Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1959
- Issue
- Heft 110 (Januar 1959)
- Date
- 1959-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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DIE STIMME i'r,'imrT'nt Wolf Tischonkol gab der tioF('n Bowogun; aller A nwesnnden in einer Ansprache Ausdruck Er wios uuf diu jahrelangen Bemühungen hui, diu Juden uns dm öststaaten in Israel zu vereinigen, um 'sie dem ersehnten / i o f der ilcu ’A'hr naherzubringen. Nach jahrzehntelangem 1,1'nl durch die na! ionalso/inl ist ische Verfolgung, hiücii diu durch dir siegreichen Armcon dor Alliierten Befreiten nur oino einzige Sehnhsueht: die Heimkehr nach fsraol. fn den von dun Nazis und ihren Satelliten beft eiton (lohiolon ordneten sich diu überioI, en den dudon im Staatswesen oin und machton sich dor Gesellschaft nützlich. Nichtsdestoweniger war ihr Blick auf dio eigene lloimat, das Land ihror Väter, nach fsraol, gerichlot. Sio toilfon dio durch dio Kriegsursachen hervnrgerufone Not mit der autochthonon Bevölkorunt;, abor sio hatton dio große Hoffnune, dio sio mit Zuversicht auf Heimkehr erfüllte. Schier endlose fahre vergingen, bis sich eines Tages ihre Hoffnung erfüllte. Fast kam es ihnen wie ein unvorstellbarer Traum vor, daß sie die Erlaubnis zur Auswanderung nach Israel erh.eiten. Diese Erlaubnis stärkte sie, richtete sie auf, verdingte dir' Alten und schwellte die Brust der Jungen mit einem unendlichen Gefühl der Dankbarkeit und des 'Hutes für die Zukunft. Nun sind einige dieser Auswanderer in Wien, haben hier Rast gemacht und werden in Kürze Weiterreisen, dem großen Ziel aller aus der Golah entgegen. ,,\Vir, die wo außerhalt) Israels leben", fuhr Präsident Tischenke) fort, ,,sind tief bewegt, daß Sie in unserer Mitte weilen, daß wir Sie mit allen unseren eigenen Hoffnungen für die Zukunft begleiten. Aber nicht nur damit, wir bemühen uns, hier in der Golah, die Mittel zu beschaffen, um die Weiterreise zu ermöglichen und ein wenig dazu beizutragen, damit Sie in Israel ein neues Leben beginnen können. Unsere Arbeit für Israel und für die Heimkehr in das Land unserer Väter ist nicht leicht und erntet seiten Dank. Iin Gegenteil, oft genug können wir uns über Undankbarkeit beklagen! Aber wir haben die Gewißheit, daß unsere Arbeit trotzdem nützlich ist und daß ohne unsere Hilfe, mag sie nicht groß sein, der Strom der brüderlichen Hilfsbereitschaft nicht fließen könnte. Wir begleiten Sie mit allen unseren guten Wünschen und sind gewiß, daß Ihre Arbeit in Israel nicht nur für Sie und Ihre Familien nützlich sein wird, sondern für das Judentum, für Israel". F. M, Ehrung für Dr. Wolf Herzberg In Würdigung der Verdienste, die sich der Ehrenpräsident Herr Dr. Wolf Herzberg um das Judentum im allgemeinen und um den Zionismus im besonderen erwarb, beschloß der Vorstand des Zionistischen Landesverbandes in Österreich ihn in das Goldene Buch des Keren Kayemet'h eintragen zu lassen. Im Rahmen einer am Samstag, den 11. Jänner 1959 in den Räumen des Zionistischen Landesverbandes stattgehabten Feier, an der führende Persönlichkeiten des Zionistischen Lehens teilnahmen, wies Präsident Wolf Tischenkel darauf hin, daß Dr. Herzberg den Gipfef der Ehre dadurch erreicht hat, daß er zeit seines Lebens tätigen Anteil am jüdischen und zionistischen Lohen nahm und am historischen Ethos des nationalen Judentums konsequent fesfhiejt, Dio Tätigkeit Dr. Herzbergs in der Wiener Kultusgemeindo, besonders die Zeit, während der er Präsident der Kehila war, wird in der zionistischen Geschichte besonders vermerkt werden müssen. Den Darlegungen des Präsidenten Tischenkel schloß sich Direktor Loitner an und gab seiner Genugtuung Ausdruck, daß Ehrenpräsident Dr, Herzherg die Absicht kundtat, in Bälde die Alijah anzutreten. Generalsekretär Dr. Schlang hob die Bedeutung der Institution des Keren Kayemeth hervor und beglückwünschte Dr, Herzherg zu der Ehre, der er teilhaftig wurde. Hofrat Dr. Hirschl ft ischte Erinnerungen auf, die sich auf die Funktion Flor/,bergs im Keren Hayossod, vor unserer Katastiophe, bezog und lemerkte, daß Oherrahbiner Dr. Zwi Chajes dem Dr. Flerzberg mit Wertschätzung Begenet. ist. ln Worten des Dankes für die Ehrung seiner Person, schilderte Dt. Herzberg genealogisch seinen Lehensweg und versicherte, daß er bis atin Lebensende seine Famiiientradition fortsetzen, die Grundsätze der Zionistischen Lehren hochhaften, und dies mit. der Ailijah nach Israel krönen werde. Durch das Erscheinen des israelischen Gesand- Sahar wurde Dr. Herzberg besondere Ehre zuteil. Empfang für den israelischen Gesandten Minister Sahar Im Festsaad des Auersperg-Palais fand Mittte Dezember ein Empfang statt, der von der Zionistischen Föderation in Österreich zu Ehren des Gesandten des Staates Israel in Wien, Minister Fleskel Sahar veranstaltet wurde und der außerordentlich gut besucht, war. Der Präsident der Zionistischen Föderation, Gustav Leiiner, begrüßte die Gäste, besonders Minister Sahar und wies auf die Schwierigkeiten der Aufgaben des Gesandten in Wien hin. Ist das Amt eines israelischen Gesandten an sich schon kein leichtes, um wieviel schwieriger ist es in einem Lande, wo es noch immer oder schon wieder möglich ist, daß bestimmte Kreise durch Überkleben von Plakaten« einer Gioßversammlung deren Mißlingen erzwingen wollen, wo man ,in jüngster Zeit jüdische Friedhöfe zerstörte, neonazistische Flugblätter verteijte und Hakenkreuze streute. M nister Sahar ergriff das Wort, dankte für den ihm zu Ehren veranstalteten Empfang und unterstrich, daß es 'die vornehmste Pflicht eines Gesandten sei, zu der Regierung, bei der er akkredidiert ist, gute Beziehungen zu unterhalten, er sich aber seine Arbeit nicht leicht machen wolle und die Wichtigkeit der Aufgabe empfinde, mH den Wiener Juden Kontakt zu halten. Er hoffe, dieses Ziel mit Hilfe aller jener, die guten Willens sind, zu erreichen. Minister Sahar wurden anschließend die Anwesenden einzeln vorgestellt. Der Abend, an dem die Gäste noch lange gesellig zusammenblieben, hat sicherlich dazu beigetragen, ein gutes Verhältnis des Gesandten zum Wiener Judentum zu gestalten und zu festigen.