Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1958
- Issue
- Heft 109 (Dezember 1958)
- Date
- 1958-12-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE STIMME 5 Oneg Schabbath im Zionistischen Landesverband Am Freitag, den 12. Dezember 1958 fand im zionistischen Landesverband in der Unjversifätsstraße der erste diesjährige Oneg Schabbath statt. Der Präsident Wolf* Tischenkel eröffnete den Abend mit Worten des Dankes an alle, die erschienen waren und gab dem Wunsche Ausdruck, daß das Gefühl der Zusammengehörigkeit und des zionistischen Bewußtseins immer mehr gestärkt werden möge, auf daß unsere Feinde, die sich wieder samfür ihre Mühe Lob gezollt und freudig ihren Idealismus und Selbstlosigkeit hervorgehoben. Als sehr willkomene Gäste begrüßte der Vorsitzende den Oberrabbiner Dr. Eisenberg und seine Gattin. Der Oberrabbiner, der ein Referat über die Bedeutung des Chanukkafestes hielt, hob einleitend seine Verbundenheit mit dem Wiener Judentum und seine Ergebenheit den Idealen des Zionismus hervor und bemerkte, daß es ihm ’Silll mein und den Antisemitismus in die Bevölkerung Oesterreichs tragen, an der Schändlichkeit ihrer Handlungen zerschellen. Dem Kulturreferenten Samuel Brod und seiner Gattin, die die Ongei Schabbath vorbildlich arrangieren, wurde Freude bereitet, in Kreisen jüdischer Menschen und zionistischer Askanim zu verweilen, wo man Geistigkeit pflegt und zionistisches Bewußtsein stärkt. Der erste Oneg war der Auftakt zu weiteren freudigen und fruchtbringenden Abenden. Der Sinn von MIaweh Malke Das Geleite der Königin Sabbat Als Braut zog sie ein in unser Herz. Heine nannte sie Prinzessin. Als Königin im strahlenden Glanz der Hawdalalichter, bei der jüdischen Volksmusik, verläßt sie uns. um ein ..Schawua Tow”. eine gute Woche für uns jüdische Menschen hier und in Israel würdig einzuleiten. Der Ausgang des Sabbates ist umflort mit Sagen und Legenden; man sucht die Sterne am Himmel. Erst der dritte Stern ist der Abschluß des Sabbates. Die Hawdala mit ihren vielen Kerzen, mit Feuer und mit wohlriechenden Gewürzen, mit Gebeten, deren Inhalt Seligkeit. Menschenliebe, und das Verlangen nach Weltfrieden ist, wird für uns eine Mahnung, diese schönen kosmopolitischen Lehren, mit ihrem zeitlosen Ewigkeiisstempel, unserer Jugend weiterzugeben. In Israel bei den Unterhaltungen des Sabbatausganges singt ein Kantor und alle singen mit. Das Mitsingen hat einst unser Oberrabbiner Chajes auch im Tempel als erwünscht und begehrenswert bezeichnet. Es soll keine Lässigkeit und Trägheit des jüdischen Herzens in Erscheinung treten. Dazu ist unsere Zeit viel zu düster. Suchet jüdische Umgebung und findet sie, auf daß der Strahl geistiger, jüdischer Herzlichkeit uns entgegenleuchte. Prof. Dr- K. Kupfer Unser Vorstandsmitglied Herr Samuel Brod stellte vor längerer Zeit dem Bethaus der ,,Misrachi” ein Ssefer Thora zur Verfügung. Am letzten Schabath-Chanukka schenkte Brod ein Ketoneth (Hemdchen) das den Zweck hat, die Thora im Bethaus der Misrachi zu zieren. Mög^ Chawer Brod beschieden sein, in Bälde eine neue Ssofer- Thora schreiben zu lassen.