Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1959
- Issue
- Heft 113 (Oktober 1959)
- Date
- 1959-10-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE STIMME 11 auf diesem Felde aktiv arbeiten. Nicht leichten Herzens, sondern im Bewußtsein von Gut und Böse und in der Kraft, dem Bösen zu widerstehen, muß unser Volk in dieser Welt seinen Weg suchen. ARABISCHE LEHRER Dei Minister für Erziehung gab bekannt, daß es in Israel zur Zeit 1200 arabische Lehrer gibt. Von den Lehrern in Israel seien 8 Prozent Araber. Professor Kotsuji zum Judentum übergetreten Der 60jöhrige japanische Professor Kotsuji, Präsident des Instituts für Hebräische Kultur in Japan, ist in Jerusalem zum Judentum übergetreten. Kotsuji kehrt nach Japan zurück. „EL - AL" - NACHRICHT „EL-AL" wird sich bald genötigt sehen ihre gegenwärtigen Turbo-Jet Brilannia - Flugzeuge in volle Düsenflugzeuge umzutauschen, will sie auf den großen internationalen Fluglinien konkurrenzfähig bleiben. Dies erklärte Uri Michaeli, der Direktor für zivile Luftfahrt im Verkehrsministerium. KURT BLUMENFELD - 75 JAHRE Am 29. Mai feierte Kurt Blumenfeld seinen 75. Geburtstag. Um mehr als ein halbes Jahrhundert liegt die Zeit zurück, da er sich im wilhelminischen Deutschland anschickte, die zionistische Arbeit zu revolutionieren. Da der Tod Herzls kurz vorher fast sämtliche Hoffnungen zunichte gemacht hafte, Kurzschlußlösungen zur Gründung einer „öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina" im Wege des Diplomatjsierens zu finden, schienen die kulturpolitischen Parolen des jungen Martin Buber und seiner engeren Freunde damals zum Inbegriff deutsch-zionistischer „Gegenwartsarbeit" werden zu wollen, soweit sich die in Köln, Berlin und anderwärts ansässig gewordenen Gesinnungsgenossen östlicher Herkunft mit David Wolfsohn voran nicht wieder auf das Programm der alten chowewczionistischen Kleinkolcnisation zurückgezogen. Nicht nur das Programm lehnte Blumenfeld als unzureichend gewordenes Surrogat ab, sondern ebenso die Neigung, sich zionisitsche Ersatzbefriedigungen mit chassidischen Legenden, gefühlvollen Sentenzen und anderer Folklore, oder mit tränenreichen Liedern und Poemen nationaljüdischer Tendenz zu schaffen. Wie seinem Geschmack instinktiv der Kitsch widerstand, in dem sich die Sänger jener „Jungen Harfen" allzu häufig gefielen, so wehrte sich sein Verstand, den die besten abendländischen Bildungselemente früh angereichert hatten, grundsätzlich gegen die Annahme, daß sich kulturelle Aufschwünge überhaupt „machen" ließen. Was an Greulichem herauskam, wenn die „Macher" in diesen Bezirken den Ton angaben, zeigte ihm seine deutsche Umwelt in ihrer geistig-künstlerischen Dekadenz, mit den hoffähigen Malern und Bildhauern, den sogenannten Dichtern und Denkern von Gnaden Wilhelms II.; während ihm bei der Lektüre Herders, Hegels Momsens, Burckhardts, Diltheys, Friedrich Meinekes und anderer erlauchter Geister aufgegangen war, daß sich echte Kultur vielmehr stets und immer organisch fern vom vorschriftsmäßigen Patriotismus und welchem -ismus sonst noch, entwickelt habe. Diese Einsicht bezog Kurt Blumenfeld konsequent auf sejnen — ismus, den Zionismus. Etwa so: nichts als Selbsttäuschung sei die Annahme, man könne sich „unterwegs ", in der Galuth, quasi häuslich mittels eines Judentums einrichten, das sich aus dem Reservoir pietätvoller Familientraditionen oder sonstwie ad hoc zurechtzimmern lasse. Wie mit allem, was sonst noch zu der vom Zionismus angestrebten Renaissance gehöre, habe man auch damit zu warten, bis sich die Juden aus ihrem bloßen Volksdasein im eigenen Land nach bald zweitausendjährigem Exil in eine Staatsnation zurückverwandeln würden. Aus bloßem Volksdasein, in eine Staatsnation: war das nicht ein geradezu phantastisch vordatierter Wechsel, reine Zukunftsmusik? Aber wenn sich der Blumenfeld jener Jahre ungefähr so äußerte, bezog er sich vermutlich darauf, wie der Berliner Historiker Meineke zwischen eben diesen zwei Begriffen, Volk und Nation, in seinem „Weltbürgertum und Nationalstaat" unterschieden hatte, einem Buch, das unter den Gebildeten damals berechtigtes Aufsehen erregte. Dort war dem nur biologischen, und geistig-kulturell insofern belanglosen Sein des Volkes die Kristallisierung in den höheren Formen der zu staatsbürgerlichen Zielen erwachten Nation gegenübergestellt worden. Indem Blumenfeid diese Gegenüberstellung in seine zionistische Konzeption einbaute, verlegte er den Moment der Verwirklichung nicht nur des Zionismus, sondern des Zionist-Werdens im Grunde zwar auf einen Zeitpunkt, der um 1910, sieben Jahre vor der Balfour-Deklaration und 37 Jahre vor de- Staatsgründung Israels, noch in keiner Weise abzusehen war. Zugleich aber rief er die Zionisten, die er derart ansprach, und in erster Linie seine Bundesbrüder, die Jungakademiker des „Kartells Jüdischer Verbindungen" (K.I.V.) dazu auf, dies Morgen oder übermorgen so v o r w e g z u n e h m e n, als sei es ihr Heute. Und je häufiger ihm dieser Appell gelang, desto eindrucksvoller wurde er zu dem Menschenverwandler, der er zeitlebens geblieben ist. Nach USA mit USL sicher — komfortabel — schnell n bester internationaler Gesellschaft mit den Schnelldampfern UNITED STATES (53 330 BRT) nd AMERICA (33 961 ßRT). Koschere Mahlzeiten ab $322 in der luxuriösen 1. 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