Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1963
- Issue
- Heft 118 (September 1963)
- Date
- 1963-09-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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S.'t/'-hiT 1963 f.-ill sätil xul ich von staatlicher Gesaml Politik /.n (ronnon, besagte Interna von Dingen. 11i(' über Hin Lanclesgren/.en hinweg beide T<>il(' gleichermaßen angohen. Feber Famdesgren/en hinwoR . . . Es ist eine Binsenwahrheit. daß sich die Träger des kommunistischen Gedankens in dar Sowjetunion von Beginn an bis lieute an Landcsgren/e.n niciit gehalten haben. Zugleich bedenke man aber, daß letzten Endes auch unsere Bewegung. die zionistische, der den- Staat Israel sein Dasein verdankt. nach der Natur der „Weltjudenfrage“ so. w ie Theodor Uerzl sie ausgesprncher. hat. an Laudesgrenzen keinen Halt findet. Aueh das ist natürlich ein Gemeinplatz - - jeder von uns versteht ohne weitere^ was Kenneint ist. wenn er sieh vor Au Ken führt, daß unser Staat nic ht au tierhalb der volksjüdisehen Wirkliehkeit existiert. sondern als Stätte ihrer intensivsten Lebenskraft, als Zentrum, das der Juden in allen bändern ihrer heutigen Zerstreuung so bedarf, wie sie seiner bedürfen. Und doch — hier ist eine weitere Bogriffstrennung am Platze. Mag ein Den Gurion noch so häufig die Meinung vertreten. daß die Zeit des Zionismus vorbei sei; es gibt, gute (und schlechtere) Zionisten in sämtlichen Erdteilen, und was wir in der Tat von ihnen verlangen, eben weil sie sich Zionisten nennen, von Spenden besonders großzügigen Umfangs bis zur Alijah, ist ohne Zweifel etwas wesenhaft anderes als das. was wir bestenfalls von nichtzionistixehen Juden, wo auch immer, erwarten können: aktives jüdisches Volksbewußlsein. VolksbewufJtsein: Unsere legitime Forderung Die Betrachtung ist damit zu ihrem Kern vorgedrungen. Jüdisches Volksbewußtsein! Wir befinden uns aueh als Israelis — Staatsraison hin. Staatsraison her — auf sicherem Gelände, wenn wir es jenen Millionen unserer Sorgenkinder nicht genommen wissen wollen. Es wäre verfehlt, wollten sich Wortführer Israels oder auch der mit ihm so innig zusammenarbeitenden Sochnuth bemühen, aus ihnen Zionisten zu" machen, soweit sie es nicht von früher her sind. Selbst in den Ländern der freien Welt haben sich daraus, wie bekannt. nicht selten ,.Konflikte der Loyalitäten“ ergeben. Um wieviel mehr sind; wir gehalten, sie den Juden eines Staates zu ersparen, der fundamental mit dem Anspruch auftritt, nur ein Treuebekenntnis zu gestatten, die Treue zu den Grundlagen seiner kommunistischen Idee und zu den Methoden ihrer Verwirklichung. Es hieße davon abgesehen aber wohl auch offene Türen einrennen, soweit sich eine ausgesprochen zionistische Werbung — wenn ■sie überhaupt möglich wäre — in der Sowjetunion an jene Gruppen der .jüdischen Bevölkerung wenden würde, die sieh ihrer Umwelt wirtschaftlich, gesellschaftlich, seelisch nicht so angepaßt haben, wie nach aller Wahrscheinlichkeit weite Teile der jungen Generation. Die Alten wie sie die der vom Ausland kommende jüdische und auch nichtjüdische Besucher russischer Städte in oder vor dien Synagogen trifft, sind ihrem jüdischen Volk unter Einschluß auch des Staates Israel nach aller Erfahrung gefühlsmäßig so verbunden geblieben, wie es nicht anders bei Juden sein kann, die früher einmal' in so großen Scharen ein Gemeinschaftsleben leben eigener Art geführt hatten, und aus denen die Vorkämpfer und Pioniere dos „Jüdischen