Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1960
- Issue
- Heft 115 (September 1960)
- Date
- 1960-09-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE STIMME 13 Ein Beamter des israelischen zentralen statistischen Büros berät über die Prozedur, wie eine erste Volkszählung zu veranstalten ist; erfahrene Fliegeroffiziere wurden von Dr. Nkrumah erbeten, um die erste Fliegerschule in Westafrika zu organisieren. Liberia In Monrovia ist die „Mayer Investment Company" von Israel Partner an einer lokalen Baugesellschaft, die mit der Zentralbank von Liberia liiert ist. Dieses gemeinsame Unternehmen hat Wohn- und öffentliche Gebäude errichtet, ein Hotel und ein Hospital und plant die Entwicklung von Inseln, die von der Küste entfernt liegen. Nigeria Ingenieure von Tahal und Mekoroth haben die Wasserquellen von Westnigeria begutachtet. Dort bestehen zwei Partnerschaften: von Solei Boneh und der Nigerian Water Resources Development Company für Wasserentwicklung und Bewässerung, die 16 Städte bedient und 400 Dörfer in West- und Ost-Nigeria. Ein Kreditabkommen für Importe an Israel in Dollars wurde während des kürzlichen Besuches von Israels Finanzminister in Lagos abgeschlossen. Äthiopien Israels INCODE hat mehrere Jahre in Äthiopien gearbeitet, Israel mit Fleischkonserven beliefert und Produkte nach Europa exportiert. TAHAL unternahm Arbeiten am Blauen Nil, baute einen Datum in Eritrea und bohrte in abseitsliegenden Distrikten nach Wasser. Sie beriet die Stadtverwaltung von Addis Abeba in Fragen der Wasserbelieferung und der Kanalisation. Es besteht ein Plan für israelische Agronomen, 2500 Acres unter Bewässerung zu setzen. In öffentlichen Transportmitteln und technischer Erziehung fördern Israelis laufend die Entwicklung; und, in typischer Folgerichtigkeit, erhält ein Arzt aus Addis Abeba chirurgische Ausbildung in Jerusalem. Die Eiinder Fishing Company erforschte die territorialen Gewässer für die abessinische Regierung, entdeckte große reich mit Fischen versehene Flächen und bestimmte, welche Art von Netzen und Geräten zu benutzen sind. Ein Pariser Journalist schrieb nach einem Besuch im französischen Sudan, ein Gebiet, das jetzt zur Mali- Föderation gehört, folgendes: „Israel! Der Name ertönt überall, und das ist nicht überraschend. Zu dem Gedanken eines Landes, in dem Milch und Honig fließt, hat sich die Wirklichkeit einer beispielgebenden Wirtschaft gesellt. Gestern ein unfruchtbares, fast verlassenes Gebiet, ohne Wasser und ohne Vegetation, — ein großes blühendes Israel heute ist ein Muster für alle Länder, die unter Armut und einer ausgedörrten Erde leiden." Das ist eine Wahrheit, die in allen neuen afrikanischen Staaten widerhallt. Herzlfeier in der Festspiel-Stadt Der Keren Kayemeth Leisrael in Österreich, der in letzter Zeit erfreulicherweise eine ebenso emsige wie produktive Tätigkeit entfaltet, konnte kürzlich ein ganz besonders großes Verdienst für sich buchen. Er hat am 21. August eine Reprise der mit großem Erfolg im Mai in der Wiener Volksoper veranstalteten Herzl-Gedenkfeier in Salzburg durchgeführt. War schon die Veranstaltung in der Volksoper — durch die Tatsache der Durchführung in einem Staatstheater und mit den besten Schauspielern des Burgtheaters unter der Mitwirkung von Mitgliedern der Wiener Philharmoniker — ein für uns Juden sehr bedeutungsvolles Ereignis, so ist die Feier am Salzburger Landestheater, sowohl was die Tatsache an sich, ganz besonders aber, was das Datum betrifft, ein geradezu historisches Geschehen. Denn zum ersten Mal bewilligten die zuständigen Stellen — und zwar alle zuständigen Stellen wie hier ausdrücklich vermerkt sei — daß in Salzburg während der Festspielzeit ein Stück aufgeführt wird, das sich nicht im Programmzettel der Festspiele befindet. Dieses Stück heißt „Wie ein Märchen war sein Leben", ist ein Querschnitt durch das Leben von Theodor Herzl und hat seine Berechtigung auf einer führenden Bühne und von führenden Schauspielern gespielt zu werden, bereits bei seiner Uraufführung in der Wiener Volksoper unter Beweis gestellt. Sein Verfasser, Dr. Imanuel Unger, hat einem Mosaik gleich aus den verschiedensten Lebensphasen des großen jüdischen Visionärs, je nach deren Wert und Wichtigkeit, bloß skizziert oder bis in die Tiefe betont, die wichtigsten historischen Tatsachen und Etappen seiner menschlichen Tragödie dramatisiert und unter Verwendung seiner Tagebucheintragungen ihn selbst gestaltend, ein Werk geschaffen, das in dem Besucher den Eindruck erweckt, daß hier tatsächlich das Leben Herzls leibhaftig abrollt und ihn, sowohl während des Vortrags, als auch nachdem der Vorhang fällt, vergessen läßt, daß alles nur vom Blatt gelesen wurde. Daß dieses Stück, — noch dazu von so Prominenten wie Paula Wessely, Johanna Matz, Sonja Sutter, Erich Auer, Albin Skoda, Hans Thimig und Heinrich Schnitzler gespielt — das von vornherein aufnahmsbereite Wiener jüdische Publikum gleichzeitig bedrückt und beglückt hat, ist nicht nur natürlich. Daß es aber auch in Salzburg sein Ziel erreicht hat, ist mehr als erfreulich. Denn hier offenbarte es sich größtenteils einem ganz anders gearteten Publikum, einem Auditorium, das zu 8ü<'o aus Nichtjuden bestand, aus Zuschauern und Zuhörern, von denen weit mehr als die Hälfte nie etwas von jüdischen Fragen gehört und von Herzl nicht die geringste Ahnung hatte. Dafür also, daß dieses Stück auf, möchte man sagen, fremdem Boden aufgeführt wurde, gebührt Dank und Anerkennung Allen, die daran Anteil haben: Dem Landeshauptmann Dr. Klaus und Landesrat Kaut sowie dem Kulturreferenten Hofrat Dr. Pichler, die dem Projekt nicht nur durch Zsutimmung, sondern auch durch jede Art von Förderung und materieller Unterstützung zur Durchführung verholten haben, dem Bürgermeister von Salzburg, Dr. Bäck, der mit dem Nachlaß aller Steuern und Abgaben den finanziellen Erfolg sicherte, den mitwirkenden Künstlern Maria Emo, Aglaja Schmid, Dagny Servaes, Alisa Stadler, Emil Feldmar, Eric Frey, Wolfgang Hebenstreit und Kurt Heintel, die sich begeistert und unter Verzicht auf jedes Honorar der guten Sache zur Verfügung stellten, dem Mozarteum - Orchester, das die Veranstaltung