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Die Stimme · 1963-12-01 · Heft 119 (Dezember 1963) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
1963
Issue
Heft 119 (Dezember 1963)
Date
1963-12-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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NUMMER 11? D I f- S I I M M [. St il E Die Allen ln den nennen men Gemeinden von Dr. Ladislao Moli Dor Anteil alter Menschen in der Bevölkerung hat seif, mindestens einem halben Jahr- Imnderf in den meisten Ländern mit, westlicher Zivilisation ('ine stetige Zunahme' erfahren. Wir haben allen Grund anzunehmen, daß sieh, unvorhersehbare Ereignisse außer acht gelassen, diese Tendenz in den kommenden Jahrzehnten verstärken wird. Das allgemeine Bewußtsein von den weitreichenden Folgen, die mit einer alternden Bevölkerung verknüpft sind, findet in einer intensivierten biologischen Grundlagenforschung, in weitverbreiteten soziologischen Untersuchungen und zahlreichen neuen und erstmaligen Versuchen Ausdruck, sich mit dem Wohl und der Pflege alter Menschen zu befassen. Genaue Angaben über die Alterszusammensetzung der jüdischen Bevölkerung liegen nur für einige wenige europäische Ge- : ineinden vor. Obgleich sie nicht immer vollständig sind, sind doch die von den kleineren jüdischen Gemeinden erstellten Register die verläßlichsten Informationsquellen. Aus den vorhandenen Daten geht hervor, daß die Zahl der betagten Personen unter den Juden : im allgemeinen größer ist als unter der 'ihrigen Bevölkerung des jeweiligen west- -uropäischen Landes. Das Uberwiegen der; Alten tritt am stärksten in den Gemeinden! Deutschlands und Österreichs hervor, wo j mitunter die Gruppe der über Sechzigjähri-; gen so viel wie ein Drittel der Gesamtzahl I oder mehr ausmacht. Nicht ganz so ausge-! prägt, aber doch noch sehr beträchtlich, ist die hohe Proportion alter Menschen in den; jüdischen Gemeinden Hollands, Italiens und anderer europäischer Länder.! Eine 1954 in Holland vorgenommene Zählung darf als die genaueste Nachkriegszählung angesehen werden, die bis jetzt von einer europäischen jüdischen Gemeinde vorj liegt. Für die Gemeindeplanung ist die Festj Heilung von Wichtigkeit, daß über 40 Proj /ent der Altersgruppe von 65 Jahren und darüber alleinstehend waren (unverheiratet, ' geschieden oder verwitwet), und daß fast 1 drei Viertel Frauen waren. Ähnliche Entv/icklungsrichtungen können in anderen Gemeinden beobachtet werden, über die sich Informationen beschaffen ließen. Im allgemeinen überwiegen Frauen unter den 1 Alternden, und das scheint in den meisten ' indischen Gemeinden der Fall zu sein. Eine Ausnahme in dieser Hinsicht bilden Österreich und Deutschland, wo in den jüdischen ’ Gemeinden die Zahl der betagten Männer1 i a r, Medizinalabteilung, American Joint größer als die der Frauen ist. Obgleich es nicht leicht ist, hierfür die Gründe festzulegen, so scheint doch ein gewisser Zusammenhang zwischen der Dauer und Härte der Naziverfolgung und dem Grad und Umfang der Verzerrung des domographisehon Bildes vorzuliegen. In Frankreich ist das Bild ganz andersartig. Es ist bekannt, daß sich die vorher 250.000 Seelen zählende jüdische Nachkriegsbovölkerung Frankreichs seit 1956 infolge der Einwanderung aus Osteuropa, Ägypten und Nordafrika fast, verdoppelt hat. Eine große Zunahme erfolgte im letzten Jahr, als über 100.000 algerische Juden nach Frankreich strömten. Die größte Zahl der Juden lebt in der Pariser Region — etwa 60 Prozent der Gesamtzahl; in Marseille gibt es etwa 60.000 und der Rest ist über zahlreiche mittelgroße und kleine Gemeinden in ganz Frankreich verstreut. Die über die Zusammensetzung der jüdischen Gemeinden Frankreichs verfügbaren Angaben bieten nicht genügend Aufschluß über den