Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1958
- Issue
- Heft 109 (Dezember 1958)
- Date
- 1958-12-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE STIMME 11 Technische Forschung Das Institut für Forschung und Entwicklung an der Technischen Hochschule in Haifa befaßt sich zur Zeit mit 63 Forschungsarbeiten. Das Institut bemüht sich, in Landwirtschafts- und Industriekreisen die Erkenntnis zu verbreiten, daß systematische Forschungsarbeit der Produktionssleigerung dienlich ist. ln den letzten Jahren ist die Zahl der Betriebe und öffentlichen Institutionen, die sich an das Institut gewandt haben, bereits erheblich gestiegen, und zu seinen Kunden zählen die größten israelischen Unternehmen. Das Institut besteht aus neun Abteilungen (Bouforschung, Elektrizität, Hydiolog.e. Boden-Mechunjk, Meteorologie usw.) und beschäftigt 120 Angestellte- Es hat auch schon ausländische Forschungsaufträge erledigt. Pottescheproduktion In den letzten Monaten hat die Produktion von Pottasche in Sodom einen Rekord von 11.800 Tonnen erreicht. Das sind 550 Tonnen mehr als im Produktionsplan vorgesehen waren. Die Steigerung ist in erster Linie einer Verbesserung des chemischen Prozesses zuzuschreiben, ferner der organisatorischen Konsolidierung des Werkes sowie der Tatsache, daß der Monat September klimatisch besonders günstig war. ln den letzten sechs Monaten hat das Pottaschewerk im Monatsdurchschnitt 9500 Tonnen produziert, gegenüber 6250 Tonnen in der entsprechenden Zeit des Vorjahres. In den ersten neun Monaten dieses Jahres exportierte das Potluschewerk 55.000 Tonnen Pottasche im Werte von 1,7 Millionen Dollar in 12 verschiedene Länder. Gladiolen im Negew Der Anbau von Gladiolen in der Baumschule von Gilat im Negew ist voll gelungen. Dieser Versuch wurde auf einer Fläche von 32 Dunam vorgenommen und diente dem Zweck, die für den Export am besten geeigneten Sorten hcrauszuhnden. Als Grundlage benutzte man 18 neue aus Holland eingeiührte Arien. Experimente mit dem Anbau von Gladiolen wurden auch im Gebiet von Nitzana, Kezioth und Sde Boker angestellt. Professor Josef Klausner Unter auberordenilicher Beteiligung wurde Prof. Klausner im Alter von 84 Jahren zur letzten Ruhe geleitet. Sein Tod hat der schriftstellerischen und wissenschaftlichen Lebensarbeit eines Mannes von zähesler Energ:e und konsequenter politischer Konzeption nach mehr als 60-jähriger unermüdlichen Tätigkeit ein plötzliches Ende gesetzt. Prof. Klausner, in einem Städtchen des ehemaligen Wilnaer Gouvernements geboren, hatte sich in jungen Jahren dem Odessaer Literaturkreis um Achad-Haam und Ch. N. Bialik angeschlossen- Anfangs Jünger der Lehren Achad-Haams, war er bald seine eigenen Wege gegangen und näherte sich später den zionistischen Anschauungen Jabotinskys, des Begründers des zionistischen Revisionismus. Er übernahm 1903 nach Achad-Haam die Re daktion des ..Haschiloach”. der repräsentativen literarilschen und kulturpolitischen Monatsschrift jener Tage, die er mit Unterbrechungen zwanzig Jahre fortführte. Im Jahre 1926 wurde Klausner von der Jerusalemer Hebräischen Universität zum Professor für neuhebräische Literatur, 1945 zum Professor für die Geschichte der zweiten Tempelperiode berufen. Viele Hunderte jüdischer Studenten waren in der Zeit seiner fast dreißigjährigen akademischen Lehrtätigkeit seine Schüler. Als Klausners Hauptwerk ist wohl seine „Geschichte der neuhebräischen Ltierafur” anzusprechen, ln diesen sechs Bänden ist mit grobem Fleib und Gewissenhaftigkeit eine immense Fülle biographischen und literaturgeschichtlichen Stoffes angesammelt. Sie bieten dem Studierenden eine nützliche Quelle und Grundlage für Belehrung. Von seinen historischen Schriften haben vor allem zwei die Aufmerksamkeit wissenschaftlicher und an relig:ösen Fragen interessierter nicht jüdischer Kreise auf sich gelenkt. Es sind dies sein „Jesus von Nazareth” und sein Buch „Von Jesus bis Paulus”, beide wegen des darin herangezogenen jüdischen Quellenmaterials in europäische Sprachen übersetzt. Auch unsere hebräische schöne Literatur weist deutliche Spuren des Einflusses besonders des erstgenannten Buches auf. A- A. Kabaks zweibändiger Jesus- Roman („Auf schmalem Pfad”) ist ohne Klausners historische Vorarbeiten kaum denkbar. Klausners Werk „Die Messiasidee in Israel” und seine Studien über die Zeit des zweiten Tempels gehören wegen ihrer aktuellen Thematik in die Reihe seiner von der jüdischen Generation unserer Tage dankbar aufgenommenen historischen Arbeiten. Wie um die Popularisierung jüdischer Geschichte hat sich Klausner auch um die Deutung neuhebräischer Dichtkunst Verdienste erworben. Seine Lieblingsgestalt war Sch:.ul Tschernichowsky, der ihm in seiner jüdisch-politischen Konzeption nahe stand und dem er mehr als allen anderen literarische Essays widmete. Klausner war von einer beinahe unheimlichen schriftstellerischen und journalistischen Produktionslust beherrscht. Eine blobe Auswahl seiner Werke (darunter auch solche philosophischer, linguistischer und parteipolitischpolemischer Art) wurden noch zu seinen Lebzeiten in nicht weniger als zwanzig Bänden neu gedruckt (eine Sammlung seines Gesamtnachlasses würde ein Vielfaches davon ergeben), immerhin ein Beweis, dab es dafür doch auch ein interessiertes Lesepublikum gegeben haben mub. Max Mayer Adele Eshel In Montevideo ist ist Adele Eshel, die Gattin des israelischen Botschafters Arie Eshel, verschieden. Die Verstorbene war eine Persönlichkeit von starker Willenskraft, hoher lnteliektualität und widmete sich der Arbeit auf dem Lande, wodurch sie ihre Wertschätzung für die Ideale der chaluzischen Bewegung manifestierte. In Wien hat sich die Verblichene besondere Verdienste um die Jugend -r Alijah erworben. Arie Eshel war bekanntlich mehrere Jahre hindurch Generalkonsul Israels in Oesterreich und erfreute sich bei uns besonderer Beliebtheit. Schnelldampfer .United States’ 1 Mill. Meilen zurückgelegt Im Logbuch des Schnelldampfers „United States”, dar im Nordantiantik - Passag;erdienst steht, wurde die einmillionste Meile registriert; die zweite Million begann er am 16. Oktober mit der Reise von New York nach Lo Havre, Southampton und Bremerhaven. In etwas über 6 Jahren hat das Flaggschiff dar United States Lines ohne jedwede nennenswerte maschinelle Schwierigkeit 280 mal den Nordatlantik überquert.