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Die Stimme · 1959-03-01 · Heft 111 (März 1959) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
1959
Issue
Heft 111 (März 1959)
Date
1959-03-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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6 DIE STIMME Wien, das Tor des Ostens (Forts, v. Seite?,) pflegsgeld jedes jüdischen Wanderers bet lägt tätlich weitere 35 Schilling. Diese Beträge worden von der Jewish Agency bezahlt. Das Österreichische Yerkehrsluiro hat die Möglichkeiten dieses Geschältes jedenfalls schon erkannt und plakatiert in enmu schlechten Deutsch, das irrtümlich für Jiddisch gehalten wird, im Vorraum des Wanderungsamles ,.Jüdischer Service". Ein volles Jahrzehnt gewartet Wenn, wie es den Anschein hat, die Durchreist' der Ostjuden zu einer neuen Wanderimgswoije wird, dann soll die Kaiser-Miersdorfer Kaserne wieder als Transitlager geöffnet werden. Das Tunii po der ostjüdischen Wanderung dürfte davon abhängen« daß Polen jenes Abkommen mit Rußland ändert, welches aus Rußland nach Polen repatriierten Juden für eine bestimmte Zeit die Ausreise* versagt. Die Entwicklung der Wanderung aus Rumänien dürfte völlig von den Imponderabilien der Ostblockpolitik. abhängen. Die Auswanderung von Juden aus Rumänien war seit 1950 vollkommen eingestellt. Viele der Juden, die sich nun auf den Weg machen können, haben für ein volles Jahrzehnt auf ihre Ausreisebewilligung gewartet. Es wird geschätzt, daß heute noch 165.000 Juden in Rumänien leben, von denen etwa 135,000 für die Auswanderung in Betracht kommen. Die Erklärung dafür« warum plötzlich die Auswanderung gestattet wird, ist jedermanns Geschmacksache. Der ,,Denkzettel" für Nasser kann ebenso begründet werden, wie der historische rumänische Antisemitismus oder der Gedanke, durch völlig unverhoffte Massenein Wanderung die finanziellen Schwierigkeiten Israels noch zu verstärken. Monalsbudget 30 Millionen Dollar Jedenfalls ist Israel nun gezwungen, alle Vorbereitungen zur Aufnahme einer Monatsquote von 10.000 Einwanderern aus den Ostblockländern in diesem Jahre zu treffen. Es muß daraul gelaßt sein, daß die Mehrheit dieser Einwanderer völ.ig mittellos ist und daß ein hoher Prozentsatz aus sozialen Fällen besteht, denen kein anderes V anderungsland ein Visum erteilen würde. Man rechnet vor7 sichtig, wenn man veranschlagt, daß Israel und seine Freunde für diese Wanderung ein zusätzliches Monatsbudgets von 30 Millionen Dollar berejlstellen müssen. 3000 Dollar sind der Betrag, mit dem im allgemeinen die Kosten der Einwanderung und Ansiedlung eines Neueinwanderers in Israel budgetiert werden. In den letzten Jahren einer vorwiegend orientalischen Einwanderung hatte sich ein System bewährt, das den Einwanderer direkt vom Schill in das neue Dorf bringt, wo ein kleines Maus, Vorräte für den Anfang und Landarbeit für ihn bereit sind. Diese flüssige Abwicklung, welche den Aufenthalt in Transitlagarn vermeidet., wird bei dieser osteuropäischen Einwanderung kaum durchführbar sein. Der Prozentsatz an Intellektuellen, Kleinhandwerkern und vor allem Kleinhändlern ist zu hoch. So einfache Fälle, wie die athletische Frau, die für ihren Mann und die Kinderschar antwortet: ..Wir werden arbeiten, was man uns zu arbeiten gibt", oder der Mann, der erklärt: „Ich bin ein Stejuhacker" und man kann ihn beruhigen, daß er in Israel genug Steine, zum Macken finden wird, sind seit *n. Mira ans dem Kibbutz Sliamii, eine kühne dunke Frau, die im Wet krieg in Ungarn mit einem bails hirm abgesprungen ist und es überlebt h d, geht still von einer Familie zur anedreu. Sie ist na h Wien gekommen, um mögliches Pionierinatorial für die Gronzsiedlungen schon vor der Ankunft in Israel atiszuwählen. Mit staunenden Augen durch Wien Ali diese '''ensrhen vercL n nun Wien passieien, das sein.' tausendjährige Steilung als ,,Tor des Ostens" in immer neuer Meise bestätigt. Um zu verstehen, was diesen Wanderern Wien bedeute', muß man einmal so einen Transport beg,eitel und gesehen haben, wie diese weit offenen Augen durch die Aulobusfenster die neonstrahlenden Strafen ansLntinen. Wäre* man der zuständige Wiener Slacltral, dann winde man jeder Gruppe eine große Rundfahrt in der Straßenbahn spendieren. ,,Die Presse", Wien Ministerpräsident Ben Gurion bei rumänischen Einwanderern Ministerpräsident Ben Gurion traf mit Neueiuwanderer» aus Rumänien zusammen, als er di.* One Kirjath Gath uudAsciidod Jam besuchte. Die Einwanderer schätzen, daß es in Rumänien jetzt noch 160— 100.000 Juden gebe. Auf die Frage, weshalb die jüdischen Familien Rumäniens nicht so kinderreich sind, wie die anderer Länder, erwähnten die: Einwanderer, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse dort schwierig gewesen seien. Nach dem Triebkräften für ihre Einwanderung befragt, sprachen die Einwanderer über die Beweggründe, die sie zur Auswanderung gezwungen hälfen. Die Auswanderungserlaubnis bekamen sie erst in der letzten Zeit, auch wenn sie Gesuche darum bereits vor Jahren eingereicht hatten, Ihr Vermögen durften die Auswanderer nicht mitnehmen. Die Auswanderung und die Fahrt bis zum Flugzeug mußte mit 1500 Lei pro Person bezahlt werden. Die Linvvanderer sagten, daß sie über die Entwicklung in Israel seit der Gründung des Staates i nformierl waren und bereit sind, die mit ihrer Einordnung verbundenen Schwierigkeiten zu bestehen. Den Ministerpräsidenten begleiteten auf seiner Rundfahrt seine Gattin, der Generaldirektor des Siehcrheilsmiiiisteriums Schimon Peies, der Direktor der Einen dnungsabteilung der Sochnulh M. Ziegel und der Leiter der Informationsabteilung der Sochnuth Mosche Rivlin. Liberal', wo der Ministerpräsident auflalichte, wurde er von den Einwanderern freudig begrüßt. ln Kirjath Gath teilte der Oi tsratsvorsitzende dem Ministerpräsidenten mit, daß seit Septembcu ckUzeado Familien aus Rumänien dort angesiedelt wurden und daß in Kirjath Gath weitere 400 fer7 tige Wohnungen auf Einwanderer warten. Demnächst soll in Kirjath Gath die dritte Zuckerfabrik des Landes errichtet werden, wodurch zusätzliche Arbeitsplätze geschallen werden.

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