Palästinawerks“ gekommen waren. Und wie stark sie sich durch verwandtschaftliche Bande mit Israel weiterhin verknüpft fühlen, bezeugt au fast jedem Mittag im Kol Israel die lange Liste der Suchanzeigen. Aber: Eine zusätzliche Erwägung Und doch — alles ist noch nicht mit der Feststellung ausgesprochen, daß wir gewiß zwar keine „zionistische Propaganda“ im Sowjetstaat treiben dürfen, aber das unabdingbare Recht haben, nach Kräften DIE STIMME Seite T, dafür einzutreten, daß das Bewußtsein, unserem Volk zuzugehören, in diesen Juden nicht verblaßt. Denn hinzu tritt innbe.sfreitbar, daß sie als Gruppe und als Einzelne all jenen behördlichen oder von einer feindselig gestimmten Volksabstimmung ausgehenden Schikanen ausgeselzt sind, von denen Nikita Chruschtschow nichts gebürt zu haben behauptet. Seitdem in der UdSSR die Gerichtspraxis der Todesurteile für Wirtschaftsdelikte im Juli 1901 aufgekommen ist. wurden nach einer zu verlässigen Statistik 110 dieser Urteile bis zum 25. Januar 1903 vollstrockt, und in 03 Fällen handelte es sich um Juden, also in einem Ausmaß, das ihrem zahlenmäßigen Anteil an der Gesamt bevülkorung grotesk widerspricht. Vieh* ihrer Synagogen wurden geschlossen; und ihren Repräsentanten von jüdischen Intellektuellen bis zu dem verstorbenen Moskauer Rabbiner Schleifer und seinem Nachfolger Raw Levin die traurige Pflicht aufoktroyiert, alle und jede Sehlechterstellung so feierlich wie heuchlerisch zu bestreiten. Die paar Beispiele mögen genügen; auch hier handelt os sich um allgemein bekannte Tatsachen. ..Let my people go“ — das ist darauf die spontane, von menschlicher Würde und jüdischer Verbundenheit eingegebene Antwort seit dem Ruf, den Mosche Rabbenu in grauer Vorzeit an den Pharao des Auszugs der Kinder Israels aus Aegypten gerichtet hat. Ja, Alijah ist in diesem Sinne der von uns immer wieder geforderte Ausweg. Wir verlangen sie wohlgemerkt nicht von jenen Juden, die sich in Amerika oder sonstwo in freien Ländern als Nicht- Zionisten bezeichnen. Wir würden sie folgerichtig ebensowenig von all denjenigen Juden Rußlands fordern können, deren Volksverbundenheit wir gewahrt wissen wollen, ohne daß sie im herkömmlichen Wortsinn Zionisten sind, wenn, ja wenn sie in Moskau, Kiew, Czernowitz, Lemberg, Leningrad nach eigener Art und Sitte so ungehindert leben könnten, so frei, wie die „Non-Zionists“ (und die organisierten Zionisten) in Philadelphia, New York, London, Paris, im heutigen westlichen Deutschland und sonstwo in der vom kommunistischen Totalanspruch freien Erdballhälfte. Vollzieht sich diese Wandlung im öffentlichen Klima des Syrischer Während sieh Wissenschaftler aus den afro-asiatischen Ländern und Israel in Rechowoth, dem Sitz des Weizmann-Institutes, zur Konferenz für landwirtschaftliche Planung in den Entwicklungsländern versammelten, überfielen syrische Soldaten die Nahalsiedlung Almagor und ermordeten aus dem Hinterhalt zwei junge israelische Siedler, die friedlich mit Fleiß und im Schweiß ihres Angesichts am Aufbau des jüdischen Landes schwer arbeiteten. Da es dem Uno-Stabschef Odd Bull nicht gelang, die Syrer zur Vernunft zu bringen, wandte sich Israel an den Sicherheitsrat mit dem Antrag, die UNO möge sich damit befassen, einen Weg zu finden, die syrischen Ueberfälle zu verhindern. Israel besitzt wohl die Kraft und Fähigkeit, der syrischen Aggression zu begegnen, aber diesmal verließ es sich auf den Ratschlag der USA. und nahm von einer Gegenaktion Abstand. Auf