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Die Stimme · 1958-12-01 · Heft 109 (Dezember 1958) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
1958
Issue
Heft 109 (Dezember 1958)
Date
1958-12-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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DIE STIMME 3 „Mein Interesse gilt auch der Österreichischen Judenschaft! “ Minister Yesheskel Sahar gewährte unseren Redakteuren Braver und Müller ein Interview, das wir nachfolgencf wiedergeben: Unsere Frage.- ,,Es entspricht wohl der Tatsache, dafj Sie. Herr Minister, ein Sabre, also ein geborener Israeli sind. Dürfen wir Sie bitten, Ihren sozialen und politischen Werdegang zu schildern.“ Antwort: „Ja. ich bin in Israel geboren und lebte dort ständig bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Es wird Sie vielleicht interessieren, daß ich in Jerusalem eine von österreichischen Juden subventionierte und vom Hilfsverein in Deutschland errichtete Schule besuchte, wo wir Schüler angehalten wurden, täglich bei Unterrichtsbeginn die österreichische Kaiser-Hymne zu singen. Im Jahre 1933 kam ich nach London, wo ich drei Jahre lebte und Nationalökonomie studierte. Anschließend daran, war ich Privatsekretär Cfiaim Weizmanns, der damals Präsident der Jewish Agency war. An diese Tätigkeit schloß sich mein einjähriger Aufenthalt in den Vereinigten Staaten an, wo ich die Aufgabe hatte, für die Haganah zu sorgen und die Aliah Beth zu organisieren. Im Jahre 1940 trat ich in die englische Armee ein, kämpfte im Verbände der 8. Armee in Nord-Afrika und Italien gegen die Deutschen, kam schließlich im Jahre 1945 mit meinem Truppenkörper nach Oesterreich und stationierte in Villach. Als Major der englischen Armee rüstete ich ab. Nach Israel zurückgekehrt, arbeitete ich gemeinsam mit dem jetzigen Außenminister Israels, Frau Gold? Meier, in der politischen Abteilung der Jewish Agency. Ich wurde von der englischen Mandatarmacht mit der Aufgabe betraut, die legale Verteidigung des Landes zu organisieren und war gleichzeitig der Verbindungsoffizier zwischen Juden und Engländern in allen Fragen der Sicherheit des Landes. Im Jahre 1947 betraute mich Ben Gurion, mit der Ausarbeitung eines Planes, zwecks Organisierung einer selbständigen Polizeibrigade. Im Jahre 1949 wurde ich zum Präsidenten der neu geschaffenen Polizeizentrale in Israel berufen, welche Funktion ich bis zu meiner Ernennung zum Gesandten Israels in Oesterreich innehafte.“ Unsere Frage: „Haben Sie. Exzellenz, außer Ihrer Aufgabe als Gesandter Israels noch spezifische Probleme im Auge, die mit dem Leben der Juden in Oesterreich Zusammenhängen." Antwort-. „Ich sehe meine Aufgabe darin, den Staat Israel als Gesandter in Oesterreich zu vertreten, fühle mich aber auch berufen, der österreichischen Judenschaft mein Augenmerk zuzuwenden und den Zionismus nicht zu negligieren.” Unsere Frage: „Sind Sie darüber informiert, wie es um die Juden in Wien in nationaler und kultureller Beziehung bestellt ist?” Antwort „Ich habe mich von vielen Seiten über das Leben und Wirken der österreichischen Juden informieren lassen, und ich glaube, darüber ein Bild zu haben.“ Unsere Frage: „Sind Sie. Exzellenz, der Ansicht daß die bereits bestehenden Beziehungen zwischen Oesterreich und Israel erweiterungsfähig sind? Bestehen kulturelle Wechselbeziehungen zwischen Israel und Oesterreich?” Anwort: „Es bestehen derzeit sehr gute wirtschaftliche Beziehungen zwischen Israel und Oeserreich zum Vorteil beider Länder, aber es gibt noch viele Möglichkeiten, die auszuweiten ich mich bemühen werde. Wenn es auch offiziell kein Kulturabkommen zwischen den beiden Ländern gibt, so sind Ansätze vorhanden. Jetzt werden österreichische Filme in Israel aufgeführt.” Unsere Frage: „Wird in Israel das österreichische Judentum als Faktor betrachtet?” Antwort: „Jede jüdische Gemeinde in der ganzen Welt erweckt das Interesse Israels und obwohl die Wiener jüdische Gemeinschaft zu den kleiner. Jischuwim zählt, ist das Interesse Israels an ihr nicht gering.“ Verbilligte Pauschalreisen nach Israel Während der Wintersaison Näheres durch Ihr Reisebüro EL AL Israel Airlines, Wien I, Stefansplatz 10/11

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