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Die Stimme · 1963-12-01 · Heft 119 (Dezember 1963) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
1963
Issue
Heft 119 (Dezember 1963)
Date
1963-12-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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SEITE 4 D! I STIMM! NUMMER 1 Fernsehinterview mit David Ben Gurion Das deutsche Fernsehen sendete ein ..Porträt'1 des ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten David Ren Gurion. für das der bekannte Rundfunk- und Fernsehreporter und Kommentator Peter von Zahn verantwortlich zeichnete. Das Interview mit dem langjährigen Regierungschef des jüdischen Staates gestaltete sich zu einem lebendigen, informativen Abriß der Geschichte Israels. Bisher zumindest in Deutschland nie gesehene Fotografien und Ausschnitte aus Dokumentarfilmen illustrierten das harte Leben der Wegbereiter des jüdischen Staates und ihren langen, entbehrungsreichen Kan um die jüdische Unabhängigkeit auf paläs SIEDLER AM TIEFSTEN PUNKT DER ERDOBERFLÄCHE gossen können, was in der nationalsozialistischen Zeit geschah. Seine Überzeugung sei jedoch, daß man sich den heutigen Realitäten anpassen müsse. Dazu gehöre einmal, daß das heutige Deutschland nicht mehr das der Nationalsozialisten sei, und zum anderen, daß Israel überall Freunde brauche und suche. Die Bundesrepublik zähle zu den wichtigsten mittleren Staaten der freien Welt, und er befürworte auch diplomatische Beziehungen zu diesem neuen Deutschland. Die Initiative dazu müsse allerdings in jedem Falle von Bonn ausgehen. Die Sendung von Zahn darf als eine der gelungensten publizistischen Unternehmen bezeichnet werden, die bisher in Deutschland über die politische Entwicklung des jüdischen Staates und über seinen markantesten Vertreter zuwege gebracht wurden. R. BLUMEN FÜR DEVISEN Der neueste Exportartikel Israels sind Blumen. In den Kibutzim Kloth und Jotvata | befaßt man sich jetzt mit der Zucht, von Frühgemüse und Blumen für den Export ‘ nach Ubersee. Da in Israel die vorteilhafteste'; Zeit, für Blumenpflege der regenreiche Win- : 1er ist. so ist anzunehmen, daß das Land am internationalen Blumenmarkl sicher konkur- ' renzfähig sein kann und Fuß fassen wird. C AN:-RIST AURA NT Landsmann YVITN I. PR.-KART-TUTGTR-RING 4 Angenehmes gesellschaftliches Treffen Die „verrückten jungen Menschen“ ..Ich hoffe, daß es auch weiterhin immer so .verrückte“ junge Menschen geben wird, die sich an solche Unternehmungen wagen“, sagte David Ben Gurion in einer Glückwunschansprache anläßlich der Grundsteinlegung für die festen Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Wüstensiedlung „Neoth Hakikar“. am Rande des Salzsumpfes von Sedom, südlich des Toten Meeres, an der tiefsten Stelle der Erdoberfläche. Die Gründer und Siedler sind junge Juden aus Australien. Der Ort wird als zweiten Namen die Bezeichnung „Nachlat Viktoria (Australien)“ führen, zu Ehren der dortigen Judenschaft, die beim Aufbau tätige Hilfe leistet. Dem harten Ringen einer Handvoll von Unabhängigkeit und Freiheit beseelter Pioniere sowie dem Keren Kajemeth Leisrael, der hier umfangreiche Entwicklungsarbeiten unternommen hat, wurde bei der Gründungsfeier volle Anerkennung gezollt. Wien bereichert Israels Waldbestand Bekanntlich gibt es eine Aktion zur Pflanzung eines ..