Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1960
- Issue
- Heft 114 (März 1960)
- Date
- 1960-03-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2431292-2431421-2431422--0909-2432566- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Berlin 1× ep/2268129
OCR text
DIE STIMME 7 ehre ich die Opfer, die in den Lagern und Zuchthäusern unter der naiionalsozialistischen Brutalität gelitten haben. Oie Schande, eie Rassenhaß, Völkerhaß und Intoleranz auf den deutschen Namen geladen haben, soll uns Verpflichtung sein, mit unserer ganzen Kraft das Bewußtsein wachzuhalten, daß totaliiöre Systeme Freiheit und Menschenwürde mißachten und deshalb verabscheuungswürdig sind". Kranzniederlegung im jüdischen Friedhof Für die Gewerksäiaftsjugend Münchens legte bereits am Nachmittag des 29, Jänner eine 50-köpfige Delegation im jüdischen Friedhof an der Ungererstraße vor dem Mahnmal für die jüdischen Opfer des Naziterros einen Kranz nieder, auf dessen Schleife steht: „Wir gedenken der Juden, die im Namen des deutschen Volkes ermordet wurden." Ein mutiger Brief Nachfolgender Brief wurde von der von der AKTION GEGEN DEN ANTISEMITISMUS IN ÖSTERREICH veranstalteten Protestkundgebung am 10. Jänner .1000 im Großen Saal des Mess: palastes, beschlossen: An die ÖsIerreic1 tische Bundesregierung zu Hd. Herrn Bundeskanzler Ing. Julius RAAB Wien I, Die aniisemi! isc.Len und nationalsozialistischen Ausschreitungen der letzten Zeit erinnern allzusehr an jene düsteren Tage Österreichs, in denen die Verfolgung der Juden den Auftakt für die Ausmerzung aller rel g äsen und politischen Gegner bildete, um schließlich mit der Vernichtung der Demokratie überhaupt, die Jahre des Unfriedens, des Grauens des zweiten Welktrieges einzuleiten. Die unermeßlichen Leiden, die Opfer für jaden von uns, waren die traurigen Folgen dieser Entwicklung. Wir rufen daher die verantwortlichen Männer unseres Staates, die Mitglieder der Bundesregierung, auf, durch entsprechende Maßnahmen, der Propagierung antisemitischer und nationalsozialistischer Parolen, der Verunglimpfung von Mitbürgern wegen ihrer religiösen oder rassischen Zugehörigkeit, auf das Schärfste entgegen zu treten. Darüber hinaus erachten wir es als dringendst geboten, durch stärkere Kontrolle aller sogenannten „nationalen" und „völk’schen" Vereine und Verbände, durch ein Verbot der Verbreitung von Druckwerken, die offen oder getarnt, Nationalsozialismus und Antisemitismus propagieren, oder die Waffentaten im Dienst Hitlers verherrlichen, einen Riegel vorzuschieben. Wir sind gleicherweise der Auffassung, daß das Tragen von Naziorden und Auszeichnungen, tnit aber auch ohne Hakenkreuz, dem patriotischen Empfinden der Bevölkerung widerspricht. Die Aktion gegen den Antisemitismus in Österreich ist sich darüber im klaren, daß es nicht genügt, Verbotsmaßnahmen zu ergreifen, ohne daß gleichzeitig alles getan wird, um der österreichischen Jugend die unheilvollen Ereignisse c’er Vergangenheit, insbesondere der Jahre 1938 — 1945, wahrheitsgetreu und eindringlich vor Augen zu führen, ihnen den Begriff des Patriotismus, eines gesunden österreichischen Bewußtseins, des Glaubens an die Demokraiie zu vermitteln. Der Geist der Humanität und aer Moral muß der Leitfaden der Erziehung der jungen Generation sein. Eine eindrucksvolle Demonstration Zwei Stunden lang war London am 17. Jänner der Schauplatz einer der größten und eindruckvollsten Demonstrationen, die die Hauptstadt des British Empire seit längerer Zeit gesehen hatte: ein langsamer Zug von lausenden von Juden und Christen protestierte gegen das „Auferstehen des Nazismus in Deutschland". Die Delegation übergab der deutschen Gesandtschaft einen Brief und der Sprecher der Delegation erklärte: „Der Geschäftsträger, Herr Ritter, hat uns bekannt gegeben, daß die Länder Regierungen eine Untersuchung eingeleitet haben bezüglich der Vergangenheit derjenigen, die Nazis waren und heute Positionen im deutschen Justizwesen innehaben. Er sagle uns, daß fünf Richter bereits ihres Amtes enthoben seien, zwei davon in Schleswig- Holstein und drei in Westberlin." Diese Nachrichten zusammen mit Einzelheiten über andere Maßnahmen, die gegen frühere Nazis ergriffen wurden, wurden von dem Geschäftsträger der deutschen Gesandtschaft, Herr Joachim Ritter, im Laufe einer 40 Minuten dauernden Unterhaltung gegeben, die außerordentlich höflich und sympathisch verlief. Die Delegation verließ die deutsche Gesandtschaft mit,der Überzeugung, daß die deutsche diplomatische Vertretung über die Stärke der britischen öffentlichen Meinung in Bezug auf Nazismus und Antisemitismus jm Bilde sei. Zionistischer Landesverband Hanoar Hazioni Jugendgruppe HANOAR HAZIONI hat zwei Gruppen 1. Kinder im Alter bis zu 10 Jahren 2. Jugendliche irn Alter von 10-15 Jahren In beiden Gruppen werden die Kinder in Iwrith unterrichtet, sie lernen israelische Lieder, Tänze und Spiele. Außerdem werden die Kinder mit der Geschichte des Landes Israel bekannt gemacht. Wir laden die Eltern ein, ihre Kinder zu uns zu schicken! Anmeldungen im Zionistischen Landesverband IX, Universitätsstraße 4, täglich zwischen 15 u. 17 Uhr Keine Teilnehmergebühr!