Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1959
- Issue
- Heft 113 (Oktober 1959)
- Date
- 1959-10-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 DIE STIMME Noch hot die Stadt keinen eigenartigen Baustil, noch lugen Slums und Scmcldiinen aus den Trümmern cirahi scher Dörfer hervor, doch überstrahlt der ewige Frühling den Alltag und aus dem Rau mhen des Meeres vernimmt man um die Mitternacht'.stund«' den jauchzenden Hymnus eines heimgekehrten Volkes . . . Abrüstung im Mittleren Osten und in der Welt Ministerpräsident Run Our Ion erklärte, daß er ein m. Waffe nembargo für den Mittleren Osten unter einer der beiden folgenden Bedingungen zustimmen wurde: Entweder sind ade Waffenbestände aus dem Mittleren Osrer, zum Zwecke der völligen Abrüstung zu entfernen, was durch eine Garantie für die territoriale Integrität aller Staaten diese:, Gebietes und durch den Abschluß eines Friedensvertrages begleitet sein mußte — oder Israel und die Araber hätten gleichermaßen mit Waffen versehen zu werden. Ben Gurion fügte hinzu, daß er es begrüßen würde, wenn die erste Bedingung — das Prinzip der völligen Abrüstung — später für die ganze Weit Geltung erlangte. •n einem Interview mit dem Vertreter der englischen Nachrichtenagentur U.P. in Jerusalem, erklärte Ministerpräsident D. Ben Gurion u. a., daß es ein Irrtum wäre anzunehmen, Israel könne aus den internen Zwistigkeiten im arabisch,en Lager irgendwelche Vorteile ziehen. Das Gegenteil ist richtig: „Wenn zwei arabische Führer miteinander streiten, so bemüht sich jeder zu beweisen, daß der andere sich an Israel verkauft hat. Derat tige gegenseitige Beschuldigungen führen zu einem Wettbewerb wer Israel gegenüber feindseliger eingestellt ist." David Ben Gruion ist indes davon überzeugt, daß es gegenwärtig „relativ mehr gutwiliiges Verständnis füi Israel in den arabischen Kreisen der Nachbarländer gibt." Ein Fortschritt in der arabischen Haltung zu Israel ist zu verzeichnen, die inner-arabischen Auseinandersetzungen machen es jedoch unmöglich, daß dieser Fortschritt in entsprechender Weise zum Ausdruck kommt „Der Frieden zwischen den arabischen Staaten und Israel wird in dem Augenblick näherrücken, in dem die Araber selbst zu e]ner Einigung kommen werden". Nach den Worten David Ben Gurions ist der Kampf der arabischen Völker für Freiheit, Entwicklung und Unabhängigkeit ein natürliches und positives Anliegen. Der Ehrgeiz einiger arabischer Machthaber, alle arabischen Staaten zu beherrschen, gefährdet nicht nur den Weltfrieden, sondern ist auch für die arabischen Völker selbst schädlich. Ben Gurion sprach die Hoffnung aus, daß der Tag kommen werde, an dem die arabischen Staatsführer zur Erkenntnis kommen würden, daß jedes einzelne der arabischen Länder souverän über seine eigenen Angelegenheiten entscheiden möge, wie es in Lateinamerika und in Skandinavien der Fall ist. „Die größte Gefahr für den Frieden im Mittleren Osten", fuhr Ben Gurion fort, „stellen Diktaturen und imperialistische Ambitionen gewisser Staaten im Zusammenhang mit der Tatsache dar, daß nur eine Seite — die Araber — Waffen von beiden im kalten Krieg verwickelten Blöcken erhält". „TAAS" — Die Israel. Waffenindustrie Von einem Spezia|korrespondenten. „Es ist zweifelhaft, ob die moralische Stärke der Israel-Armee genügt hedte, um den Staat vor dem arabischen Angriff zu reifen, wenn nicht rechtzeitig — unmittelbar nach Beendigung des zweiten Weltkrieges — Schritte unternommen worden wären, etwa drei Jahre vor der Unobhangigkeitserklärung, um dieses Ereignis vorzubereiten und mit zwei wichtigen Elementen auszusfeften: 1. Die Erwerbung vollständiger und moderner Waffenfabriken. 2. Großangelegfe Käufe in verschiedenen Ländern Ost- und Westeuropas aller Art leichter und schwerer Waffen, die für eine reguläre Armee zu Land, in der Luft und zur See benötigt werden. Diese Feststellung machte Ministerpräsident David Ben Gurion, bei einer festlichen Sitzung der Knesset!), anläßlich des zehnjährigen Geburtstages des Staates Israel, am 22. April 1958. Größter Industriekonzern im Lande. Heute ist die israelische Waffenindustrie, vermutlich der größte industrielle Konzern im Lande, der regelmäßig tausende von Arbeitern beschäftigt. Aber der Mann auf der Straße hört schwerlich jemals etwas darüber und ist gewöhnlich völlig erstaunt, wenn er bei seltenen Gelegenheiten von den technischen Leistungen dieses Zweiges hört. Was zeichnet nun „TAAS" — unter diesem Nomen ist die Waffenindustrie Israels bekannt — von Waffenfabriken in anderen Ländern aus, und wodurch ist sie in die Lage versetzt, in einer kurzen Zeit solche Dimensionen zu ei reichen und einen so hohen Grad von Leistungsfähigkeit? Es scheint, daß die Waffenindustrie Israels, zum Unterschied der anderen Länder, großen Wert auf organisatorische Einheit legt und auf nahen Kontakt zwischen den Menschen, die Waffen und Munition erfinden unc! denjenigen, die sie fabrizieren. So sind Forschungslaboraicrien und der Produktionszweig der israelischen Waffenindustrie Teile ein und derselben organisatorischen Einheit. Diese Tatsache setzt den Experten, der mit der Produktion der Waffen vertraut ist, instand, den Experimenten zu folgen, die noch während des Entwicklungsstadiums durchgeführt werden. Daraus folgt, daß der Ingenieur in der Waffenfabrik eine gründliche Kenntnis der Waffen gewinnt, noch bevor sie zur Produktion übergeben werden, und diese Tatsache ist von entscheidender Bedeutung für die Qualität des Produktes und die Leistungsfähigkeit in der Produktion. Vercntwortungsgeist. Ein anderer Faktor in der schnellen Entwicklung der Waffenindustrie Israels und ihren hohen Standard ist der Verantwortungsgeist und die Hingabe, womit in den Unternehmungen gearbeitet wird. Geheimnis des Erfolges. Ein anderer anreizender Faktor ist die israelische Verleidigungsarmee selbst — ihre ständigen Verbesserungen der Kampfmethoden und ihre Forderungen nach einem hohen Standard der Produktion. Die Armee hat an „TAAS" immer hohe Anforderungen gestellt, denen