Prozentsatz, den die ORT XIX, RUTHGASSE 2 schult kostenlos handwerklich um Alten in den Gemeinden ausmachen. Wir wissen jedoch, daß sich unter den algerischen Heimkehrern, die 1962 nach Frankreich kamen mehrere hundert alte Menschen befanden, von denen viele leidend oder krank waren, allein standen oder Familien angehörten, die unter den härtesten Wohnverhältnissen lebten. Viele von ihnen fanden im Pariser Rothschild-Hospiz Aufnahme. Während der Zeit von 1946 bis 1953 widmeten sich der JDC gemeinsam mit den Gemeinden in erheblichem Maß dem Wiederaufbau und der Renovierung von Altersheimen, die während des Krieges zerstört oder beschädigt wurden oder reparaturbedürftig geworden waren. 1954 begann sich auch die Claims Conference daran zu beteiligen, und bis Ende 1964 werden die Kapital- 1 aufwendungen aus den Mitteln der Claims Conference und des JDC für den Bau neuer Altersheime und die Wiederherstellung alter Heime den Betrag von zwei Millionen Dollar überschritten haben. So weit wir feststellen konnten, gibt es heute in zwölf Ländern Westeuropas listribution Committee 95 jüdische Altersheime mit einer Kapazität, von 5211 Betten. Es darf gesagt werden, daß die verfügbaren Betten zusammen mit denen in Altersheimen, die sich noch im Bau befinden, die Bedürfnisse für Anstaltspflege in großem Umfang decken. Es ist jedoch zu erwarten, daß mit der zunehmenden Zahl alter Menschen in den Gemeinden mehr Menschen um Aufnahme nachsuchen werden und man Pläne zur Schaffung neuer Einrichtungen in Erwägung zu ziehen haben wird. Wie oben erwähnt, unterscheidet sich die Situation in Frankreich von der anderer Gemeinschaften, weil dort bereits ein dringender Bedarf an Betten zur Unterbringung der nordafrikanischen Neuankömmlinge in diesem Land besteht. Die Gemeinden sehen heute mehr und mehr die Notwendigkeit für die Schaffung und den Ausbau von Einrichtungen und Fürsorgediensten ein, die für alte Menschen gedacht sind, die zu Hause bleiben können. Eine Anzahl jüdischer Gemeinden hat in dieser Hinsicht bereits einen Anfang gemacht: in London, Berlin und Paris bestehen bereits besondere Wohnanlagen; in Brüssel und Mailand befinden sich Projekte zur Errichtung kleiner Wohnungen für alte Menschen im Planungsstadium. In England, in Paris, in einigen Gemeinden Deutschlands, in Holland und Belgien sind Programme für Haushaltshilfe im Gange. In Paris gibt es Hausbetreuung für alte Menschen. In : Amsterdam, Zürich und London sind geschützte Werkstätten errichtet worden. Doch sind derzeit wenige Gemeinden in der Lage, mit so vielseitigen Einrichtungen aufzuwarten, wie das zum Beispiel in London oder Zürich der Fall ist. Die Fürsorge, die die jüdische Gemeinde ihren betagten Mitgliedern angedeihen läßt, hat infolge charakteristischer Wandlungen unter der alternden jüdischen Bevölkerung auch andere bemerkenswerte Entwicklungen hervorgerufen. Die vorherrschende Neigung, alte Menschen so lange wie möglich in ihrer häuslichen Umgebung zu belassen und von einer Anstaltsunterbringung abzusehen, hat nicht nur die Notwendigkeit gezeigt, außeranstaltliche Einrichtungen zu erweitern; es bedeutet auch, daß es sich bei einem wachsenden Prozentsatz der Anstalt bedürftigen nunmehr um gebrechliche oder chronisch kranke Personen handelt, so daß die Altersheime immer mehr zu Pflegeheimen werden. LAWAN-Wäsche Erzeugung von Wirkwaren aus Nylon, Wolle und Maco Besider Steiner WIEN II, BÖCKLINSTRASSE 59 KURAUFENTHALTE IN UNGARN Heilbäder gegen Herzkrankheiten (Balaton Füred) gegen Rheumatismus (Hevis) Thermalbäder in Budapest (St. Gellertbad) Billige Hochsaison- und Gruppenpreise Zahlreiche jüdische Gedenkstätten REISEBÜRO „IBUSZ", WIEN I, KÄRNTNER STRASSE 26 Telefon 52 42 08, 52 48 70

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