der einen Seite rief Israel den Sicherheitsrat in dieser Frage an, auf der anderen Seite hielt Syrien mit schien Aggressionen nicht inne und setzte seine Provokationen fort. Der syrische Revolutionsrat veröffentlichte in seiner Unbesonnenheit eine Erklärung, die darin gipfelte, daß Israel in diesem Konflikt unterliegen werde, wie es auch in der großen Auseinandersetzung verlieren müsse. In diesem Zusammenhang sind die Stimmen englischer und französischer Zeitungen von Belang: Ebenso das Bestreben Israels, den Frieden unter allen Umstän- Sowjetslaafes einmal, möge jeder von ihnen seine Entscheidung selber treffen. Wer weiß, warm und ob es je dazu kommen wird. Bis dahin bleiben sie unsere Sorgenkinder. Menschen unseres Stammes, die nicht, dadurch untergehen sollen, daß sie mit einer Mischung aus altüberkomrnenen judenfeindlichen Haßinstinkten der ..Stimme ries Volkes“ und Regierungsverordnungen. die sich allgemein gegen religiös Gläubige und speziell gegen sie richten, systematisch zu Sündenböcken verfehlter' wirtschaftlicher Experimente gemacht wen Um. Niemand ist ja Rückschlägen so au.sgeselzt wie sie: das war eine der entscheidenden Erkenntnisse an der Schwelle des Prozesses, der schließlich in der Gründung des jüdischen Staates gipfelte. Und doppelt und dreifach, hundertfach — in einem Land, dessen oberster Repräsentant es in seiner Antwort an den englischen Philosophen Lord Rüssel für nötig gehalten hat, wider besseres Wissen alles zu bestreiten, was ihm über die antisemitischen Uebergriffe seiner Volksgenossen, die judenfeindlichen Maßnahmen seiner PaH- (fcberwacfiimgskornmissinn in Palästina. Genrralleufnanf Rull, der von UNO-Oeneralsekretär U Thant dom Sicherheitsrat vorgelegt wurde, wird zwar mitgeteiU. daß zwei isvaelisehe Siedler durch syrische Soldaten getötet wurden, und die UNO-Reobnehter dem Weg fanden, der aus der Richtung des Jordan zum Ort des Ueberfalls und wieder zurück führte, jedoch fehlte eine klare' Aeußerung von General Bull über die Frage, wer den Tod der beiden Israelis verschuldet hat! General Bull, der in dem Bericht horvorhob, daß die UNO-Vcrtrcter keine konkreten Beweise für die syrische Behauptung fänden, daß 15 israelisch«' Panzerfahrzeuge aus der entmilitarisierten Zone auf syrische Stellungen geschossen hätten, machte den Vorschlag, zur Minderung der Spannung an der syrisch-israelischen Grenze einige Vorkehrungen zu treffen. Nach letzten Meldungen aus Jerusalem herrscht in Israel eine gewisse Zufriedenheit darüber, daß in dem Bericht die ausführliche Darstellung der Zwischenfälle mit der israelischen in wesentlichen Punkten übereinstimmt. teifunktionäre und Regierungsorgane mindestens so genau wie der ganzen Welt bekannt sein dürfte. A. N. Jordanien wegen bewaffneten Angriffs verurteilt Nach dem Zwischenfall in clem ein israelischer Soldat getötet wurde, hat sieh die sonst entlang der jordanischen Grenze übliche Ruhe auch in Jerusalem wieder eingestellt. Hier hatte die israelische Regierung ebenfalls die Aufklärung der Ursache des Zusammenstoßes den UNO- Beobachtern überlassen. Auf Grund ihrer Berichte schrieb die zuständige Gemischte Waffenstillstandskommission Jordanien die Verantwortung für die Eröffnung des Feuers zu. Nach Ansicht der Kommission hatte sich jedoch auch Israel durch die Erwiderung des jordanischen Feuers einer Verletzung des Waffenstillstands schuldig gemacht. überfall den zu erhalten. Dem gibt der Innenminister Israels beredten Ausdruck: Der Innenminister Israels erklärte vor der europäischen Konferenz der Zionisten in Zürich; „Ein schlechter Friede ist immer noch besser als ein guter Krieg.