Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1958
- Issue
- Heft 109 (Dezember 1958)
- Date
- 1958-12-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 DIE STIMME Wiener Kultusgemeinde anläßlich der 20. Wiedeik eh;- des 10. November zu stören, wurden von der Polizei dingfest gemacht, und es bleibt nun abzuwarten, wie die staatlichen und die Universitätsbehörden auf diesen Anschlag des nazistischen ,.Werwolf" reag;eren werden. Der nazistische ,.Werwolf", der in der Nazizeit ungeheure Verbrechen begangen hat und an der Ermordung von duden mit die Schuld trägt, schickt sich an, neue Verbrechen in Oesterreich zu begehen. Auf gewohnte Weise nimmt der ,.Werwolf" die Süden aufs Korn. Die nazistischen Spottgeburten aus Dreck und Feuer lieben ihre rasende Wut an den Plakaten der israelitischen Kultusgemeinde aus, womit ihre sadistischen Gefühle noch nicht befriedigt waren. Die Firmentafeln des Zionistischen Landesverbandes in Oesterreich w: en dem ,.Werwolf’ ein Dorn im Auge, weshalb er, zur ,,Ehre des deutschen Volkes", die Schilder hinterrücks abrr.oniierte und sie stahl. Um noch den Mut eines wackeren Kämpen zu zeigen, beschmierte der ,.Werwolf" die Wände des Stiegenhauses mit unflätigen Worten. Bevor der verbrecherische Nazismus die Macht in Deutschland übernahm, hatte der illegale ,-Werwolf" in Oesterreich oft heimtückische Geme'nheiien begangen, die leider nicht gesühni wurden. Leichtgläubige gingen darüber mit einer Handbewegung hinweg. Spät, sehr spät dämmerte es auf, dab die heimtückischen Streiche der illegalen Nazi keinesfalls harmloser Natur waren. Die illegalen Nazi waren die Schrittmacher für den Hiiierismus, der die Welt in Brand steckte und Millionen Menschen waren seine Opfer. Der Nazismus gleicht ernenn verheerenden Brand, den man rechtzeitig eindämmen mub. Verschiebung der Kultuswahlen In der Plenarsitzung des Kulrusvorstandes vom 21. X wurde der Beschlub gefabt, die Kultuswahlen, die gegen Ende dieses dahres fällig gewesen wären, bis November des nächsten dahres zu verschieben. Die Verschiebung der Wahl wird von der Kultusgemeinde wie folgt begründet: Die Wiener und österreichische dudenschaff befindet sich derzeit in der Endphase ihres Kampfes um die Wiedergutmachung. ln den nächsten Monaten müssen alle Anstrengungen der Kultusgomeinde darauf konzentriert werden, eine gerechte Lösung dieses Problems durch die österreichische Regierung zu erreichen. Weiters wird in der Begründung angeführt, dab durch die geänderten Bestimmungen der Wahlordnung eine unverhältnisrnäbig grobe Anzahl von Gemeindernitgliedern, die mehr als zwei dahre mit ihrer Kultussteuer im Rückstand sind, nicht wahlberechtigt wäre. Diesen Mitgliedern mub daher noch einige Zeit zur Ordnung ihrer Kulfussteuerangelegenhoil geboten werden. Tozereth Haarez Ein Lager, in welchem Produkte Israels feilgeboten werden, soll in Wien gegründet werden. dienet and verbreitet ,,rDie (Stimme” Kriegs- und VerWgungsscchschidengesefz (KVSG) DjeWiener Kultusgemeinde eröffnete eine Beratungssteli:. ,,Die Gemeinde" hat in ihren Ausgaben vom z5. duk und 22 .August ausführlich über die Bestimmungen des Kriegs- und Vcrfolgungsscchschädengeseizes (KVSG) Le berichtet. Seit einigen Wochen können bei der Finanzlandesdirektion in Wien die Anträge gemäb dem Kriegsum Verfolgungssachschädengesetz (KVioG.) gestellt we uer Zur Erleichterung der Ausfüllung d.r Antrags.arm Jure eröffnete die Wiener Kultusgemeinde am 5. Nov- 1z Dd, m ihrem Amtsgebäude, Wien I, Schotten'hg 25, Parterre eine Beratungsstelle. Die Beratungsstelle isi zu folgenden Zeiten für den Parteienverkehr geöffnet: Montag von 10 — 12 und von 15 — 17 Uhr Buchstabe: A — F Dienstag von 10 — 12 und von 15 — 17 Uhr Buchstabe: G — L Mittwoch von 10 — 12 und von 15 — 17 Uhr Buchstabe: M — R Donnerstag von 10 — 12 und von 15 — 17 Uhr Buchstabe: S — U Freitag von 10 — 12 Uhr Buchstabe: V — Z CfÄrdert den idi&a. Jlan - desoerbuud in Öüer reich Antisemitische Anzeichen r Iaht unbeachtet Der Zentralverband Demoki aijscher Widsrsiandskömp. :r und Ver'olgten-Organisaiionen (ZDWV) hielt in Düsseldorf seine dahrestagung ab. Mit Zustimmung begrübt wurde auf der Tagung die Mitteilung, dab Bundeskanzler Dr. Adenauer den ZUV’/v gebeten hat, ihn über die kleinsten Anzeichen zu unterrichten, die auf ein Anwachsen des Antisemitismus und Nachlassen des Wiedergutmuchungswiilens in der Bundesrepublik hindeuten könnten. In einem Schreiben des Bundeskanzlers heibl es u c die Bundesregierung sei der Ansicht, dab solche Anzeichen nicht unbeachief bleiben dürfen. Großhandlung Papier, Papiersäcke, Papierwaren HüSut Sistoftd Wien II. Große Pfarrgasse 12 Telefon 3511 52