstaaten — Jordanien, Israel, Syrien und dem Libanon — einen großen Auftrieb geben. Die Verwendung des Wassers, das jetzt nutzlos im Toten Meer verdunstet, beschäftigt die Sachverständigen seit dem Ende des ersten Weltkrieges. Großangelegte Pläne von Experten wurden seit dieser Zeit aufgestellt und verworfen, am bekanntesten war der amerikanische „Johnston-Plan“ aus dem Jahre 1955. Alle vorangegangenen Pläne werden aber von dem aktuellen Vorhaben übertroffen, durch eine Rohrleitung von etwa 160 Kilometer Länge Wasser aus dem nördlichen Jordan in die Negev-Wtiste zu leiten. Der Umfang des Vorhabens hat die arabischen Kreise sofort beunruhigt. Die Unruhe steij gerte sich außerordentlich, als der damalige israelische Ministerpräsident Ben Gurion er-! klärte, nach der Fertigstellung könnten in der Negev-Wüste nach und nach zwei Mil-; Honen Menschen angesiedelt werden. Jahre sind seitdem vergangen, aber nach j wie vor ist es allein diese Aussicht und diese! Angst vor der Möglichkeit einer Verdop-! pelung der jüdischen Bevölkerung in Israel,; die den arabischen „Sturm“ um das Jordan- ■ wasser entfacht hat. t Die im vorigen Monat in Kairo abgehalj tene Gipfelkonferenz von 13 arabischen! Staatsoberhäuptern — von König Hussein bis j Ibn Saud umfaßte sie auch politisch jede Größe, manche Namen hat der Durch- ' schnittseuropäer jetzt überhaupt zum erstenmal gehört - ist zwar in Sachen Jor- , danwasser einberufen worden, es wurden! jedoch keine drastischen Maßnahmen zur! Verhinderung der israelischen Bewäsi scrungspläne beschlossen. Dafür aber haben die Araber eigene Pläne zur Ableitung der Jordanquellen, die sie unverzüglich in An-! griff nehmen.! Ohne Zweifel meinen sie es ernst mit ihrer Absicht, die Jordanzuflüsse abzuleiten. Sie wissen genau, daß sie militärisch nicht in der Lage sind, Israel an der geplanten Bewässerung der Negev-Wüste zu hindern. Andererseits arbeitet die Zeit gegen sie, denn wenn die israelischen Pumpstationen erst einmal den Betrieb aufgenommen haben werden und durch eine über 100 Kilometer lange Rohrleitung Wasser aus dem See Genezareth in das Dürregebiet im Süden befördern, dann haben die Israelis mit diesem fait accompli einen entscheidenden Vorteil errungen. Je weiter die Urbarmachung der Wüste fori geschritten sein wird, um so mehr setzen sich die Araber vor der Weltöffentlichkeit ins Unrechl mit jedem Versuch, dieses große Pionierwerk zerstören zu wollen. Eines jedoch vermag das Treffen der arabischen Könige und Präsidenten in Kairo nicht zu bewirken: Das für die zukünftige Existenz und Weiterentwicklung Israels lebenswichtige Projekt, das die Nutzung eines kleinen Teils des Wassers des Tiberiasees, der ausschließlich von israelischem Gebiet umgeben ist, zur Bewässerung des dürren Südens Israels versieht, wird planmäßig; fortgesetzt und unterliegt keinerlei äußeren; Einflüssen, erst recht nicht den aggressiven Drohungen der Nachbarstaaten. Wenn die in diesem Rahmen errichteten Wasserwerke in diesem Jahr beginnen werden, vorerst geringe Mengen aus dem Tiberiasee nach Süden zu pumpen, wird dies nichts anderes darstellen, als die Verwirklichung eines Teils I jenes umfassenden Planes, den US-Sonder-! botschafter Johnston vor acht Jahren sowohl Israel wie auch den arabischen Staaten 1 unterbreitete. Arabische Generalstabschefs Die arabischen Generalstabschefs haben sich mit dem Kampf gegen den israelischen Jordan-Plan befaßt. In der nächsten Zeit soll eine Konferenz der arabischen Außen- und Kriegsminister tagen, um zu beschließen, was die arabischen Staaten gegen den Jordan-Plan unternehmen wollen. In der Arabischen Liga gibt es heute die syrische und die ägyptische Schule. Die Syrier sind die schärfsten Gegner Israels und möchten sofort gegen die Juden Krieg führen, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Auf der Tagung der Generalstabschefs boten die Syrier an, daß ihre Kommandotruppen Sabotageakte gegen die Jordan- Leitung verüben sollten. Sie wollten die Pumpstationen am Kinereth-See sprengen. Falls sich daraus ein bewaffneter Konflikt zwischen beiden Staaten ergeben' sollte, so sollte Ägypten Syrien sofort zu! Hilfe kommen. Es scheint, daß Ägyptenj diesen Plan nicht akzeptiert, da es sich | nicht von der UNO als Aggressor brand-, marken lassen möchte und eher politische und diplomatische Mittel anwenden. Sie sehen als Realisten die große Schwierigkeit: Alle Maßnahmen Israels gehen auf dem eigenen Territorium des israelischen souveränen Staates vor sich, und Israel hält sich bei der Wasserentnahme aus dem Jordan an den Johnston-Plan, den 1955 Ägypten gebilligt habe. Nur Syrien war gegen dieses Projekt aufgetreten und brachte es auch zu Fall. Außerdem haben die Amerikaner Ägypten und anderen arabischen Staaten mitgeteilt, daß sie gegen einen Jordan-Plan Israels auf der Basis des Johnston-Vorschlages nichts einzuwenden haben. Nun senlugen die Ägypter Syrien vor, man sollte erneut prüfen, ob nicht die Ableitung der Quellflüsse des Jordan möglich sei, um so Israel das Wasser zu rauben. Sicherlich wird der Ableitungsplan im Mittelpunkt der Außenministerkonferenz stehen. Israel bleibt auf der Hut und wird die arabischen Vernichtungspläne vereiteln. Europäische Konferenz des Keren Hajesod In Wien fand im Vormonat ein Treffen der Präsidenten und führenden Persönlichkeiten der Magbit Keren Hajesod Komitees in Europa statt, an dem 28 Mitglieder aus 12 verschiedenen Staaten, sowie zahlreiche Ehrengäste teilnahmen. Dieses Treffen, das erste dieser Art in Wien, diente lediglich der Information und Belehrung. Die Beratungen hatten einen Austausch von Meinungen und Erfahrungen zum Ziel. In der Eröffnungsrede hob der Direktor des Magbit in Europa, Kreutner, die Notwendigkeit eines solchen Erfahrungsaustausches hervor. Österreich wies im Vergleich zu der vorjährigen Magbit-Aktion, eine Spendenzunahme von fast 150 Prozent auf; auch für andere Länder war die Aktion 1963 sehr erfolgreich. Bemerkenswert war der Vorschlag des Präsidenten des Magbit Keren Hajesod in der Schweiz, BRUNSCHWIG, der für eine enge Zusammenarbeit aller zionistischen Organisationen plädierte. Das Schlußwort hielt Dr. Winter, Präsident des Magbit in Wien. Die ORT-Vereinigung, Wien XIX, Ruthgasse 21, Tel. 36 46 91, führt kontinuierlich kostenlose Berufsschulung durch. Eine große Zahl von Menschen, die die Kurse frequentiert haben, können sich als vorzüglich qualifiziert legitimieren.

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