österreichischen Jerusalem- Waldes“, an dem sowohl die österreichischen Bundesländer, als auch zahlreiche Städte, darunter Wien, beteiligt sind. Für diesen Wald wurde im heurigen Sommer in einer Sitzung des Wiener Stadtsenates der Betrag zwecks Anschaffung von 200 Bäumen bewilligt. Kurze Zeit später reiste eine Studiengruppe, bestehend aus der Mehrheit der Wiener Gemeinderäte und Wiener Bezirksvorsteher, nach Israel, von denen sich einige persönlich an der Pflanzung der Bäume beteiligten. Der letzte Beitrag zum Österreich-Wald waren zehn Tamarisken, die anläßlich de.- ersten AUA-Fluges nach Tcl-Aviv Anfang November übersandt wurden. SS-Mann lebt als Arzt in Israel nensischem Boden. Die geschickten Einblendungen des englisch sprechenden Interviewten und seiner knappen, aber eindrucksvollen Darstellungsweise verdeutlichten, wie eng Leben und Arbeit Ben Gurions mit der jüdischen Staatswerdung verwoben war. Auf die Beziehungen zu den Deutschen angesprochen, betonte er, daß er diejenigen Juden sehr wohl verstehen könnte, die nicht ver- Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen, wessen Nazi fähig sind. Ein früherer SS-Offizier, der vor ungefähr einem Jahr in der Bundesrepublik unter dem Verdacht, Kriegsverbrechen begangen zu haben, verhaftet worden ist, war in den Jahren 1950 bis 1953 als Arzt in Ashkelon in Südisrael wohnhaft. Das wurde durch Ermittlung der Interpol durch die israelische Polizei festgestellt. Dieser SS-Offizier, der im Dienste der Gestapo stand, gab sich in Ashkelon unter dem Namen Dr. Egon Empfang für die Delegation aus Oesterreich Der österreichische Botschafter, Dr. Walter Peinsipp, veranstaltete im Sheraton- Hotel einen Empfang für die Mitglieder der österreichischen Delegation, die mit dem ersten Flugzeug der österreichischen Fluggesellschaft, AUA, nach Israel gekommen waren. Der österreichische Verkehrsminister Otto Probst erklärte, er bedauere sehr, daß sein | Aufenthalt diesesmal so kurz bemessen sei, I er hoffe im nächsten Jahr zu einem längeren I Besuch nach Israel kommen zu können. Mit ' dem Minister waren seine Mitarbeiter und - Vertreter der AUA ins Land gekommen. Zu dem Empfang waren unter anderen Verkehrsminister Bar Jehuda, der General- | direktor des Außenministeriums, Dr. Yachil, i sowie weitere hohe Beamte des Außen- und; Verkehrsministeriums erschienen. Auch der israelische Botschafter in Wien, Dr. Simon, war anwesend. An der Veranstaltung nahmen ferner mehrere österreichische Journalisten teil, die eine Woche im Lande blieben. Alexander Fürth als Arzt aus, und deklarierte sich als Jude. In Wirklichkeit war dieser Nazi kein Arzt, sondern ein Elektrotechniker, hat sich der Papiere eines umgekommenen jüdischen Arztes bedient, und i:: mit diesen Unterlagen eingewandert und hat die israelische Staatsbürgerschaft erworben Der umgekommene jüdische Arzt befand siei: im Lager Theresienstadt, und der Gestapomann wunderte als Einwanderer in Israel ein. Er wohnte in Ashkelon mit seiner christlichen Frau und seinen beiden Kindern und hat ai Arzt in Ashkelon praktiziert. Im Jahre 19TU hat er Israel verlassen, ist nach Argentinien weitergewandert und von dort wieder nach der Bundesrepublik zurückgekehrt, ln Deutschland hat man ihn dann erkannt und verhaftet. Die ärztliche Praxis diese> „Arztes“ war in Ashkelon ziemlich umfangreich. Bei den Untersuchungen in Deutschland wurde festgestellt, daß es sich um einen SS-Führer Wilhelm Schmidt handelt, der Deutschland im Jahre 1949 verlassen hat, da er ohne Zulassung eine ärztliche Praxis ausgeübt hatte.

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