“ Israel sei für eine friedliche Regelung der Zwischenfälle mit Syrien. Die britische Zeitung „Daily Telegraph“ schreibt: Trotz ihrer guten Ausrüstung mit schweren sowjetischen Waffen, wird niemand die syrische Republik als militärische Kraft ernst nehmen und die syrische Armee kann einzig und allein den Ministerpräsidenten ihres eigenen Landes bedrohen — meint die einflußreiche konservative Zeitung. „Daily Telegraph“ sieht in der Tatsache, daß die Aegypter im Jemen 28.000 Soldaten halten, eine ernsthafte Bedrohung der Integrität dieses Staates. Die Zeitung übt scharfe Kritik an der amerikanischen Politik, die in Nasser einen harten Mann sehen will, der nicht fähig ist, jemandem „Unrecht widerfahren zu lassen“. Die französische Presse widmet ihre Leitartikel dem israelisch-syrischen Konflikt und lobte die friedliche Haltung Israels, die in der Wendung an den Sicherheitsrat zum Ausdruck kommt. Die französischen Zeitungen gaben der Ansicht Ausdruck, daß Israel auch ohne Schwierigkeiten durch Einsatz seiner Streitkräfte die Ruhe an der Grenze garantieren könnte. Zu den Berichten des Chefs der UNO- Israels Wirtschaft Die Fluglinie Aus einem Bericht des Staats-Kontrollors über die Tätigkeit der nationalen Luftlinie El-Al geht hervor, daß der Anteil von El-Al am israelischen Flugveikehr von 29 Prozent im Jahre 1950 auf 59 Prozent im Jahre 1962 gestiegen ist. In der gleichen Periode hat sich die Zahl der Passagiere von 15.000 auf 203.000 pro Jahr vermehrt. Der Anteil von El-Al am internationalen Transatlantik-Verkehr stieg von 0,9 Prozent auf 2,8 Prozent. In den ersten drei Monaten des Jahres 1963 stieg die industrielle Produktion des Landes um 10 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten des Vorjahres. Milch Ein bedeutender Fortschritt besteht in den Siedlungen mit fast ausschließlicher Milchwirtschaft. Während in den Jahren 1960 bis 1961 die Zahl der Milchkühe in den neuen Siedlungen 33.000 betrug, waren es 1961 bis 1962 38.000 und die Milchproduktion stieg von 141 Millionen Litern auf 170 Millionen. Die Milchproduktion der neuen Siedlungen beträgt also 54 Prozent der gesamten Milchproduktion des Landes. Ein Nerzmantel aus dem heiligen Land Ein neuer Erwerbszweig wurde in den Gebirgsgegenden begründet, die Nerz- und Chinchillazucht. Vorläufig werden diese Pelztiere in besonderen Farmen gehalten, wo die Siedler die nötige Ausbildung für die selbständige Einrichtung einer solchen Aufzucht erhalten. Handelspartner Kanada In einem Vortrag vor dem Handels- und Industrieklub in Tel Aviv wies der kanadische Botschafter Artur Julian Andrew auf das erhebliche Anwachsen des Handels zwischen Israel und Kanada hin. Der Redner lenkte die Aufmerksamkeit seiner Hörer auf eine Reihe von israelischen Erzeugnissen, die in Kanada Anerkennung gefunden haben, wie die Jaffa-Orangen, Textilien, geschliffene Diamanten, bei denen Israel an zweiter Stelle der Lieferanten steht. Israels Waren erzielten bei „Israel- Wochen““ in Kanada große Erfolge. Ausgehend von dem Wunsch Kanadas, seinen Export nach Israel zu erhöhen, begrüßte der Botschafter die Liberalisierung der Importe und teilte mit, daß u. a. eine Lizenz für Einfuhr von kanadischem Zeitungspapier nach Israel gewährt wurde. Auch die Kapitalinvestitionen aus Kanada sind in Israel im Steigen begriffen,