Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1959
- Issue
- Heft 111 (März 1959)
- Date
- 1959-03-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE STIMM!.! 9 '’cslaiul des jüdischen Staates von großer Beden hing non. Darüber hinaus ist aber auch das Problem g Ästiger Bande zwischen Israel und der Diaspora von lebenswichtiger Herloulun Hier muh nach einer Einheit des jüdischen Volkes gestrebt worden. Haupt/ el muH sein, ‘■•.'in;* Existienz 7.11 sifh 'in Solange dies noch nicht nr nicht ist, lud der Zionismus sein Programm noch nicht orfülli. Diese' Aufgaben können) nicht von einer Generation erfüll! worden, sondom müssen mehrere (lene,afionc'n beanspruchen. f)r, S. Lewenberq, Mitglied des zionistischen Aktionsausschusses, gab seiner Genugtuung über die vorn Bundeskanzler Adenauer und der deutschen Bundesregierung eingeleiteten ■* laßnahmen gMeen den Antisemitismus Ausdruc:k, warnte aber davor, die antijüdischen Manifestationen auf die leichte Schulter zu nehmen und ihre Auswirkungen auf andere* Teile der Welt z,u unterschätzen. Dr. Lewenberg kritisierte das Verhalten der kommunistischen Regierungen gegenüber den jüdischen Minderheiten. Er forderte die Konferenz auf, energisch gegen die Verurteilung führender jüdischer Persönlichkeiten in der Tschechoslowakei zu protestieren. Nach dem Hinweis auf den dramatischen Existenzkampf zahlreicher kleiner jüdischer Gemeinschaften in verschiedenen europäischen Ländern, schlug er d;e kollektive Überführung der betroffenen Gemeinden nach Israel vor, Seiner Ansicht nach gäbe es für die kleinen Gemeinden in der Diaspora keine Zukunft. Sie sind alle von der Vernichtung bedroht. Der Redner betonte, daß die zionistische Bewegung auch eine Missionsaufgabe hat; sie sollte allen jüdischen Gemeinden moralische u nd geistige Stütze leihen. I. Dulzin rief zu verstärkten Investitionen in Israel auf. Dadurch werden dem jüdischen Staat die Lösung wirtschaftlicher Probleme ermöglicht und schwierigen Situationen begegnet werden. Dr. Walter Eytan, der Generaldirektor im israe-. I s hen Außenministerium, erklärte, Israel wünscht ni' hts sehnlicher als den Frieden mit den arabischen Staaten. Sollten sich die arabischen Länder dazu .'erstehen, würden sich auch die technischen M hvvierigkeiten überwinden lassen, die gegenwärtig einen Friedensvertrag entgegenstehen. Solan e allerdings die Bereitschaft für eine friedliche Einigung noch nicht auf beiden Seiten bestehe, müsse Israel seine Bestrebungen foitsetzen, sich auf allen Lebensgebielien zu stärken. Ein kräftiges und selbstbewußtes Israel sei für den Nahen Osten eine Notwendigkeit und ein Bollwerk für den Weltfrieden. Ein Mittel zur Konsolidierung des jüdischen Staates sei, die Tür für Einwanderer weit offen zu Tialten, Zwi Lurie faßte die Hauptaufgaben der europäischen Zionisten in vier Punkte zusammen: 1. die Identifizierung mit den Einwanderern nach Israel und die Mobilisierung finanzieller Hilfe zur Durchführung der vollständigen Integration der Olim 2. die Manifestation jüdischer und zionistischer Einheit 3. die Verschmelzung der unmittelbaren und unerläßlichen Politik mit dem Ziel auf Rettung der bedrohten Juden mit dem langfristigen Programm zur Einbeziehung der europäischen und nord-afrikanischen Juden in den Prozeß der Heimholung dler im Exil Lebenden 4. und die Verstärkung des Kampfes um die nationale Zukunft der zweiten Generation. Furie erklärte, Parteitätigkeit in der Gallith sei nicht unvereinbar mit den Aufgaben der zionistischen Bewegung, da sie möglicherweise nur eine andere politische* Philosophie und eine* andere* Form dev Annäherung an ein gemeinsames Ziel da 1 stelle. ()l;oi medi/iualrat Dr. Schnart Der Direktor des jüdischen Spitals in der See-, gas.se, Herr Dr. Marcel Schnart, wurde mit dem Titel OI.ermedizinalrat ausgezeichnet. Tempel-Verein Baden Sonntag, den 18. Jänner 1959 fand im Saal des Sanatoriums Esplanade die ordentliche Generalversammlung des Tempel-Vereines Baden statt. Da sich der Obmann des Vereines, Herr Generaldirektor Leopold Prinz entschuldigen ließ, hatte den Vorsitz der geschäftsführende Obmann, Herr Ludwig Reisz übernommen. Nachdem der Vorsitzende d e Beschlußfähigkeit der General Versammlung lestgeslelit hatte, gab er einen ausführlichen Tätigkeitsbericht über das abgelaufene Vereinsjahr, aus welchem hervorging, daß der Tempel-,Verein den Bestimmungen seiner Statuten gerecht wurde. Der Vorsitzende gab einen Überblick über die Geschichte der Juden ßadenst hob die einstige Bedeutung der ehemaligen Badener Kultusgemeinde hervor und wies darauf hin, daß in den Sommermonaten, auch nach dem Krieg, ein starker Zustrom von Juden aus dem In- und Ausland stattfindet, woraus dem Tempel-Verein in erhöhtem Maße Pflichten erwachsen, denen Rechnung getra-t gen werden muß. Er appellierte an die jüdische Öffentlichkeit, dem Badner Tempel-Verein finanziell beizustehen und das Interesse an der Sache wach zu halten, da die Pflichten desselben mit de-< nen der auswärtigen Juden parallel laufen. Die Vereinsrevisoren erstatteten den Prüfungsbericht der Kassagebarung des Vereines und beantragten, dem abtretenden Vorstand das Absolutorium zu erteilen. Die erfolgte Abstimmung ergab das einheitliche Vertrauensvotum worauf der neue Vorstand gewählt wurde und sich aus folgenden Personen zusammensetzt: Obmann: Herr Gen.-Dir. Leopold Prinz, Wien I, Salzgries 7 Obmannstellvertreter: Herr Ludwig Reisz, Baden, Braitnerstraße 1 Kassier und Schriftführer: Frau Vera Löw, Baden, Isabellestraße 6 1. Revisor: Herr Wolf Hagler, Baden, Weilburgstraße 4 c 2. Revisor: Herr Berlhold Breuer, Baden, Wassergasse 1 Nach abgeführter Wechselnde, die wichtige und interessante Anregungen ergab, schloß der Vor-, sitzende die Generalversammlung und verlieh dem Wunsche Ausdruck, daß es dem Tempel - Verein Baden beschieden sein möge, seine Tätigkeit auf breiter Basis zu entfalten.