Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1959
- Issue
- Heft 111 (März 1959)
- Date
- 1959-03-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE STIMME 7 Zionistische Konferenzen in Amsterdam Am 24., 25. und 26, Jänner 1959 fanden in Amsterdam zwei bedeutende jüdische Tagungen stall: die europäische Konteren/ des Keren ftavessod — Magbith und die europäische ZionistenKonteren/, die sich unmittelbar an die Keren Hayessod Tagung anschloß. 150 Delegierte aus allen Ländern des freien Europa und Nordafrika und Vorsteher jüdischer Gemeinschaften des Kontinents versammelten sich feierlich im Motel ,,Amste|" um den Appell der Regierung Israels und der Knesseth Folge zu leisten, große Anstrengungen zu Gunsten der Alii|ah im allgemeinen und der Massena.ijah aus Rumänien im besonderen zu machen. Der inzwischen verstorbene Präsident des israelischen Parlaments, Josseph Sprinzak, sandte der Konferenz eine Grußbotschaft, in der er unler-V strich, daß die Probleme des Staates Israel und die der Juden in der Diaspora eine starke zionistische Bewegung erfordern. Eine Neubelebung des zionistischen Gedankens und Programms wird die zionistische Bewegung stärken und zu einer noch umfangreicheren Tätigkeit für den jüdischen Staat führen, der gegenwärig von einer neuen L'jnwanderungswelle geregnet wird. Durch das Erscheinen des Präsidenten der Zioirstischen We torganisation Nahum Goldmann, des Mitglied der Exekutive des Keren Hayessod in Jerusalem, Leb Dulzin, des Mitgliedes der Zionistischen Exekutive und Leiters des Organjsationsclepartements, Z. W. Lurie und de, Direktors des Organisationsdepartements der Zionistischen Weltexekutive, S. J. Kreut.1er, wurde den Konferenzen besondere Ehrung zuteil. Auf beiden Tagungen waren auch führende Personen des zionistischen Lehens in Wien vertreten. Der Zion. Landesverband in Österreich entsandte seinen Präsidenten Wolf Tischenkel, sowie die Präsidialmitglieder Samuel Brod, Dr. Max Gellis, Fritz Müller und Chefredakteur Bernhard Braver. Herr Gustav Leitner, Präsident der Zion. Föderation wurde ins Präsidium der Konferenz berufen und nahm am Präsidententisch Platz. Die anderen zionistischen Organisationen in Wien entsandten d.e Herren Oberrabbiner Dr. Eisenberg, Dr. David Gelles, Horpazky, Kahan, Reischer, Dr. Schlang und Schwimmer. Die europäische Konferenz des Keren Hayessod nahm in mehreren Resolutionen zu jüdischen Ta-i gesfragen Stellung. Sie drückte erneut ihre Solida-f rität mit dem Staat Israel, seinem Volk und seinem Präsidenten aus und betonte, daß die Juden in aller Welt die Pflicht haben, Israel mit al.en Kräften zu unterstützen. Die Einwanderungswelle bringt neue Lasten und große Verantwortung für den jüdischen Staat mit sich, die von allen Juden geteilt werden müssen. Die europäische Konferenz des Keren Hayessod - Magbith spricht daher ihren W unsch aus, daß in diesem Jahr die Beiträge und Anstren-, gungen zu Gunsten der Tätigkeit des Magbith in besonderem Maße erhöht werden. Die Konferenz richtet an die europäischen Juden den dringenden Appell, alles zu unternehmen, um die linanzie.len Mittel beizubringen, die zur erfolgreichen Durch-, führung der Alijah benötigt werden. Die Konferenz schlägt die Errichtung eines Sonderausschusses vor, der neue wirksame Möglichkeiten suchen soll, um die Sammlungsergebnisse in den verschiedenen Ländern wesentlich zu steigern, Es muß hervorgehoben werden, daß seil der Gründung der Medinah Israel dies die /.weile Konferenz des Magbith ist. Im Laufe dieser Zeit hat das europäische Judentum zum Aufbauwerk Israels 70 Millionen Dollar beigesteuert und es besteht die berechtigte Hoffnung, daß der Magbith in diesem Jahr seine Einnahmen um 50 ver-( mehren wird. Während der Tagung zollte der Direktor des Keren Hayessod in Europa, Sam Segal, den freiwilligen Mitarbeitern des Magbith Dank - 1 Delegierte aus Wien für ihre Mühe und Treue. Die Konferenz des Keren Hayessod - Magbith dankte ferner den Holländern für die während der Nazizeit den verfolgten Juden gewährte Hilfe und sprach die Hoffnung auf eine Stärkung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Israel und Holland aus. Ein historischer Prozeß Wir geben auszugsweise des Referat Dr. Goldmanns wieder: Dr. Nahum Goldmann hob in seinem Referat hervor, daß Israel zwar bereits über eine Million Einwanderer aufgenommen habe, daß aber die Mehrheit noch nicht absorbiert worden sei. Noch immer bestünden Einwandererlager, und die 400 neuerrichteten Siedlungen müßten noch konsolidiert werden. Das Budget der Jewish Agency hätte ausgeglichen werden können, wenn 500.000 weniger Juden nach Israel gekommen wären, aber diese halbe Million wäre dann für immer verloren gewesen. Im zweiten Jahrzehnt des Bestehens c e.. jüdischen Staates habe das jüdische Volk die ehrenvolle Aufgabe, eine Million aus Osteuropa zu retten. Die Juden in den Ländern hinter dem eisern nen Vorhang würden schon bald beginnen, in Massen auszuwandern. Den Grund für ihie Freilassung glaube er darin zu sehen, daß die kommunistischen Regierungen keine Lösung für die voi{ständige Integration der jüdischen Minderheiten linden können. Die Tatsache, daß Rumänien teine Pforten für die jüdische Auswanderung öffne!, sei äußerst