Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1958
- Issue
- Heft 109 (Dezember 1958)
- Date
- 1958-12-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 DIE STIMME C li n n uklt o!( ML SOIREE Am St.m .fag, don 13. Dezember fand der represäntative Bull de;, Keren Kayemeth Leisrael in Oesterreich, im Wie- ■ .r I .n: ■:ctIon statt. Die diesjährige Chanukkah - Soiree, die im Zeichen der Feiern aus Anlab des zehnjährigen Jubiläums des Staates! ,r..iD stand, wies einen festlichen Rahmen auf und hinre-r!i-:jfS ruichhalrigen Eindruck. Den Ehrenschutz hatten der Gesandte des Staates Israel Jcheske! Schar und Frau Dina Sahar. Kinderchanukkafeier Die Zionistische Föderation veranstaltete am 14. Dezim Theater am Fleischmarkt eine Chanukkafeier für die jüdische Jugend Wiens. Schon lange vor Beginn der Veranstaltung war der Saaf überfüllt, von erwartungsvoll gespannten jüdischen Buben und Mädchen. Der Präsdient der Zion. Föderation Leitner begrüßte unsere jungen Freunde in einer eindrucksvoller: Rede, die sich auch an die anwesenden Eltern richtete und an die Opferbereitschaft appellierte im Hinblick auf die gesteigerte europäische Alijah. Oberrabbiner Dr- Aki— ba Eisenberg erläuterte interessant das Wesen des Cba'- nukkafestes, wobei er besonders die Bedeutung des 8. Tages hervorhob. Eine glanzvolle Note erhielt das Fest durch die Anwesenheit des Gesandten des Staates Israel, Minister Sahar, der mit seiner Gattin erschienen war. Ausgezeichnete, oft von Beifall unterbrochene Leistungen be wunderten die Zuschauer von der Hebräischen Schule und einen Höhepunkt brachten die folkloristischen Darbietungen der Tanzgruppe des Haschomer Hazair. Das Fest fand seinen Abschluß in der Vorführung eines Farbfilmes, welcher das Leben und Treiben einer Moschawah des ,,Bne Akiba” zeigte. Chcnukkafeier der ,,Bne Akiba“ Am 8. Dezember, dem 2- Tag Chanukka, fand eine grobe Feier der relig;ösen Jugendbewegung ,,Bne Akiwa” statt. Lieber 600 Personen drängten sich in dem kleinen Saal (Der Zuspruch des Publikums war über jede Erwartung grob), um den Darbietungen der Kinder beizuwohnen. Anwesend waren die Vertreter aller jüdischen Parteien in Wi en, der Oberrabbiner Dr. Eisenberg und der Botschafter des Staates Israel, Minister Sahar. In seiner Begrübungsansprache betonte Minister Sahar, wie wichtig d,e Jugendarbeit in der Diaspora ist, und wie sehr Israel damit rechnet. Er hob freudig hervor, dab er zum ersten Mal soviel Publikum in Wien um sich versammelt vorfände. Nach den Darlegungen des Oberrabbiners, der nach dem Minister sprach, wurde eine Fahne eingeweiht. Es folgten 2 Theaterstücke. Das eine, die Bearbeitung des ,,Bearwot hanegew” von Igal Mossinson, das zweite ,,Der König der Schnorrer”. Besondere Beachtung schenkte das Publikum dem Film, der im Sommerlager der ,,Bne Akiwa” gedreht wurde. In diesem Film, kenn d,e Arbeit der Jugend besonders zur Geltung. Mit der ,,Hatikwa” und den Ansprachen des Präsidenten Leitner und des Vizepräsidenten Neugröschl, schlob die schone Feier. Kampf der Makkabäer Alljährlich erinnert uns das Chanukkafest an den ersten in der Geschichte unternommenen Versuch, den jüdischen Glauben un den einzigen und ewigen Gott auszurotten. Antiochos Epiphanes, dem Jerusalem untertänig war, entweihte im Jahre 167 vor Christi Geburt den Tempel in Zion, verbot den Juden ihre Heilige Schrift, verfolgte die Gläubigen und zwang das Volk den Götzen zu dienen. Epiphanes hat seine räuberische Hand auf die jüdischen Tempelschätze gelegt, wofür er — wie uns die Geschichte überliefert — von Gott für seine Freveltat bestraff wurde und ist im Wahnsinn gestorben. In unserer inhumanen Zeit, deren Geschichte mit dem Blut vieler freier europäischer Völker, nicht zuletzt mit dem Blut der Juden geschrieben wird, hat das Volk der Teutonen, welches im Herzen Europas lebt, unerhört ruchlose Taten gegen uns Juden verübt, jüdische Tempel und Bethäuser geschändet, jüdische Menschen beraubt und sie mit schändlichen Methoden gemordet. Während die nazistischen Frevler nur zu einem geringen Teil bestraft worden sind, weinen wir unseren Märtyrern blutige Tränen, nach und beten zum Allmächtigen, er möge die Menschen erleuchten und sie den Weg der Wahrheit und Gerechtigkeit führen, auf dab Völker durch Menschenhand nie mehr gefällt und Juden nicht das Opfer des Wahnsinns und brutaler Ungerechtigkeit werden. In Erinnerung an die Makkabäer und an die Heldenfamilien der Hasmonäer feiern wir die Neueinweihung des Hohen Tempels und gedenken der Wunder des unversiegbaren Oels, das, trotz der geringen Menge nicht verlöschte. Der Geist jener Helden, die während der fVerfolgung durch Epiphanes ihr Leben geopfert hatten, um dem ewigen Gott, der ewigen Wahrheit treu zu bleiben und für alle Völker Vorbilder des wahren Heroismus zu sein, hat uns Juden immer beseelt. Heute sind wir wieder Zeugen der Neueinweihung der von den Teutonen zerstörten Tempel, heute gedenken wir in Ehrfurcht unserer Helden, die sich den entarteten deutschen Geschöpfen zum Kampf gestellt haben, um das Judentum nicht kraftlos untegrehen zu lassen und um die ewige Wahrheit hochzuhalten. Die Taten der Makkabäer gehörten zu den heldenhaftesten der Geschichte und führten zu einer umfassenden Renaissance des jüdischen Daseins. Der Heroismus und die unbeugsame Gläubigkeit an das heilige Ziel, gab den1 Hasmonäerbrüdern die Kraft, den Heiligen Tempel und das jüdische Palästina für lange Zeit zu retten. Der bieg des Judentums über das Götzentum verhieb hoffnungsvollen Ausblick auf die Zukunft und hatte den Beschlub zur Folge, dab acht Tage vom 25. Kislew an, jährlich, zum Andenken an die 1 empelweihe, ireudig und fesd cli i gangen werden müssen. Mehr als zwei Jahrtausende hintereinander werden diese Tage als Chanukka durch , zünden von Lichtern im jüdsichen Hause gefeiert, und der Freude Ausdruck verliehen, dab das Volk sich selbst und seine Aufgabe kennengelernt hat und befähigt ist, sein Sittengesetz zu tragen und die Diener am Licht zu sein. Weihevoll und inbrünstig begehen wir das Cha-- nukkafest, denn ein neues Wunder hat sich begeben. Wu ejnst im wundertätigen Oelkrügle,n, bietet sich uns Juden ein hoffentlich nie versiegender Born, der Licht über die Welt ausstrahlt — Israel, unser Trost, unsere Hoffnung, dje Hei -, mat aller Juden, dje Heimat der Bedrückten und Verfolgten. Chanukka ist das Fest, an dem wir unserer Helden, der Makkabäer, gedenken und unseren neuzeitlichen Helden, den Chaluzim in Israel Dank darbieten für ihre groben Taten, die sie zum Schutze des jüdischen Vaterlandes täglich vollbringen. Bernhard Braver.